Urlaub etwas anders in Kalifornien
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Emma Rose
mutiert z. keanu-spezialisten



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Beitrag Verfasst am: 09.10.2008, 13:27    Titel: Urlaub etwas anders in Kalifornien Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 1

Seit einer Woche ist Leila in Los Angeles, hatte sich kurz nach der Ankunft eine günstige Unterkunft in einem Backpacker gesucht um die weiteren Vorkehrungen für ihren geplanten sechsmonatigen Aufenthalt zu treffen. Sie wollte ein Fahrzeug kaufen, wo sie drin schlafen und auch kochen konnte. Günstig musste es sein, denn sie wollte so lange wie möglich hier bleiben. Ihren Job, den sie in der Schweiz hatte, musste sie künden. So lange unbezahlten Urlaub zu bekommen war schlicht unmöglich. Leila war dies egal, sie hatte keinerlei Verpflichtungen, vermietete in der Zwischenzeit ihre kleine Wohnung und packte das Nötigste ein. Bedenken hatte sie nie, sie liebte das Reisen und die verschiedenen Kulturen, hatte jedes Jahr Urlaub und anderen Ländern gemacht und nun sollten die Staaten erkundet werden. Zudem war sie jung und ehrgeizig und mit ihrer Einstellung würde sie bestimmt auch wieder eine Arbeit finden, wenn sie wieder zu Hause wäre. Schliesslich hat sie lange auf die Reise gespart und das Ticket bereits seit einem halben Jahr in der Tasche…

Und endlich war sie hier in dieser unendlichen Metropole, und klapperte seit Tagen Autohändler ab, die ihr das Fahrzeug bieten konnten, so wie sie es sich vorstellte. Einfach war es nicht – sie brauchte Tage um etwas Richtiges zu finden. Schlussendlich hatte sie die Schlüssel zu einem Station Wagon, den sie so umbaute, dass sie auf den heruntergeklappten Rücksitz eine Matratze unterbringen konnte und darunter noch genug Platz für ihre Utensilien und Kleider hatte. Der alte Wagen hatte sogar eine Klimaanlage, war mit Automatikgetriebe und sogar Radio mit Tonband ausgerüstet. Und sie hätte das Fahrzeug wieder an den Händler verkaufen können bei ihrer Abreise. Was will man mehr?
Also verbringt sie die folgenden Tage mit den Kleinigkeiten, die sie nicht in ihrem Rucksack mitbringen konnte. Kochzeug, Geschirr, Schlafsack, Wäsche und Schuhe hatte sie dabei, den Rest wollte sie vor ihre späteren Reise Richtung Norden unbedingt noch einkaufen damit sie dann auch bestimmt Startklar war.

Leila behagte die neu gewonnene Unabhängigkeit; sie konnte tun und lassen wie es ihr passte und begann die Tage damit, früh aufzustehen und sich erst mal mit dem neuen Fahrzeug vertraut zu machen. Sie wohnte noch 2 Tage im Backpackers und danach wollte sie sich in der Stadt mal richtig umsehen. Dazu hatte sie noch nicht die Gelegenheit und musste dies unbedingt nachholen. Viel gelesen hatte sie in den vergangen Monaten und die Filmmetropole und nun stand sie auf dem Parkplatz in der Nähe des Hollywoodboulevards und konnte sich nicht entscheiden, in welche Richtung sie nun gehen sollte. >Einfach mal los. „ dachte sie – schliesslich hatte sie ja den Stadtplan dabei und war nicht gerade ungeschickt mit Kartenlesen…
Leila war beeindruckt von der Vielfältigkeit, irgendwie meinte sie das Flair der vergangen Hollywood Grössen spüren zu können als sie den Walk of Fame entlang spazierte und sich die vielen Berühmtheiten einzuprägen versuchte, die sich hier verewigt hatten. Sie schlenderte die Strassen entlang, weiter zum Rodeo Drive und merkte erst wie lange sie schon unterwegs war, als ihr Zuckerhaushalt zusammenbrach. Vor lauter Aufregung hat sie die Zeit vergessen und somit auch etwas Anständiges zu Essen. Ohne sich gross umzusehen, stürzte sie sich blitzartig in eines der nächsten Cafés bevor der Haushalt endgültig zusammenbrach. Ihre Hände zitterten als sie an der Bar eine Cola bestellte. Leila sah sich nur kurz um und bemerkte einige Leute die sich wohl zum After-Lunch hier auf einen Drink trafen. Ihr Zustand war ihr peinlich und jedes Mal wenn sie wieder einen Vorfall hatte schwor sie sich, dass sie das Nächste Mal Traubenzucker mit dabei hätte – bis zum nächsten Mal…
Nun stand sie zitternd an der Bar, rundherum waren einige Gäste und auf der gegenüber liegenden Seite der Bar sass ein gross gewachsener Mann, in brauner Lederjacke, mit Motorradhelm, Sonnenbrille und Vollbart und nippte an irgend einem Jus. Leila bemerke ihn im Blickwinkel und als die Cola endlich kam, trank sie diese mit einem Ansatz leer. „Bitte noch eine“ bat sie den verdutzten Kellner, denn sie hatte das Glas so schnell leer getrunken, dass er nicht mal Zeit hatte, sich abzuwenden oder gar zu kassieren. Sie merkte, wie sich ihr Haushalt langsam zu normalisieren begann und als die zweite Cola kam, trank sie diese ebenso rasch wie die erste. Mit einem tiefen Seufzer liess sie den getankten Zucker durch ihren sich langsam beruhigenden Körper gleiten. Als Leila bezahlte, entschuldigte sich beim Kellner, der noch immer Stirn runzelnd und kopfschüttelnd an der Bar stand und einkassierte. Bestimmt dachte er, dass sie irgend so ein Junky war, wie sollte er auf die Idee kommen, dass sie schlicht und einfach vergessen hatte, etwas zu essen?
Mit einem letzten Blick in die Runde verliess sie das Café. Der Motorradfahrer war weg, und als sie auf dem Gehsteig stand, hörte sie nur noch den dumpfen Ton einer Maschine und weit weg das Entschwinden dieses grossen Unbekannten…. Langsam machte sich Leila auf den Rückweg zu ihrem Auto. Es sollte ein langer Marsch werden und erst jetzt war ihr bewusst wie lange sie eigentlich zu Fuss unterwegs war. Endlich hatte sie den Weg zum Auto geschafft und beschloss, diese Nacht hier auf dem Parkplatz zu übernachten. Es hatte ja noch mehr Autos da und L.A. schien sowieso nie zu schlafen. Also was soll’s. Müde schlief sie in ihrem neuen Heim ein und erwachte erst am nächsten Morgen wieder.

Kaum angezogen, schmiss sie wiederum Geld in die Parkuhr damit sie wenigstens in Ruhe Frühstücken konnte. Später wollte sie sich in den Hollywood Hills mal umsehen. Diesmal mit Auto und so fuhr sie los Richtung Norden. Sie hatte gestern einen Stadtplan ergattern können, wo die alten und neuen Besitzer der Hollywood Legenden und eben die neuzeitlichen Stars und Sternchen eingetragen waren. Die Tour beeindruckte Leila sehr, die vielen Villen, teils verdeckt durch hohe Mauern oder Baumbestände, eingezäunt mit Sicherheitskameras und Stacheldrähten, da mussten besondere Leute zu Hause sein. So viel Prunk, Kitsch und Schönheit auf einmal war schon imposant. Leila verbrachte praktisch den ganzen Tag mit herumfahren, hielt zwischendurch zum tanken oder besorgte sich was zu Essen und Trinken. Erst gegen den frühen Abend beschloss sie, wieder auf den bekannten Parkplatz zu fahren. Sie fühlte sich sicher und konnte es nochmals ohne eine Dusche aushalten. Ausserdem hatte es eine Chinesischer Take-away gegenüber vom Parkplatz und dort wollte sie noch was zum Essen holen. Sie bestellte sich ein paar Nudeln mit Shrimps und eine Cola und als Leila bezahlten wollte, realisierte sie dass ihre Geldbörse weg war! Panik machte sich breit – all ihr Bargeld, die Kreditkarte, Ausweise – alles war weg!! „Oh Gott, ich bin aufgeschmissen! Wo nur ist das passiert?? Wie ist es nur passiert?“ Sie versuchte sich daran zu erinnern, wo sie überall war und noch bezahlt hatte, konnte sich aber keinen Reim darauf machen wie ihre Geldbörse abhanden kam. Verzweifelt durchsuchte sie ihren kleinen Rucksack, alle Taschen, wieder den Rucksack – nichts! Fast panisch durchsuchte immer wieder die Taschen in der Hoffnung sie hätte den Beutel übersehen, aber da war nichts!
Der Besitzer schaute Leila ungeduldig zu und als er die Panik in ihren Augen sah, packte er die bestellte Ware ein und sagte ihr, dass sie besser zum nächsten Polizeiposten fahren sollte um gleich eine Anzeige zu machen. „Es tut mir leid dass ich ihnen solche Umstände mache“ entschuldigte sich die überraschte aber dankbare Leila, „ und ich werde das wieder gut machen¨“ und zeigte auf das Paket mit den Esswaren. „Ist schon okay! Ist halt verschiessen, kaum angereist schon beklaut wird!“ Leila schaute ihn mit grossen Augen an – woher sollte er wissen, dass sie noch gar nicht so lange hier war? „Ist bestimmt Dein Fahrzeug da auf dem grossen Parkplatz!“ und er erklärte ihr, dass er sie gestern und heute beobachtet hatte wie sie das Fahrzeug verliess. „Ich dachte nicht, dass das jemandem aufgefallen sei“ entschuldigte sich Leila nochmals. Der Meister nickte nur und kurz darauf fuhr sie mit ihrem Wagen zum nächsten Polizeiposten.
Es begann bereits dunkel zu werden als sie dort ankam. Und gerade als sie ihr Auto in der Nähe der Einganges parkieren konnte, ging ein kurzes Blitzlichtgewitter los, das aus dem Nichts gekommen zu sein schien. Leila blieb noch einen Moment in ihrem Auto sitzen und versuchte zu lokalisieren, was das gerade eben war. Sie bemerkte jemanden vor dem Eingang zum Gebäude der etwas wie eine Kamera in den Händen hielt und schien auf die Person zu warten, die soeben aus dem Sportwagen stieg der vorhin hinter ihr in die Parklücke am Strassenrand gefahren war und etwas aus dem Kofferraum holte. Leila wunderte sich über die gegebene Situation, doch musste sie sich auf ihre eigenen Probleme konzentrieren. Sie hatte sich eigentlich die Erkundung der Stadt anders vorgestellt und stieg sie die Treppe zum Eingang des Polizeipostens irgendwo in Nord Hollywood hoch und wusste nicht, was auf sie zukommen würde. Sie hatte noch ein paar Hundert Dollar in der Tasche und wusste nicht, wo sie schlafen sollte. Ausserdem bekam sie langsam aber sicher ihre Migräne. Es war zu viel Aufregung und sie sollte sich langsam beruhigen um den Schmerzen nicht vollends ausgeliefert zu werden…
Im Vorbeigehen fiel ihr Blick nochmals auf die Person auf der Treppe. Tatsächlich schien es ein Fotograf zu sein. Was der wohl hier wollte? Noch in Gedanken betrat Leila gerade die grosse Halle, als jemand hinter ihr ziemlich laut schimpfend herein kam. Sie drehte sich um und bemerkte den grossen Unbekannten, dem sie gerade die Türe vor der Nase zugeschlagen hatte, und der sich offensichtlich über ihre Unvorsichtigkeit ärgerte. Ihre Blicke trafen sich und Leila entschuldigte sich verlegen mit einem „Tut mir leid“ - „Nein, es tut mir leid – ich hätte besser acht geben sollten“. Der Typ entschuldige sich ebenfalls bei ihr und die beiden sahen einander an. Seine vermeintliche Verärgerung schien sich in Sekunden zu einem überraschten Ausdruck zu verändern. „Bitte, nach Ihnen“ meinte er, diesmal höflich und zeigte ihr mit einer Hand die Richtung Empfang. Sie schienen den gleichen Weg zu haben und als sie bei der Anmeldung ankamen liess er ihr wieder den Vortritt und schaute sie eindringlich an. Leila bemerkte den Blick und versuchte herauszufinden, was dahinter stecken könnte aber im gleichen Moment wurde sie von einem Beamten gerufen. Sie bedankte sich kurz und mit einem vermeintlichen Lächeln entschwand sie aus seinem Blickfeld.

Kapitel 2
Im Grossraum Büro wurden schlussendlich ihre Angaben aufgenommen. Leila fühlte sich nicht wohl, ihre Kopfschmerzen nahmen langsam aber sicher zu und der Lärm und die grellen Lampen unterstützte dies noch zusätzlich. Alle Tische waren besetzt und ihr war es irgendwie unangenehm, dass rundherum Leute waren, die alles mithören konnten. Der Beamte war nicht gerade feinfühlig und als er zu guter Letzt auch noch eine Predigt über Sicherheitsregeln und Verhinderung von Diebstählen aufklärte, war’s um sie geschehen. Leila versuchte ruhig zu bleiben, jedoch machte ihr die ganze Aufregung einen fürchterlichen Strich durch die Rechnung. Was sollte oder konnte sie denn in ihrer misslichen Lage jetzt tun? Innerhalb von Sekunden schien ihr Traum von der Grossen Reise zu platzen und sie sah sich schon wieder im Flugzeug Richtung Schweiz fliegen – und sie fühlte sich elend. Nun blühte ihre Migräne vollends auf und sie konnte nichts dagegen tun… Leila atmete tief durch um Ruhe zu bewahren. Scheinbar Stunden später und nach tonnenweise Papierkram und Befragungen sollte sie nochmals im Gang warten, sie wusste nur nicht wieso sie noch nicht gehen konnte. Der Polizist riet ihr, ihre Kreditkarte umgehend sperren zu lassen und verwies sie auf den Telefonapparat in der Wartehalle. Das tat Leila sogleich und obwohl sie ein eigenes Handy für Notfälle hatte, benützte sie den öffentlichen Apparat. Sie konnte via Aircall die Gesellschaft erreichen. Die Situation bei der Kartengesellschaft war nicht neu und man hatte Verständnis und versprach, dass sie die neue Karte in 48 Stunden haben sollte.
„Wir hätten da vielleicht ein Problem“
liess der Operator nach einer kurzen Pause hören:
“ kann es sein dass sie heute einen grösseren Betrag bezogen haben?“
„Waaas!“
Leila schrie fast in den Hörer und im gleichen Augenblick meinte sie von allen im Gang anwesenden fremden Leuten sämtliche Blicke auf ihrem Rücken zu spüren.
„Nein – wie gross?“
Der Operator nannte eine Summe und Leila wurde leichenblass; ihr ganzes Erspartes war weg!!
“Das kann doch nicht sein!!!“
Zitternd stand sie am Apparat und schüttelte immer wieder den Kopf. Vage nahm sie die letzten Worte auf bevor sie den Hörer auflegte und sich völlig entmutigt auf den einzigen leeren Platz setzte. Damit hatte sie wirklich nicht gerechnet und im Moment wusste sie nicht was sie tun sollte. Wie ein Häufchen Elend sass sie wieder auf der Bank und stechende Schmerzen machten sich langsam über dem linken Auge bemerkbar. Sie war müde, hatte Schmerzen und war am Ende. Sollte sie ihren Vater anrufen und ihn um Hilfe bitten? Nein das wollte sie nicht, sie wollte sich beweisen, dass sie auf eigenen Füssen stehen konnte, aber so? Sie war nudelfertig; den ganzen Tag unterwegs, wird beklaut und kriegt zu hören, dass ihr Konto leer geräumt wurde dass sie sich so lange zusammengespart hatte und nun sass sie hier fest, nur mit ein paar losen Cent in der Tasche und noch ein paar hundert Dollar in Reserve, die sie sich erst gestern noch auf der Bank geholt hatte. Zum Glück! Trotzdem; toller Start ins neue Abenteuer!

