Schicksalhafte Begegnung (The Unexpected)
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Mohri
mutiert z. keanu-spezialisten



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Beitrag Verfasst am: 03.01.2013, 22:37    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 15

„Ist das in Ordnung so?“, fragte Keanu Ceridwen und rüttelte an dem Rucksack auf ihrem Rücken, der deutlich kleiner war als der, den sie auf ihrer Probefahrt getragen hatte.
„Ja. Ganz wunderbar. Erklärst du mir jetzt bitte, warum wir nun doch an der Küste entlang fahren?“, fragte sie ihn, während sie zusah, wie er erst noch einmal das Topcase und dann die Tanktasche überprüfte. Er reichte ihr ihren Helm und zwinkerte ihr zu.
„Ich weiß, wie schwer es dir fällt, auf dieses Motorrad zu steigen und eine dreitägige Tour zu machen. Die Strecke an der Küste entlang gibt uns mehr Möglichkeiten für Pausen, die wir damit füllen können, uns etwas anzusehen. Seehunde zum Beispiel. Und außerdem war es dir lieber, dort entlang zu fahren. Mein Wunsch war die Fahrt. Wohin wir fahren würden, war zweitranging. So haben wir beide etwas, was wir gerne haben. Ich das Fahren mit dir auf dem Motorrad, und du die Küste“, erklärte er ihr. Er streichelte zart über ihre Wange und beugte sich zu ihr, um sie zu küssen. Doch sie hielt ihn auf, in dem sie sein Gesicht zwischen ihre Hände nahm.
„Ich möchte nicht, dass du…“ Weiter kam sie nicht, denn Keanu hatte seine Hände auf ihre gelegt, sie von seinen Wangen gezogen, um schnellstens seine Lippen auf ihre zu senken. Innig küsste er sie. Gleich darauf nahm er ihr den Helm wieder ab und stülpte ihr diesen kurzerhand über den Kopf. „Nun kann nichts mehr schief gehen“, sagte er in zärtlichem Ton.
„Wegen des Helms?“, fragte Ceridwen noch ganz atemlos.
„Nein, weil wir uns einen Glückskuss gegeben haben?“, antwortete er mit einem unwiderstehlichen Lächeln, welches Ceridwen dazu verführt hätte, sich in seine Arme zu werfen, hätte er sich nicht umgedreht, um seinen Helm von der Maschine zu nehmen. Er setzte sich diesen auf, verschloss ihn und schwang sich auf sein Bike. Nachdem er es gestartet hatte, setzte sich Ceridwen hinter ihn. Sofort umschlang sie seine Taille. Jetzt ging es also los, dachte sie, als er anfuhr.

Keanu hatte sie bereits am Tag nach ihrer Routenplanung angerufen und einen Terminabgleich mit ihr gemacht. Und so saßen sie nun bereits fünf Tage später auf dem Motorrad und fuhren nicht durch die San Gabriel Mountains, sondern die Küste entlang. Ceridwen konnte es kaum fassen, dass sie das tat. Noch weniger konnte sie glauben, dass sie kaum Angst hatte. Obwohl er schon ein paar Unfälle mit dem Bike hatte – er hatte ihr wahrheitsgemäß am Telefon von diesen erzählt – vertraute sie auf seine Fahrkünste. Allerdings musste sie sich eingestehen, dass ihr bereits der Hintern weh tat, bevor sie überhaupt aus Los Angeles draußen waren. Nachts war es so schön gewesen durch die Stadt zu fahren. Aber nun, tagsüber, war es nervenaufreibend. Doch schließlich hatten sie es geschafft und fuhren über den Highway No.1 Richtung Santa Babara. Ceridwen entspannte sich langsam. Sie drehte den Kopf zur Seite und genoss die vorbeifliegende Landschaft.
In Santa Barbara hielten sie an, weil Keanu noch einmal tanken wollte. Ceridwen war es sehr recht, denn sie musste dringend auf die Toilette. So ging es ihr jedes Mal, wenn sie aufgeregt war. Vor Prüfungen war sie manchmal innerhalb von zehn Minuten drei Mal auf die Toilette gegangen. Sie traf wieder auf Keanu, als er gerade zum Bezahlen gehen wollte.
„Soll ich dir ein Sandwich mitbringen?“, fragte er sie, weil sie beim Motorrad stehen blieb.
„Diese abgepackten Dinger?“, meinte sie zweifelnd.
„Ich finde sie gar nicht so schlecht“, zuckte er mit den Schultern.
„Na gut“, antwortete Ceridwen und sah ihm hinterher, wie er in dem Tankstellengebäude verschwand. Sie musste nicht lange auf seine Rückkehr warten. Er reichte ihr ein Sandwich und sagte bedauernd „Es gab nur Thunfisch.“
Ceridwen sah gleichgültig darauf. „Das esse ich sowieso am liebsten.“ Sie wickelte es aus und biss hinein. Mit gerümpfter Nase sah sie Keanu an. „Schmeckt es dir?“, fragte sie.
„Na ja“, murmelte er und grinste. „Komm, ich zeige dir, wo wir jetzt lang fahren. Ich habe mir nämlich überlegt, erst mal nicht den Highway weiter zu fahren“, meinte er und deutete auf die Karte, die auf der Tanktasche gut sichtbar unter Folie klemmte. Er erklärte ihr, dass sie die 154 entlang fahren würden, bis nach Santa Ynez Valley. Dort könnten sie Solvang besuchen, um denn anschließend die Küstenberge via 246 nach Lompoc zu fahren, wo sie übernachten würden. „Auf diese Weise komme ich doch noch zu ein paar Bergen“ lachte er sie an.

Ceridwen war anfangs ein wenig enttäuscht, denn die 154 bot auf den ersten Blick nicht so viel Sehenswertes, wie die Strecke direkt an der Küste entlang. Doch nach und nach genoss sie das bergige, bewaldete, weitläufige Gebiet und das Fahrgefühl. Sie spürte den Wind, der an ihrer Kleidung zerrte, Keanus Körperwärme, die auf sie abstrahlte und fühlte sich glücklich. Glücklich und befreit. Wenn er noch sehr viel mehr als das empfand, dann konnte sie gut verstehen, warum er das Fahren auf seinen Motorrädern so sehr genoss. Es war eine schöne Art zu entspannen, aber auch zu flüchten.
Als sie in Solvang ankamen, atmete Ceridwen dennoch durch. Sie war es nicht gewohnt, so lange auf einem Motorrad zu sitzen und war froh, ihre Glieder strecken zu können. Außerdem verspürte sie eine latente Übelkeit, von der sie hoffte, dass sie verschwinden würde, wenn sie erst einmal ein paar Schritte gelaufen waren.
Sie schlenderten durch den Stadtkern, dessen Häuser sich im dänischen Fachwerkhausstil präsentierten, mit Dachgauben, bunten Glasfenstern, imitierten Stroh- und Kupferdächern und mit sauberen, gepflegten Bürgersteigen aus Pflastersteinen davor. Dabei kamen sie an zwei der fünf Windmühlen vorbei, die Ceridwen fasziniert betrachtete.
„Solvang wird auch die „Dänische Hauptstadt von Amerika“ genannt“, erklärte Keanu ihr, während sie langsam durch die Stadt gingen.
„Es ist wunderschön hier. Ich bin bisher immer nur durchgefahren, wodurch ich mir den Ort nie richtig angesehen habe“, meinte Ceridwen beeindruckt.
Auf dem Denmarket Square bewunderten sie einen großen, runden Brunnen, der mit einer niedrigen Steinmauer umfasst war. In deren Zentrum prangte ein Felsen, auf dessen Mitte eine kleine Meerjungfrau aus Bronze thronte. Ein kleiner Wasserfall, welcher aus dem Felsen herausquoll, bildete einen märchenhaften Abschluss.
„Das ist die kleine Meerjungfrau, die sich auch in Kopenhagen findet, nur ist sie dort mindestens doppelt so groß. Kennst du die Geschichte der kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Andersen?“, hörte sie Keanu neben sich, der die Meerjungfrau eingehend betrachtete.
„Nein. Du etwa?“, antwortete Ceridwen erstaunt und sah ihn dabei fragend an. Er nickte nur kurz. „Erzähle sie mir“, bat sie ihn.
Er schlug vor, erst einen Kaffee zu holen. Danach würden sie sich an den Brunnen setzen, und er würde ihr die Geschichte erzählen. Ceridwen entschied sich für Tee, um ihren rebellierenden Magen zu beruhigen. Die vielen, dänischen Leckereien ließen sie kalt. Auch Keanu blieb nur bei einem Kaffee. Ceridwen bemerkte die ersten neugierigen Blicke der Touristen, die meinten Keanu erkannt zu haben. Nun, sie hatten ihn tatsächlich erkannt, trauten sich aber noch nicht so recht ihn anzusprechen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Erste den Mut fand. Zurück am „Mermaid Fountain“, suchten sie sich einen Platz zwischen den Bäumen, die angenehmen Schatten spendeten. Erwartungsvoll sah Ceridwen Keanu an.
„Die kleine Meerjungfrau lebt mit dem verwitweten Meerkönig, seiner alten Mutter und ihren fünf Schwestern auf dem Grund der tiefen See. Sie ist die jüngste und anmutigste. Durch die Erzählungen ihrer Großmutter, wird in ihr die Sehnsucht nach der Menschenwelt geweckt. Doch erst mit fünfzehn Jahren sind sie erwachsen und dürfen nachts aus dem Meer auftauchen, im Mondschein auf Klippen sitzen und Schiffe beobachten. Die älteren Schwestern erzählen der kleinen Meerjungfrau allerlei Wunderdinge von der lärmenden Stadt, von Kindern, Eisbergen und singenden Vögeln.
Endlich ist es soweit. Die kleine Meerjungfrau steigt aus der tiefen See empor. Sie beobachtet die Matrosen auf einem Schiff. Musik erklingt. An Bord des Schiffes feiert ein Prinz mit dunklen Augen seinen 16. Geburtstag. Es zieht ein Sturm auf und das Schiff sinkt. Die kleine Meerjungfrau erinnert sich, dass Menschen unter Wasser nicht leben können. Sie hält den Kopf des schönen Prinzen über Wasser und schwimmt mit ihm an Land. Vorsichtig legt sie ihn im Glanz der Morgensonne an den Strand. In seiner Nähe wartet sie, bis sie sieht, dass ein junges Mädchen den Prinzen findet.
Von nun an muss sie immerzu an den Prinzen denken. Die Meerjungfrau bringt in Erfahrung, wo das Schloss des Prinzen steht. So taucht sie in vielen Nächten im Kanal, nahe des Schlossparks auf, um einen Blick auf den schönen Prinzen zu erhaschen, wenn dieser im Mondschein spazieren geht.
Ihre Großmutter hatte ihr erzählt, dass die Menschen zwar eine unsterbliche Seele besitzen, aber dafür nicht sehr lange leben. Die Mitglieder des Meervolkes leben lange, bis zu dreihundert Jahre. Doch wenn sie sterben, lösen sie sich in Schaum auf, bis nichts mehr von ihnen übrig ist. Wenn sich jedoch ein Mensch in eine Meerjungfrau verliebt, fließt etwas von der menschlichen Seele in den Körper der Meerjungfrau. So erhält auch sie eine unsterbliche Seele. Doch es gibt ein großes Problem. Menschen haben Beine. Kleine Meerjungfrauen besitzen Fischschwänze. Diese finden Menschen nicht sehr schön.
Der Prinz bestimmt alle Gedanken und Träume der kleinen Meerjungfrau. Und so wagt sie es – trotz ihrer großen Angst – zu der widerlichen Meerhexe zu gehen, um sie um Hilfe zu bitten.“

Keanu machte eine kleine Pause, um einen Schluck von seinem Kaffee zu trinken. Mit verstellter Stimme sprach er nun „Hier ist ein Trank. Schwimme mit diesem an Land, noch bevor die Sonne aufgeht. Setz dich ans Ufer und trinke alles. Dein Schwanz wird zu Beinen schrumpfen. Es wird weh tun, so als wenn ein scharfes Schwert durch dich hindurch ginge. Dein Gang wird schwebend sein, wie der, der besten Tänzerin. Doch jeder Schritt schmerzt dich, als würdest du auf scharfe Messer treten. Willst du das?“

Gespannt hing Ceridwen an seinen Lippen und wartete, dass er weiter sprach. Sie hatte sogar nahezu ihre Übelkeit verdrängt. Keanus Augen fingen ihren Blick ein. So dunkel, wie sie sich die des Prinzen vorstellte, dachte sich Ceridwen entzückt und lauschte seinen Worten und dem Klang seiner vollen, dunklen, melodischen Stimme.

