Music was her first Love - her second was… Kapitel 16

Kapitel 16

Bund fürs Leben

Angefüllt mit Arbeit und Terminen waren die letzten Frühlingstage und der Sommer vergangen. Jetzt war bereits September und Keanu hatte vor zwei Tagen seinen 40. Geburtstag begangen. Becky und Keanu hatten seinen Ehrentag in aller Stille und nur zu zweit bei einem romantischen Abendessen gefeiert und sich auf die bevorstehende Feierlichkeit gefreut.
Sie hatten viel über ihr gemeinsames Leben, ihre Zukunft und auch ihre Hochzeit gesprochen und schnell war ihnen beiden klar geworden, dass sie beide keine große Feier und schon gar keine Feier mit Presse wollten. Sie wollten sich auch nicht auf ihrem eigenen Grundstück unter riesigen Zelten vor Helikoptern mit Fotografen verstecken müssen, wie andere Leute, so dass sie beschlossen hatten, mit niemanden außer der engsten Familie über ihre Pläne zu sprechen. Deshalb wussten auch nur Keanus Mutter, seine Schwestern und Nathan von der bevorstehenden Hochzeit. Alle anderen Freunde hatten sie unter dem Vorwand einer Geburtstagsparty eingeladen. Einige hatten sich zwar gewundert, weil Keanu eigentlich kein Typ solcher Veranstaltungen war, doch mit der Begründung, es sei ja schließlich auch der 40., hatten sich auch die größten Zweifler besänftigen lassen.
Umso erstaunter waren die Gäste, als sie am Nachmittag ankamen. Auf der großzügigen Terrasse waren Reihen mit weißen Stühlen aufgestellt. Der lange Pool war mit durchsichtigen Platten abgedeckt worden, um noch mehr Platz zu gewinnen. Auf der Wasseroberfläche darunter schwammen hunderte kleiner Lichter. Überall standen Blumengebinde in weiß und burgund und im Garten waren bereits für den Abend Fackeln errichtet worden. Spätestens als Keanu nach dem Eintreffen aller Gäste im Smoking und mit Fliege zur Begrüßung erschien, war allen klar, dass es heute keine Geburtstagsparty geben würde.
Nachdem er trotzdem erst die Geburtstagsglückwünsche seiner Gäste entgegen genommen hatte, informierte er die Anwesenden über die kleine Planänderung. Er bat alle um Entschuldigung und um Verständnis für seine und Beckys Verschwiegenheit, aber nur so könne die Feier in aller Ruhe stattfinden. Die Gäste zeigten sich erst überrascht, dann erfreut. Da sie alle Keanu und Becky kannten, verstanden sie ihre Geheimniskrämerei und nahmen es ihnen nicht übel.