Leila verschwand auf der Toilette und kam kurze Zeit später kreidenbleich wieder raus. Sie schaute sich kurz um und setzte sich auf den leeren Stuhl und grub ihren Kopf in die Hände. Die Kopfschmerzen hatten ihr höchstes Stadium erreicht – Leila konnte nicht mehr und Verzweiflung machte sich langsam breit. Alles war einfach zu viel – die ganz Aufregung, der Lärm das Licht, einfach alles. Dabei hatte der Tag so gut angefangen!
„Geht es Ihnen besser?“
Keine Antwort.
„Ma’m, wie geht es ihnen?“
und erst als jemand ihre Schulter sanft berührte hob Leila langsam den Kopf – wer sollte sich denn hier auf dem Polizeiposten schon für ihrem Zustand interessieren? Und ohne gross aufzuschauen meinte sie:
„Sehe ich so aus als würde es mir prächtig gut gehen?“
Leila erschrak selber ab ihrem zynischen Ton und schaute mit zusammengekniffenen Augen und kopfschüttelnd den Typen an der trotz ihrer groben Art ganz ruhig blieb:
„Wir haben uns doch schon mal gesehen?“
Leila schaute ihr Gegenüber etwas nun etwas genauer an und erkannte die gleiche Person von vorhin.
„Ja, vor etwa einer Stunde beim Eingang“.
Sie war nicht gerade in der Stimmung auf Anmache, schon gar nicht hier und jetzt und sowieso.
„Ja, - und auch gestern Nachmittag, im Cafe am Rodeo Drive…?“
Leila musste einen Moment lang überlegen. Ja, sie war am Rodeo Drive
„Ja?“
antwortete sie mit einem grossen Fragezeichen…
„Ehm, an der Bar im Café… Cola im Schnellschuss…“
Wieder fiel ihr Blick auf den Gesprächspartner und nun wusste sie wen sie vor sich hatte. Sie erkannte den grossen Unbekannten an der braunen Jacke und dem Vollbart.
„Oh ja, mein Zuckerhaushalt… Sie waren auch an der Bar. Mit Helm und so… Tschuldigung wegen vorhin, aber es geht mir wirklich nicht gut!“
Leila hält sich erneut die Hand auf ihr Auge um dem schmerzenden Licht auszuweichen. „Migräne?“ –
„ Ja, das ganz Paket und keine Medi dabei“
meinte sie nur und hielt sich ihre Schläfen. Der Typ nickte ihr bedauernd zu und mit einer Handbewegung zeigte er ihr, dass er gleich wieder da sein würde und stellte die braune Sporttasche neben ihr auf den Boden. Dann drehte er sich von ihr ab und sprach kurz mit einer Polizistin die etwas in der Schublade suchte und gleich darauf etwas in die Hand drückte. Mit einem Becher Wasser kam er zu Leila zurück:
„Hier, nehmen Sie das!“
und reichte ihr zwei Aspirin und das Wasser. Dankend nickte Leila ihm und der Frau zu und nahm beides zu sich.
„Normalerweise habe ich immer etwas dabei aber heute… es war kein guter Tag“
Leila entschuldigte sich nochmals und als sie seinen fragenden Blick wahrnahm, fügte sie hinzu:
„ich heisse Leila.“
Er beugte sich zu ihr und Antwortete:
„und ich Keanu. Ich hoffe, dass es Dir bald besser geht.“
Leila nickte nur.
„Keanu, hmm, Kommt mir irgendwie bekannt vor…“
Sie überlegte einen Moment und trotz den Wahnsinnsschmerzen viel es ihr wie Schuppen von den Augen uns sie wusste, wen sie vor sich hatte. Mit Bart hatte sie ihn wirklich nicht erkannt – nur – vielleicht die Augenpartie hätte ihn verraten, wenn sie genauer hingeschaut hätte, aber ihre Schmerzen liessen es nicht zu. Keanu bemerkte ihr Grübeln und er musste annehmen, dass sie nun wusste wer er war.
„Es tut mir wirklich Leid wegen der Türe vorhin –“
Leila versuchte ihren Blick aufrecht zu erhalten doch Keanu sah, wie sie litt.
„Mir auch“
er überlegte einen Moment und meinte dann mit einer Kopfbewegung:
„möchtest Du nicht lieber einen Arzt aufsuchen?“
Er schien sich wirklich Sorgen zu machen aber Leila winkte ab.
„Nein, nein, es geht schon. Meistens bin ich in zwei Tagen wieder auf dem Damm.“
Und im gleichen Moment realisierte sie, dass sie gar nicht wusste, wie ihre Welt in zwei Tagen aussehen würde! Verzweiflung machte sich in ihren Augen bemerkbar und offenbar war ihr anzusehen, dass Leila noch etwas anderes ausser den Schmerzen beschäftige. „Möchtest Du darüber reden?“
sein warmer Blick raubte ihr fast den Atem. Diese Augen! Für einen Moment starrte sie ihn an; in ihrem ganzen jungen Leben hatte Leila vor Jahren denselben Augenblick erlebt, dem sie jetzt ausgeliefert schien – damals in England…
Es vergingen Sekunden bevor Leila etwas sagen konnte – sie war noch immer gefangen in diesem einen Moment. Verlegen fuhr sie sich mit der Hand und als sich Keanu einen Stuhl holte und sich neben sie setzte, fuhr sich Leila über die Stirn und dann begann sie zu erzählen. Von ihrer geplanten Reise, dem Auto, und warum sie nun hier landete. Keanu hörte stillschweigend zu, nickte zwischendurch oder legte kurz seine Hand auf ihren Unterarm, wenn sie die Fassung zu verlieren schien. Gerade als sie fertig war wurde sie erneut von einer Beamtin in den Protokollraum gebeten.
„Bitte nach Dir“
sagte er aufmunternd, offensichtlich musste er noch länger warten. Im Büro wurden nochmals alle Angaben besprochen und unterschrieben und schlussendlich war Leila frei zu gehen. Als Leila die Türe zur Halle öffnete, sah sie Keanu noch immer wartend auf der Bank sitzen. Sie wusste nicht, was tun, also ging sie zu ihm hin und bedankte sich für seine Hilfe.
„Was tust Du jetzt?“ –
„Keine Ahnung, werde mir wohl einen Schlafplatz suchen müssen. Ich bin total auf den Socken und brauche dringend Ruhe!“
Leila sprach leise und mit zusammengekniffenen Augen. Lange konnte sie nicht mehr durchhalten.
„Es tut mir leid, aber ich muss gehen“
sie entschuldigte sich abermals und wollte sich von ihm abwenden.
„Mir auch. Ich hoffe, dass es Dir bald besser geht!“
damit verabschiedeten sich die beiden mit einem Händedruck. Leila schaute ihm nochmals in die Augen und fügte hinzu:
“Das Haus am Wasser hat mir sehr gut gefallen….“
Keanu lächelte verlegen und Leila drehte sich ebenfalls lächelnd um und machte sich auf den Weg zu ihrem Auto. Nie hätte sie gedacht, dass sie hier jemanden aus der Filmbranche treffen würde – und ausgerechnet jetzt in dieser Situation und ihrem Zustand begegnete sie diesem sympathischen Mann…. Was hätten andere darum gegeben, jemanden wie Keanu zu treffen und ein Gespräch zu führen – sie eigentlich auch aber Leila war total fix und fertig und hielt die Schmerzen kaum mehr aus. Konzentrieren konnte sie sich kaum noch und die Gedankensprünge wanderten ins Leere. Sie war kein Mensch in dieser Zeit und sie hätte kaum eine intelligente Diskussion führen können…..

Als sie die Treppe zu ihrem Auto herab stieg, war der Fotograf weg. Vorsichtig versuchte sie aus der inzwischen engen Parklücke auszuparkieren denn irgendein Idiot hatte sein Fahrzeug so dicht vor ihren Wagon geparkt dass sie kaum mehr raus fahren konnte. Wieder legte sie den Rückwärtsgang ein und als sie langsam losfuhr, rumpelte es und sie hörte ein Geräusch als wäre sie über eine Blechtonne gefahren! Hastig stieg sie aus und lief um ihr Auto. Mit entsetzten stellte Leila fest, dass ihr Auto mit dem schwarzen Sportwagen verkeilt war – aber wie? Sie bückte sich um die Situation nochmals zu begutachten; sie hatte ganz vergessen dass sie ja eine Anhängerkupplung an ihrem Wagen hatte und genau diese steckte nun unter der Stosstange des Flitzers fest! Oh Gott, nicht auch noch das! Was sollte sie nun tun?
Leila war verzweifelt – eine Karambolage hatte ihr gerade noch gefehlt! Sie überlegte kurz und versuchte dann mit ein paar heftigen Handstössen auf die Haube des Porsches, die Verkeilung zu lösen… „WUI WUI WUI WUI WUI WUI !!!!!“ Sie hätte es wissen müssen, wer solch einen Sportwagen fährt, hat sicher auch eine Alarmanlage drin und die machte sich schon nach der ersten grösseren Erschütterung bemerkbar! Ein haarsträubender, greller, unüberhörbarer Ton erklang vom Auto und Leila sprang erschrocken zurück. Sie wunderte sich, dass der Alarm nicht schon beim Auffahren los ging und bevor sie sich noch gross Gedanken machen konnte, kam jemand aus dem Polizeigebäude gestürzt und lief Richtung Fahrzeuge. Sie stand noch immer hilflos auf dem Gehsteig und wusste nicht was tun. Erst als sich der grosse Typ näherte, erkannte sie Keanu.
„Oh Gott, das auch noch!“
Nun war es ihr sichtlich peinlich und bevor sie irgendetwas sagen oder tun konnte, hatte er schon sein Auto aufgeschlossen und die Alarmanlage ausgeschaltet. Keanu stieg wieder aus, schloss ab und wendete sich zu Leila;
„Es wäre schon ein bisschen unverschämt, ein Auto vor dem Polizeiposten zu knacken… „
Er schaute sie mit einem prüfenden Blick an.
„Oh Gott, nein!“
Leila schüttelte ungläubig den Kopf. Also das dachte er wohl von ihr – zuerst so nett und gleich darauf eine Anschuldigung! Leila blieb trotzdem freundlich, zeigte auf die Stossstange und die Verkeilung und entschuldigte sich.
„Es tut mir wirklich leid, ich wollte raus fahren aber die doofe Anhängerkupplung habe ich total vergessen….“
Wieder schüttelte sie den Kopf über ihr Missgeschick und es war ihr noch peinlicher. Keanu schaute sie nochmals prüfend an – wie konnte Leila wissen, dass er nur Spass machte… „Komm, alles halb so wild. Setz Dich mal in Dein Fahrzeug und ich versuch’s noch mal mit Druck auf die Haube...“
Leila tat wie ihr geheissen, legte vorsichtig den ersten Gang rein und gab langsam Gas. Keanu drückte fortlaufend auf die Haube des Porsches und schlussendlich waren die Autos voneinander befreit. Leila stieg aus und zusammen begutachteten sie den Schaden; die Anhängerkupplung war noch ganz aber die Stosstange vom Porsche verbogen und das Nummernschild mit samt der Halterung lag am Boden. Leila schaute Keanu entsetzt an:
„Das wird ein teurer Spass!“
Keanu schaute Leila Stirn runzelnd an; der Vorfall mit ihrem Telefonat in der Halle war auch ihm nicht entgangen und so grosszügig wie er war, konnte er doch nicht von ihr verlangen, dass sie für diese – für ihn jedenfalls – Lappalie aufkommen sollte. Sie hatte genug Sorgen und sollte sich nicht noch um den Schaden kümmern müssen.
„Ach was, ich muss den Wagen sowieso in die Werkstatt bringen, da können sie die Sache auch gleich in Ordnung bringen. Ist ja nicht so schlimm – Blechschaden kann man immer Reparieren. Ich mach mir mehr Sorgen um Dich – also nach der ganzen Aufregung solltest Du Dich besser hinlegen.“
Leila schaute ihn verdutzt an und überlegte einen Moment:
„Wie meinst Du das genau?“
Ihre Gedanken kreisten um das „Hinlegen“ und sie schaute ihn mit zusammengekniffenen Augen an um gleich das eigentliche Thema zu besprechen:
„Nein, also die Reparatur geht auf meine Kosten, das kann ich sonst nicht annehmen. Ich möchte die Sache mit Deinem Auto schon in Ordnung bringen …“
Er schaute sie belustigt an; also stur schien sie zu sein. Aber es war nicht Leila’s Sturheit sondern ihr schlechtes Gewissen und das wieder gut machen, die sie die so sprechen liess. Keanu merkte, dass er hier auf Stein zu beissen schien und meinte;
„Also gut, wenn Du das so siehst: für ein gutes Nachtessen wäre das geregelt…“
Leila’s Schmerzen schienen für einen Moment verschwunden zu sein und sie überlegte, wie sie das wohl anstellen sollte. Trotz allem willigte sie ein – irgendwie würde sie eine Lösung finden. Keanu holte ein Stück Papier aus seinem Auto, schrieb etwas darauf und reichte es ihr. „Hör mal, ich muss noch mal da rein. Ruf mich morgen an, dann schauen wir weiter“
mit einem langen Blick schaute er Leila an und fügte hinzu;
„Kannst Du selber fahren, oder soll ich Dich nach Hause bringen?“
Leila schaute ihn wieder überrascht an: sie meinte ihm erzählt zu haben, dass sie in ihrem Wagen schlief.
„Das ist sehr nett von Dir, aber nicht nötig. Mein Zu Hause steht genau vor Dir…“
Sie musste trotz dem ganzen Vorfall, ihren Schmerzen und der ganzen Situation grinsen. Keanu schaute sie erstaunt an.
„Du schläfst im Wagen?“
„Klar, ist so umgebaut dass ich hinten drin schlafen kann. Mit den abgedunkelten Scheiben klappt das wunderbar…“
Sie packte ihre Autoschlüssel und reichte Keanu ihre Hand;
„Ich danke Dir nochmals für Deine Hilfe. Und das mit dem Essen das ist gebongt. Ich ruf Dich morgen an, wenn Dir das recht ist.“
Sie lächelte Keanu müde an und stieg in ihren Wagen. Er stand noch immer auf dem Gehsteig und als sie wegfuhr, winkte er ihr kurz und blieb stehen, bis sie ausser Sichtweite war.