„Die Verwandlung ist unumkehrbar. Nie wieder würde die kleine Meerjungfrau zu ihrem Vater, der Großmutter und ihren Schwestern zurückkehren können. Noch eine Warnung spricht die Meerhexe aus: „Wenn der Prinz eine andere als dich heiratet, dann wirst du dich morgens, nach der Hochzeitsnacht, in Schaum auflösen.“ Die Meerjungfrau ist entsetzt. Dennoch möchte sie das alles auf sich nehmen. Doch der Trank ist nicht umsonst. Die Meerhexe möchte als Bezahlung die wunderschöne Stimme der kleinen Meerjungfrau haben, denn die Meerhexe muss ihr eigenes Blut in den Zaubertrank mischen.“
„Sind Sie Keanu Reeves?“, wurde Keanu von einem jungen Mann bei seiner Erzählung unterbrochen. Er bat ihn um ein Autogramm und ein Foto. Nachdem einer den ersten Schritt getan hatte, folgten noch andere. Ceridwen sah eine Weile zu, enttäuscht, weil er beim Erzählen des Märchens unterbrochen worden war. Dann stand sie auf und gab ihm zu verstehen, dass sie gleich wieder käme. Sie lief die Straße weiter und kam zu einem Touristen-Büro. Kurzerhand ging sie hinein. Wenig später kam Cerdiwen mit einem zufriedenen Lächeln wieder heraus und machte sich auf den Weg zurück zu Keanu. Er unterhielt sich gerade mit zwei jungen Mädchen, als Ceridwen zu ihm trat.
„Wo warst du?“, fragte er sie leise, nahm sie am Arm und zog sie nach einer freundlichen Verabschiedung bei den Mädchen mit sich.
„Wir haben noch was vor. Rate mal, was es hier gibt?“, strahlte sie ihn an.
„Wein? Aber du hast eine…“, setzte Keanu an, wurde jedoch schnell von Ceridwen unterbrochen.
„Papperlapapp. Es ist eine Überraschung. Wir setzen uns auf dein Motorrad und fahren hin.“ Zufrieden sah sie ihn an. Wieder wurden sie durch eine Autogrammanfrage aufgehalten. Keanu hatte schließlich genug davon. Er hatte Verständnis dafür, dass die Leute gerne eine Unterschrift von ihm oder ein Foto mit ihm wollten, da sie ihn vermutlich nicht noch einmal persönlich antreffen würden. Doch er wollte seinen Ausflug mit Ceridwen genießen sowie den Zeitplan einigermaßen einhalten, damit sie nicht zu spät in Lompoc ankamen. Er lehnte alle weiteren Autogramm- und Fotoanfragen freundlich ab, nahm Ceridwens Hand in seine und lief ein wenig schneller. Sie schwangen sich auf sein Motorrad. Durch leichtes Klopfen dirigierte Ceridwen ihn nach rechts oder links. Dabei verwechselte sie zweimal rechts mit links, so dass er wenden musste. Schließlich waren sie angekommen.

Keanu sah auf das flache Gebäude, auf das Ceridwen zeigte. „Ein Oldtimer Motorrad Museum. Ich habe gelesen, da gibt es auch mindestens eine Norton“, erklärte sie und lächelte ihn an. „Hast du das Museum schon mal besucht? Wenn nicht, lass es uns jetzt tun.“ Erstaunt sah er sie an. „Na komm schon. Jetzt sind wir ja schon hier. Und du liebst diese Maschinen. Ich habe nichts dagegen, wenn du mir nicht gerade mit technischen Einzelheiten kommst“, ermunterte sie ihn. Entschlossen nahm sie ihren Helm ab, kletterte vom Motorrad und zog an seinem Ärmel. „Na komm“, trieb sie ihn noch einmal an. Keanu gab sich schließlich geschlagen.
Fasziniert ging Keanu durch das Museum. Sie konnten sich eine breite Sammlung von Motorrädern aller Marken ansehen. Ein Schwerpunkt lag auf Renn-Motorrädern. Ceridwen folgte ihm gemächlich. Die eine oder andere Maschine fand sie sogar recht interessant.
„Hey, wem gehört die Maschine draußen vor der Tür?“, rief plötzlich jemand quer durch den Ausstellungsraum. Zögernd gab Keanu sich zu erkennen. Der Mann, der gerufen hatte, stellte sich als Virgil Elings vor, der Gründer des Museums. Sofort kamen er und Keanu ins Gespräch. Virgil begleitete sie auf ihrem Rundgang und wusste zu jedem Motorrad eine Geschichte zu erzählen. Ceridwen setzte sich irgendwann auf einen Stuhl und atmete tief durch. Es ging ihr nicht gut. Die Übelkeit war stärker geworden. Das fehlte ihr noch, dass sie ausgerechnet jetzt krank wurde.
„Ceridwen?“, hörte sie Keanu rufen.
„Ich bin hier“, antwortete sie und winkte von ihrem Stuhl aus. Er entschuldigte sich bei Virgil, um zu ihr zu kommen.
„Du langweilst dich, hm? Sollen wir gehen?“, fragte er sie gutmütig.
„Ich langweile mich nicht. Ich habe mich nur mal kurz ausgeruht. Müssen wir nicht langsam weiter?“, antwortete Ceridwen und sah ihn abwartend an.
Er nickte und reichte ihr seine Hand. Gemeinsam gingen sie zu Virgil, bei dem sie sich für die persönliche Führung bedankten, bevor sie zum Ausgang strebten.
Sie waren noch nicht lange gefahren, als Ceridwen Keanu an die Brust tippte. Es war ihr Zeichen für ihn, dass er anhalten solle. Keanu fuhr sofort an den Rand. Noch bevor er sie fragen konnte, welches Problem es gab, hatte sie ihren Helm vom Kopf gerissen und übergab sich. Dabei fiel sie beinahe vom Motorrad. Keanu hatte alle Hände voll zu tun, sowohl sie als auch das Motorrad festzuhalten. Er schloss für einen Moment die Augen. Ein bisschen konnte er ihr nachfühlen. Ihn selbst plagte zwar nicht primär Übelkeit, dafür zwickte sein Bauch. Und das war nach ihrer Pause nicht besser, sondern eher schlimmer geworden.
„Oh Gott, Keanu. Das tut mir leid“, flüsterte sie leise, als sich ihr Magen beruhigt hatte. Vor Scham wäre sie am liebsten im Erdboden versunken.
„Unsinn“, widersprach er jedoch gleich. Er bat sie abzusteigen, stellte die Maschine ab, trat hinter sie, kramte in ihrem Rucksack und reichte ihr eine kleine Wasserflasche und ein Taschentuch. Nachdem sie sich den Mund abgewischt und einen Schluck getrunken hatte, fragte er sie, ob sie weiterfahren könnten, was sie bejahte.
Sie waren kurz vor Buellton, da hielt Keanu erneut an. Dieses Mal riss er sich den Helm vom Kopf und atmete ein paar Mal tief durch. „Geht es dir auch schlecht?“, fragte Ceridwen sofort mitfühlend. Keanu presste sich die Hände gegen den Bauch und nickte. „Was machen wir jetzt. So können wir nicht weiter fahren?“, fragte sie.
„Wir suchen uns ein Motel, ein Hotel, egal, irgendwas“, antwortete Keanu und hielt sich noch immer den Bauch.
„Ja. Dann los“, nickte Ceridwen und streichelte Keanu kurz aufmunternd durchs Haar.
Es wurde keine lange Suche. Ceridwen spürte die Übelkeit erneut ihre Kehle hinaufsteigen und Keanu ging es auch nicht besser, nur dass ihm nicht schlecht war, sondern er unter immer stärker werdenden Bauchkrämpfen litt. Sie fuhren das erstbeste Motel an, das sie entdeckten. Ceridwen hatte kaum ihren Helm abgenommen, als sie sich schon in das Beet vor dem Eingang übergeben musste. Keanu hielt ihr das Haar zurück und stützte sie.
„Wohl betrunken was?“, pöbelten ein paar Jugendliche, die vorbei liefen.
„Schön wär’s“, flüsterte Ceridwen leise und wischte sich den Mund mit dem Taschentuch ab, welches sie in ihre Jackentasche gesteckt hatte.
Während Keanu sich an dem Topcase und der Tanktasche zu schaffen machte, besah sich Ceridwen die Vorderseite des Motels. „Sieht nicht sehr einladend aus“, dachte sie laut.
„Dann ist es erst recht nicht schlimm, dass du hier ins Beet gespuckt hast“, sagte Keanu darauf mit einem schiefen Grinsen und drückte ihr die Tanktasche auf den Arm. Er sah blass aus. „Komm, ich brauche langsam wirklich eine Toilette“, drängte er sie freundlich. Ceridwen folgte ihm sofort ins Haus. Sie traten an die Rezeption, wo sie sich einem gelangweilten Mann in schwer schätzbarem Alter gegenüber fanden. Er hatte ein Namensschild auf der Brust, auf dem einzig Jim stand.
„Guten Tag… Jim“, fing Keanu an. „Wir hätten gerne ein oder zwei… zwei Zimmer.“
„Gibt nur noch eins. Ausgebucht. Weinproben und Bikertreffen“, antwortete Jim ohne hochzusehen.
„Gut, dann das eine“, bestimmte Keanu. Er versuchte die Aufmerksamkeit des Mannes zu erreichen, indem er den Kopf schräg legte, um ihm ins Gesicht zu sehen. Immer wieder musste er sich die Hände gegen den Bauch pressen, weil die Krämpfe so leichter auszuhalten waren.
„Ausfüllen und 150$ zahlen“, brummte Jim. Es war verwunderlich, dass er nicht noch gähnte. Immer noch ohne aufzusehen, schob er Ceridwen und Keanu ein Blatt über den Tresen.
„Bist du sicher, dass wir hier absteigen sollten?“, fragte Ceridwen Keanu zweifelnd. Doch als sie ihn ansah, war sie überzeugt, dass er nicht mehr lange suchen könnte. Auch sie spürte bereits, wie die Übelkeit erneut über sie kam. Und wenn hier gerade wirklich verschiedene Veranstaltungen stattfanden, war auch nicht sicher, ob sie anderswo sogar zwei Zimmer finden würden. Sie zog den Zettel und den Stift zu sich und begann ihn auszufüllen. Dazu benutzte sie Fantasiedaten. Wenn sie ohnehin bar zahlen sollten, und zwar sofort, dann würde sie diesem Schuppen auch keine echten Daten liefern.

„Keanu Reeves“, hörte sie Jim plötzlich hellwach rufen und sah auf.
„Stimmt genau“, erwiderte dieser ungerührt, aber auch ungeduldig. Er schien erleichtert zu sein, dass der Mann ihn erkannt hatte, denn er atmete laut hörbar aus. Es musste ihm ziemlich schlecht gehen. „Geben Sie mir den Schlüssel für das Zimmer. Jetzt. Bitte“, sagte er auch schon mit leichter Ungeduld in der Stimme zu Jim, wobei er ihn ernst ansah. Er streckte seine Hand aus und wartete, dass ihm der Schlüssel ausgehändigt wurde. Wundersamerweise dauerte das nicht sehr lange. Sobald Keanu den Schlüssel in der Hand hielt, sah er Ceridwen entschuldigend an.
„Ich kümmere mich sofort um die Bezahlung. Ich komme gleich zurück“, versprach er ihr, während er das Topcase unter den Arm klemmte und den Helm am Riemen über das Handgelenk zog.
„Ist schon gut. Ich mach das schon“, versprach ihm Ceridwen verständnisvoll. Sie nickte ihm aufmunternd zu. Mit schnellen Schritten entfernte er sich. „Welche Zimmernummer?“, rief sie ihm nach.
„52“, gab er noch Antwort, dann war er verschwunden.
„Die Unterschrift fehlt. Er muss unterschreiben“, rief Jim aus.
Wow, der kann ja ganze Sätze sprechen, dachte sich Ceridwen ironisch. „Ich unterschreibe“, sagte sie streng, damit auch keine Widerrede kam. Aber die kam dennoch.
„Hier werden keine Unterschriften gefälscht“, blaffte Jim sie an. Ceridwen, die bereits mehrfach schlucken musste, um den Würgereiz im Zaum zu halten, sah auf.
„Ich unterschreibe mit meinem Namen und zahle mit echten Dollar“, entgegnete sie beißend. Volltrottel, dachte sie sich. Klar, wollte der lieber die Unterschrift von Keanu haben. Vermutlich hätte er dieses Blatt auch nicht im Gästeordner abgeheftet, sondern sich in die Tasche gesteckt.
Der Kerl wurde wieder mürrisch. „200$“, bellte er.
„Wie bitte? Eben waren es 150$“, rief Ceridwen empört.
„Hab mich geirrt“, behauptete Jim mit einem diabolischen Grinsen.

„Geben Sie mir ihren Papierkorb. Schnell“, rief Ceridwen und presste die Hand gegen ihren Mund.
„Was?“, fragte Jim langsam und gedehnt. Doch als Ceridwen die ersten Würggeräusche von sich gab, stand der Papierkorb sehr schnell vor ihrer Nase. Gerade noch so schaffte sie es hineinzuspucken.
„Man, das kostet noch mal 50$ extra“, vernahm sie Jim angewidert.
Aus den Augenwinkeln bemerkte Ceridwen drei Biker, die auf die Rezeption zu kamen und anfingen zu lachen.
„Hey Lady, wohl einen schlechten Wein erwischt, was?“, rief einer im Vorbeigehenden. Ceridwen hob die Hand und entschied sich gerade noch gegen den Mittelfinger. Stattdessen wurde es das Victory-Zeichen. Das inzwischen durchweichte, müffelnde Taschentuch musste erneut her halten, damit sie sich den Mund abwischen konnte. Sie stellte den Abfalleimer auf den Tresen zurück. „Danke“, sagte sie geschafft und kramte im Rucksack nach ihrem Geldbeutel.
„Hey, den machen SIE sauber“, blaffte Jim sie an.
Ceridwen sah auf, beugte sich über den Tresen und sprach hauchend, damit er auch möglichst viel ihres säuerlich riechenden Atems abbekam „150$. Bei 200$ gehört es zum Service.“
Jim trat einen Schritt zurück und verzog angeekelt das Gesicht, was sich noch verstärkte, als Ceridwen so tat, als müsse sie sich gleich wieder übergeben. Grimmig schweigend beobachtet er, wie sie 150$ abzählte und vor ihn auf die Theke knallte. Dann packte sie ihren Geldbeutel wieder ein, schulterte den Rucksack, stülpte sich den Helm auf den Kopf, nahm die Tanktasche in die linke und den Papierkorb in die rechte Hand. „Wo kann ich das entsorgen?“, fragte sie freundlich, als hätte es diesen kleinen Schlagabtausch, gepaart mit dem Missgeschick nicht gegeben. Wortlos zeigte Jim auf eine Tür, auf der Notausgang stand. Ceridwen setzte sich in Bewegung, stieß diese Tür auf und fand sich auf einem kleinen, gepflasterten Hof mit Mülltonnen und einem Außenwasserhahn wieder. „Notausgang. In die stinkende Hölle. Alles klar“, murmelte sie vor sich hin.