Nachdem Keanu sich ein letztes Mal Zuspruch von seiner Familie geholt hatte, bat er die Gäste Platz zu nehmen und stellte sich selbst an das Ende des von den Stühlen gebildeten Ganges gegenüber dem Friedensrichter auf. Obwohl er intensiv in die Hochzeitsvorbereitungen eingebunden war und sich sehr auf diesen Augenblick freute, war er doch ein wenig nervös. Es war ein gewaltiger Schritt, ein Einschnitt in seinem Leben, der verbindlich und unauslöschbar wäre.
Als die Musik begann, betrat Becky die Terrasse. Ein Raunen ging durch die Menge und sie erhob sich, um der Braut die Ehre zu erweisen.
Als Keanu seine Braut das erste Mal erblickte, musste er schlucken. Becky war wunderschön. Sie trug ein einfaches ganz schlichtes halterloses weißes Seidenkleid mit einer kurzen Schleppe. Bis auf ein paar wenige Perlen und Stickereien um die Taille kam das Kleid ohne Verziehrungen aus. Ihr Langes dunkelbraunes Haar hatte Becky hochgesteckt und am Hinterkopf mit einem Schleier versehen, den sie jedoch offen nach hinten und nicht über ihrem Gesicht trug. Auch Becky war bis auf diesen Schleier und ein kleines silbernes Halsband schmucklos. In ihren Händen hielt sie ein kleines Blumengesteck passend zu den bereits vorhandenen Sträußen.
Langsam und mit zittrigen Knien schritt Becky hinter ihren beiden Patenkindern auf ihren Bräutigam zu. Sie dachte noch einmal an die letzten neun Monate zurück und spürte, wie tief und aufrichtig ihre beiderseitige Liebe war.
Als Becky nach einem Weg, der ihr endlos erschienen war, bei Keanu ankam, nahm dieser sie an die Hand, zog sie dicht zu sich und flüsterte:
„Du bist wunderschön.“ Becky erwiderte sein Kompliment mit einem Lächeln.
Der Friedensrichter begann mit der Zeremonie. Seine Rede von Liebe, Aufrichtigkeit, Vertrauen, Verantwortung und Pflichten zueinander bekamen sowohl Becky als auch Keanu nur oberflächlich mit, so wuchs ihre Aufregung von Minute zu Minute.
Sie hatten vereinbart die Zeremonie mit ihren eigenen Worten zu unterstreichen. Als der Richter zu dieser Stelle kam, wandten sie sich einander zu und Keanu sprach:
„Becky heute hier mit Dir zu stehen, ist ein Traum der in Erfüllung geht. Du bist der Mensch nach dem ich lange gesucht habe. Ich brauch Dir nichts zu erklären, Du weißt, was ich denke. Bei Dir darf ich sein, wer ich bin. Du stellst keine Forderungen an mich, Du willst nichts, sondern Du gibst. Du gibst mir Deine Liebe, Deine Aufrichtigkeit, Dein Vertrauen, Deinen Glauben. Du gibst mir Halt und Geborgenheit, ohne dafür Worte zu gebrauchen. Es ist die Art wie Du mich ansiehst, lachst und mich küsst, wie Du einfach immer da für mich bist. Du schenkst mir alles Glück dieser Welt. Du bist mein Traum. Ich liebe Dich.“
„Keanu, Du kamst an einem Punkt in mein Leben, an dem für mich nichts mehr wichtig war. Ich hatte mich hinter einer Mauer aus Trauer und Verzweiflung verschlossen, doch Du hast es mit wenigen Worten und einem Lächeln geschafft, diese Mauer zu durchdringen. Du hast mir gezeigt, dass es wichtige, schöne Dinge im Leben gibt und wie man sie genießt – einen Tag am Meer, einen Sonnenaufgang, ein Gespräch. Du hast mir wieder gezeigt, zu leben. Du bist der wunderbarste Mensch, der mir je begegnet ist. Ich brauch Dir nichts zu erklären, Du weißt, was ich fühle. Du kennst mich besser noch, als ich mich selbst. Ich bin Dir dankbar und ich liebe Dich.“
Nach einem kurzen leidenschaftlichen Kuss fuhr der Friedensrichter mit der Trauungszeremonie fort. Er begann Keanu zu fragen:
„Möchtest Du, Keanu Charles Reeves, die hier anwesende Rebecca Knight zu Deiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen, sie lieben, achten und ehren, in Gesundheit und in Krankheit, in guten wie in schlechten Tagen? So antworte mit ja.“
Mit fester klarer Stimme, die Becky einen Schauer verursachte, antworte er:
„Ja, ich will.“, und streifte Becky den Trauring über den Finger.
„Dann frage ich Dich, Rebecca Knight, möchtest Du den hier anwesenden Keanu Charles Reeves zu Deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen, ihn lieben, achten und ehren, in Gesundheit und in Krankheit, in guten wie in schlechten Tagen? So antworte mit ja.“
„Ja, ich will.“ Nun steckte Becky Keanu den Trauring an und der Richter fuhr fort:
„Dann erkläre ich Euch hiermit zu Mann und Frau.“
Unter dem Beifall ihrer Gäste gaben sich Becky und Keanu ihren ersten Kuss als Eheleute.