Kapitel 3
Leila war kaum ein paar Minuten unterwegs, da kam umgehend das Dröhnen und Pochen in ihrem Kopf Blitzartig zurück, „Gott, diese Migräne – ausgerechnet jetzt!“ Leila konnte sich nicht konzentrieren, fuhr irgendeine scheinbar ruhige Strasse hinauf und als sie ein Parking Zeichen sah, folgte sie demjenigen. „… Nur eine Stunde schlafen…“ Sie fuhr lange umher, konnte aber den Parkplatz nicht finden. Es war ihr egal; sie parkierte den Wagen am Strassenrand wo es einigermassen gerade war, schloss ab und zog sich in den hinteren Bereich zurück, wo sie sich in ihre Decke wickelte und sofort einschlief.
Sie erwachte, als jemand an die Scheiben klopfte. Müde und schmerzerfüllt hob sie den Kopf aus ihrer Schlummertüte; sie sah ein Polizeiwagen mit blinkenden Sirenenlichtern vor ihrem Wagen parkiert und vorne war ein Polizist, der mit einer Taschenlampe in das Wageninnere leuchtete. Offensichtlich erkannte er, dass jemand drin war und hämmerte mit der Taschenlampe gegen das hinter Fenster.
„Ich komm’ ja schon!“
rief sie und befreite sich aus dem Schlafsack, kletterte nach vorne und setzte sich auf den Fahrersitz um das Fenster zu öffnen.
„Sie können hier nicht parkieren – das ist eine Privatstrasse!“
wurde sie mit einem ziemlich strickten Ton angeherrscht. Mit blinzelnden Augen versuchte sie zu lokalisieren, wo sie eigentlich war. Der Polizist sah sie forsch an und im gleichen Moment verlangte er Fahrzeugpapiere und ihren Führerschein. Leila begann ziemlich nervös im Handschuhfach zu wühlen und als sie die Papiere endlich hatte, war der Polizist auch schon ziemlich ungeduldig. Zum Glück hatte sie die Fahrzeugpapiere immer im Auto, falls er jedoch einen Ausweis von ihr wollte, müsste sie ihm wohl eine entsprechende Erklärung abgeben…
Der Polizist prüfte die Papiere lange und ausgiebig und sein Blick fiel immer wieder auf Leila, die sich immer wieder über das linke Auge fuhr um die Schmerzen zu lindern.
„Sie müssen ihr Fahrzeug wo anders parkieren. Und schlafen im Auto in dieser Stadt ist auch nicht gerade empfehlenswert. Besonders wenn man alleine als Frau unterwegs ist!“
Das war eindrücklich und Leila versuchte zu verstehen.
„Tut mir leid! Ich suche was anderes.“
Der Polizist nickte und wendete sich ab und lief Richtung Streifenwagen. Er wollte gerade die Autotüre öffnen, stockte einen Moment und kam zu Leila zurück, die sich inzwischen angeschnallt hatte und die Schlüssel ins Zündschloss steckte.
„Sie sind ganz alleine hier?“
Leila nickte.“
„Und sie kennen wirklich Niemanden in dieser Stadt?“
Leila schüttelte den Kopf.
„Es wäre gut, wenn Sie sich Freunde suchen würden…“
Er zwinkerte ihr zu und beugte sich näher zu ihr. Unweigerlich wich Leila zurück. Was war das denn eben? Leila schaute den Polizisten verdutzt an – hatte er ihr eben ein Angebot gemacht?? Das konnte doch nicht sein – dieser Mann arbeitete für den öffentlichen Dienst und die Sicherheit und machte ihr ein solches Angebot??!!! Nun war sie wieder voll da - sie griff nach dem Fensterheber und antwortete;
„Mach ich, aber auf meine Weise!“
und begann das Fenster hoch zu kurbeln. Offensichtlich hatte ihr diese Situation einen solchen Schrecken eingejagt, dass sie sich mit einem Schlag bewusst war, was ihr eigentlich hätte blühen können. Sie hatte oft von vermeintlichen Polizisten gehört, die dann die Fahrer ausgeraubt oder sogar bedroht hatten…
Ein überhebliches Grinsen huschte über das Gesicht des Polizisten und Leila wurde es unheimlich. Schliesslich wendete er sich von ihr ab, setzte sich in den Streifenwagen und fuhr davon. Sie sass noch immer zitternd in ihrem Wagen und überlegte sich, was sie tun sollte. Unweigerlich kam ihr Keanu in den Sinn. In Anbetracht der Situation war sie nahe daran, ihn jetzt schon anzurufen und um Rat zu bitten, aber konnte sie das? Es war mitten in der Nacht und wahrscheinlich war er schon lange zu Hause und hatte sie vergessen. Sie konnte es ja versuchen, griff nach ihrem Handy und stellte die Nummer ein, die er ihr gegeben hatte. Ihr Blick viel auf die Uhr beim Radio. 01:32 h. Das war schon ziemlich spät und sie wollte schon wieder auflegen als am anderen Ende der Leitung ein fröhliches
„Hallo“
erklang. Leila stutzte einen Moment. War er tatsächlich noch zu so später Stunde auf? „Hallo??“
Diesmal war es eher fragend „Haalloo-ooo??“ klang es erneut und als sie sich endlich gefasst hatte, antwortete sie;
„Hallo Keanu – hier ist Leila. Tut mir leid, dass ich dich noch so spät anrufe…“
Sie wartete einen Moment und Keanu meinte:
„Hallo Leila! Ist doch kein Problem, bin noch auf.“ Er stutze einen Moment
„Wie geht es Dir? Steckst Du in Schwierigkeiten?“
Wie konnte er das bloss annehmen?? Eigentlich waren es keine Schwierigkeiten aber die Situation vorhin ist eingefahren und sie brauchte jemanden, dem sie sich anvertrauten konnte. „Es geht mir einigermassen…“
sie schüttelte den Kopf, nein, eigentlich ging es ihr überhaupt nicht gut…
“Nein, ich stecke nicht wirklich in Schwierigkeiten …– da war nur….“
ihre Stimme versagte und sie war den Tränen nah –
“Tut mir leid, Keanu, bestimmt hast Du was Besseres vor und ich wollte dich nicht belästigen. Ich…. „
und bevor sie was sagen konnte, stellte er auch schon die Frage, wo sie war.
„Keine Ahnung - irgendwo in den Hügeln….“
Sie schaute sich hilflos um.
„Hör zu, Leila! Ich hab Dir meine Nummer gegeben, dass Du Dich meldest, nicht nur für ein Essen, sondern auch wenn Du Hilfe brauchst. Ich darf annehmen, dass Du zu so später Stunde noch anrufst, weil Du Sorgen hast….“
Leila hörte gebannt zu und schaute wieder auf die Uhr 01:43 h…
„Schau Dich mal um wo Du bist und gib mir dann Bescheid, ja? Ich rufe Dich in ein paar Minuten zurück, okay?“
Leila war sprachlos. Sie telefonierte gerade mit diesem unheimlich gut aussehenden Typen, der von wahrscheinlich hunderten von Frauen begehrt war und der ihr nun seine Hilfe anbot und sich um sie Sorgen zu machen schien… Sie war wirklich beeindruckt – so hatte sie noch nie einen Filmstar eingeschätzt, für sie waren sie eher unnahbare, schräge Typen die sich im Filmgeschäft einen Namen gemacht haben, entweder durch harte Arbeit und Disziplin oder eher mit sehr viel Glück erfolgreich wurden.
Leila liess den Wagen an und fuhr ein Stück die Strasse runter bis zur ersten Kreuzung. Kaum dort angekommen, suchte sie die Strassenschilder und schon klingelte ihr Handy. Sie war überrascht dass sich Keanu selber meldete, hatte sie ihm doch ihre Nummer nicht gegeben und doch musste sie sich eingestehen, dass die neue Technologie eben schon recht fortschrittlich war…. Silikon Valley sei Dank!
„Keanu, ich stehe hier an der Ecke Canyon und Village Boulevard…“
sprach sie in den Apparat. Es war einen Moment still und sie wiederholte nochmals wo sie genau stand:
„Hm ja, kenne ich. Warte dort, ich komm Dich holen… „
Ich möchte Dir wirklich keine Umstände machen. Ich…“ –
„Kein Problem. Ich bin in etwa einer halben Stunde bei Dir. Warte dort, okay?“
Leila nickte und bestätigte sein Vorhaben.
Die Zeit schien viel zu langsam zu vergehen; Leila hatte den Wagen erneut am Strassenrand parkiert und sass hinter dem Steuer um auf Keanu zu warten. Sie musste eingenickt sein, erst als jemand an ihr Fenster klopfte, schreckte sie auf und musste sich zuerst orientieren. Wieder klopfte es an Fenster und als sie Keanu erkannte, war sie auf einen Schlag hellwach. Sie öffnete das Fenster und ein müdes Gesicht begrüsste sie.
„Wie geht es Dir?“
sie lächelte verkrampft –
„Jetzt wo Du da bist, besser, danke.“
Im gleichen Moment sah sie den Streifenwagen aus der Seitenstrasse biegen und wieder fuhr ihr der Schreck in die Knochen. Keanu bemerkte ihre Reaktion – und als der Wagen neben ihrem Fahrzeug hielt und das Fenster runter machte, erkannte sie den Beamten und schaute Keanu hilflos an.
„Guten Abend zusammen“
mit einem prüfenden Blick zu Keanu und dann zu Leila meinte er:
„Ist alles in Ordnung? M’am?“
Leila nickte und mit einem panikerfüllten Blick zu Keanu meinte sie:
„Bin gleich weg….“
Der Polizist nickte, verabschiedete sich und fuhr langsam weiter. Leila zitterte und Tränen bildeten sich langsam in ihren Augen.
„Komm, lass uns gehen – fahr’ mir einfach nach.“
Keanu klopfte ihr aufmunternd auf die Schultern und ging zu seinem Porsche. Konnte Leila ihm vertrauen? Wohin wollte er sie lotsen? Sie hatte ganz vergessen zu fragen…. Und konnte sie ihm überhaupt vertrauen???
Im Moment war es ihr egal. Ihr erster Eindruck von ihm war positiv und bis anhin hatte sie ihre Menschenkenntnis noch nie im Stich gelassen. Sie liess die Zündung an, stellte den Ganghebel auf Automat und fuhr Keanu nach. Sie fuhren den Berg hinunter, bogen ab, wieder hinauf und nach einem kurzen Stück stellte er den Blinker, hielt an und wartete. Offensichtlich waren sie zu bei Ihm zu Hause angelangt und er wartete auf die Öffnung des automatischen Garagentores. Leila wartete ebenfalls und als er ihr durch das Fahrerfenster winkte, sie solle ihm folgen, fuhr sie ihren alten Wagen ebenfalls in die Tiefgarage und parkierte neben seinem Porsche.
Keanu war schon bei ihr als sie kopfschüttelnd und ziemlich aufgewühlt aus dem Auto stieg. Sie schwankte einen Moment und Keanu hielt sie am Arm fest.
„Keanu, dieser Polizist – bitte entschuldige dass ich Dich da hineingezogen habe…“
sie schaute ihn müde an. Bestimmt hatte er etwas Besseres vor als sich mit ihrer Geschichte abzuwühlen…
„Komm, ich glaube, Du brauchst nach allem zuerst etwas Ruhe. Lass uns nach oben gehen und wenn Du magst erzählst Du mir, was passiert ist…. „
Leila nickte nur, packte ein paar Sachen aus dem Kofferraum und folge Keanu die Treppe hoch in die Eingangshalle. Sie staunte über die Grösse, war aber zu müde um irgendwelche Eindrücke aufzunehmen. Keanu führte sie in die Küche und von dort aus ins anschliessende Wohnzimmer.
„Durst?“
fragte er und ging zum Kühlschrank. Leila nickte verlegen und Keanu holte zwei Budweiser raus. Leila setzte sich auf die weisse Couch und beobachtete Keanu der ihr die geöffnete Flasche hinhielt. Sie trank einen Schluck und Keanu beobachtete sie. Wer war dieses unscheinbare Ding das so viel Pech innert kürzester Zeit verbuchte und das nun niedergeschlagen und müde in seinem Wohnzimmer war?
„Wann hast Du zuletzt etwas gegessen?“
Sie schaute ihn fragend an – sie wusste es nicht. Keanu musterte sie, stellte sein Bier auf den Tisch und ging zurück zur Küche.
„Ich bin kein Küchenmensch, aber irgendein Sandwich kann ich Dir noch machen…“
und wortlos holte er die Zutaten aus dem Kühlschrank hervor und begann ein paar Sandwichs aus Toastbrot zu belegen. Als er damit fertig war und den Teller mit den Broten zu Leila brachte, lag diese auf dem Sofa und schlief, das Bier noch in der Hand. Leise nahm er ihr die Flasche aus der Hand, holte eine warme Decke, liess die kleine Lampe brennen und ging selber schlafen.
Trotz der späten Stunde lag er noch lange wach. Wieso tat er das eigentlich? Noch nie hatte er jemand einfach so nach Hause genommen, vor allem keine Touristen die alleine unterwegs war – und doch, da war etwas an Leila das ihn nicht mehr los lies. Was bloss war es? Sie war jung, bestimmt 10 Jahre jünger als er, alleine unterwegs, wollte ein paar Monate hier bleiben und wurde so vom Schicksal eingeholt, dass sie nun fast Mittellos da stand. Wer war dieses Geschöpf bloss?


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Beitrag Verfasst am: 06.11.2008, 10:40    Titel: Urlaub etwas anders in Kalifornien Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 4
Als Leila erwachte, lag sie noch immer zugedeckt auf dem kleinen Sofa, die Sonne strahlte durch die Grosse Glasfront und irgendwoher klang Musik. Sie schaute sich um – sie war alleine in dem grossen Raum und langsam setzte sie sich auf. Ihre Schmerzen waren definitiv weg und sie fühlte sich relativ gut. Wären da nicht die strähnigen Haare und die zerknitterten Kleider gewesen – ausserdem konnte sie gut und gerne Wasser und Seife vertragen…
Wie lange hatte sie wohl geschlafen hatte? Egal – Hunger trieb sie zur Küche wo sie neben der Kaffeefiltermaschine einen Zettel und einen Schlüssel vorfand: „Guten Morgen Leila. Ich hoffe, Dir geht es wieder besser heute. Hier sind die Haus- / Garagenschlüssel. Bitte schliesse die Gartensitzplatztüre wieder ab, falls Du aus dem Hause gehst. Ansonsten, fühl’ Dich wie zu Hause und bedien’ Dich worauf Du Lust hast. Sollte gegen Abend wieder zu Hause sein. Keanu.“ Leila war mächtig beeindruckt – offensichtlich hatte Keanu keine Bedenken wen er da im Hause hatte und sie freute sich innerlich über sein Vertrauen. Nein, aus dem Hause wollte sie nicht – aber sie hatte einen Mordshunger! Mit einem Blick auf die eingebaute Stereoanlage wo die Musik her kam stellte sie fest, dass sie erneut fast 12 Stunden geschlafen hatte – und sie fühlte sich toll, wieder ganz Mensch zu sein.

Kurze Zeit später stand Leila unter der Dusche – langsam begann sich ihr Körper wieder zu normalisieren und in Gedanken rekapitulierte sie die vergangen 48 Stunden. Sie konnte kaum fassen, dass sie sich hier in diesem grossen, modern eingerichteten Hause befand, das offensichtliche Keanu gehörte. Immer wieder musste sie an die Begegnung auf dem Polizeiposten denken und je länger sie darüber nachdachte, sie konnte sich nicht wirklich erklären, ob Keanu ihr seine Nummer vielleicht nur aus Mitleid über ihr Schicksal gegeben hatte. Sie kam zum Schluss, dass sie nicht länger auf seiner Pelle sitzen wollte als nötig und beschloss, ihren Vater anzurufen und ihm die ganze Situation zu erklären. Sie war sich bewusst, dass sie vielleicht ihre Reise abbrechen und wieder nach Hause fliegen musste aber welche anderen Möglichkeiten hätte sie denn? Wie sonst sollte sie ihre Reiseziele verwirklichen können?
Frisch geduscht und mit sauberen Kleidern ging Leila in die Küche und schaute sich im Kühlschrank um, was es zu Essen hatte. Wahrlich – Keanu schien kein grosses Interesse an wirklich gesunden Lebensmitteln zu haben. Ausser Orangenjus fand sie nur Milch, etwas Butter, Marmelade, Eier, Schinken und Käse, einige Flaschen Bier und Weisswein. Vielleicht fand sie ja in den Schränken noch etwas anderes und begann die Türen aufzumachen. Designergeschirr kam zum Vorschein und wieder musste sie über seinen guten Geschmack staunen… Endlich fand sie Kaffeepulver und Toastbrot und somit hatte sie eigentlich alles für ein gutes Frühstück – und dies am späteren Nachmittag! Schon kurze Zeit später hatte sie frischen Kaffee aufgesetzt, brutzelte sich ein paar Omeletten mit Schinken und Käse, schob ein paar Brote in den Toaster und setze sich mit dem ganzen Essen auf die Terrasse wo sie die hervorragende Aussicht auf L.A. genoss. Sie holte ihr Handy und wählte die Nummer ihres Vaters. Mit der Zeitverschiebung musste es in der Schweiz morgen sein und wahrscheinlich war er bereits wieder im Geschäft. Sie musste nicht lange auf Antwort warten und nach einer fröhlichen Begrüssung beiderseits erzählte Leila die ganze Geschichte, wo sie war, was geschehen war, den Vorfall mit dem Polizisten und wie sie Keanu getroffen hatte. Ja, sogar ihr Vater hatte schon von ihm gehört und nun musste sich Leila genau eine Moralpredigt anhören, was für schlimme und schamlose Typen diese Schauspieler auch sein konnten und dass sie wohl auf der Hut sein sollte, und sich überlegen, wieso dieser Mensch so freundlich zu Leila war.
„Papa – er ist in Ordnung! Hätte er mir sonst seine Hausschlüssel hier gelassen? Zudem hat er sich ganz anständig benommen!“
„Ja – und wo hast Du geschlafen?“
Leila war empört – wieder diese Schulmädchenpredigten; immerhin war sie schon 31 und hatte ihre Erfahrungen mit Männern gemacht!
„Papa! Also wirklich, das geht Dich überhaupt nichts an!“
Und schon waren beide wieder in ihrem alten Element von argumentieren und zurechtweisen wie so oft, wenn es um die einzige Tochter ging, die so eigensinnig und stur sein konnte; genauso wie Papa eben.
Nach einem langen, zuletzt versöhnlichen und verständnisvollen Gespräch hatte Leila die Sicherheit, dass ihr eine neue Kreditkarte mit einem entsprechenden Ferienkontoguthaben auf das Hauptpostamt L.A. zugeschickt würde. Sie wollte auf keinen Fall Kenau’s Adresse benützen – schliesslich war sie hier nur Gast und zudem wusste sie ja auch nicht genau wo sein Haus eigentlich stand und ausserdem wollte sie ebenso wenig noch viel länger hier bleiben als nötig – dass sie sich hier ausruhen und frisch machen durfte, war schon genug guter Wille und sie wollte ihm auf keinen Fall ins ein Privatleben reinplatzen.