Seufzend entsorgte sie den Abfall, der sich noch im Papierkorb befunden hatte, in eine der Mülltonnen. Danach begutachtete sie den Wasserhahn und drehte ihn auf. Nichts tat sich. Sie drehte noch ein wenig mehr auf. Ein gurgelndes Geräusch ertönte. Mit einem Zischen öffneten sich plötzlich alle Schleusen und das Wasser platschte in einem großen Schwall direkt auf Ceridwens Hose. Quietschend sprang Ceridwen zur Seite und versuchte den Wasserstrahl durch wildes Drehen des Rädchens am Hahn einzudämmen, als sie es auf einmal in der Hand hielt. Das Wasser strömte weiter auf den Boden und hinterließ eine Lache um Ceridwens Füße. Fassungslos starrte Ceridwen das Rädchen in ihrer Hand an. So sehr sie es auch versuchte, es gelang ihr nicht es wieder festzuschrauben. Mit scheinbarer Ruhe, denn sie wähnte sich in einem Alptraum, wusch sie den Abfalleimer aus. Langsam ging sie durch die Tür zurück zur Rezeption, in der Jim saß und mit verschränkten Armen ein Nickerchen machte.
Mit Schwung stellt sie den Papierkorb auf den Tresen, was Jim aufschrecken ließ. Konsterniert sah er sie an. Seine Augen wurden schmal, als er sie erkannte. „Mir ist ein kleines Missgeschick passiert“, fing Ceridwen an. Jims Augen waren nur noch Schlitze. Ceridwen fragte sich, ob er sie überhaupt noch sehen konnte. Langsam beugte er sich vor und lugte in den Abfalleimer. Als er diesen sauber vorfand, stellte er ihn hinter sich auf den Boden zurück.
„Das Wasser draußen lässt sich nicht mehr abdrehen“, klärte Ceridwen ihn auf, nachdem er immer noch nicht fragte, um welches Missgeschick es sich handelte, von dem sie sprach. Sie hielt ihm das Rädchen für den Wasserhahn unter die Nase.
Misstrauisch sah er darauf. Dann traf sein grimmiger Blick sie. „Das kostet! Das kostet!“, schimpfte er und kam hinter seinem Tresen vor. Oh mein Gott, dachte Ceridwen. Sie fand sich einem Bären von Mann gegenüber. Wie groß war er? Drei Meter? Wie breit war er? Zwei Meter? Er wirkte hinter der Theke nicht so einschüchternd. Und wenn sie ihn so ansah, brauchte sie ihm auch nicht damit drohen, ihren Freund zu holen.
„Mitkommen!“, blaffte er sie an. Ceridwen gehorchte sofort. Er musste den Kopf einziehen, als er durch die Notausgangs-Tür ging. Das Wasser hatte sich inzwischen weit auf dem kleinen Hof verteilt und bildete direkt unter dem Wasserhahn eine recht ansehnliche Pfütze. Wenigstens ist der Hof dann etwas sauberer, dachte Ceridwen ironisch, bis sie Jims stechenden Blick bemerkte, der sie musterte. „Rädchen“, forderte er. Mit spitzen Fingern hielt sie es ihm hin. Er entriss es ihr und versuchte nun seinerseits mit seinen klobigen Fingern das Rädchen zurück auf den Hahn zu drehen. Doch es rutschte ihm immer wieder ab. „Sie haben überdreht, Mann!“, schimpfte er.
„Es kam kein Wasser. Da habe ich…“, setzte Ceridwen an. Am liebsten hätte sie diesen Mann angeschrien. Doch dazu fehlte ihr einfach die Kraft. Sie spürte Galle ihre Kehle hinaufsteigen, drehte sich zur Seite und erbrach sich einmal mehr an diesem Tag.
„Was ist eigentlich mit ihnen los?“, fuhr Jim sie an.
„Seuche“, würgte Ceridwen hervor. Immerhin, ihr Magen war entleert. Es gab nicht mehr viel auszuspucken. Mit einem Mal spürte sie wie geschafft sie war. Ungeachtet dessen, dass der Boden nass war, setzte sie sich und lehnte sich an eine Mülltonne. Ihr Hintern wurde innerhalb kürzester Zeit feucht. Doch auch das war ihr inzwischen gleichgültig. Müde sah sie Jim zu, wie er es endlich bewerkstelligte, das Rädchen festzudrehen. Ja, hätte sie seine Kraft, dann hätte sie den Hahn auch wieder zudrehen können, dachte sich Ceridwen als sie das Muskelspiel seines Armes beobachtete. Einen Moment herrschte Ruhe. Er beobachtete sie. „Gehen Sie auf Ihr Zimmer, Mann“, hörte sie ihn sagen. War das etwa ein vergleichsweise sanfter Tonfall? Er beugte sich über sie, packte sie an den Armen und zog sie auf die Beine. Der Schwung war so groß, dass Ceridwen gegen ihn prallte. „Hmpf“, machte sie und sah zu, dass sie zurück trat.
„Gehen Sie auf Ihr Zimmer“, sagt er nochmal. Er hatte sich tatsächlich gebückt, um ihr die Tanktasche aufzuheben.
„Komme ich da überhaupt rein, wenn die Tür zu ist?“, fragte sie zweifelnd.
„Es sind normale Zimmertüren“, nickte Jim. Wie beruhigend. Gemeinsam gingen sie zurück in den Eingangsbereich, wo Jim sich sofort wieder hinter seine Theke zurück zog. Ceridwen rieb ihren Hintern. Jetzt störte sie es doch, dass er feucht war. Bevor sie sich auf den Weg ins Zimmer machte, nahm sie sich noch zwei Wasserflaschen, Nüsse und Salzbrezeln mit.
„Ich weiß. 50$“, nickte sie Jim zu und kramte bereits nach dem Geld.
„10, weil sie’s sind“, grinste er sie an, wobei er makellose, weiße Zähne entblößte, die so gar nicht zu seiner sonstigen Erscheinung passten. Ceridwen brachte nicht mehr als ein schiefes Grinsen zustande, legte das Geld auf die Theke und machte sich mit Wackelpudding-Beinen auf den Weg zu Zimmer 52.
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Beitrag Verfasst am: 03.01.2013, 22:38    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 16

Keanu war gerade aus dem Bad gekommen, als Ceridwen das Zimmer betrat. Zuerst hatte sie sich bei ihm erkundigt, ob es ihm besser ging, bevor sie sich in dem Zimmer umsah. „Wir haben wohl nicht gerade das beste Motel erwischt“, meinte Keanu entschuldigend.
„Ich werde meine Socken anbehalten“, murmelte sie, während sie den fleckigen Teppichboden zu ihren Füßen betrachtete. Ihr Blick fiel auf das breite Bett. „Ich muss meine Hose ausziehen“, stellte sie fest.
Keanu folgte ihrem Blick und fragte sich, was in ihrem Kopf wohl gerade vor sich ging, weil ihr gerade das einfiel. Plötzlich sah sie ihn an.
„Sie ist… ähm… nass“, erklärte sie schnell.
„Wieso das?“, fragte er verwundert. Tatsächlich. Ihre Hosenbeine waren nass, sogar ziemlich nass. Er sah, wie sie eine wegwerfende Handbewegung machte.
„Ein kleines Rendezvous mit einem Wasserhahn“, erklärte sie knapp, während sie die ersten Hosenknöpfe öffnete. Keanu presste sich die Hände gegen seinen Bauch. Nicht schon wieder. Nicht ausgerechnet jetzt, während Ceridwen im Begriff war keine drei Schritte von ihm entfernt die Hose auszuziehen. Sie hatte schon die Hände am Hosenbund und war dabei die Jeans herunterzuziehen, da hauchte er „Oh Gott“, und stürzte zurück zur Toilette.
„Das war nicht nett, Keanu“, rief Ceridwen ihm hinterher und verzog das Gesicht. Nein, zum Scherzen war ihr nicht richtig zumute. Sie zog die Hose aus, hängte sie über eine Stuhllehne und lief in Socken zum Bett. Vorsichtig hob sie die Bettdecke an. Kritisch betrachtete sie das Laken. Es sah sauber aus. Immerhin, dachte sie sich. Sie legte sich langsam auf die Matratze, deckte sich zu und schloss die Augen. Die Matratze unter ihr fühlte sich hart an. Das wunderte sie. Harte Matratzen waren selten, vor allem im Motel. Sie hatte erwartet, dass eine Feder in ihren Rücken stechen würde, doch das blieb aus. Das Bett war bequem.
Sie lag noch nicht lange, da spürte sie die inzwischen vertraute Übelkeit wieder in sich hoch steigen. „Oh nein, bitte“, flüsterte sie leise. Da Keanu das Bad belegte, blieb ihr nichts anders übrig, als sich den Papierkorb des Zimmers unter den Mund zu halten. Der Würgereiz hatte sich gerade beruhigt, als Keanu wieder zu ihr stieß. „Gib mir den Eimer. Ich wasche ihn aus“, bot er ihr an, nachdem er die Situation erfasst hatte.
„Ist das dein Ernst?“, fragte sie erstaunt.
„Ganz sicher. Ich lasse dich nicht in dieses Bad“, nickte er.
„Oh, hm, gut. Danke“, entgegnete Ceridwen leicht verlegen. Sie reichte ihm den Papierkorb und legte sich zurück ins Bett, während Keanu ihn auswusch. Als er zurück kam, blieb er einen Moment im Zimmer stehen.
„Gib ihn mir am besten gleich wieder. Ich stelle ihn neben mich“, forderte Ceridwen ihn auf und streckte die Hand nach dem Papierkorb aus. Keanu stellte ihn neben sie ans Bett. „Ich habe uns Salzbrezeln, Nüsse und Wasser mitgebracht. Das ist gut für uns“, erklärte sie ihm mit schwacher Stimme.
Er ging nicht darauf ein. Hunger hatte er keinen. Nicht einmal Appetit. „Stört es dich, wenn ich meine Hose ebenfalls ausziehe?“, fragte er sie.
„Ich würde gerne sagen, dass mich das außerordentlich freuen würde. Aber aus irgendeinem Grund will bei mir gerade keine erotische Stimmung aufkommen. Also nein, es ist mir piepegal“, versuchte Ceridwen einen trockenen Scherz.
„Das war jetzt aber auch nicht nett“, nahm es auch Keanu mit Humor.
„Frag dich mal wie du es finden würdest, wenn du dich splitterfasernackt vor mich hinstellen würdest und meine einzige Reaktion daraus bestünde, mich in diesen Papierkorb zu übergeben“, versuchte sie ihm zweifelhaften Trost zu spenden.
Er musste leise lachen. Ein Knopf nach dem anderen sprang an seiner Jeans auf, dann verharrte er jedoch kurz. Welche Unterwäsche hatte er angezogen? Er hatte die ganze Zeit nicht darauf geachtet, da er sich nur darauf konzentriert hatte, möglichst schnell seine Hose herunter zu ziehen. Vorsichtshalber schielte er nach unten. Er wollte sich ihr nicht in einer bunten Blümchen-Shorts präsentieren. Allerdings wäre ihr das vermutlich ebenfalls egal. Genau wie ihm, wenn er genauer darüber nachdachte. Verführen würde er sie in den nächsten Stunden sicher nicht. Dafür fühlte er sich zu schlecht und zu schwach.
„Siehst du nach, ob noch alles da ist?“, hörte er Ceridwen plötzlich fragen.
Er schenkte ihr keinen Blick, als er feststellte „Du beobachtest mich.“
„Ich bin nur scheintot“, entgegnete sie und er musste erneut schmunzeln, während er sich die Hose auszog und auch die Socken. Beides schmiss er auf den zweiten Stuhl im Zimmer. Schwarze Shorts. Das war vollkommen in Ordnung.
„Da hast du mir eindeutig etwas voraus. Ich bin nicht einmal mehr das“, meinte er, trat ans Bett und ließ sich mit einem Aufstöhnen neben Ceridwen nieder. Nervös fuhr er sich durchs Haar und kratzte sich anschließend am Kinn. Es machte ein knisterndes Geräusch als er dabei durch seine getrimmten Barthaare strich. Langsam drehte er den Kopf zu ihr und sah sie an. „Das ist echt scheiße. Tut mir leid, ich kann es einfach nicht anders ausdrücken. So sollte es nicht laufen. Ich glaube, ich bin der größte Trottel, der auf dieser Erde wandelt. Wie oft wurdest du schon von einem Typen auf eine Motorradtour eingeladen, bei der er dir und sich selbst verdorbenes Essen aufgedrängt hat, um dann in einer der schlimmsten Absteigen krank auf einem Bett zu liegen, wenn einer von uns nicht gerade auf dem Klo sitzt oder in irgendwelche Abfalleimer spuckt?“ Gespannt sah er sie an.
„Noch nie“, antwortet Ceridwen trocken. Auf seinen gequälten Gesichtsausdruck hin sprach sie schnell weiter. „Aber es ist auch irgendwie liebenswert.“
„Ja“, nickte er. „Absolut.“ Er sah zum Fenster und gähnte herzhaft. Es war noch nicht einmal im Ansatz dunkel. Doch er fühlte sich unsagbar müde, als wäre es mitten in der Nacht. Wieder gähnte er, bevor er Ceridwen erneut ansah. Sie konnte nur noch mit Mühe ihre Augen offen halten. „Schlaf einfach“, sagte er leise. Mit einem Lächeln senkten sich ihre Augenlider. Bald darauf ging ihr Atem tief und regelmäßig. In einer zärtlichen Geste streichelte er ihr mit dem Fingerrücken über die Wange. „Tut mir leid“, flüsterte er. Dann schloss er ebenfalls die Augen.
Der Bettrahmen, der Lattenrost oder die Kombination aus beidem quietschten in einem unregelmäßigen Rhythmus. Einmal vernahm er das Quietschen schneller, dann wieder langsamer. Keanu lag wach im Bett neben der Frau, mit der am liebsten ebenfalls solche Geräusche erzeugt hätte – gerne auch noch ganz andere – und starrte an die Decke. Er hörte nun schon eine Weile zu. Ab und an stöhnte eine Frau übertrieben laut. Nach einem besonders schnellen Rhythmus kam auch noch das Keuchen eines Mannes dazu. Keanu drehte den Kopf zu Ceridwen und erschrak fast, als er in ihre geöffneten Augen sah.
„Sind wir in einem Bordell gelandet?“, wisperte sie, als hätte sie Angst ihre Zimmernachbarn könnten sie hören. Keanu schwieg. Den Gedanken hatte er auch schon. Doch er wollte es nicht laut aussprechen. Er wollte nicht etwas aussprechen, was noch mehr zu seinem schlechten Gewissen beitrug. Verdammt, verdammt, verdammt, dachte er nicht zum ersten Mal. Reichte es denn nicht, dass er Ceridwen mit diesem Sandwich krank gemacht hatte? Musste er sie auch noch in ein Motel schleppen, dass von den hiesigen Freudenmädchen als Bordell missbraucht wurde? Was genau war es, was ihn mit ihr ständig in seltsame Situationen brachte? Wirklich das Schicksal? Er verwehrte sich immer noch gegen ihre Theorie, das Schicksal meine es nicht gut mit ihnen, sie würden vielleicht nicht zusammen passen. Sie passte gut zu ihm. Das wollte er glauben. Er wusste nicht, wann er zuletzt oder ob überhaupt er so viel Spaß mit einer Frau hatte, die er gleichzeitig begehrte.