Es war ein grandioses Fest. Bis spät in die Nacht, beglückwünschten die Gäste das Paar zu dieser gelungenen Überraschung und zu ihrem bevorstehenden Eheleben. Alle amüsierten sich prächtig, lachten, sangen, tanzten und genossen einen fantastischen Abend über den Dächern von L.A. Becky und Keanu war gelungen, was sie sich für ihre Hochzeit erhofft hatten – eine ganz private Feier im Kreis ihrer Familie und Freunde.
Als Becky am anderen Morgen erwachte, stand die Sonne bereits hoch am Himmel. Augenblicklich musste sie an den gestrigen Tag denken und lächelte. Als Keanu das Lächeln seiner Frau erblickte, küsste er sie auf ihre Nasenspitze und flüsterte:
„Guten Morgen Mrs. Reeves.“ Becky brummte verschlafen und öffnete langsam ihre Augen.
„Das hört sich gut an. Daran könnte ich mich gewöhnen.“
Keanu lachte, „Das musst Du auch, ich werd Dich nämlich für den Rest unseres Lebens so nennen.“ Becky brummte noch einmal, reckte sich und legte sich dann in Keanus Arme.
„Sag’s noch mal, bitte.“ Doch Keanu schüttelte nur lachend den Kopf.
„Nein, erst machst Du das hier auf.“ Er reichte ihr eine dicke brauen Aktenmappe.
„Was ist das?“, fragte Becky erstaunt.
„Das ist mein Hochzeitsgeschenk für Dich. Alles Liebe zur Hochzeit mein Schatz.“ Zärtlich küsste er Becky. Vorsichtig öffnete diese die Mappe. Ungläubig starrte sie auf das Papier in ihren Händen. Es war der Kaufvertrag für das Haus in Raleigh und eine Schenkungsurkunde auf ihren Namen.
„Wann hast Du das getan? Aber wieso? Wir können doch nicht? Ist das schön. Unser Haus. Das hab ich mir so gewünscht.“ Die Überraschung war Keanu wirklich gelungen, denn Becky war völlig verwirrt.
„Gleich nachdem wir aus Raleigh zurück waren, hab ich die Maklerin angerufen. Das Haus ist ein Traum und ich hab gespürt, wie sehr Du es gemocht hast. Ich hab es in den letzten Wochen renovieren lassen, damit wir gleich einziehen können. Und im Keller hab ich Dir ein Tonstudio einrichten lassen, damit Du arbeiten kannst.“
„Aber Du, Deine Arbeit hier? Wir können doch nicht, es ist so weit weg.“
„Doch wir können. Viele Schauspieler wohnen nicht in L.A. und arbeiten trotzdem hier. Wir ziehen in unser Haus. Die Häuser hier verkaufen wir und behalten nur eine Wohnung in L.A. Mit dem Flugzeug sind wir in ein paar Stunden hier. Das kriegen wir schon hin. Ich möchte mit Dir in diesem Haus leben. Ich möchte unsere Kinder dort über die Wiese laufen sehen und mit ihnen in unserem See schwimmen. Ich liebe Dich und ich liebe dieses Haus.“
Voller Liebe und Glück schaute Becky Keanu an. Er hatte ihr gerade das schönste Geschenk gemacht, dass sie sich vorstellen konnte.
„Dann sollten wir so schnell wie möglich umziehen.“
„Was? Wieso hast Du es auf einmal so eilig? Es müssen noch einige Dinge…“
Doch weiter kam Keanu nicht, denn Becky legte ihm ihren Finger auf den Mund und drückte ihm ebenfalls ein Geschenk in die Hand.
„Alles Liebe zur Hochzeit und zum Geburtstag mein Schatz.“
Vorsichtig hob Keanu den Deckel der kleinen weißen Schachtel an. Er erblickte zwei kleine weiße Babyschuhe und ein Ultraschallbild.
„Heißt das? Bist Du? Bekommen wir?“ Dies Mal lachte Becky ehe sie nickte und seine Hand auf ihren Bauch legte.
Glücklich vereinten sich ihre Lippen zu einem Kuss.
„Ich liebe Dich.“
„Ich liebe Dich auch.“

Geschrieben von Dorfprinzessin

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