Leila sass noch immer auf der Terrasse als die Sonne langsam unterging. Die Aussicht war nach wie vor atemberaubend und sie beneidete Keanu um diesen Ausblick. In Gedanken versunken sass sie auf dem Grossen Rattansofa und erst als sie langsam zu frieren begann, räumte sie den Tisch fein säuberlich auf und, stellte das schmutzige Geschirr in die Abwaschmaschine und machte die Küche sauber. Sie war gerade fertig mit Aufräumen, als sie hörte, wie das Garagentor aufging und kurz darauf Keanu in die Küche kam, bepackt mit zwei grossen braunen Papiereinkaufstaschen. Als er Leila sah, die inzwischen vom Wohnzimmerfenster aus auf die Abendbeleuchtung von L.A. herabblickte, blieb er einen Moment stehen und musterte sie kurz bevor er die Taschen abstellte. Leila hatte ihren grauen Trainingsanzug an und die langen, blonden Haare waren fein säuberlich zu einem Zopf zusammengebunden und das gefiel ihm noch besser… -

Für einen Moment schweiften Keanus Gedanken zur ersten Begegnung mit Leila zurück: sie fiel ihm schon im Cafe im Rodeo Drive auf aber er machte sich im Moment nur kurz Gedanken darüber, wie ihr Auftreten war. Er schrieb die ganze Situation eher einer etwas hastigen Touristin zu, die er an ihrem Dialekt erkennen und die ja unmöglich von hier sein konnte. Als er Leila dann nochmals auf dem Polizeiposten traf, war es für ihn fast Schicksal – die Stadt war zu gross als dass sie sich ein zweites Mal einfach so über den Weg laufen würden und ihm war es recht. Offensichtlich war sie in Schwierigkeiten und obwohl es überhaupt nicht seine Art war, jemand fremden einfach so zu helfen, ihre Verzweiflung hatte ihm doch zugesetzt und er fühlte als müsse er einfach etwas tun. Und wenn es nur ein paar Aspirin wären, die ihr helfen konnten… Dass sie allerdings seinem geliebten Porsche eine Beule verpasste, das war schon eher ungeschickt und doch – Leila schien ein anständiges Mädchen zu sein, hatte ganz offensichtlich Schmerzen und der ganze Tumult war sicher auch zu viel für sie. Wie auch immer, jetzt war er froh, zu sehen, dass es ihr wirklich besser ging und er freute sich über ihre Anwesenheit.

Leila stand barfuss vor dem grossen Fenster und als er hereinkam und ihn wahrnahm, drehte sich zu ihm um und begrüsste ihn mit einem scheuen Lächeln;
„Guten Abend, Keanu. Ich hoffe, Du hattest nicht einen allzu strengen Tag?“
Keanu lächelte sie verlegen an.
„Hallo Leila - schön, dass es Dir besser geht.“
Leila kam zu ihm in die Küche. Sie war sehr zurückhaltend, genau wie er, aber aus ihrer Sicht war ihr die ganze Situation noch immer unangenehm und irgendwo auch peinlich genug. Sie tauschten die Blicke und er lächelte sie aufmunternd an. Während Leila half die Tüten zu leeren schaute sie ihn noch immer verlegen an:
„Keanu, ich danke Dir für Deine Hilfe und dass ich hier sein durfte. Ich möchte aber auf keinen Fall zu lange bleiben…. „
Keanu’s undurchsichtiger Blick verunsicherte Leila noch mehr und sie begann Worte zu suchen….
“Leila, Du kannst so lange bleiben wie Du möchtest. Ich bin zu Zeit ziemlich beschäftigt und
sowieso meistens aus dem Hause, also mach Dir deswegen keine Gedanken“.
Sie wollte widersprechen, doch Keanu schüttelte nur de Kopf –
„Du machst mir wirklich keine Umstände…“
war das einzige, was er sagte. Dann packte sie die restlichen Lebensmittel aus und schon kurz
darauf bereiteten sie das Abendessen zusammen vor. Sie unterhielten sich zuerst zaghaft, ein erstes Antasten war fällig und als sie zusammen am Tisch sassen, öffnete Keanu eine Flasche Rotwein und schenkte beide Gläser ein. Leila grinste, als er ihr das Glas zum anstossen reichte und Keanu antwortete mit einem fragenden Blick.


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Beitrag Verfasst am: 30.01.2009, 15:23    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kaptitel 5
„Normalerweise vertrag ich Wein nicht so gut….Also keine Garantie, wie ich mich danach benehme…“ meinte sie schelmisch und lachend prosteten sie einander zu.
„Ich hoffe, nicht zu ausfällig…. Das ist ein guter Tropfen und den werden wir hoffentlich geniessen...“
sein Blick wanderte von der Flaschenetikette zur Leila und wieder zurück.
Leila wurde nun etwas verlegen und nicht der Wein war schuld an ihrer plötzlichen roten Wangen…. und um die Situation nicht noch peinlicher werden zu lassen meinte er:
„Ich habe mir gerade überlegt, wie oft ich schon mit Besuch hier an diesem Tisch gesessen haben… und eigentlich waren es noch gar nicht so viele Leute“ er machte eine Pause:
„Ausser meiner Familie und ein paar Freunden natürlich…“
Leila schaute ihn überrascht an; Keanu Reeves – ein bekannter Schauspieler, wohnhaft in einer wunderbaren Gegend hier in Hollywood oder so, hatte kaum Gäste in diesem tollen Hause? Also das konnte sie sich nun beim besten willen nicht vorstellen und mit einem schrägen, prüfenden Blick versuchte sie ihm etwas mehr zu entlocken. Keanu bemerkte ihren Blick und musste lachen.
„Was, Du glaubst mir etwa nicht?“
Leila’s Mine verzog sich nicht einen Millimeter und sie schüttelte den Kopf. Keanu warf sich wortwörtlich an seine Stuhllehne zurück, fasste sich mit der Hand ans sein Herz und mit einem „ernsten Blick“ antwortete er:
„Grosses Ehrenwort! Ich habe nicht soo viele Freunde.... „
Auch das konnte Leila kaum glauben und dementsprechend viel ihre Mimik wieder aus. Keanu schaute sie von oben bis unten an und mit einem male wurde er richtig verlegen. Gegenüber sass diese junge Frau die ihn fast um seine Worte raubte und er versuchte ihr ein wenig Einsicht in sein privates, leider oft sehr einsames Leben zu gewähren und alles was er erntete, waren diese ungläubigen Blicke! Er war doch Schauspieler, konnte er im richtigen Leben nicht überzeugend genug sein? Das war ihm wirklich noch nie passiert – im Gegenteil; wie oft traf er junge Frauen die wussten wer er war und was er machte, aber keine Ahnung hatten, wie er wirklich war? Leila sass noch immer stillschweigend vor ihm, nippte am Rotwein und wartete auf eine noch bessere Antwort. Keanu wurde ganz ruhig und musterte sie erneut:
„Wie kann ich Dich überzeugen?“
Leila lachte – sein Dackelblick hatte sie doch schon überzeugt – jedenfalls beinahe.
„Weißt Du, Keanu, es tut mir leid, aber ich kann mir das kaum vorstellen. Ein so gut aussehender Mann wie Du muss doch tomatenweise Frauen kennen, mit denen Du gerne zusammen bist?“ Sie schaute ihn nun neckisch an – sie konnte sich im besten Willen nicht vorstellen, dass er wirklich kaum Besuch hatte.
„Tomatenweise?? Das gefällt mir“ er nickte grinsend – „tomatenweise, ja. Aber keine, die wirklich für längere Zeit mit mir zusammen sein möchte…“
Leila bohrte weiter;
„Nein? - Bist Du ein schwieriger Mensch?“
Keanu überlegte einen Moment. Als schwierig würde er sich nicht gerade bezeichnen eher:
“Nicht unbedingt einfach….“
Leila schien eine wunde Stelle getroffen zu haben; Keanu wurde nachdenklich und wartete auf weitere Fragen von ihr. Und das dauerte auch keine Minute:
„Darf ich mal raten?“ er nickte
„Schauspieler, hm…“ Leila setze eine gespielte, nachdenkliche Miene auf;
„Ich schätze, dass Du die meiste Zeit für Deinen Beruf aufbringst… „
Keanu machte eine Ja/Nein Kopfbewegung…
„somit tagelang Manuskripte auswendig lernst, dann wochenlang von früh bis spät auf dem Set bist… Keine Zeit für Familie und Freunde hast…“
Keanu grinste – sie kannte sich wohl aus in dieser Branche, nahm einen Schluck Rotwein und liess Leila weiter sprechen:

„… und bestimmt hast Du auch keine Freundin, die hier plötzlich auftaucht und eine Szene macht wenn sie mich hier an Deinem Tisch vorfindet?“
Also das war nun wirklich zu direkt und Leila entschuldigte sich im selben Moment, wo die Worte raus waren. Keanu überlegte einen Moment – also wirklich sie hatte ihn tatsächlich auf seinem linken Fuss erwischt aber schlussendlich hatte er nichts zu verheimlichen – und Leila’s Art gefiel ihm. Mit einem schrägen Blick sah er sie kurz an, lehnte sich etwas über den Tisch damit er näher an ihrem Gesicht war und meinte:
“Und was wenn?“
Leila liess einen gekünstelten, tiefen Seufzer aus ihrer Lunge entweichen, kniff kurz die Lippen und Augen zusammen, sah ihn vermeintlich „ernst“ an und antwortete mit einer festen Stimme:
“Dann hoffe ich wenigstens, dass sie dafür einen ganz guten Grund findet, um auch wirklich eine Szene aus dieser Szene zu machen…. „
Hä?? Was quasselte Leila hier bloss – offenbar schien der Wein seien Wirkung zu tun und kopfschüttelnd über ihre vermeintlich hirnlose Aussage sah Leila Keanu an, der sie noch immer mit diesem schier durchbohrenden Blick anschaute um gleich darauf laut drauf los zu lachen!
„Eine Szene aus der Szene?“
wiederholte er und obwohl er sich einen Spass daraus machen wollte, holte Leila gleich nochmals aus und meinte, diesmal wirklich ernst gemeint:
“Es würde mich wirklich angurken, wenn ich mich in solch einer Situation finden würde!“
Keanu hörte auf zu lachen, und in Gedanken wiederholte er kurz, was Leila gerade gesagt hatte. Offenbar war sie der Überzeugung, dass er wohl mit jemandem liiert war, was ja nicht der fall war. Trotzdem, Leilas’s Worte liessen ihn schmunzeln.
„Angurken?“ fragte er vorsichtig und sein Grinsen war unübersehbar. Doch Leila’s Mine war unverändert; sie hasste es, mit Situationen konfrontiert zu werden, denen sie nicht gewachsen war und Eifersuchtszenen hasste sie am meisten.
„Angurken?“ frage Keanu nochmals und Leila schüttelte bejahend den Kopf.
Dann fing Keanu wiederum wie doll an zu Lachen und Leila erkannte, dass sie total falsch liegen musste und er sich wirklich einen Spass aus ihrer Reaktion machte.
„Angurken – ha – ha ! Das muss ich wirklich in meinen Wortschatz aufnehmen!“ lachte er weiter und steckte Leila unweigerlich mit seiner Fröhlichkeit an!
Die weitere Unterhaltung verlief sehr beeindruckend und Leila überraschte Keanu mit ihrem Wissen und ihrer Wortwahl in etwa gleichermassen, wie er sie. Offenbar hatten sie die gleiche Wellenlänge und es musste noch etwas ganz anderes in der Luft gelegen haben…

Als sie zusammen den Tisch abräumten und das Geschirr in die Küche brachten, füllte Leila den Waschtrog um die Teller vorzuwaschen. Sie hatte die Ärmel hochgekrempelt und liess den Schaum zwischen den Fingern tanzen und hatte gar nicht bemerkt, dass Keanu sie schon eine ganze Weile beobachtet hatte. Nun stand er hinter ihr und musterte sie; die langen blonden Haare gefielen ihm, ihre schlanke Figur die im Hometrainer erst recht zur Geltung kam, die langen Beine…. Die Anmut in ihrem Gang…. Sie sah einfach umwerfend aus – und ihr Dasein hatte etwas in ihm ausgelöst, das er sich nicht erklären konnte…

Leila hatte gerade die Teller vorgewaschen als sich Keanu wortlos hinter sie stellte, das schmutzige Besteck auf die Ablage neben dem Trog legte nachdem sie sofort greifen wollte. Noch bevor sie danach greifen konnte, fühlte sie seine Hände auf ihren Schultern; eine davon war halb nackt, weil die Jacke beim Abwasch verrutscht war und Einblick auf das Tanktop bot, das sie darunter trug. Im selben Augenblick, als sie seine warme Hand auf ihrer Haut spürte, durchlief sie ein schaudern und noch bevor sie reagieren konnte, fühlte sie seinen Atem in ihrem Nacken der gleich darauf einen vorsichtigen, zärtlichen Kuss erhielt. Wie angewurzelt blieb sie stehen, schloss die Augen und genoss den Augenblick. Sie fühlte sich wohl und als Keanu sie langsam zu sich drehte und Leila ihre schaumig nassen Hände auf seine Hüfte legte und ihre Augen in seinen ruhten, wehrte sie sich nicht. Sie hatte keine Bedenken, wer sie war, wo sie war, mit wem sie hier war, keine Bedenken was sie hier tat, nein, sie vertraute ihm und sie begehrte ihn ohne wenn und aber. Und im nächsten Augenblick vereinten sich ihre Lippen in einem erst antastenden, vorsichtigen Kuss der immer wilder und heftiger wurde, bis sie schliesslich auf der Küchenablage sass, ihre Beine um seine Hüften geschlungen hatte und er ihren Körper vorsichtig zu erkunden begann, so wie sie seinen in einem ersten Vorspiel das erst viel später dem Boden unterbrochen wurde.
Fast atemlos trug Keanu Leila in sein Schlafzimmer wo sie eine wilde, stürmische Nacht verbrachten, ohne zu denken, nur spürten, erforschten, sich gehen liessen, miteinander die Höhepunkte eroberten um gleich wieder in wilde Spiele zu verfallen bis sie schlussendlich beide todmüde, verschwitz aber zufrieden einschliefen.