Das Quietschen schwoll wieder an. Still hörten sie beide zu. Die Frau nebenan kreischte jetzt. Es sollte wohl lustfördernd sein. Keanu fand das alles andere als lustfördernd. Ein lautes, kehliges Stöhnen eines Mannes zeigte das Ende der Vorstellung an. Es gab noch ein leichtes Nachquietschen, dann war es eine Weile still, bis sie die Zimmertür klappern hörten und jemand über den Gang an ihrem Zimmer vorbei ging. Nicht lange danach hörten sie wieder Schritte an ihrem Zimmer vorbei gehen.
„Es hätte mich auch gewundert, wenn das immer ein und der selbe Mann gewesen wäre“, sagte Ceridwen trocken und sah ihn fragend an. „Oder? Das ist doch sehr unwahrscheinlich, dass ein Mann so oft kann. Oder was meinst du, so als Mann?“
Keanu sah sie schweigend an. Er gähnte herzhaft und legte sich ihr zugewandt auf die Seite. „Mit einer Antwort auf diese Frage kann ich doch nur verlieren“, sagte er mit einem leichten Lächeln.
„Ja? Warum?“, erwiderte Ceridwen sein Lächeln. Das tat sie immer. Sobald er sie anlächelte, musste sie auch lächeln. Ihr Mund verzog sich ganz von selbst. Interessanterweise hatte sie dieses Phänomen auch beobachtet, wenn sie ein Bild von ihm ansah, auf dem er lächelte.
„Wenn ich nun behaupten würde, es gäbe Männer, die durchaus so viel Ausdauer haben, hältst du mich für einen Angeber. Sage ich, es gäbe keinen Mann der so oft hintereinander oder so lang kann, dann hältst du mich am Ende für einen Versager“, erklärte er.
„Aber ich spreche nicht von dir, Keanu“, gab Ceridwen mit einem nun breiten Grinsen zu bedenken.
„Du könntest es jedoch. Oder du sagst es nur, um mich nicht zu beunruhigen. Denn wer weiß, vielleicht willst du weder das Eine, noch das Andere über mich herausfinden. Das würde mich sehr betrüben.“ Seine Augen glänzten in dem mondhellen Zimmer.
„Dir geht’s wohl wieder besser, hm?“, fragte Ceridwen herausfordernd.
„Dir doch auch“, behauptete Keanu kühn und versuchte sie näher an sich heranzuziehen. Doch Ceridwen sträubte sich. „Nein, warte. Ich muss erst aufs Klo und Zähne putzen und was essen oder anders herum.“ Schon hatte sie das Licht angeknipst und war aus dem Bett gesprungen, um zur Toilette zu laufen. Keanu sah ihr nach. Sie hatte schon die Türklinke zum Badezimmer in der Hand, als ihm einfiel in welch desolatem Zustand sich dieser Raum befand. Doch bevor er sie warnen konnte, war sie auch schon verschwunden.

„Oh Gott! Was ist das denn?“, hörte er sie entsetzt rufen. Er seufzte leise. Das I-Tüpfelchen dieser bisher verkorksten Reise mit dem Ende in diesem elenden Motel. „Schimmel“, flüsterte er. Ceridwen kam wieder aus dem Bad geschossen.
„Das sehe ich überhaupt nicht ein. Ich gehe jetzt zu Jim und werde mich beschweren. In diese Dusche kann sich doch kein Mensch stellen. Nicht einmal mit Socken“, rief sie wütend. Sie stürmte schon zur Zimmertür.
Keanu schreckte auf. „Du hast keine Hose an“, fiel ihm als Erstes ein, um sie aufzuhalten. Ihre kurze Verwirrung nutzte er, um selbst aufzustehen und zu ihr zu eilen. Ihre Jeans hatte sie schon an sich gerissen. Während sie versuchte hineinzuschlüpfen, was ihr wegen ihrer Aufregung nicht so recht gelingen wollte, schimpfte sie vor sich hin.
„200$ wollte er von mir haben. 150$ habe ich ihm gezahlt, weil ich den Papierkorb selbst ausgewaschen habe. 150$, Keanu! Das musst du dir mal vorstellen. Für dieses Dreckloch. Kein Wunder, dass die Nutten hier ihre Freier im Minutentakt abarbeiten. Die könnten sich das Zimmer sonst gar nicht leisten“, schimpfte sie zornig.
„In der Regel bringt es in solchen Absteigen gar nichts sich zu beschweren“, setzte Keanu ruhig an, wurde aber von Ceridwen sofort wieder unterbrochen.
„Das werden wir ja sehen. Du hast ja keine Ahnung, was mir alles einfällt, wenn ich richtig wütend bin. Und ich BIN richtig wütend“, wehrte sie Keanu ab. Sie hatte ihre Jeans inzwischen über ihren Hintern gezogen. Keanu schnappte sich schnell ihre Hände, hielt sie fest und sah sie eindringlich an. „Ich mache dir einen anderen Vorschlag. Ich zahle dir das Geld zurück. Und dann….“
„Du? Du willst mir mein Geld zurückzahlen?“, rief Ceridwen ungläubig. „Das hier ist doch nicht dein Motel oder täusche ich mich? Warum willst du mir Geld zurückzahlen, welches ich dir überhaupt nicht gegeben habe? Nein, ich will es von Jim. Und eine Entschuldigung.“
Keanu hielt sie nun an der Taille fest, damit sie nicht davon laufen konnte.
„Was hältst du davon: wir machen uns schnell frisch, schwingen uns aufs Motorrad und verschwinden von hier. Eine Nachtfahrt. Das hat dir doch gefallen. Unterwegs kehren wir in ein Diner ein und essen KEIN Thunfischsandwich. Danach fahren wir weiter, checken in das schönste Hotel ein, das wir finden können, duschen, baden, schlafen, was auch immer, um dann ausgeruht die Heimfahrt anzutreten. Mit Zwischenstopp am Strand, so wie du dir das vorgestellt hattest. Also die Pause am Strand, meine ich“, redete er schnell auf sie ein. Sie blitzte ihn noch immer wütend an. Ihre Augen glänzten, die Wangen waren vor Aufregung gerötet.
„Pass auf. Wir haben das erste Motel genommen, was uns auffiel, damit du in Ruhe in Papierkörbe spucken konntest und ich mich auf den Topf setzen konnte. Wir hatten nicht geplant hier abzusteigen. Das hätten wir auch nicht getan, hätten wir uns vorher hier umgesehen. Das hier ist unsere Nothaltestelle. Seien wir gnädig“, versuchte er sie weiter zu beruhigen.
„Gnädig?“, fragte sie empört. „Ich will das Geld zurück. Jedenfalls einen Teil…“ Dieses Mal war er es, der sie unterbrach.
„Ich gebe es dir“, sagte er schnell. Er wollte auf keinen Fall Ärger haben. Er wollte einfach nur, dass das hier ein gutes Ende nahm. Der ganze Ausflug sollte ein gutes Ende nehmen.
„Ich will es nicht von dir“, rief sie aus.
„Scheiß auf das Geld!“, brauste nun auch er auf. Er fuhr sich in einer verzweifelten Geste durch die Haare und blies die Luft aus. „Was hältst du denn, unabhängig von dem Geld, von meinem Vorschlag?“, fragte er sie wieder ruhiger.
„Ich bin nicht unabhängig vom Geld“, stellte Ceridwen nun ebenfalls wieder erstaunlich ruhig klar. „Für mich hat das noch eine Bedeutung.“
„Komm schon. Das hat es auch für mich, Ceridwen. Ich bin hier nicht als ein Mister Großkotz unterwegs, sondern als normaler Mann, der mit seiner Freundin einen Ausflug machen wollte. Und als dieser Mann ist mir das Geld jetzt völlig egal, weil es mir darum geht, den Ausflug zu retten. Der sollte perfekt sein. Ich wollte, dass alles perfekt ist, entspannt, schön, romantisch. Kannst du es vielleicht einfach ein bisschen als Abenteuer sehen?“ Seine dunklen Augen bohrten sich hoffnungsvoll in ihre. Ceridwen sah ihn nachdenklich an. „Streiten wir etwa?“, fragte sie ihn vorsichtig.
„Streiten? Nein. Wir diskutieren. Aber streiten? Ist das schon streiten? Nein, ich denke nicht“, überlegte Keanu laut.
„Gut. Ich will nämlich nicht mit dir streiten“, sagte sie erleichtert. Sie seufzte tief, bevor sie weiter sprach. „In Ordnung. Ich werde versuchen es einfach nur als Abenteuer zu sehen, was es auch ist. Doch so einen Saustall auch noch so teuer…“, brauste sie wieder auf, zügelte sich jedoch sofort wieder. Sie schlang nun ihrerseits ihre Arme um seine Taille. „Wir machen es so, wie du vorgeschlagen hast. Das klingt nämlich wirklich gut. Aber zuerst essen wir hier die Brezeln, die Nüsse, trinken das Wasser, putzen uns die Zähne und ziehen uns anschließend an. Dann knallen wir Jim den Schlüssel auf die Theke und fahren los. Ach ja, ICH will ihm den Schlüssel auf die Theke knallen. Du bist zu nett. Du legst den Schlüssel am Ende nur vorsichtig ab.“
Keanu sah sie gütig an. „Ich bin nicht immer nur nett“, stellte er richtig.
„Mag schon sein. Aber heute bist du es“, entgegnete Ceridwen.
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Mohri
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Beitrag Verfasst am: 03.01.2013, 22:39    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 17