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Beitrag Verfasst am: 19.02.2009, 14:42    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 6
Leila war schon relativ früh wach am nächsten Morgen und mit einem genauso müden Blick drehte sie ihren Kopf in die Richtung, wo sie Keanu neben sich vermutete. Doch die Bettseite war leer und als sie ihre Hand über das Leintuch gleiten liess, stellte sie fest, dass dies keine Wärme von sich gab, er also schon länger aufgestanden sein musste. Sie setze sich auf und zog das Leintuch über ihre Brust. Ihr Blick wanderte zuerst durchs Zimmer; ein heller, grosser und modern eingerichteter Raum begrüsste sie, das Fenster, das die ganze Raumbreite zierte, bot ihre einen Blick auf die Terrasse und im Hintergrund konnte sie die Umrisse der Millionenstadt erkennen. Ihr Blick wanderte erneut im Zimmer umher, schien jedes Detail aufzusaugen und als letztes fielen ihr ihre Kleider auf, die von der Zimmertüre bis zum Bett verstreut herum lagen und noch die einzigen Zeugen der letzten Nacht waren. Heimlich musste sie schmunzeln – das war eine ausserordentlich erotische Nacht gewesen, gemischt mit fast allem, was dazu gehörte. Und Leila musste sich eingestehen, dass sie noch nie eine Nacht wie diese mit einem Mann verbracht hatte, den sie zwar kaum kannte, doch sehr anziehend war und bei dem sie alle Hemmungen verlor und wo sie sich komplett gehen lassen konnte. Was nur war es nur, das sie so fühlen liess? Na ja, vielleicht sollte es ja dabei bleiben – grosse Hoffnungen machte sich Leila nicht, dazu war sie zu realistisch und sie beschloss, es einfach so stehen zu lassen. In ein paar Tagen würde sie sowieso weiter ziehen und da Keanu ja selbst enorm beschäftigt war, wäre auch keine Zeit füreinander vorhanden. Und vielleicht war er ja gerade eben der Typ, der ein kurzes Abenteuer besser auskostete, als lange Beziehungen – der Reiz war immerhin da und ausserdem hatten beide keine weiteren Verpflichtungen und waren frei. Ausserdem hatte sie auch noch andere Pläne…
Stirn runzelnd sass Leila im Bett, strich sich die Haare aus dem Gesicht und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, doch irgendwie gelang ihr das nicht ganz. Tja, sie musste ziemlich angeheitert gewesen sein – hatte Rotwein doch seine Tücken, aber Keanu war schliesslich auch nicht gerade unschuldig an dem, was nach dem Essen noch alles passiert war…

Leila duschte zuerst mal ausgiebig; sie musste sich klar werden, wie sie die nächsten Tage verbringen wollte, bis ihr Vater das Geld überwiesen hatte und sie wieder auf eigenen Füssen stehen konnte.
Sie stand vor dem grossen Spiegel und hatte sich ein grosses Badetuch umgebunden, das auf der Stange hing. Dann begann sich die Haare mit einem Handtuch zu trocknen, das sie aus dem Regal neben dem Doppellavabo nahm.
Sollte sie tatsächlich hier bleiben? Sie fühlte sich zwar wohl in den vier Wänden und ausserdem verstand sie sich hervorragend mit Keanu – soweit sie dies beurteilen konnte. Aber konnte sie wirklich sein Angebot annehmen und hier bleiben – so lange sie mochte? Leila kannte diesen Mann ja eigentlich überhaupt nicht, obschon – ein Lächeln huschte über ihr Gesicht; nein, eigentlich kannte sie ihn gar nicht; dafür aber seinen Körper umso besser… und wieder huschte ein Grinsen über ihr Gesicht - wie hatte ihr Vater gesagt? Sie sollte sich vor diesen ungehobelten Schauspielern in Acht nehmen? Die wollten doch nur das Eine? „Tja, Papa“, dachte Leila so für sich, stützte die Hände auf dem Lavabo ab, hob eine Hand und mit dem Zeigefinger mahnend und einer gespielt ernsten und rügenden Mine dachte sie, „da hast Du vielleicht Recht - aber hast Du Dir auch schon überlegt, dass deine Tochter auch gewisse Bedürfnisse hat und keine Kostverächterin war?“ Nein, bestimmt wusste er das nicht, denn darüber wurde ja zu Hause auch kaum geredet…
Bei dem Gedanken an ihren Vater huschte ein weiteres Lächeln über ihr Gesicht und sie schaute sich im Spiegel an, das Frotteetuch um ihre langen Haare gebunden und noch immer beide Hände auf dem Waschtisch stützend. Sie konnte sich ihren Vater bildlich vorstellen, wie er aus allen Wolken fallen würde, hätte er nur einen kleinen Schimmer, was letzte Nacht hier passiert war…. Sie, die kleine, unscheinbare Leila, seine geliebte, wohlbehütete Tochter die sich in ein exzessives Bündel Energie verwandeln konnte, wenn sie mal auf Touren war…. Gott, und Keanu hatte sie ziemlich aus der Reserve gelockt…

Nur mit einem Handtuch bekleidet und das Handtuch wie ein Turban um ihre Haare gewickelt trippelte sie barfuss in die Küche. Einzig eine halb leeren Kaffeetasse die im dem Trog stand, zeugte davon, das Keanu wohl noch kurz Zeit für das warme Getränk hatte bevor er das Haus verliess. Und diesmal lag kein Zettel neben der Maschine – nein, der Raum war in gähnende Leere getunkt…
Ein Blick auf die Digitaluhr im Radio verriet ihr, dass es fast 09:00 war und ihr Magen machte sich auch langsam bemerkbar. Sie nahm das Handtuch von ihrem Kopf, legte dies über ihre Schulter und fuhr mit der Hand durch die halbnassen Haare. Dann öffnete Leila neugierig den Kühlschrank und als sie dessen Inhalt inspiziert hatte, musste sie grinsen. Da war alles drin, was in ihren Augen einen typischen Junggesellen repräsentierte; Eier, Milch, Butter, Käse, aufgeschnittene Truthahnwurst und natürlich, das Obligate – Bierflaschen… Und natürlich die eine oder andere Köstlichkeit, die Keanu gestern noch eingekauft hatte.
Leila nahm ein paar Eier, Milch und Butter heraus und suchte nach einer Bratpfanne, Schüssel und Schwingbesen, holte sich eine Tasse aus dem Schrank und füllte diese mit heissem Wasser, damit der Kaffee länger warm bleiben sollte.
Sie hatte gerade die Eier aufgeschlagen, Milch dazu geben, etwas gewürzt und mischte die Masse mit dem Schwingbesen, als sie das Geräusch vom Garagentor wahrnahm und gleich darauf ein Motor aufheulte. Ungeachtet dessen, fuhr sie mit der Vorbereitung weiter, stellte die Bratpfanne auf den Herd, machte die grosse Platte an, schnitt ein grosses Stück Butter ab und lege es hinein wo dies langsam zu zergehen begann. Dann schaltete sie den Abzug an, warf die langen Haarsträhnen die vorne über ihrer Schulter hingen über die Schulter und begann sich die Eier zu braten, als kurz darauf Keanu in die Küche trat. Für einen Augenblick blieb er im Türrahmen stehen, als er Leila hantieren sah – sie hatte ihn noch nicht bemerkt, rührte in der Pfanne, drehte sich kurz ab, kippte das warme Wasser aus der Tasse in den Trog, zog das grosse Badetuch zurecht, das etwas verrutscht war, stellte die Tasse unter die Kaffeemaschine, drückte den Knopf für einen Espresso und kehrte zum Herd zurück. Im Blickwinkel nahm sie Keanu wahr und als er wortlos die Tüte auf die Ablage stellte, drehte sie sich kurz um und grinste ihn an.
„Guten Morgen Keanu“ begrüsste sie ihn fröhlich, die Bilder der letzten Nacht vor sich…
Keanu begrüsste sie ebenfalls mit einem „Guten Morgen Leila“, musterte sie kurz und genoss offensichtlich den Anblick der ihm ein kurzes Lächeln entlockte. Dann holte er sich eine neue Tasse aus dem Schrank, stellte Leila´s Kaffee auf die Seite, liess sich einen Grossen aus der Maschine und beobachte Leila, wie sie einen gewärmten Teller aus dem Ofen nahm und ihn fragend ansah.
„Hast Du schon gefrühstückt?“
Sein Lächeln war verschwunden und er sah sie wieder mit diesem undurchsichtigen Blick an, den sie gestern schon bei ihm mehrmals bemerkte. Leila stellte den Teller neben den Herd.
„Magst Du Rühreier?“
Keanu nickte, griff nach der Tüte, öffnete diese und endlich veränderte sich sein Blick und er grinste:
„Magst Du Croissants?“
Leila grinste zurück – irgendwie war sie erleichtert, dass er eben genau diesen Blick abgelegt hatte, holte einen zweiten Teller aus dem Schrank, spülte diesen heiss ab bis er warm war, teilte die Rühreier auf und reichte ihm einen Teller. Als der danach griff, trafen sich ihre Blicke und beide verharrten wortlos einen langen Moment. Irgendetwas lag in der Luft; und es war nicht der Duft von Frühstück, nein es war eher der Duft der Anziehung, der Magie, irgendetwas, das die beiden sich in dem Augenblick nicht erklären konnten…
Keanu holte hastig ein zweites Besteck hervor, griff wieder nach der Tüte und stellte beides auf den Tisch. Leila wusch die Bratpfanne ab und als sie fertig war, stand Keanu ganz dicht neben ihr, so dass sie seinen Atem spüren konnte und sie wurde ganz kribbelig.
Einen Augenblick verharrte sie; dieser Mann brachte sie eine Millisekunde aus ihrem persönlichen Konzept, und hastig wendete sie sich wieder der Pfanne zu um diese abzutrocknen und wieder zu versorgen. Keanu öffnete den Schrank neben Leila und holte eine Flasche Flüssighonig heraus; als er die Türe schloss, war sein Kopf wieder so nah an Leilas, dass er unweigerlich den Duft ihrer frisch gewaschenen Haare in die Nase bekam. Einen Augenblick verharrte auch er – was war an dieser Frau, was ihn die letzen 48 Stunden Dinge machen liess, sie er sonst nie tat? Leila drehte ihren Kopf ganz langsam zu Keanu, der sie noch immer in Gedanken versunken anschaute und natürlich nahm sie seine Reaktion wahr und sah ihn einfach an, darauf wartend, dass er irgendetwas sagen würde. Doch nichts kam; auch wenn seine Augen Bände sprachen, Leila wurde nicht schlau aus ihm; gestern noch so aufgedreht und heute verschlossen wie ein Buch… Hastig verstaute sie die Pfanne, drehte sich wieder zu Keanu und sagte, leicht verlegen:
„Ich zieh´ mir nur schnell was anderes an“ und deutete auf das Badetuch, das noch immer ihren zarten Körper einhüllte. Und dann tat Keanu etwas, das Leila völlig aus der Fassung brachte: er griff nach ihrer Hand, zog sie wortlos zu sich, sah sie mit seinem betörenden Blick an, zog sie noch näher an sich, so nah dass sie keine Handbreite mehr zwischen ihnen Platz gehabt hätte, legte seinen Arm um ihre Hüften, drückte sie noch fester an sich und begann sie, erst ganz zaghaft auf den Nacken zu küssen.
Leila liess es geschehen, ihre Hände lagen auf seiner Brust und als er sie mit seinen Lippen berührte, schloss sie ihre Augen und liess sich führen…. Gott, dieser Mann war so anziehend, so sanft und erotisch letzte Nacht, und jetzt? Seine Berührungen wurden harscher, fordernder und Leila öffnete zuerst ganz zaghaft sein Hemd, doch als Keanu´s Berührungen noch aufdringlicher wurden, riss sie ihm das Stück Stoff aus der Jeans und warf es in eine Ecke. Ihr Lippen waren vereinigt, ihre Zungen suchend, spielend, noch fordernder, bis Keanu Leila in beginnender Extase auf die Küchenablage hob, sie ihre Schenkel um seine Hüften schlang und er ganz langsam das Badetuch öffnete und es von Leilas Oberkörper gleiten liess. Hastig öffnete sie seine Jeans und als er im nächsten Augenblick in sie hinein drang, erwachten erneute Wogen der Leidenschaft, des Verlangens, der Anziehung und die beiden landeten erneut in seinem grossen Bett wo sie scheinbar Stunden später wieder zur Besinnung kamen.
Leila hatte sich zu Keanu gedreht, das Leintuch über ihren Oberkörper gezogen und schaute ihn an der auf dem Rücken neben ihr lag, sein Gesicht auf die Decke gerichtet. Scheinbar schlief er denn seine Augen waren geschlossen, doch sein Atem zeugte noch immer vom eben Geschehenen. Als ob er Leila´s Blicke gespürt hätte, drehte er seinen Kopf und öffnete die Augen und sah Leila an. Ihre Augen glänzten, der sonst blasse Teint hatte eine sanfte rosa Farbe und ihre Lippen glühten. Sie sagte kein Wort, irgendwie wussten beide, dass das, was soeben passiert war, purer Sex war.
„Der Kaffee wird inzwischen kalt sein“ stellte sie fest, drehte sich um und wollte aus dem Bett steigen. Doch Keanu griff erneut nach ihrem Arm und Leila hielt inne. Sie drehte sich zu ihm und sah in sein Gesicht.
„Leila – „ er suchte nach Worten und irgendwie schien Keanu richtig befangen zu sein. Doch Leila verstand – jetzt würde er ihr bestimmt sagen „Danke, das war toll – ich hab bekommen was ich wollte. Und übrigens, wenn Du Deine Sachen gepackt hast, kannst Du die Türe gleich von aussen schliessen….“
Und noch bevor Keanu etwas anfügen konnte, kam ihm Leila zuvor;
„Ist schon okay. Es war wirklich“ sie versuchte eine treffende Bezeichnung dafür zu finden, was die beiden gerade erlebt hatten, aber ausser „aussergewöhnlich“ fiel ihr im Moment auch nicht viel ein. Keanu nickte:
“Ja, aussergewöhnlich, das war es tatsächlich“. Dann liess er Leila los, stieg aus dem Bett und ging wortlos unter die Dusche.


Zuletzt bearbeitet von Emma Rose am 06.03.2009, 15:31, insgesamt einmal bearbeitet
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Emma Rose
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Beitrag Verfasst am: 02.03.2009, 13:46    Titel: Urlaub etwas anders in LA Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 7
Leila sass noch einen Moment im Bett. Dieser Mann war so undurchdringlich – gerade eben noch so emotional auf Hochtouren, gleich wieder am Boden und komplett in sich gekehrt. Wer war dieser Mensch, der sie nun völlig durcheinander zu bringen drohte?

Für einen kurzen Moment schweiften ihre Gedanken zurück nach England – damals, vor so unendlich vielen Jahren hatte Leila eine Stelle in London angenommen. Ihr wurde eine Wohnung in einem Personalhaus ausserhalb der Stadt zugeteilt und dort begegnete Leila an einem schicksalhaften Tag jenem Mann, der sie noch Jahre später in Gedanken begleiten sollte. Sie erinnerte sich an die erste Begegnung als ob es erst gestern war; John kam gerade die Treppe herunter als Leila das Haus verlassen wollte; er trug hellblaue Jeans, ein weisses Hemd und schwarze Wildlederschuhe, hatte kurze, blonde Haare die wild gestylt waren und als er im Schuss am Ende der Treppe angelangt war, trafen sich ihre Blicke und – Leila war wie verzaubert. Hatte sie schon von Liebe auf den ersten Blick gehört, bis dahin hatte sie nicht die geringste Vorstellung davon, was dieser Augenblick auslösen könnte!
Leila schmunzelte - sie erinnerte sich, dass sie wie angewurzelt da stand und nur noch seine warmen, braunen, schelmischen Augen sah und – sie wusste einfach; das war der Mann ihrer Träume! Als sie sich begrüssten und John ihr die Hand reichte, traf sie der Blitz das zweite Mal und sie spürte, dass sie mit ihren neuen Gefühlen nicht alleine war.
Die gegenseitige Sympathie war offensichtlich und es ging nicht lange, bis die beiden ein Paar wurden. Sie genossen die Zeit zusammen und Leila wusste, dass John all das war, was sie sich jemals von einem Mann wünschte. Sie war überzeugt, das sie zusammen bleiben würden, doch John hatte andere Pläne; sein Leben als Musiker war ihm wichtiger und als er ein Angebot in den Staaten erhielt, verliess er die Stadt und liess Leila mit gebrochenem Herzen zurück. Wehmütig dachte Leila an die Zeit danach und wie sehr sie darunter litt und damals schwor sie sich, dass ihr das niemals wieder passieren würde.
Sie dachte an die erste Begegnung mit Keanu – genauso wie damals, waren es wieder warme, braune Augen, die ihr nach wie vor den Atem raubten… Aber konnte sie das Schicksal diesmal wirklich besiegen?