Seit fünf Minuten fuhren Ceridwen und Keanu nun die 246 entlang. Mit jedem Meter, den sie sich weiter vom Motel entfernten, verspürte Keanu Erleichterung. Ceridwen hatte scheinbar ruhig mit ihm die Salzbrezeln, die Erdnüsse und das Wasser geteilt, hatte sich sogar auf die Toilette in diesem Gruselbad gesetzt und sich einer Katzenwäsche in dem mit Sprüngen und mit Kalkrändern verzierten Waschbecken unterzogen. Keanus Anspannung hatte stetig zugenommen und erreichte ihren Höhepunkt, als sie schließlich an der Theke standen. Kaum hatte Ceridwen Jim gesehen, war sie sofort an die Decke gegangen. Er wusste nicht mehr, was sie dem Mann im Einzelnen alles an den Kopf geworfen hatte. Jim, der anfangs noch ungerührt ihre Schimpftiraden über sich ergehen ließ, war irgendwann aufgestanden und hatte sich vor ihr aufgebaut. Beide hatten Keanu vollkommen ignoriert. Es war ihm nicht gelungen, die zwei Streithähne zur Vernunft zu bringen. Kurzfristig hatte er sogar damit geliebäugelt, auf die Theke hinaufzuklettern und einen Stepptanz aufzuführen.
„Sie haben 50$ weniger gezahlt als sie hätten zahlen müssen!“, argumentierte Jim zuletzt. Das war nicht gut. Gar nicht gut. Keanu konnte förmlich spüren, wie Ceridwen vor Wut bebte. Doch bevor sie explodierte, überraschte sie ihn.
„Bring mich hier weg, oder ich vergesse mich“, bat sie ihn. Keanu hatte sofort reagiert, bevor sie es sich anders überlegen konnte. Er hatte sie fest an der Taille gepackt, sie ebenso fest an sich gepresst und hatte sie so nach draußen geschoben. Sie war äußerlich ganz ruhig gewesen. Doch er konnte ahnen, wie es in ihr aussah, war er doch ebenso eher der Typ, der Ärger mit sich selbst ausmachte. Schnell befestigte er die Tanktasche und das Boardcase auf dem Motorrad, setzte erst Ceridwen und dann sich selbst den Helm auf und schwang sich auf den Sitz. Nachdem er die Norton gestartet hatte, war er erleichtert, als Ceridwen sofort hinter ihm Platz nahm. Die ersten Meter saß sie sehr gerade, hielt sich zwar an ihm fest, jedoch nicht so, wie sie es sonst tat. Normalerweise hielt sie ihn eng umschlungen und streichelte ihn manchmal sogar ein wenig. Nun hatte sie ihre Hände einfach nur an seine Taille gelegt. Doch nach und nach spürte er ihren Körper weicher werden, spürte, wie sie sich wieder an ihn schmiegte und schließlich auch ihre Arme um ihn schlang.
Sie fuhren eine halbe Stunde bis nach Lompoc, wo Keanu noch einmal tankte, damit sie bis zum Ziel ihrer Tour, das er im Moment noch nicht kannte, möglichst nicht mehr halten mussten. Ceridwen wartete draußen auf ihn. Als er vom Bezahlen wieder kam, sah er, dass sie den Helm abgesetzt hatte. Ihr ging es doch nicht etwa wieder schlecht, fragte sich Keanu besorgt.
„Alles in Ordnung?“, sprach er sie in liebevollem Ton an. Statt einer Antwort, bedeutete sie ihm mit Handzeichen, dass er seinen Helm absetzen solle, was er sofort tat. Kaum war er ihn los, nahm Ceridwen sein Gesicht in beide Hände, zog ihn zu sich und küsste ihn intensiv und feurig. Keanu blieb schier die Luft weg. Als sie ihn los ließ, taumelte er ein bisschen. „So“, hörte er sie fest sagen.
„So?“, wiederholte er verwirrt.
„Genau. So“, nickte Ceridwen. „Ab jetzt gibt es keine kleinen oder größeren Katastrophen mehr. Das Schicksal wird uns nicht länger übel mitspielen. Von nun an geht alles glatt.“ Wieder nickte sie, so als wolle sie ihre Worte damit noch einmal unterstreichen.
„Ich glaube, das wird nur dann was, wenn wir uns noch einmal küssen“, behauptete Keanu, der an den offenbar wirkungslosen Glückskuss vor Beginn ihrer Reise dachte. Mit einem Ruck hatte er sie an sich gezogen. „Mit Hintern streicheln“, murmelte er an ihren Lippen, an denen er gleich darauf sanft knabberte, bevor er ihre weiche Innenseite mit der Zungenspitze liebkoste. Seine Hände wanderten auf ihren Hintern, kneteten ihn erst, ehe er ihren Unterleib an seine Lenden presste. Mit einem leisen Stöhnen schlang Ceridwen ihre Arme um ihn, strich an seinem Rücken hinunter und tat es ihm schließlich gleich. Auch ihre Hände lagen nun auf seinem Po. Sie streichelte und massierte ihn in aufreizender Weise. Keanu drängte sich noch enger an sie, um jeden Zentimeter ihres Körpers an seinem spüren zu können.
„Warum ist uns das nicht schon im Motel eingefallen“, fragte er nahe an ihrem Ohr. Sanft blies er hinein. Ceridwen erschauerte, was Keanu ein freudiges Seufzen entlockte.
„Sollen wir weiter fahren?“, fragte sie nach einem weiteren Kuss.
„Ungern“, antwortete er und küsste sie erneut.
Sie schmunzelte an seinen Lippen. „Dann kommen wir schneller im Hotel an“, bemerkte sie.
Augenblicklich löste sich Keanu von ihr. „Das ist ein sehr gutes Argument. Dann wollen wir doch einmal sehen, bis wohin wir fahren wollen und können. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir morgen den ganzen Weg ohne Übernachtung nach L.A. zurück fahren müssen“, zwinkerte er ihr zu und streichelte noch ein letztes Mal über ihren süßen Hintern. Gemeinsam sahen sie sich die Karte an. „Was hältst du von Monterey? Da soll es wunderschön sein“, fragte Ceridwen.
„Das ist kurz vor San Franzisco. Ziemlich weit, wenn wir morgen ohne Übernachtung zurückfahren müssen“, wiegelte Keanu ab. „Was hältst du von Morro Bay?“
„Da bin ich nur einmal durchgefahren. Es sah aber schön aus“, zuckte Ceridwen mit den Achseln. „Hast du übermorgen Termine?“, fragte sie ihn.
„Ich glaube nicht. Warum fragst du?“ Keanu blickte von der Karte auf und sah ihr in seiner unvergleichlichen ernsten, durchdringenden und aufmerksamen Art und Weise in die Augen.
„Weil ich mir vorsichtshalber einen Tag länger frei genommen habe“, antwortete sie.
„Das sagst du erst jetzt?“, hörte sie ihn erfreut ausrufen. „Dann lass uns nach Morro Bay fahren, frühstücken und dann weiter nach Monterey. Hast du eine Ahnung, welches Hotel dort empfehlenswert ist? Ach, das werden wir schon herausfinden, wenn wir erst einmal dort sind.“
„Meine Eltern hatten eine Unterkunft, von der vor allem meine Mutter sehr geschwärmt hatte. Das Ambiente hatte sie an Südengland erinnert. Allerdings wird das nicht unbedingt etwas für dich sein. Die Zimmer waren wohl sehr blumig, mit viel Stoff, vielleicht etwas kitschig, sehr weiblich, nicht so…“, fing Ceridwen wieder an zu plappern.
Prompt wurde sie von Keanu unterbrochen. „Wenn es mir gar nicht gefällt können wir immer noch in ein anderes Hotel gehen.“, Er war bereits im Begriff seinen Helm aufzusetzen, hielt jedoch kurz vorher inne, zog Ceridwen noch einmal an sich und küsste sie liebevoll, jedoch auch verlangend. Ihr beider Atem ging schneller, als sie sich nach einer gefühlten Ewigkeit voneinander lösten und sich auf den Weg in den Sonnenaufgang machten.
Sie fuhren nun nahe an der Küste entlang über den Highway 1. Die Straße war kurvenreich mit unzähligen Kuppen. Doch nach jeder dieser Kuppe erwartete sie eine Bucht, die den Blick auf das Meer, Felsenlandschaften mit Seehunden und sogar vereinzelt Wale frei gab. Selbst ein paar Surfer hatten sich bereits aufs Meer gewagt. Die Luft war kühl, feucht und es roch nach Fisch und Meerwasser. Ceridwen war begeistert. Immer wieder hielt Keanu an, damit sie sich das facettenreiche, landschaftliche Bild, welches sich ihnen bot, genießen konnten. „Einmal einen Seehund streicheln“, vernahm Keanu seine Begleiterin hinter sich. Er lächelte zart. Das hatte er auch noch nie gemacht. Wie sich wohl das kurze Fell anfühlte? Glatt, rau, kalt, warm, feucht, glitschig? So schnell würden sie es wohl beide nicht erfahren.
Bis nach Morro Bay fuhren sie durch ihre ständigen Stopps zwei Stunden. Die Sonne hatte den Tag nun vollständig eingeläutet und tauchte die Gegend in eine kräftige Farbenpracht. Ceridwen bedeutete Keanu anzuhalten. Sie klappte das Visier hoch und rief einem Mann, der die Straße entlang lief, höflich zu „Entschuldigen Sie bitte. Können Sie uns sagen, wo wir gut frühstücken können?“ Der Mann blieb stehen und schien zu überlegen.
„Versucht es in Dorn’s Café. Da gibt es eine reichliche und gute Auswahl mit herrlichem Ausblick“, antwortete er ihnen. Er kam näher und erklärte ihr den Weg bis zum Café. Ceridwen bedankte sich freundlich, bevor Keanu mit einem kurzen Winken weiter fuhr. Sie hat es nicht so mit links und rechts, dachte sich Keanu schmunzelnd, als er das zweite Mal wenden musste.
Endlich waren sie an Dorn’s Café angekommen. Da die Außentemperatur angenehm war, setzten sie sich auf die Terrasse. Von dort aus hatten sie einen herrlichen Blick über das Meer. Scheinbar unmittelbar vor dem Café, ragte das Wahrzeichen der Stadt aus dem Wasser. „Der Felsblock heißt Morro Rock und ist vulkanischen Ursprungs. Wie hoch war er noch? 170 m? 180 m? Etwas in der Art“, erklärte Keanu, der Ceridwens Blick gefolgt war.
„Ja richtig. Er ist Nistplatz vieler Küstenvögel und des ehemals beinahe ausgestorbenen Wanderfalken. Seit der Morro Rock unter Naturschutz steht und deswegen nicht mehr betreten werden darf, außerdem ein Aufzuchtsprogramm für Flugkünstler aufgelegt wurde, sind die Wanderfalken keine Seltenheit mehr an der Küste“, ergänzte Ceridwen Keanus Erklärung. „Wunderschön“, flüsterte sie gleich darauf ehrfurchtsvoll und zwang sich, ihren Blick vom Meer abzuwenden, um Keanu anzusehen. Dieser nickte, noch immer auf das Meer schauend. „Ja. Das Wunder der Natur“, bestätigte er.
Eine Servicekraft kam zu ihnen an den Tisch. „Guten Morgen“, wünschte sie freundlich und reichte ihnen jeweils eine Speisekarte. „Darf ich Ihnen Kaffee bringen?“
„Oh ja, bitte“, antwortete Keanu, wohingegen sich Ceridwen für einen Kräutertee entschied. Während sie die Speisekarte durchblätterte lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Sie hatte einen Bärenhunger. „Ich glaube, ich will alles“, seufzte sie alleine bei dem überwältigenden Angebot der unterschiedlichsten Omelettes.
„Ich auch“, murmelte Keanu, den der gleiche große Hunger quälte.
„Wir sollten aber besser vorsichtig sein. Nicht, dass wir hinterher wieder in so einem Gruselmotel absteigen müssen“, gab Ceridwen zu bedenken.
„Sobald wir bestellen, fragen wir gleich nach dem besten Hotel hier. Und dort fahren wir hin, wenn es uns wieder schlecht gehen sollte“, schlug Keanu in ernsthaftem Ton vor.
Ceridwen sah ihn amüsiert an. Keanu bemerkte ihren Blick nicht, denn er las noch immer konzentriert in der Karte. „Das meinst du wohl ernst?“, fragte sie nach. Jetzt sah Keanu auf und zuckte mit den Achseln. Er grinste leicht. Die junge Bedienung kam zurück und nahm die Bestellung auf. Ceridwen hatte sich für ein „Mediterranean Omelette“ mit Artischocken, schwarzen Oliven, Tomaten und Mozzarella entschieden. Keanu dagegen mochte es herzhafter. Er bestellte ein „Harry's Special Scramble” mit Hackfleisch, frischem Spinat, Zwiebeln, Champignons und Schweizer Käse. Die Zwiebeln wollte er jedoch nicht. „Und danach essen wir noch eine Waffel mit Erdbeeren, Sahne und Schokolade“, rief Ceridwen, was die junge Frau sofort aufnahm.
„Das meint sie nicht ernst“, widersprach Keanu schnell. „Das meinst du doch nicht ernst?“, fragte er noch einmal vorsichtshalber bei Ceridwen nach.
„Nein“, schüttelte diese den Kopf. „Leider“, seufzte sie noch. Mit einem Grinsen machte sich die Bedienung auf den Weg, um die Bestellung weiterzugeben.
Keanu tastete nach Ceridwens Hand und streichelte mit dem Daumen sanft über ihren Handrücken. „Heute ist Sonntag“, sagte er mit einem tiefen Blick in ihre Augen.
„Willst du in die Kirche?“, fragte sie verwirrt.
„Papperlapapp“, erwiderte er etwas unwirsch. „Sonntags gehst du baden, hast du gesagt. Sobald wir im Hotel sind, gehen wir baden“, erklärte er.
„Alleine. Ich sagte, ich gehe sonntags alleine in die Badewanne“, korrigierte ihn Ceridwen mit leuchtenden Augen. Oh ja, baden, mit Keanu, seinen ganzen Körper waschen und zwar mit bloßen Händen, an seinen Zehen knabbern…
„Auch gut. Aber dann werde ich dir zumindest zusehen und dich waschen, wenn ich darf“, riss er sie aus ihren Träumereien. „Wir werden uns das Hotel nach der Badewanne aussuchen. Und nach dem Bett, nach einer schönen, großen Spielwiese.
„Wieso groß? Brauchen wir das? Ich hoffte, du liegst die meiste Zeit auf mir“, konterte Ceridwen. Bei seinem intensiven, bohrenden Blick errötete sie. War sie zu forsch?
„Und ich hoffe, du liegst oder sitzt auch ab und an auf mir“, wandte Keanu mit tiefer, verführerischer Stimme ein.
Ceridwen hielt einen Moment die Luft an. „Ist es wirklich schicklich, das in dieser Umgebung zu besprechen“, fragte sie leise.
„Schicklicher als würden wir das Gesagte an Ort und Stelle sofort umsetzen“, antwortete Keanu, wobei er ihr weiterhin tief in die Augen sah.
„Wir haben hier kein Bett“, erinnerte sie ihn schnell.
„Aber Tische“, flüsterte er lächelnd, beugte sich zu ihr und stahl sich einen kleinen Kuss.
„Keanu“, hauchte Ceridwen in einer Mischung aus Schamgefühl und Erregung. Sie wusste nicht genau, warum sie Scham empfand, da sie kein Kind von Traurigkeit war. Doch sie vermutete, es kam daher, dass er genau das aussprach, was sie sich ausmalte und zwar buchstäblich in diesem Moment. Keanu hatte nun nach ihrer ganzen Hand gegriffen. Seine Finger waren mit ihren verschlungen. Sie liebkosten sich mit Blicken, bis das Essen kam. Erst dann lösten sie ihre Finger und ihre Augen voneinander und begannen mit großem Appetit zu essen.
Eine Stunde später, als sie sicher sein konnten, dass sie die Omelettes gut vertragen hatten, fuhren sie weiter in Richtung Monterey. Auch auf dieser Strecke hielten sie immer wieder an, um sich die beeindruckende Landschaft ausführlicher anzusehen. Es war schon später Vormittag als sie in Montery ankamen, wo sie noch einmal eine halbe Stunde damit zubrachten, das Hotel zu suchen, in dem Ceridwens Eltern einmal abgestiegen waren. Da sie sich nicht mehr genau an den Namen des Hotels erinnern konnte, mussten sie sich durchfragen.