Als Leila später in die Küche kam, sass Keanu am grossen Tisch, hatte eine Tasse Kaffee vor sich und las in einem dicken Drehbuch. Er sah kurz auf als sie herein kam und wendete sich gleich wieder den Zeilen zu. Doch auch dieser Moment, wo sich ihre Blicke trafen, liess Leila für eine Sekunde wieder versinken…
Hastig ging sie zur Kaffeemaschine und liess sich eine frische Tasse füllen. Während die Maschine vor sich hinratterte, schweiften Leila´s Gedanken zurück an die wochenlangen Vorbereitungen für ihre Reise in die Staaten; sie hatte sich damals wie heute fest vorgenommen, dass, sollte sie tatsächlich jemandem begegnen der ihre Gefühle gewinnen könnte, sie ihre Reise ohne gebrochenem Herzen beenden würde – und sie war erst am Anfang. Nein, sie würde keine Gefühle aufkommen zu lassen; ihre Vernunft liess es diesmal nicht zu und sie wollte es dabei bleiben lassen.

Mit der Tasse in der Hand setzte sie sich wortlos zu Keanu an den Tisch. Das Frühstück war noch unberührt und Leila sah ihn fragend an; entweder hatte er keinen Hunger, was allerdings die Morgenaktion mit Croissants holen nicht erklären würde, oder er hatte auf sie gewartet. Und offensichtlich war es die zweite Version. Leila setzte sich wortlos hin, nahm einen Schluck Kaffee und wartete ebenfalls bis er sein Buch weglegen sollte. Sie wollte ebenfalls nicht unhöflich sein – immerhin war sie noch immer Gast in diesem Hause…
Keanu legte das Buch beiseite und sah Leila wieder mit diesem undurchsichtigen, eindringlichen Blick an. Dann griff er wortlos nach dem Brotkorb und reichte ihn Leila, die sich danken ein Croissant herausnahm und begann, dies zu halbieren und Butter darauf zu verstreichen. Noch immer beobachtete Keanu sie aus einem Blickwinkel. Beide sagten kein Wort; doch Leila spürte, dass die Atmosphäre ganz anders war. Sie sah Keanu an; die gerade eben geteilte Leidenschaft war verschwunden und sie sassen am Frühstückstisch als ob nichts geschehen war. Was genau passierte hier mit beiden? War es gegenseitige Anziehung, die die beiden zusammen führte? Oder gar Schicksal oder nur pure Sympathie? War es einfach ein erotisches Abenteuer, dass sie beide genossen? Und wie dachte Keanu darüber? Suchte er nur eine kurze Abwechslung, so wie sie selbst? Sie hatten nicht darüber gesprochen, aber jetzt war der Augenblick dazu da, um ganz klare Verhältnisse zu schaffen.
Und als ob Keanu dieselben Gedanken beschäftigte, fing er als erster an:
„Hör mal Leila – „
Leila horchte auf und sah ihn an. Ich finde Dich enorm attraktiv und überaus anziehend…“
Leila lächelte – ihr ging es schliesslich genauso und sie nickte mit dem Kopf als Keanu weiter fuhr:
„Das, was da gestern und heute zwischen uns passiert ist…“
Leila nickte und legte das Messer beiseite. Sie war sich zwar nicht sicher, ob er genauso über die nicht-wirkliche-Beziehung zwischen ihnen dachte, aber sie merkte, dass ihm die Worte nicht leicht fielen. Wer weiss, vielleicht war er gar nicht der Typ für one-night-stands, obschon… und Leila musste unweigerlich schmunzeln; die frischen Bilder vom Erlebten vor ihrem geistigen Auge abspielend. Ja, das war wirklich heiss und schlussendlich war das Erlebnis auch komplett neu für sie; noch nie hatte sie sich zu jemand so extrem hingezogen gefühlt und dann noch zu diesem ausserordentlich gut aussehenden und charmanten Mann…
Leila verwarf den Gedanken umgehend, denn er konnte einer Frau wirklich alles bieten, jedenfalls, so wie sie es in dieser Zeit erlebte und das war für ihre Verhältnisse schon sensationell und vielleicht sogar auch einmalig. Womit sie eigentlich auch rechnete. Und mit fester Stimme antwortete Leila:
„Falls Du möchtest, dass ich gehe, dann ist das kein Problem…“
Und sie schaute ihm geradewegs in die Augen. Keanu überlegte einen Moment – Leila war wirklich direkt, doch das, was sie gerade sagte, war genau genommen nicht gerade das, was er eigentlich wollte und er schüttelte verneinend den Kopf.
„Nein, Leila, das brauchst Du nicht…. Ich meine – hm – ich finde…“
Leila sah ihn nun lächelnd an:
„Was findest Du?“
sie hasste es, wenn jemand um den heissen Brei herum redete. Sie war eher für die direkte, wenn auch oft nicht gerade feinfühlige Art; da hatte sie auch schon genügend Erfahrungen hinter sich und jetzt war sie neugierig, was Keanu ihr sagen wollte. Es gab nur zwei Möglichkeiten und eine davon schien schon geklärt zu sein.
Keanu wurde nun etwas verlegen und sah sie jetzt mit einem festen Blick an. Leila erkannte, dass es ihm wirklich ernst war. Hastig schluckte sie den Bissen herunter und nahm einen Schluck Kaffee. Keanu liess sie nicht einen Augenblick aus den Augen;
„Ich habe zurzeit sehr viel um die Ohren…“
Sein Blick wurde nun sehr eindringlich und Leila sah ihn genauso an.
„Ich verstehe. Ich meine, Dein Beruf steht alle weil im Vordergrund, das ist klar. Also mach´ Dir meinetwegen keine Gedanken…. Ich komme schon damit klar…“
fügte sie hinzu und Keanu sah sie erstaunt an. So viel Verständnis hatte ihm bis anhin kaum jemand entgegengebracht und offenbar hatten auch sie hier die gleiche Wellenlänge. Er atmete erleichtert auf. Aber würde Leila wirklich verstehen, dass er zurzeit kein Interesse an einer festeren Beziehung hatte?
„Ich wollte damit sagen, dass wir das hier zwischen uns…“ -
er machte eine Handbewegung und deute auf Leila und dann auf ihn selbst -
„auf dieser Basis belassen wollen…“
Leila sah ihn mit einem ebenso undurchdringlichen Blick an – eigentlich hatte sie überhaupt nichts von ihm erwartet und so wie es aussah, würde sie in einigen Tagen sowieso weiterziehen und daher war es ihr genauso recht, dass sie die kurze Zeit miteinander auf eben dieser erotischen Ebene geniessen sollten.
„Ja, klar doch – keine Verpflichtungen, keine Gefühle – einfach nur geniessen…“
Sie sprach ihm aus dem Herzen – und Keanu war erleichtert, dass sie die Sache ebenfalls so sah. Er nickte.
„Dann wäre ja alles geklärt – ich hoffe, Du verstehst mich…“
Sein Blick war nach wie vor undurchdringlich und fest und Leila bestätigte seine Worte.
„Ja, natürlich – das ist für mich auch okay… „
sie überlegte einen Moment, sah ihm geradewegs in die Augen und grinste:
„Und übrigens - ich finde Dich auch absolut heiss… Einfach, dass Du das auch weißt…“
So, damit war die Sache geklärt und Leila fragte nach einem weiteren Croissant, das Keanu ihr selbstverständlich - und leicht verlegen reichte.
Insgeheim bewunderte er Leila; noch nie hatte er eine so unkomplizierte Persönlichkeit kennen gelernt und er war froh, dass Leila so war.


Zuletzt bearbeitet von Emma Rose am 06.03.2009, 15:31, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitrag Verfasst am: 06.03.2009, 15:29    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 8
Die beiden frühstückten noch fertig, sprachen über dies und jenes und später entschuldigte sich Keanu. Er hatte noch viel zu tun; die neuen Dreharbeiten würden bald beginnen und er musste sich mit dem Drehbuch auseinander setzten. Ausserdem er hatte noch einige wichtige Termine die ihn unter anderen am Nachmittag in die Stadt führen würden.
Er liess Leila wissen, dass sie nach wie vor so lange hier bleiben mochte, wie sie wollte und sie dankte ihm dafür. Leila ihrerseits gab Keanu aber auch ganz klar zu verstehen, dass sie ihm auf keinen Fall länger als nötig im Weg sein wollte worauf er sein herzbrecherisches Grinsen auflegte und meinte:
„Du bist mir nicht im Weg. Und ausserdem finde ich Deine Anwesenheit eher - erfrischend….“
Sein schelmischer Blick verriet worauf er anspielte und Leila grinste.
„Ja, genau - erfrischend. Das sehe ich auch so...“
damit wendete sie sich von ihm ab und begann den Tisch abzuräumen und in der Küche Ordnung zu machen. Sie war froh, dass sie die Diskussion geführt hatten; nun war wirklich alles zwischen ihnen geklärt und Leila überlegte sich, was sie heute anstellen sollte. Im Haus bleiben wollte sie nicht und ausserdem würde Keanu später in die Stadt fahren. Wenn er nichts dagegen haben sollte, würde sie gerne mit ihm fahren und auf dem Postamt nachfragen, ob ihre Unterlagen schon da wären. Keanu war einverstanden und nachdem Leila ihren Vater angerufen hatte um die Adresse ausfindig zu machen, fuhren sie mit seinem Porsche nach Sunset Boulevard, wo Keanu Leila absetzte. Er vergewisserte sich, dass sie seine Adresse dabei hatte, da er nicht wusste, wie lange er selbst in der Stadt sein würde um Leila wieder abholen zu können. Doch Leila winkte ab; das war sehr grosszügig von ihm doch sie würde mit den öffentlichen Transportmitteln wieder nach West Hollywood finden und ansonsten war sie ja gut zu Fuss. Keanu war überzeugt davon und verabschiedete sich winkend von Leila.

Leila verbrachte relativ lange im Postamt; das Aushändigen der Papiere gestaltete sich komplizierter als angenommen; nicht zuletzt weil das Personal anscheinend mit fremdländischen Papieren und Dokumenten überfordert war… Einen internationalen Führerausweis als Ausweis? Nein, damit kamen sie nicht klar und als Leila ihren roten Pass zeigte, wusste sowieso niemand, wo die Schweiz lag. Ausserdem musste nach den geschickten Papieren gesucht werden und schlussendlich, nach fast einer geschlagenen Stunde hielt Leila endlich ihre neuen Unterlagen sowie einen Cheque in der Hand. Umgehend ging sie auf die nächste Bank und liess sich ein Konto eröffnen und gleich auch Bargeld ausbezahlen. Sie schuldete Keanu noch ein Essen und somit hatte sie alles, was sie benötigte, um einkaufen zu gehen. Schliesslich hatte sie Zeit und die nahm sich Leila auch, bummelte durch den Rodeo Drive, sah sich in den teuren Läden um, kaufte sich ein paar neue Schuhe und ging schlussendlich im Saveways einkaufen. Sie wollte Keanu überraschen und als sie endlich nach einer ereignisreichen und aufregenden Busfahrt in Nord Hollywood ankam und sich langsam mit dem Rucksack voll bepackt die Strasse zu seinem Haus hoch trappelte, hörte sie von weitem das bekannte Geräusch von seinem Porsche. Sie blieb am Strassenrand stehen und sah sich um. Tatsächlich war es Keanu, der langsam durchs Quartier fuhr und als er Leila sah, hielt er an und liess sie grinsend einsteigen.
„Na, alles erledigt?“ fragte er und liess den Motor aufheulen.
Leila nickte und rekelte sich auf dem Sitz, den Rucksack auf den Knien und hielt ihn fest umschlungen, damit er nicht hinunter fiel.
„Ja, alles okay“ somit fuhren sie nach Hause und nachdem sie sich über das Abendessen abgesprochen hatten, zog sich Keanu wieder zurück und ging auf die Terrasse. Dort ging er zum Geländer hin, von wo man einen atemberaubenden Ausblick auf die Millionenstadt geniessen konnte. Leila beobachtete Keanu aus der Küche; irgendetwas beschäftige diesen Mann ganz offensichtlich, und nach dem Gespräch von heute morgen konnte es nichts mit ihr zu tun haben. Da war sie sich sicher. Leila stellte die köchelnden Pfannen auf die Seite, deckte den Tisch fertig, ging zum Kühlschrank und holte zwei Flaschen Bier heraus. Dann ging sie zu Keanu und stellte sich schweigend neben ihn und folgte seinen Augen.
Die Stadt war inzwischen in ein sanftes Abendrot getaucht und hinterliess einen wunderbaren Eindruck. Keanu stand noch immer am Geländer, hatte beide Hände darauf abgestützt und war offensichtlich so tief in Gedanken versunken, dass er Leila erst gar nicht bemerkte. Sie stand noch immer schweigend neben ihm und als er endlich ihre Gegenwart wahrnahm, konnte sie an seinem Gesichtsausdruck erkennen, das etwas gar nicht in Ordnung war. Sie reichte Keanu eine Flasche Bud die er danken annahm und mit ihr anstiess.
„Möchtest Du darüber reden?“ fragte Leila vorsichtig und Keanu sah sie verwundert an. Leila lächelte aufmunternd, doch sein Blick blieb unverändert. Er schüttelte nur den Kopf, doch Leila bohrte weiter.
„Es geht mich ja nichts an – aber hat es irgendetwas mit Deinem Besuch auf der Policestation zu tun?“
Wieder sah er sie verwundert an. Woher um Himmels willen wusste sie, was ihn beschäftigte? Ja, das war tatsächlich auch ein Teil davon. Aber mehr beschäftigte ihn die Tatsache, dass er in ein paar Wochen vor Gericht erscheinen und beweisen sollte, dass er keinesfalls Schuld an der vermeintlichen Arbeitsunfähigkeit eines Paparazzis war, der sich beim Fotografieren vor seinem Porsche verletzt hatte.
Keanu schaute Leila an und antwortete:
„Das ist eine lang Geschichte…“
und Leila gab zurück:
„Ich habe Zeit.“
Doch Keanu wich aus.
“Vielleicht ein anderes Mal. Und ja, es hat mit der Policestation zu tun….“
Er sah sie an und im nächsten Augenblick war ihm auch klar, dass er Leila niemals getroffen hätte, wäre da nicht eben genau dieser Zwischenfall gewesen.
Er legte seinen Arm freundschaftlich um Leila´s Schulter und sah sie an:
„Hattest Du nicht was von Essen gesagt?“
diesmal grinste er und Leila lächelte zurück.
„Ja, ich hoffe, du magst ein „fast-echtes“ Schweizer Gericht…“
Wieder grinste sie – der Gedanke über ihr gerade absolviertes Shopping Erlebnis hinterliess einiges Kopfschütteln bei Leila; wie kam es, dass die Staaten als Land der unbegrenzten Möglichkeit bezeichnet wird aber echte Schweizer Brätkügeli bekam man nicht, geschweige denn Fleischkäse oder sogar Kalbsbratwurst?? Sie wollte Keanu doch etwas ganz typisches kochen, scheiterte im Lebensmittelgeschäft allerdings an den Zutaten. Also machte sie kurzerhand eine Menueänderung, kaufte Kalbfleisch, Champignons, Rahm und Nudeln, dazu gemischten Salat und sie fand sogar Original Thommy Senf und Mayo für die Salatsauce. Also auch was sehr Originelles und sie hoffte, dass er ihr Gericht mochte….

Und Keanu mochte es – staunte über Leila´s Kochkünste und noch mehr, dass sie die Salatsauce selber zubereitete. Höchst selten kam er in den Genuss von Hausmanns Kost und schon gar nicht von „Salatsauce nach Grossmutters Art“, wie Leila beschrieb….
Er holte sogar einen ganz teuren Wein aus dem Keller und sie genossen den Abend bei Kerzenlicht und einer enorm grossen Portion an Zürich Geschnetzeltem mit allem drum und dran, unterhielten sich und als es schon spät war, räumten sie zusammen die Küche auf und gingen schlafen.

Die kommenden Tage vergingen wie im Fluge; Keanu war praktisch den ganzen Tag aus dem Haus und kam meistens erst spät abends wieder nach Hause. Meistens überraschte ihn Leila mit einem guten Essen, hatte etwas warm gestellt oder wartete sonst auf ihn. Und wenn er wirklich sehr spät heim kehrte und sie schon schlief, legte er sich zu ihr, nahm sie in den Arm und begann sie zu liebkosen, bis sie wach war und sie einander wieder von neuem verfielen… Keanu und Leila konnten sich nicht erklären, was es war, dass sie einander so begehrten; war es purer Sex oder steckte mehr dahinter??