Keanu blickte nach oben auf ein dickes, massives Holzschild, das an einer schweren Kette an einem dicken Ast eines alten Baumes hang. Leise las er den Namen des Motels. „Bed & Breakfest“, flüsterte er gleich darauf. Sie standen am Beginn eines mit Natursteinplatten belegten Weges, welcher rechts und links mit verschiedenen blühenden und nicht blühenden Pflanzen gesäumt wurde. Eine Treppe aus Klinkersteinen führte zu einer alt aussehenden, wuchtigen Holztür. Diese lag eingebettet in eine Hausfassade, welche dicht mit wildem Wein bepflanzt war. Das Haus selbst wies an manchen Stellen Fachwerk auf, war verwinkelt und dreistöckig. Es strahlte märchenhaften Charme aus. „Von außen gefällt es mir schon sehr gut“, stellte Ceridwen fest. „Dir auch zufällig?“, sah sie ihn gleich darauf fragend an.
„Romantisch“, erwiderte er in neutralem Ton.
„Wir können auch wo anders hin gehen“, meinte sie bedauernd und drehte sich schon um, um zu gehen.
„Halt. Wo willst du hin?“, hielt Keanu sie auf, in dem er ihr den Weg versperrte. Er hatte keine Hand frei, um sie festzuhalten. „Romantisch ist gut“, sagte er mit einem leichten Lächeln.
Langsam drehte sich Ceridwen wieder zu ihm. „Bist du sicher?“, fragte sie zweifelnd. Keanu nickte und ging bereits auf den Eingang zu. Sie folgte ihm schließlich.
Welch ein Kontrast zur letzten Unterkunft, dachte sich Ceridwen, als sie sich umsah. Die Eingangshalle war mit Möbeln im Stil des vergangenen Jahrhunderts bestückt und mit vielen kleinen Accessoires geschmückt. Sie und Keanu nahmen noch immer ihre Umgebung in Augenschein, als sie von einer Frauenstimme freundlich begrüßt wurden.
„Willkommen. Mein Name ist Patty.“
Ceridwen schenkte der Frau mit der angenehmen Stimme ihre Aufmerksamkeit. „Guten Tag. Wir hätten gerne ein Zimmer“, kam sie gleich auf den Punkt.
„Sie haben demnach nicht reserviert?“, fragte Patty mit einem sanften Lächeln.
„Bedauerlicherweise nicht. Es war eine spontane Entscheidung hierher zu kommen“, antwortete Ceridwen.
„Es wird ein Zimmer frei. Genau genommen das Garten Cottage. Es hat einen separaten Eingang. Aber es wird erst gegen 14.00 Uhr bezugsfähig sein“, hörte sie Patty sagen. Ceridwen sah Keanu an. Dieser erwiderte ihren Blick ruhig.
„Darf ich ihnen unser Motel zeigen, bevor sie sich entscheiden?“, wurden sie von Patty höflich gefragt.
„Ja. Ja, sehr gerne“, antwortete nun Keanu schnell. Ceridwen sah sich nach so etwas wie einer Preistafel um, denn sie wurde den Verdacht nicht los, dass ein Zimmer hier ihre Reisekasse überstrapazieren würde. Aber sie konnte leider oder auch natürlich nichts in der Art finden. So folgte sie Keanu und Patty, welche ihn gerade in ein Gästewohnzimmer führte. Ein breites, hohes Sofa aus hellbraunem Cordstoff sowie zwei dazu passende Sessel standen vor einem Kamin. In einer Ecke wartete ein Flügel darauf bespielt zu werden. Ein großer, wunderschöner, mit Schnitzereien verzierter Schrank sowie eine altertümliche Kommode machten das Zimmer heimelig. Schon ging es weiter in den Frühstückssaal. Hier dominierte ein langer, dunkler und massiver Holztisch den Raum mit dazu passenden Stühlen, deren Stuhllehnen wie Kronen geformt waren. Auch hier gab es einen alten Kamin. Durch das Fenster war der Blick in den schön angelegten Garten ein wahrer Genuss, in den sie von Patty auch sofort geführt wurden. Ceridwen fühlte sich wie in einer anderen Welt, in einer anderen Zeit.
Hohe Hecken, Mauern aus Natursteinen oder Ziegeln und Rankgerüste ließen Kletterpflanzen Raum zur Entfaltung. Kieswege führten an hübsch angelegten Buchsbaumhecken vorbei. Überall gab es kleine Ecken mit Stühlen und Liegen zum Ausruhen, Entspannen oder Plaudern. Es schien, als hätte die Natur die Beete selbst angelegt und die Pflanzen darin eigenständig ein harmonisch blühendes Durcheinander entwickelt. Akzente wurden durch Topfpflanzen gesetzt und allerlei kleineren und größeren Blumenarrangements. Inmitten der bunten, blühenden Pflanzenvielfalt spendeten hohe, alte Bäume angenehmen Schatten. Kurzum, Keanu und sie standen inmitten eines romantischen Cottage-Gartens.
Keanu wagte einen Blick zu Ceridwen. Sie stand vor einem Springbrunnen und lauschte dem plätschernden Wasser, während Patty sie lächelnd beobachtete. Es war augenscheinlich, dass es Ceridwen hier sehr gut gefiel. Ihm gefiel es ebenfalls recht gut, auch wenn er normalerweise den modernen Wohnstil bevorzugte. Aber das hier war nicht sein Haus. Und es wäre nur eine Nacht, nicht ein ganzer Monat, den sie hier verbringen würden. Er konnte sich gut vorstellen, mit Ceridwen hier zu bleiben, Ruhe zu finden und sich der Liebe hinzugeben. „… die Betten sind alle groß und bequem. Es gibt in jedem Zimmer einen Kamin und im Cottage, welches frei wird, befindet sich die Badewanne mitten im Raum mit dem Kamin davor und mit Blick aus dem Fenster in den Garten“, erzählte Patty gerade.
„Wir würden sehr gerne hier bleiben. Allerdings haben wir nur eine Nacht. Ist das denn möglich?“, entschied Keanu.
Patty zögerte etwas. „Normalerweise vermieten wir die Zimmer nur für zwei Nächte“, sagte sie.
„Dann mieten wir es für zwei Nächte und reisen einfach früher ab“, zuckte Keanu mit den Achseln. Ceridwen machte große Augen. Sie sah Patty unsicher an. Gerne würde sie etwas über den Preis wissen… Ach was sollte es. Es war so schön hier. Bisher war so viel - zu viel - schief gegangen. Dann musste die neue Couch eben noch etwas warten.
„Wir haben Arrangements, in die eine Übernachtung eingebettet ist. Vielleicht möchten Sie sich diese ansehen?“, schlug Patty vor.
Keanu sah Ceridwen fragend an. Diese zuckte nur mit den Achseln. „Sehen wir sie uns an“, beschloss er. So folgten sie Patty wieder ins Innere des Motels.
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Mohri
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Beitrag Verfasst am: 03.01.2013, 22:48    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 18

Keanu und Ceridwen hatten die Zeit bis zu ihrem Bezug des Garten Cottages am Strand verbracht. Sie waren auf Felsen geklettert, hatten Touristen in Kajaks gewunken und hatten sich die Schuhe ausgezogen, um sich die Füße vom kalten Meerwasser umspülen zu lassen. Anschließend setzten sie sich innig umarmt in den Sand und blickten sinnierend auf das Meer hinaus. Patty war so liebenswürdig gewesen, ihnen einen Korb mit einem kleinen Lunch mitzugeben. Die Schinkensandwiches waren fantastisch gewesen. Mit den frischen, klein geschnittenen Früchten, die Keanu und Ceridwen ebenfalls im Korb gefunden hatten, fütterten sie sich gegenseitig. Herzhaft hatte Ceridwen in ein Stück frische Ananas gebissen, deren Saft in einem kleinen Rinnsal an ihrem Kinn hinunter gelaufen war. Mit großen, dunklen Augen, die vor Begierde leuchteten, beugte sich Keanu daraufhin zu ihr und leckte frech mit der Zungenspitze über ihr Kinn. Ceridwen sah ihn schwer atmend an, nachdem er sie auf diese sinnliche Weise berührt hatte. Mit einem erregten Knurren stürzte sie sich auf ihn, drückte ihn in den Sand und küsste ihn halb auf ihm liegend voller Leidenschaft. Sie hatten schon beinahe alles um sich herum vergessen, als das laute Kreischen von Möwen sie zusammen fahren ließ und daran erinnerte, dass sie es in einem Cottage privater und weniger sandig haben konnten. So machten sie sich schließlich auf den Weg zurück ins Motel.
Nun standen sie in ihrem Cottage für eine Nacht. Es war über den Garten zu erreichen und hatte somit einen eigenen Eingang. Sie besahen sich das Wohnzimmer, in dem neben einer bequemen, dezent blumig gemusterten Sitzgruppe, bestehend aus Sofa und einem breiten Sessel, ein großes Fenster die Aufmerksamkeit auf sich zog. In die Nische des Fensters war eine Sitzbank eingelassen. Von dort konnte der üppige, fantastische Garten betrachtet werden. Keanus Blick fiel auf die Badewanne, die wie von Patty beschrieben im Wohnzimmer schräg zum Kamin stand. Sie war so groß, dass Ceridwen und er beide schön viel Platz darin haben würden.
Ein paar Treppenstufen führten auf eine Empore, wo der Schlafbereich eingerichtet war, den Ceridwen gerade in Augenschein nahm. „Das Bett ist fantastisch“, rief sie ihm zu. Schmunzelnd folgte Keanu ihr. Er bekam ein richtiges Kingsize-Bett aus der Gründerzeit mit einem verkürzten Baldachin zu sehen. Auch hier gab es einen Kamin. Seitlich konnten vom Bett aus durch ein Dachfenster die Sterne beobachtet werden.
„Hier ist noch ein Bad, mit Dusche“, stellte Ceridwen gerade fest, als sie die Tür zu einem separaten Raum aufstieß.
„Ist es verschimmelt?“, versuchte Keanu einen Scherz.
„Nicht im Ansatz“, gab Ceridwen zurück. Sie drehte sich um und lächelte. „Mir gefällt es hier. Dir hoffentlich auch.“
„Oh ja. Ganz besonders gefällt mir, dass ich dir beim Baden zusehen kann, während ich es mir auf der Couch gemütlich mache, nachdem ich sie in deine Richtung gedreht habe“, gab er zurück.
Ceridwen strebte zu den Stufen. Sie drehte sich kurz zu ihm und bedachte ihn mit einem schelmischen Blick. „Ich dachte, wir baden zusammen“, hörte er sie sagen, als sie schon die kleine Treppe nach unten gegangen war. Sofort setzte er sich in Bewegung und folgte ihr. Sie steuerte geradewegs auf die Badewanne zu.
„Die ist wirklich sehr schön, findest du nicht? Sieh nur diese hübschen geschwungenen Füße. Sie muss eine Sonderanfertigung sein. Die Wanne ist zu groß für eine herkömmliche Badewanne dieser Art. Und so eine Whirlpoolfunktion hatte man früher auch nicht in einer solchen Badewanne“, dachte sie laut nach.
„Schau doch mal, ob das Wasser auch warm wird“, forderte Keanu sie auf. Ceridwen drehte das Wasser auf und nickte. Sie verriegelte den Abfluss und besah sich die Badeutensilien. An jeder Flasche schnupperte sie. Schließlich ging sie mit einer von ihnen zu Keanu und ließ ihn riechen.
„Hättest du etwas dagegen so zu riechen? Ich finde es recht neutral, weder sehr weiblich, noch sehr männlich“, meinte sie. Keanu besah sich die Aufschrift auf dem Fläschchen.
„Mandel“, las er. „Es war schon immer mein Traum einmal in meinem Leben nach Mandeln zu riechen. Ich wusste doch, irgendwann geht dieser Traum in Erfüllung“, scherzte er.
Ceridwen grinste tief. „Ich bin sehr glücklich, dir bei der Erfüllung dieses Traumes behilflich sein zu können“, sagte sie und kippte kurzerhand den Inhalt der Flasche ins Badewasser.
Anschließend stand sie neben der Wanne und sah dem einfließenden Wasser zu, während Keanu die Bücher in einem der Regale, welche um das große Fenster zum Garten herum gebaut waren, durchsah. Ein leichtes Unbehagen bemächtigte sich ihrer. Sie würde sich in Kürze vor Keanu ausziehen müssen. Fieberhaft überlegte sie, wie sie am besten in die Wanne kam, ohne dass er sie allzu lange nackt zu sehen bekam. Wenn er sich zuerst auszog und vor ihr ins Wasser stieg, könnte er sie ihn Ruhe ausgiebig dabei beobachten, wie sie sich ebenfalls ihrer Kleidung entledigte. Das fiel also schon einmal flach. Sie könnten sich zur gleichen Zeit ausziehen und sich gegenseitig in die Wanne helfen. Jeder von ihnen würde wohl einen Blick auf den anderen riskieren. Aber das wirkte dann wenigstens nur beiläufig. Für einen Striptease vor Keanu war Ceridwen noch nicht bereit. Irgendwann vielleicht einmal. Wenn sie ihn schon zwanzig Jahre kannte. Ceridwen zog die Stirn ein wenig kraus. Sich leidenschaftlich küssend die Klamotten vom Leib reißend und dann zur Sache kommend, um hinterher in die Decke eingewickelt oder nach einem T-Shirt hangelnd und es schnell überziehend aus dem Bett zu steigen, das war eher ihr Ding. Doch das konnte sie jetzt vergessen. Sie hatte selbst vorgeschlagen mit Keanu zusammen zu baden. Jetzt musste sie ihre Unsicherheit überwinden und da durch. Verstohlen sah sie zu ihm hinüber. Er las gerade in einem Buch. Perfekt war Keanu bestimmt auch nicht. Obwohl… er war Schauspieler. Die waren im Allgemeinen doch ziemlich perfekt. „Unsinn“, verwarf sie den Gedanken laut gleich wieder.
„Hm?“, fragte Keanu und sah von seinem Buch auf.
„Nichts. Ich führe gedankliche Selbstgespräche. Und das ist mir laut herausgerutscht“, winkte sie schnell ab. Sie sah nicht, dass Keanu amüsiert lächelnd wieder in seinem Buch las.
Schauspieler waren nur dann perfekt, wenn die Maske gute Arbeit geleistet hatte. Natürlich nicht nur die, sondern auch das Licht musste passen, die Kameraeinstellung und, und, und. Das Gleiche galt für Models, die meistens ohne Make-up unscheinbar aussahen und viel zu dünn waren. Es gab also nichts, wofür sie sich schämen müsste, denn Keanu schämte sich sicherlich auch für nichts. Noch einmal warf sie ihm einen verstohlenen Blick zu. „Ist das Badewasser schon so weit?“, fragte er in diesem Moment.
„Nein, äh, ja. Ich vermute… Es sieht so aus. Ja“, stammelte Ceridwen und drehte den Hahn ab. „Dann zieh dich mal aus“, forderte sie ihn in betont lockerem Ton auf.
Mit tiefem Blick sah er sie an. „Und du willst vermutlich so in die Badewanne gehen“, zeigte er an ihrem Körper hinab und wieder hinauf.
„Natürlich nicht. Ich meinte nur, dass du … dass du auch nicht so in die Badewanne gehen solltest“, entgegnete sie und zeigte in gleicher Weise wie er seinen Körper hinab und wieder hinauf.
„Du zuerst“, meinte er verschmitzt. Ceridwen war so nervös, dass sie seine Aufforderung ernst nahm.
„Oh nein“, schüttelte sie den Kopf. „Das heißt… also…“ Sie verfluchte sich für ihr Stammeln. Kurz räusperte sie sich. „Wir ziehen uns gemeinsam aus. Gleichzeitig“, straffte sie die Schultern.
„Und dabei stehen wir uns gegenüber und sehen einander an“, nickte Keanu ernst. „Das ist gut.“ Er bemerkte, wie tiefe Röte Ceridwens Wangen hinauf kroch. Oh je, sie war verlegen. Dabei hatte sie nicht den geringsten Grund dazu. Wusste sie denn wirklich nicht, wie schön sie war? „Ich könnte mich umdrehen und warten, bis du in der Wanne sitzt“, bot er ihr sanft an.
„Unsinn!“, rief Ceridwen beinahe ärgerlich aus. Da war das Wort wieder. Jetzt konnte sich Keanu denken, worüber sie gedankliche Selbstgespräche geführt hatte. Er zuckte mit den Schultern und fing an sich auszuziehen. Erst die Schuhe, ohne Socken, denn die hatte er schon am Strand ausgezogen und nicht wieder angezogen. Dann öffnete er seine Hose und zog sein T-Shirt heraus. Er hatte es sich gerade über den Kopf gezogen, als er hörte, wie auch Ceridwen aus ihrer Kleidung schlüpfte. Es fiel ihm zwar schwer, doch er tat ihr den Gefallen und sah nicht offensichtlich zu ihr, während sie das tat. Einen verstohlenen Blick konnte er sich einfach nicht verkneifen. Für ihn selbst stellte es kein Problem dar sich nackt zu zeigen. Noch nie hatte er damit ein Problem gehabt, ganz gleich wie sein Körper gerade in Form oder auch nicht in Form gewesen war. Wieder wagte er einen Blick in Ceridwens Richtung. Sie hatte gerade ihre Jeans ausgezogen und stand nun im knappen Slip vor ihm. Diese langen Beine, wohlgeformt, nicht zu dünn, nicht zu dick, die runden Hüften und die schmale Taille – sie sah himmlisch aus. Sie war gebaut wie eine Frau gebaut sein sollte. Mit schönen Kurven, erkennbar eine Frau. So mochte er es.
„Zum Teufel!“, rief er plötzlich aus. Erschrocken sah Ceridwen zu dem nackten Mann vor ihr. „Das bisschen Nacktheit wird dich doch nicht so verunsichern. Wir werden bald, sehr bald, unglaublich intime Dinge miteinander tun. Was denkst du wohl, wie viel ich über deinen Körper erst erfahre, wenn ich ihn küsse, an ihm rieche, ihn lecke, beiße, an ihm knabbere, ihn streichle, vielleicht auch kitzle, ihn ganz und gar erkunde, bis es keinen Fleck mehr gibt, den ich nicht in irgendeiner Weise berührt habe?“, fragt er. Als Ceridwen nichts sagte, sondern ihn nur aus großen Augen ansah, schenkte er ihr einen entschuldigenden Blick, wobei er den Kopf leicht schräg legte. „Du hast mich angesteckt. Ich wollte mir das alles eigentlich nur denken und nicht laut aussprechen.“
Ceridwen lachte leise auf. Kurzerhand zog sie sich den Slip nun auch noch aus. „Und ich hatte doch tatsächlich kurzfristig geglaubt, du wolltest das alles auch tun und nicht nur denken oder sagen“, entgegnete sie frech und drehte sich zur Wanne. Da spürte sie eine warme, große Hand auf ihrem Po, was sie dazu brachte spontan tief einzuatmen.
„Frechheit muss belohnt werden“, murmelte Keanu so nahe an ihrem Ohr, dass sein heißer Atem sie streifte und erschauern ließ. Mit sanftem Druck streichelte er über ihren Po. Er trat nahe hinter sie und schlang seine Arme um sie. Ceridwen spürte seine Brust an ihrem Rücken. Seine wenigen Brusthaare kitzelten sie sanft. Jetzt presste er seine Hüften fester an sie. Sein Glied drückte sich dabei gegen ihren Poansatz. Keanus Schamhaar schien Ceridwen zu streicheln. Als Keanu seine Hände über ihren sanft gerundeten Bauch gleiten ließ, seufzte sie leise. „Willst du jetzt baden?“, fragt er an ihrem Ohr und stupste mit seiner Zungenspitze vorsichtig gegen ihr Ohrläppchen.
„Ja“, konnte Ceridwen nur hauchen. Es kostete sie Kraft in die Wanne zu steigen, denn ihre Beine wollten ihr nicht mehr richtig gehorchen. Keanu stützte sie und stieg nach ihr in die Badewanne. Gemeinsam ließen sie sich in das wohlriechende Wasser gleiten. Ceridwen zog Keanus Fuß zu sich und fing an seine Zehenballen zu massieren. „Meine Mutter hat einen Kurs in Fußreflexmassage besucht und hat uns alle als Übungsobjekte her genommen“, erzählte sie.
„Und jetzt bin ich deines?“, fragte Keanu und zuckte mit dem Fuß zurück als sie ihn kitzelte. Sein Blick richtete sich immer wieder auf ihre hübschen, kleinen Brüste, die nur teilweise vom Schaum verdeckt wurden und deren Brustspitzen hin und wieder keck durch den Schaum spitzten.
„Ich mache das ein bisschen anders als meine Mutter“, erklärte Ceridwen, während sie seine Zehen massierte. „Hier fängt es an und dann kommt das.“ Sie strich ihm mit dem Fingernagel ihres Zeigefingers sanft die Fußsohle entlang. Sofort zuckte Keanu zurück und versuchte ihr seinen Fuß zu entziehen.
„Hör auf“, meinte er leise lachend.
„Ah, du bist also kitzlig“, bemerkte sie schelmisch und dachte gar nicht daran aufzuhören. Gnadenlos hielt sie seinen Fuß fest, während sie ihn weiterhin so behandelte. Keanu hatte keine Chance ihr zu entkommen. Plötzlich beugte sie sich hinunter und biss ihm in den großen Zeh.
„Du…“, rief Keanu erschrocken aus und zog energisch sein Bein an. Er hörte Ceridwen leise lachen. „Na warte“, rief er, packte sie an den Armen und zog sie nach vorn. Mit einem Keuchen landete sie auf ihm und lag jetzt zwischen seinen Beinen an seinem Brustkorb. Keanu kitzelte sie nun seinerseits, was dazu führte, dass Ceridwen wild zappelte. Das Wasser spritzte zu allen Seiten. Sie biss ihm ins Bein. Da tauchte sie plötzlich mit dem Kopf unter Wasser. Hustend und prustend kam sie wieder hoch und wischte sich den Schaum aus dem Gesicht.
„Du Mistkerl“, keuchte sie atemlos. Schon zog sie an seinen Kniekehlen. Ehe sich Keanu versah, rutschte er ebenfalls mit dem Kopf unter Wasser. Lachend und hustend tauchte er wieder auf.
„Das verstehst du unter romantischem Baden?“, fragte Ceridwen ihn in gespielter Empörung.
„Das ist der Inbegriff romantischen Badens“, entgegnete Keanu grinsend. Jetzt zog er sie vorsichtig zu sich, so dass sie erneut aber sanft auf ihm zum Liegen kam.
„Du siehst aus wie ein begossener Pudel“, neckte sie ihn.
„Dann sehen wir uns wohl sehr ähnlich“, entgegnete Keanu, bevor er sie küsste. Ceridwen schloss die Augen und gab sich seinem Kuss vollkommen hin. Er küsst so gut, dachte sie nicht zum ersten Mal. Ihre Brüste drückten gegen seinen Brustkorb, was ihre Brustspitzen hart werden ließ. Keanus konnte seine eigene Erregung auch nicht mehr verbergen. Fest drückte sie gegen Ceridwens Bauch. Sie wollte ihn berühren, seinen Körper erkunden.
„Ich werde dich jetzt waschen“, flüsterte sie an seinen Lippen. Seine Zustimmung wartete sie nicht ab. Sie kniete sich zwischen seine Beine und nahm einen Schwamm von dem kleinen, runden Tischchen, der neben der Badewanne stand. Ohne Keanu aus den Augen zu lassen, tauchte sie den Schwamm ins Wasser, hob seinen Arm und fing an diesen von der Schulter an bis zu seinem Handgelenk sanft abzureiben. Anschließend drehte sie seine Hand und fuhr zart an seiner Handfläche entlang. Jeden einzelnen seiner langen Finger umschloss sie mit dem Schwamm und wusch ihn ab. Auf gleiche Weise ging sie auch bei seinem zweiten Arm, seiner Hand und seinen Fingern vor.

Keanu beobachtete sie bei ihrem Tun. Er war versucht seinen Kopf an den Wannenrand zu lehnen, die Augen zu schließen und ihre Zärtlichkeit einfach zu genießen. Gleichzeitig wollte er sie jedoch gerne beobachten, sehen, wie sich ihre Wangen röteten, wie sie hin und wieder mit der Zungenspitze über ihre Lippen fuhr und wie sich ihre runden Brüste unter ihrem schnellen Atemzügen hoben und senkten. Jetzt wusch sie ihm in sanften Strichen den Hals und wanderte weiter zu seinem Brustbein. Sie überraschte ihn, als sie seine Brust nicht nur mit dem Schwamm wusch, sondern sie hinterher auch noch mit der flachen Hand sanft streichelte. Ihre Fingerspitzen fanden seine Brustwarzen und massierten sie, bis sie die Form von kleinen harten Perlen angenommen hatten. Mit einem Seufzen legte Keanu seinen Kopf zurück und schloss die Augen. Ceridwen hatte ihm die Entscheidung abgenommen. Ihre Art ihn zu waschen wollte er mit geschlossenen Augen genießen. Die Gefühle, die sie in ihm auslöste, die seinen Körper erhitzten, konnte er so noch intensiver genießen. Ausführlich wusch sie seine Brust, bevor sie hinunter zu seinem Bauch glitt. Unwillkürlich spannte Keanu diesen an. Er spürte sein Glied in freudiger Erwartung zucken. Davor würde Ceridwen doch bestimmt nicht halt machen, hoffte er. Immer, wenn der Schwamm ein kleines Stück nach unten glitt, freute er sich schon auf ihre Hand, die gleich darauf folgen würde. Keanus Körper wurde von einem angenehmen Zittern erfasst, als er den Schwamm nur sehr zart an seiner Eichel spürte. Gleich käme ihre Hand. Doch plötzlich waren sie weg. Ceridwen, der Schwamm, ihre Hand. Bestürzt riss Keanu die Augen auf und hob den Kopf.
„Jetzt die Füße und Beine“, teilte Ceridwen ihm mit funkelnden Augen mit. Sie war zurück ans andere Ende der Badewanne gerutscht und hob sein linkes Bein an seinem Fuß an. Dieses raffinierte Biest, dachte sich Keanu und lehnte sich mit einem frustrierten Stöhnen wieder zurück. Jetzt hörte er sie auch noch leise lachen. Na warte nur, bis ich dich im Bett habe. Du wirst mich anbetteln dir Erlösung zu schenken, dachte er frustriert, jedoch mit einem liebevollen Unterton. Es dauerte nicht lange, da entspannte er sich. Cerdiwen schenkte seinen Waden ihre Aufmerksamkeit, wusch und massierte sie, kitzelte seine Kniekehlen und streichelte seine Oberschenkel entlang. Es war bereits ein Genuss wie sie an der Unterseite seiner schlanken Oberschenkel entlang strich. Doch als sie an die Innenseiten wechselte, spannte sich sein Körper erneut in freudiger Erwartung an. Dieses Mal enttäuschte sie ihn nicht. Den Schwamm legte sie um sein pulsierendes Glied und verschaffte ihm durch langsames Reiben eine ausgewachsene Erektion. Als sie schließlich den Schwamm beiseite nahm und stattdessen ihre schmale, wenngleich große Hand um seinen Penis schloss, hätte Keanu ihr am liebsten zugeflüstert, sie solle schneller und fester drücken und reiben. Als hätte Ceridwen seine Gedanken gelesen, tat sie bald darauf auch genau das. Er stöhnte auf, wand sich unter ihr, spannte seinen Körper an und konzentrierte sich vollkommen auf das lodernde Feuer, das Ceridwen durch ihr Streicheln in ihm auslöste. Hör nicht auf, hör nicht auf!, dachte er, um kurze Zeit später aufgeregt „Nein“, zu rufen. „Ich will nicht… Noch nicht“, sagte er ruhiger und hielt ihre Hand fest. Er sah ihre dunkel schimmernden Augen, die seine Erregung widerspiegeln zu schienen.
„Lass mich dich waschen“, bat er sie und drückte sie zurück auf ihre Wannenseite. „Ich bin dran“, flüsterte Keanu ihr zu, als er sich über sie beugte und bevor er ihr einen zärtlichen Kuss gab. Er nahm den Schwamm und wrang ihn aus. Anschließend strich er nur mit der Kante an ihrer Stirn, ihren Wangen, ihrer Nase und ihrem Kinn entlang. Sogar ihre Lippen wusch er auf diese Weise. Ausgesprochen zärtlich widmete er sich ihrem Gesicht, so dass Ceridwen sich augenblicklich entspannte, zurück lehnte und sich seiner Zärtlichkeit hingab.