Leila war schon die zweite Woche bei Keanu; irgendwie hatten sie einen gewissen Rhythmus gefunden und so wie es schien, genoss Keanu ihre Anwesenheit und liess sich gerne auf alle Arten verwöhnen. Es geschah nicht oft, dass er sich von seiner Arbeit ablenken liess doch inzwischen ertappte er sich immer wieder, dass er entweder die Bücher auf die Seite legte um über Leila nach zudenken, oder er befand sich auf dem Weg zur Arbeit und die Bilder dieser sagenhaften Frau tauchten unweigerlich auf. Sie gefiel ihm, nicht nur körperlich, nein, auch intellektuell passten sie gut zueinander. Und Leila war feinfühlig und beherzt, auch wenn sie es nicht zeigen konnte…. Genauso wie er selbst eben….

Eines Morgens erwachte Leila und merkte, wie sie in ein Fahrwasser geriet, das sie unbedingt verhindern sollte. Ihr Blick schweifte auf die leere Bettseite – und - sie stellte fest, dass sie Keanu vermisste. Eilig stand sie auf, ging ins Bad und betrachtete sich im Spiegel:
„Leila, was tust Du hier eigentlich? Wo sind all Deine Pläne geblieben? Du wolltest Dir doch das Land ansehen, die Küste bereisen und die Nationalparks besuchen!“
Kopfschüttelnd sah sie sich an – bis jetzt hatte sie es noch nicht mal ans Meer geschafft, obwohl sie schon seit bald drei Wochen in den Staaten war. Und was erhoffte sie sich hier, in diesen vier Wänden bei diesem ihr längst ans Herz gewachsenen Mann?? Sie hatten klare Verhältnisse geschaffen und nie mehr darüber gesprochen; auch wenn sie noch immer Bett und Tisch miteinander teilten, so sollte es auch nur dabei bleiben. Und Keanu wusste, dass der Tag kommen würde, wo sie ihre Sachen packen und wieder wegfahren sollte… Leila nahm erst mal eine Dusche und danach würde sie ich entscheiden, was sie machen sollte….

Keanu hatte einen harten Tag hinter sich und freute sich auf einen ruhigen Abend. Heute sollte er früher als sonst zu Hause sein und da wäre genug Zeit, um mit Leila mal auswärts Essen zu gehen. Das schuldete er ihr einfach; seit sie hier war, hatte sie sich immer Zeit für ihn genommen, gekocht, geputzt, sogar seine Wäsche gemacht – sie war einfach da. Niemals aufdringlich, sondern wirkte im Hintergrund und er schätzte ihr erfrischende Art. Sie konnte ihn im Handumdrehen auf andere Gedanken bringen, wenn ihn etwas zu sehr beschäftige und vor allem verstand sie ihn, liess ihn in Ruhe wenn er müde und ausgelaugt von der Arbeit kam oder hörte ihm geduldig zu, wenn er sich mal wieder über die Fotografen aufregte, die ihn am Filmset oder gar hier in der Strasse auflauerten….

Als er seinen Porsche in die Garage fuhr, überkam ihn ein eigenartiges Gefühl und hastig ging er ins Haus. Schon als er den Flur betrat, kam ihm der Duft nach Abendessen entgegen, und als er in die Küche kam, stand Leila am Herd und rührte in einer Pfanne. Wie so oft trug sie den grauen Trainer, weisse Socken und die langen Haare waren offen. Keanu begrüsste sie kurz, legte seinen Arm freundschaftlich um ihre Schulter und streckte seine Nase über die Pfanne.
„Hm, das riecht gut…“
schmunzelte er und mit einem Grinsen sah er in Leilas Gesicht. Also würde er seinen Plan mit auswärts Essen gehen heute nicht durchführen können...
„Hattest Du einen schönen Tag?“ fragte er, doch ihr Gesichtsausdruck war unverändert und er erkannte, dass sie etwas beschäftigte. Sie sah ihn kurz and und rührte unbeirrt in der Pfanne.
„Wie war Dein Tag?“ versuchte sie seinem fragenden Blick auszuweichen.
Keanu nahm seinen Arm von Leila´s Schulter und sah sie mit eindringlichem Blick an, doch nichts kam.
„Was ist los, Leila?“ offensichtlich begann er sich Sorgen zu machen und währenddem sie die Sauce in ein Geschirr abfüllte und in den vor geheizten Ofen stellte, antwortete sie:
„Wir müssen reden…“
und diesmal wanderte ihr Blick direkt in sein Gesicht. Sie erkannte, dass er einen harten Tag hatte und jetzt verzog sich seine Gesichtsmuskulatur zur völligen Anspannung. Mit seinen Augen versuchte er zu erkennen, was Leila beschäftigte, doch sie wich ihm erneut aus.
„Nicht jetzt, später – beim Essen…“
erwiderte sie und Keanu wusste, sie würde sich jetzt nicht in ein Gespräch verwickeln lassen. Diesbezüglich war sie genau wie er – sie brauchte den richtigen Augenblick dazu und später würden sie Zeit genug haben, Leila´s Anliegen zu diskutieren…

Keanu ging ins Schlafzimmer und zog sich ebenfalls bequemere Kleidung an. Und als er wieder ins Esszimmer trat, war der Tisch fertig gedeckt und in der Mitte standen auf Wärmeplatten bereitgestellt Nudeln, Champignonsauce, ein aufgeschnittenes Schweinefilet und dazu bunt gemischter Salat der mit Orangenfilets garniert war. Leila hatte eine Flasche Chateaux-Neuf-Du-Pappe gekauft der nun frisch dekantiert neben dem Essen stand. Die beiden Weingläser waren zu ¼ eingefüllt und am anderen Tischende brannte eine einzelne Kerze.

Als Leila Keanu kommen hörte, nahm sie die gewärmten Teller aus dem Backofen und stellte sie auf den Tisch. Keanu kam herein und sah das Festmahl. Wieder schaute er sie fragend an, doch Leila bat ihn wortlos zu Tisch und begann zu schöpfen, ohne ihn gross anzusehen.
Keanu sah ihr einige Minuten zu. Was war los? Hatte er etwas verpasst? Gab es gar etwas zu feiern? Was war der Grund für dieses ausserordentliche Gericht? Um die Stimmung zu heben, stand Keanu nochmals auf, ging zum CD Wechsler, legte ein paar Musikstücke rein und liess eine alte Version von Michael Bolton laufen. Dann ging er wieder zurück zum Tisch und griff zu Messer und Gabel, nachdem Leila fertig geschöpft hatte und nun auf ihn wartete.
Wieder fing er ein Gespräch an, das eher auf Small Talk basierte, bis Leila endlich aus sich heraus kam und mit ruhigen Worten erklärte:
„Keanu, das Zusammensein mit Dir hier war sehr schön und ich danke Dir für alles was Du für mich getan hast.“
Keanu schaute Leila mit grossen Augen an und er rekapitulierte ihre Worte. Besonders das eine Wort - war - blieb ihm im Hals stecken und mit grossen Augen sah er sie an.
„Du willst Deine Reise fortsetzten?“
fragte er vorsichtig und sah Leila eindringlich an. Leila nickte, und diesmal war er es, der keine Regung in ihrem Gesicht feststellen konnte.
„Weißt Du, ich hatte so viele Pläne als ich in die Staaten flog – und – bitte versteh mich jetzt nicht falsch, dass ich Dich kennen gelernt habe ist eine wahre Bereicherung in meinem Leben…. „
Leila machte eine kurze Pause und fuhr mit einem ernsten Ton fort:
„ich habe noch nicht viel von all dem gesehen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte….“
Keanu nickte, da hatte sie Recht. Eigentlich hätte er sich mehr Zeit für Leila nehmen sollen, mit ihr mal ans Meer oder in die Berge fahren sollten….
„Wann wirst Du abreisen?“
er tat, als würde ihn die Sache nicht zu sehr beschäftigten und nahm einen grossen Schluck Wein. Leila legte das Besteck auf die Seite – der Appetit war ihr genauso vergangen – und griff ebenfalls zum Glas.
„Ich habe schon gepackt und reise morgen ab“
erwiderte sie, ebenfalls ohne eine Mine zu verziehen. Wie sollte sie ihm sagen, dass sie jetzt gehen musste, bevor die Dinge kompliziert werden würden? Sie sah Keanu an und mit ruhigen Worten entgegnete er:
„Morgen?“
sein Gesichtsausdruck war unverändert, doch Leila kannte ihn inzwischen. Seine Gehirnzellen arbeiteten auf Hochtouren aber mit Sicherheit würde er sie nicht weiter nach ihren Plänen fragen.
„Ja. Gleich morgen früh. Ich möchte durch die Stadt Richtung Norden, dem Meer entlang auf der 101… „
Leila sah die Bilder vor sich, die sie aus den Büchern kannte und kam langsam ins Schwärmen;
„das soll ja die absolute Traumstrasse sein….“
Keanu nickte, er kannte die Strecke nur zu gut und begann, von den verschiedenen Aussichtspunkten zu erzählen. Damit wurde die ganze Atmosphäre wieder lockerer; beide hatten sich ausgesprochen und als sie zusammen den Tisch abräumten und die Küche in Ordnung brachten, setzten sie sich später nochmals ins Wohnzimmer, Keanu machte den Kamin an und sie tranken die Flasche Wein. Es war ein letzter, gemeinsamer, gemütlicher, angenehmer, und langer Abend, den die beiden noch einmal zusammen verbrachten….
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Beitrag Verfasst am: 10.03.2009, 11:11    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 9
Keanu war noch im Bad, als Leila aufstand, ihre letzten Sachen in ihr Auto packte, wieder in die Küche ging wo sie frischen Kaffee zubereitete und danach selbst noch unter die Dusche hüpfte. Als sie fertig war ging sie wieder in die Küche und sah Keanu auf der Terrasse. Wie so oft lehnte er am Geländer uns ein Blick war auf die Stadt gerichtet. Leila liess beiden eine Tasse Kaffee aus dem Automaten, gab Milch und Zucker dazu und ging zu ihm.
Als er Leila hörte, drehte er sich zu ihr und lächelte sie an. Mit einem Blick auf die Tassen nickte er:
„Das ist genau das, was ich jetzt brauchen kann“ sah Leila in die Augen und nahm die Tasse, die sie ihm, ebenfalls lächelnd, entgegen streckte.
Sie setzten sich auf die Couch und Keanu sah Leila mit einem Blick an, dass Leila nicht schlau wurde. Wie so oft waren seine Gesten unerklärlich, tiefgründig aber auch mystisch, und so ganz schlau wurde sie nicht aus ihm.
„Wie weit wirst Du heute fahren?“ fragte er und Leila verdrehte die Augen. Darüber hatte sie sich nicht so grosse Gedanken gemacht. Sie war eher der spontane Typ.
„Keine Ahnung. Zuerst mal ans Meer, dann weiter Richtung Norden. Ich fahre mal soweit ich mag und bleibe dort wo es mir gefällt…“
Keanu nickte – er war überzeugt, dass sie das tun würde. Leila war so selbstständig, hatte noch nie grosse Bedenken, alleine herum zu Reisen und sie würde ihren Weg schon machen.
„Ich hoffe, dass Du Deine Träume erfüllen kannst“
sagte er und sie wusste, dass er das wirklich auch so meinte. Sie trank ihre Tasse leer und stand auf. Keanu beobachtete sie und folgte ihr in die Küche wo sie die Tasse in den Geschirrwaschmaschine stellte und sich dann zu ihm umdrehte.
„Keanu, ich danke Dir für alles. Was Du für mich getan hast, ist nicht selbstverständlich und ich werde das nicht vergessen…“
Keanu griff nach ihrer Hand, zog sie zu sich und legte den einen Arm um ihren Rücken und sah sie lange an.
„Nein, Leila, ich danke Dir“
seine Augen ruhten in ihren, die langsam die Farbe und vor allem die Konsistenz änderten und mit einer Hand wischte sie sich eine Träne weg.
„Ich hasse Abschiede“
meinte sie ziemlich harsch und löste sich aus seiner Umarmung und drehte sich Richtung Türe.
Keanu begleitete sie und als sie die Türe öffnete, griff er erneut nach ihrer Hand und sagte:
„Leila, ich wünsche Dir eine gute Reise und – „
Sie sah ihn erwartungsvoll an, doch Keanu fuhr fort:
„Solltest Du Hilfe benötigen – ich bin jederzeit da für Dich“.
Seine Worte waren eindringlich und Leila nickte.
„Danke. Das ist schön von Dir. Ich wünsche Dir auch alles Gute. Und nochmals danke für alles!“
Damit hauchte sie ihm einen Kuss auf die Wange, drehte mit gesenktem Blick von ihm ab, öffnete die Haustüre und entschwand in ihr Auto, das sie vor dem Haus parkiert hatte.
Als sie eingestiegen war und den Motor startete, sah sie im Rückspiegel, dass Keanu auf dem Gehsteig stand und ihr so lange winkte, bis sie aus seinem Blickfeld entschwunden war. Und sie sah noch etwas ganz anderes; wieder war sein Gesichtausdruck zu einer unergründlichen Maske geworden, und wieder wusste sie nicht, war er froh über ihre Abreise oder hätte er vielleicht auch etwas Wehmut gefühlt?

Mit gemischten Gefühlen fuhr sie seine Strasse entlang und schon bald fuhr sie Richtung Malibu auf der 101 Richtung Norden. Ihre Gedanken schweiften zurück an die letzten paar Wochen; was sie alles erlebt hatte, wie sie sich mit Keanu tagtäglich besser verstand und vor allem was sie mit ihm erlebt hatte. Eigentlich war sie überzeugt, dass nie echte Gefühle aufgekommen waren - weder von ihrer noch von Keanu´s Seite. Alles schien auf einer lockeren, augenblicklichen Laune heraus passiert zu sein. Und doch – der Abschied fiel Leila enorm schwer aber sie musste sich einmal mehr eingestehen, dass es für sie besser so war.

Leila war schon die zweite Woche unterwegs, irgendwo zwischen LA und San Francisco, hatte jene Abstecher in die Berge gemacht, Parks besucht, meistens in ihrem Auto übernachtet, oder schlief in einer der Bungalows wenn sie sich wieder frisch machen wollte. Einen längeren Aufenthalt machte sie an der Byron Bay, wo sei einen Campingplatz fand, der direkt am Meer lag. Dort blieb sie ebenfalls ein paar Tage, obwohl die Ortschaft eigentlich nicht viel bot. Doch der Aufenthalt am Wasser gefiel ihr und sie sass oft schon am Morgen im Sand und liess die Salzluft durch ihr Haar wehen, machte lange Spaziergänge oder lag den ganzen Tag am Strand. Auch in Monterrey blieb sie länger als geplant; der direkte Zugang zum Sandstrand faszinierte sie einmal mehr und auch der 17-Mile-Drive liess keine Wünsche offen. Das Wetter war bis anhin warm und sonnig, nur einige Tage begleitete der Nebel als sie am Big Sur entlang fuhr. Aber anscheinend war dies nichts Aussergewöhnliches, das kannte sie aus den Bildern und Büchern und als sie schlussendlich südlich von San Francisco ankam und sich in einer Ortschaft namens Danville eine Bleibe suchte, konnte sie bereits auf ein paar ereignisreiche Wochen zurück blicken.

Leila fehlte es die ganze Zeit eigentlich an nichts; bloss die anfänglich einsamen Nächte liessen ihre Gedanken manchmal nach LA zurück schweifen. Dort war sie nicht alleine und sie überlegte sich oft, was Keanu wohl jetzt gerade tun würde; aber schlussendlich musste sie sich wieder einmal mehr an der Nase nehmen und eingestehen, dass sich die Begegnung mit ihm wohl um ein einmaliges aber tragendes Ereignis gehandelt hatte. Der Ausdruck auf seinem Gesicht als sie sich von ihm verabschiedete war verschlossen und sie hatte schon lange aufgegeben, seine Unergründlichkeit zu analysieren….