Es fühlte sich himmlisch an, wie Keanu den Schwamm nun über ihr Dekolleté gleiten ließ, zwischen das Tal ihrer Brüste hindurch, um anschließend ihre Brüste zu umkreisen. Der Schwamm wanderte weiter über ihren Bauch, als sich plötzlich Keanus Hand um ihre linke Brust schloss. Perfekt füllte sie seine Handfläche aus. Da beugte er seinen Kopf und gleich darauf spürte Ceridwen seine Lippen auf der bereits harten Brustwarze ihrer rechten Brust. Seine Zungenspitze kitzelte sie, bevor er die feste, große Perle in seinen Mund saugte. Genüsslich erkundete er sie abwechselnd mit seiner Zunge und massierte sie mit seinen Lippen, bis er erneut an ihr saugte. Ceridwen stöhnte auf und erschrak fast, als sie den Schwamm plötzlich gegen ihre Scham drücken spürte. Ihre Hände hatten bisher locker auf seinen Schultern gelegen. Doch als Keanu ihre Brüste verwöhnte und sie gleichzeitig den Schwamm über ihre anschwellende Knospe zwischen ihren Beinen reiben spürte, vergrub sie ihre Finger in seinem Haar. Sie wusste nicht, ob sie ihn daran weg schieben wollte, oder lieber festhalten wollte, damit er ihr nicht entkam. „Keanu“, flüsterte sie berauscht. Langsam spreizte sie ihre Beine weiter, um ihm mehr Raum für sein Spiel an ihrer goldenen Mitte zu geben. „Komm… komm hoch“, hauchte sie bittend.
„Soll ich aufhören?“, fragte er besorgt. Doch Ceridwen verneinte leise.
„Ich will dich auch streicheln können“, sagte sie und legte seine Hand, die er von ihrer Brust genommen hatte, zurück auf diese. Mit sanftem Druck streichelt sie ihm über seinen Rücken zu seinem Po. Verzehrend küsste sie ihn, während sich ihre zweite Hand auf diesen wundervoll harten, pulsierenden Stab stahl und ihn erneut umschloss. Keanu ließ den Schwamm los. Nun spürte Ceridwen seine Finger an ihr, wie sie sanft über ihren Kitzler strichen, ihn umkreisten und an stupsten. Mit der flachen Hand rieb er gleich darauf darüber, was Ceridwen dazu verführte sich gegen seine Handfläche zu pressen und mit ihrem Becken zu kreisen. Unnachgiebig streichelte, drückte und massierte er abwechselnd ihre Brüste und empfindlichen Brustwarzen. Immer wieder küssten sie sich innig, wurden dabei leidenschaftlicher und wilder. Es gab nur noch sie beide und ihre Zärtlichkeit. Das warme Wasser umschloss sie wie ein Kokon, in dem sie sich ungestört ihrer Lust hingeben konnten. Keanus Atem ging schneller oder war es Ceridwens? Beide stöhnte, seufzten, keuchten. Ceridwen spürte die wohlbekannte Spannung in sich aufsteigen. Ihr Unterleib schien zu brennen und kreiste unruhig, um die Lust ins Unermessliche zu steigern. Als der ersehnte Höhepunkt über sie hereinbrach, schnappte Ceridwen nach Luft und spannte ihren Körper an. Ihr innerer Muskel zog sich zusammen, lockerte sich, zog sich zusammen. In ihre Ekstase hinein spürte Ceridwen Keanus Glied noch einmal anschwellen, bevor es sich bebend, weiterhin von ihrer Hand umschlossen, entleerte. Keanus Stöhnen dabei klang wie Musik in Ceridwens Ohren. Sie hielten sich aneinander fest und stützten sich im Moment der größten Lust, bis sie schließlich beide ins Hier und Jetzt zurückkehrten. Noch immer lag Kenaus Hand auf Ceridwens Brust und ihrer brennenden Mitte. Noch immer hielt Ceridwen Keanus Penis, der nach und nach zu seiner normalen Größe zurück fand. Nur noch zart waren ihre Küsse, fast wie ein Streicheln.
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Mohri
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Beitrag Verfasst am: 03.01.2013, 23:04    Titel: Teil 1 Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 19

Um nur eine Nacht im Cottage bleiben zu können, hatten Ceridwen und Keanu einen Spezialtag gebucht, zu dem ein abendliches Picknick am Meer gehörte. Keanu und sie mussten nichts weiter tun, als zum genannten Zeitpunkt am Strand zu erscheinen. Alles andere wurde für sie organisiert. Nun standen sie im weichen Sand und besahen sich das liebevolle Arrangement zu ihren Füßen. Ein kleines Lagerfeuer brannte und erwärmte die langsam kühler werdende Luft. Um die Feuerstelle herum waren Decken ausgelegt und Kissen drapiert worden. Es sah einladend und kuschelig aus. Einzelne brennende Fackeln würden nach Sonnenuntergang sanftes Licht spenden. Auf einer der Decken stand ein geschlossener Picknickkorb, der sicherlich so manch eine köstliche Überraschung verborgen hielt. Daneben stand ein Kühlkübel, in den eine Flasche mit handschriftlich beschriebenem Etikett gestellt worden war. Ceridwen beugte sich vor und las „Eistee“. Das war sehr aufmerksam. Keanu und sie hatten darauf bestanden, keinen Champagner serviert zu bekommen. Manch ein anderes Hotel hätte ihnen möglicherweise einfach nur Wasser als Alternative angeboten.
„Rosen“, rief Ceridwen erfreut aus, als ihr Blick auf die cremefarbenen Blumen fiel, welche in drei kleinen kegelförmigen Vasen in den Sand gesteckt worden waren. Glücklich griff sie nach Keanus Hand und ließ sich mit ihm auf eine Decke neben dem Feuer mit Blick auf den Pazifik Ozean nieder. Sie waren rechtzeitig gekommen, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Der goldgelbe Sonnenball, der eine Vielzahl an funkelnden Armen in alle Richtungen ausstreckte, glühte mit letzter Kraft, während er tiefer und tiefer sank und sich im Meerwasser auszulöschen drohte. Doch vorher tauchte er den Himmel in warme, pastellfarbene Töne. Sanftes Rot, Orange und Violett leuchtete wie ineinander verwobene, zarte Seidentücher und legte sich wie eine schimmernde Decke über das Meer. Das Rauschen, der sich am Strand brechenden Wellen, entführte Ceridwen und Keanu in eine traumhafte Fantasiewelt, voller tanzender Elfen und Feen. Still saßen sie da und genossen das Naturschauspiel, bis die Sonne hinter dem Meereshügel verschwunden und ihr Licht nach und nach verloschen war. Jetzt erst wendeten sich die beiden Verliebten dem wärmenden Feuer zu. Holz knackte, als es unter den roten und gelben Flammen zerbarst. Ceridwen streckte die Hände aus und wärmte sie am Feuer.
„Ist dir kalt?“, fragte Keanu und legte ihr – ohne ihre Antwort abzuwarten – fürsorglich eine Decke um die Schultern. Die Fackeln, deren Licht eben noch kaum ins Gewicht gefallen war, ermöglichte es Keanu nun den Inhalt des Picknickkorbes genauer zu betrachten.
„Möchtest du bereits etwas essen oder darf ich dir zuerst einige romantische Verse aus diesem Buch vorlesen?“, fragt er und blätterte in dem kleinen Büchlein voller Poesie, welches er gleich obenauf im Korb gefunden hatte.
„Lass uns erst etwas essen. Das Buch lesen wir uns gegenseitig vor, wenn wir mit vollem Bauch wie gestrandete Wale nur noch auf der Decke liegen können”, entschied Ceridwen. Sie half Keanu das Essen anzurichten. Kleine Sandwiches, Gemüsestreifen, frisches Obst und ein gut duftender Schokoladenkuchen richteten sie vor sich auf der Decke an. Keanu verteilte die Teller, während Ceridwen bereits Eistee in hübsche Kristallgläser einschenkte. Sie schnupperte an ihrem Glas. Hm, schön fruchtig.
„Ist Thunfisch dabei?“, fragte Keanu und betrachtete die dreieckigen, gefüllten Brotscheiben.
„Wir werden es herausfinden“, zwinkerte Ceridwen ihm zu. „Oder ist dein Widerwillen so groß? Ich denke nicht, dass wir in Gefahr sind.“
Keanu verzog dennoch das Gesicht. Er nahm sich ein Sandwich, dessen Füllung nach Schinken aussah. Auch seine Begleiterin wählte eines aus. In Gedanken versunken aßen sie. Keanu ließ die letzten Tage Revue passieren. Er hatte sich diese Motorradtour mit Cerdiwen gewünscht, weil er die Frau neben sich in kürzester Zeit möglichst gut kennen lernen wollte. Im Urlaub, so wurde gesagt, zeigte sich am besten, wer zusammen passt und wer nicht. Dass ein Ausflug derart in die Hose gehen könnte, wäre ihm im Traum nicht eingefallen. Beinahe hatte er den Glauben daran verloren, dass sie irgendwann einmal vom Schicksal verschont sein würden. Sie mussten erst hier her kommen, um endlich ruhige Zweisamkeit genießen zu können, die nicht überschattet war von Missgeschicken und Ärgernissen. Keanus Blick glitt über die Frau, die ihm nun schräg gegenübersaß und deren Beine sich an seine schmiegten. Ihr goldenes Haar hatte sie zu einem Zopf zusammengebunden. Einige Strähnen hatten sich gelöst, welche ihr schmales Gesicht umschmeichelten. Ihre Augen waren auf einen bestimmten Punkt hinter ihm gerichtet und bewegten sich nicht. Als er sie so betrachtete, sammelte sich ein wohliges Kribbeln in seiner Mitte, weitete sich aus und explodierte, so dass es seinen ganzen Körper in Besitz nahm. Ja, er hatte sich ganz schön verliebt. Es gefiel ihm und machte ihm auch Angst. Er hatte Sorge dieser besonderen Frau weh zu tun. Auch wenn er es ganz bestimmt nicht vor hatte, so würde es unweigerlich passieren, denn er war einfach kein Beziehungsmensch. Es war zwar schon lange her, als er das letzte Mal verliebt war. Doch er wusste noch genau, wie es gewesen war, als dieses himmelhochjauchzende Gefühl drängenden Fluchtgedanken gewichen war. Zu viel Nähe, zu viele Kompromisse, zu viele Forderungen, es war immer das Selbe. Er ließ sich nicht einfangen. Zum Einen, weil er es nicht konnte aber auch, weil er es nicht wollte. Zu gerne würde er an die ewige Liebe für sich glauben. Doch gelingen wollte ihm das nicht. Wieder studierte er Ceridwens hübsches Gesicht. Er ließ es zu, dass sie sich ebenfalls in ihn verliebte. Ja, er strebte sogar danach, dass sie es tat. Wäre er ein anständiger Kerl, würde er jetzt die Notbremse ziehen und die ganze Sache beenden, bevor sie noch tiefer ging. Ihretwegen, nicht seinetwegen. Er sollte ihr den Schmerz ersparen, der sie unweigerlich mit sich reißen würde, wenn er sich abwandte. Arbeit, wenig Zeit, Freiraum. Es waren immer dieselben Ausflüchte. Und nicht zu vergessen, die Bitte, Freunde zu bleiben, um sie sich warm zu halten. Das war charakterlos, dessen war er sich bewusst. Doch jeder Mensch sehnte sich nach Nähe, nach Zärtlichkeit. Deswegen behielt er zu all den Frauen, die so etwas wie eine Beziehung zu ihm hatten, Kontakt. Unehrlich war er dabei eigentlich nicht. Er machte immer deutlich, dass er kein Mann zum Heiraten war. Er versuchte jedes Mal den Frauen die Illusion sofort zu nehmen, dass sie die Eine wären, die seine Meinung ändern könnte. Außer… Ceridwen war ahnungslos. Ihr hatte er nichts dergleichen vermittelt. Und war es jetzt nicht schon zu spät?
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