Leila hatte gerade die Karte studiert und war auf einen Aussichtspunkt unterwegs, der einem einen sagenhaften Ausblick auf Frisco bieten sollte, als ihr Handy klingelte. Gerade am Tag zuvor hatte sie zu Hause angerufen und einen kurzen Lagebericht durchgegeben; die Affäre mit Keanu hatte sie verschwiegen. Ihr Vater wäre wahrscheinlich aus allen Wolken gefallen und so befand es Leila besser, dass ihre Familie und besonders er nichts davon wusste. Aber Leila musste die Sache mit dem Bankkonto nochmals klären; wenn sie die Reise so beenden wollte, wie sie das ursprünglich geplant hatte, brauchte sie mehr Geld und sie hatte mit ihrer Mutter über einen weiteren Vorschuss gesprochen. Geistesgegenwärtig nahm sie das Handy von ihrem Sitz – und ohne gross aufs Display zu schauen, antwortete sie nur kurz;
„Mutti, ich ruf gleich zurück. Ich bin im Auto!“, beendete den Anruf ohne aufs Display zu schauen und legte das Handy auf den Beifahrersitz.
Leila hatte den Eingang zum Mount Diabolo State Park bereits passiert und suchte nach einem geeigneten Parkplatz. Sie fuhr noch ein Stück weiter bis sie ganz oben auf dem Hügel angelangt war und tatsächlich; der Ausblick, der sich ihr hier bot war atemberaubend! Selten sah man die Umrisse der Stadt in so klarem Wetter; der Himmel war blau, die Sonne schien und man konnte sogar die Golden Gate Bridge vom Aussichtspunkt aus sehen! Für einen Augenblick verharrte Leila in ihrem Auto, stieg dann aus, lehnte sich an die Kühlerhaube und genoss den Augenblick. Noch selten war sie von der Landschaft so sehr berührt wie in diesem Moment. Schon viel hatte sie von der Stadt gehört und sie war richtig gespannt auf die Flower Power Stadt und in Gedanken hörte sie das altbekannte Lied „If you´re going to San Francisco, please be sure to wear some flowers in your hair….“. Ein frischer Wind unterbrach ihre Träumereinen und hastig griff sie nach ihrem Handy, das sie noch immer in der Hand hielt. Mit einem Blick auf´s Display stellte sie fest, dass nicht ihre Mutter angerufen hatte und mit grossen Augen sah sie auf die Nummer….
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Beitrag Verfasst am: 17.03.2009, 11:35    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 10
Ohne gross nachzudenken, drückte sie die Rückanruftaste und war schon Sekunden darauf mit dem Anrufer verbunden.
„Hallo Keanu!“
Leila konnte sich nicht entscheiden, was in diesem Augenblick ihre überaus fröhliche Stimmung ausmachte; die grossartige Aussicht auf diese wunderbare Stadt, die Brücken, das Meer, oder die Tatsache, dass Keanu sie versuchte zu nach so langer Zeit zu erreichen... Aber es schien, als ob sich ihre Fröhlichkeit anstecken liess…
„Hallo, Leila!“
Erklang es genauso heiter und Leila musste schmunzeln. Der Wind blies in ihre Haare und mit einer Hand hielt sie sich ein Ohr zu, damit sie die Keanu´s Worte besser verstehen konnte.
„Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn ich nicht Deine Mutter bin?“
Leila konnte Keanu´s Grinsen geradezu spüren und lachend entschuldigte sie sich. Sie war gelöst, erheitert, fühlte sich rundum wohl und als Keanu Leila vorsichtig fragte wie es ihr erginge, konnte er ganz gut im Hintergrund vernehmen, dass sie sich unmöglich in einem geschlossenen Raum befand.
Leila begann zu erzählen, wo sie überall war, was sie alles gesehen hatte und vor allem, wie hingerissen sie von Kalifornien war.
Keanu hörte gespannt zu; er kannte viele der Sehenswürdigkeiten die Leila ihm beschrieb und in Gedanken konnte er sich ganz gut vorstellen, was sie dabei empfand.
Das Gespräch verlief richtiggehend locker, so wie sich eben gute Freunde unterhalten und als sie beide auflegten, da hatten sie vereinbart, das sie sich gegenseitig wieder melden würden.

Wieder vergingen Tage, Wochen und Monate und Leila verbrachte die erste Zeit in und um San Francisco, machte Ausflüge nach Sausolito, besuchte Nationalparks, war in Oakland und Alameda wo sie sich unter anderem eine Ausstellung auf dem Kriegsschiff der USS Hornett ansah. Als sie Keanu ein paar Tage später davon erzählte, erfuhr sie von ihm, dass damals auf dem Navygelände eine riesige Autobahnstrecke künstlich erschaffen wurde, wo Dreharbeiten zu Matrix stattgefunden hatten. Sie konnte sich kein Ausmass davon machen, doch Keanu hatte das Flair, dass er alles ganz genau bis ins Detail erzählen konnte, so dass sie schlussendlich ein gutes Bild vom Drehort bekam.

Danach reiste noch immer weiter Richtung Norden, entweder der Küste entlang bis sie schlussendlich in Seattle angekommen war. Auch dort verbrachte sie einige Wochen und um ihre Finanzen nicht voll auszuschöpfen, machte sie hier und dort mal Gelegenheitsjobs, ging für ältere Leute einkaufen oder auch mal Häuser putzen. Dann reiste wieder weiter und steckte sich ein neues Ziel. Und der Kontakt zwischen Keanu und ihr blieb bestehen. Anfangs hatten sich wöchentliche Anrufe eingependelt, später wurden sie immer rarer, doch wenn sie sich auch erst Wochen später wieder unterhielten, waren die Gespräche immer herzlich und offen, jeder hörte dem andern gerne zu und es entstand eine wirklich gute Freundschaft zwischen Leila und Keanu.

Die Zeit verging wie im Fluge und Leila hätte schon ein Buch über ihre Erlebnisse schreiben können: sie besuchte die bekannten Nationalparks, traf einheimische Ranger die Volunteerarbeit im Park machten, sie hatte in den Redwoods übernachtet, liess 10.- Dollar in einem der Kasinos in Reno oder gar Las Vegas liegen, durchquerte den ganzen Staat Oregon, besuchte das Visitor Center in Mt. St. Helens, war angetan von Mt. Rainer und landete schlussendlich in Seattle.
Dort besuchte sie u.a. das Aquarium, den Zoo, sah zum ersten Male richtig grosse Braunbären, erklimmte den obligaten Turm aus „When Harry met Sally“ und genoss bei einem guten Fischessen den Sonnenuntergang über der Bucht.

Irgendwann kam der Punkt, wo sie genug von der Reiserei hatte, genug vom Schlafen im Auto, genug von der Feldküche und genug von der Einsamkeit. Okay, sie hatte auf der Durchreise viele Leute kennen gelernt, musste aber je länger je mehr feststellen, dass vor allem das junge Volk sehr oberflächlich war. Wie oft hatte sie erlebt, dass vor allem die jungen Leute nur auf Spass aus waren, den Ernst des Lebens noch gar nie richtig erfahren hatten und sich auch nicht darum kümmerten. Alles schien kein Problem zu sein und wenn sie mal eine richtig ernsthafte Diskussion begann, musste sie auch diesbezüglich feststellen, dass sie mit ihrem Wissen und ihre Intelligenz oft alleine da stand… Leila ging dies mit der Zeit ganz schön auf die nerven und sie wollte eigentlich nur noch eines: nach Hause und wieder festen Boden unter den Füssen haben, eine Aufgabe erledigen, einem Job nachgehen wo regelmässiges Einkommen gesichert war und – sie wollte nicht mehr alleine sein.

Es war zur selben Zeit, als sich der Weingegend um Livermore Valley befand, als sie eben dieses besagte Heimweh packte. Es sollte einer ihr letzter Zwischenstopp sein, bevor sie wieder nach LA zurück fuhr. Sie sah sich im Weingut um, suchte sich dann eine Schlafstätte und fuhr am nächsten Morgen wieder weiter, diesmal im Landesinnern, besuchte den Yosemite Nationalpark, sah Bären in freier Wildnis und sonstiges einheimische Tiere die sie nur im Zoo gesehen hatte. Und sie war froh, langsam wieder in die Städte und zur richtigen Zivilisation zu kommen. Und als sie abends müde und erschöpf in ihrem Auto lag und seit langem wieder einmal mit Keanu telefonierte, da erfuhr sie, dass er inzwischen seine Projekte abgeschlossen hatte und sich nun mehr seinen Hobbies wie Motorradfahren widmen würde. Aber sie sollte sich auf jeden Fall melden, wenn sie wieder in der Umgebung von LA sein würde, da bestand er darauf und Leila versprach, dass sie dies auch bestimmt tun würde.
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Beitrag Verfasst am: 18.03.2009, 14:13    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 11
Ein paar Tage später fuhr Leila schon wieder auf dem Malibu Highway Richtung Stadt. Sie machte am Strand halt und sah sich den Malibu Pier an, genehmigte sich ein Eis und rief danach auf Keanu´s Handy an. Kurz darauf hatte sie ihn schon in der Leitung und als sie ihn fragte, ob er Zeit hätte, meinte er nur kurz:
„Ich wollte gerade eine Tour machen,,“
„Tour? Mit einer Deiner Maschinen? “
„Ja genau, mit meiner ganz alten Maschine – die braucht dringend Bewegung…“
Leila lachte –
„und wo wolltest Du hin?“
„Eigentlich habe ich keine grossen Pläne. Ich fahre oft einfach drauf los…“
Keanu machte eine kurze Pause und überlegte: „hast Du schon gegessen?“
„Nein, nicht wirklich. Bloss ein Eis….“
antwortete Leila und mit einem Blick auf ihre Uhr stellte sie fest, dass es bereits später Nachmittag war und sie wirklich noch nicht viel gegessen hatte heute. Gleichzeitig meldete sich ihre innere Alarmglocke – wie oft schon war sie unterwegs, sosehr mit Landschaft und Sehenswürdigkeiten beschäftigt, dass sie wirklich vergass zu essen. Und das altbekannte Resultat liess dann oft nicht lange auf sich warten. Seither hatte sie immer Cola und genügend Traubenzucker bei sich – so als Notlösung…
„So so, ein Eis“ entriss Keanu Leila aus den Gedanken und sie konnte sein Grinsen durch den Hörer spüren und kurz darauf fragte Keanu vorsichtig: „ magst Du Seafood?“
und Leila´s Augen begannen bei dem Gedanken an Shrimps und Fisch und Muscheln und all den anderen Meeresköstlichkeiten zu leuchten.
“Was gibt’s besseres? – Nein – bitte keine Antwort darauf…“
sie schmunzelte, inzwischen hatten sie eine recht zweideutige Sprache entwickelt die ein Aussenstehender vermutlich als wirklich krank bezeichnet hätte… Doch für beide war es eher ein Wortspiel geworden, etwas sehr persönliches, das nur zischen ihnen beiden stattfand, ohne wenn und aber….
Keanu erklärte Leila kurz, dass er sich gerne mit ihr dort am Pier treffen und sie in ein nahe liegendes Restaurant ausführen wollte.
Leila widersprach zuerst, eigentlich wäre es ihr wohler gewesen, endlich wieder mal ausgiebig zu duschen und sich frisch zu machen, doch schlussendlich sagte sie doch zu und verabredete sich mit Keanu. Dann holte sie ihre warme Jacke aus dem Auto, setzte sich in den Sand und schaute den Wellen zu. Ihre Gedanken schweiften zurück an die inzwischen vergangen Monate und sie musste sich eingestehen, dass ihr Aufenthalt in den Staaten wirklich all das hielt, was sie sich vorgestellt hatte. Bis auf die wenigen Zwischenfälle, wenn ihr Zuckerhaushalt mal wieder zusammenbrach, oder sie ihre bekannte Migräne bekam, die sie gleich tageweise im Bett oder eben im Auto verbrachte…. Oder eben auch an das Erlebnis mit dem gestohlenen Geldbeutel und ihren Karten…. Trotzdem würde sie sich wehmütig an die Zeit hier erinnern und langsam aber sicher überkam sie das beklemmende Gefühl, dass sie schon bald wieder abreisen sollte. Aus dem ursprünglich geplanten halben Jahr waren inzwischen einige Monate mehr dazu gekommen und alles in allem war sie nun fast 10 Monate in den Staaten und sie würde bald ihren Rückflug buchen….
Die Sonne begann sich langsam am Horizont zu verabschieden und Leila mochte nicht weiter an die Abreise denken. Sie lebte hier und heute und das war auch richtig so.
Mit einem Blick auf ihr Handgelenk stellte sie fest, dass Keanu wohl schon bald hier sein würde. Sie mochte sich erinnern, dass die eigentliche Fahrt von seinem Haus bis hierher in etwa eine Stunde dauern würde und diese Stunde war schon fast um. Leila erhob sich aus dem langsam kühl werdenden Sand und begab sich auf den Parkplatz, holte eine Cola aus ihrem Auto und ging wieder zurück zum Eingang vom Malibu Pier wo sie einander treffen wollten. Sie wartete ziemlich lange und sie fragte sich schon, ob etwas passiert sein mochte. Immer wieder fiel ihr Blick auf die Uhr und langsam wurde sie nervös. Nicht weil das Treffen mit Keanu sie nervös machte, sondern weil sie nicht wusste, was los war und sie begann sich Sorgen zu machen. Kurz darauf sah sie jemanden in ihre Richtung rennen, der eine braune Lederjacke und Jeans trug und in der einen Hand einen Helm fest hielt. Leila wusste, dass es Keanu war; sein unvergleichbarer Schritt, die Statur – es stimmte einfach alles – nur – wo war der Bart geblieben? Leila lief ihm ein paar Schritte entgegen bevor sie einfach stehen blieb. Sein Anblick liess ihr Herz für einen Moment still stehen; sein für sie neues Äusseres fand sie enorm anziehend obwohl er auch ziemlich hager geworden war; aber sie bewunderte das schöne Gesicht das er so lange hinter dem Bart versteckt hatte, auch die Haare waren viel kürzer und unterstrichen das schmale, schöne Gesicht, das sich noch immer hinter der Sonnenbrille versteckte. Auch war Leila bis anhin nie aufgefallen wie enorm lange Beine Keanu hatte – sie hatte ihn auch immer nur in saloppen Hosen oder Trainer Hosen gesehen…. Alles in allem fand Leila Keanu in diesem Augenblick sehr ansehnlich und noch attraktiver als sie in Erinnerung hatte….
Keanu rannte noch immer und als er Leila erkannte, die inzwischen auch hellere Haare und einen dunkleren Teint hatte, legte er noch einen letzten Spurt hin….
„Tut mir Leid, Leila, - der Verkehr…“
entschuldigte er sich kurz, zog seine Sonnenbrille ab und noch immer schwer atmend, legte er seine Hände auf die Knie, beugte sich und holte tief Luft.
Leila lachte erleichtert auf; sie war froh, dass nichts Ernstes geschehen war.
„Ist schon okay. Ich bin froh, dass es Dir soweit gut geht!“
Keanu schaute sie von unten herauf an und grinste, noch immer schwer atmend und Leila legte zur Begrüssung ihre Hand auf seine Schulter.
„Dir geht es doch gut?“ fragte sie vorsichtig und als Keanu langsam wieder Luft bekam und wieder aufrecht vor ihr stand, antwortete er;
„Ja, absolut! Entschuldigung, Leila. Mein Motorrad steht ganz hinten auf dem Parkplatz… „ wieder schnaufte er – offensichtlich war er von dort her gerannt und Leila grinste.
„Da müsstest Du aber ganz schön an Deiner Kondition arbeiten, wenn Du pünktlich zu Deinem nächsten Date erscheinen möchtest….“
Damit richtete er sich wieder auf, legte er seine Hand um ihre Hüfte und drückte sie kurz an sich:
„Du bist ganz schön frech geworden… Leila!“
er kniff sie sanft in die Seite und bevor sie zum nächsten Wortwechsel ausholen konnte, fügte er - noch immer tief schnaufend- hinzu:
„Schön, dass Du wieder da bist!“
begrüsste er sie diesmal offiziell und drückte Leila einen herzhaften und freundschaftlichen Kuss auf die Wange, den sie – ebenfalls beschwingt – erwiderte….
Er nahm ihre Hände, drückte sie etwas von sich weg und mit einem prüfenden Blick sagte er:
„Dann lass Dich mal ansehen!“
Leila grinste: “Gleichfalls!“
Sie begutachteten sich gegenseitig mit einem sehr langen und intensiven Blick.
„Wie lange haben wir uns nicht mehr gesehen?“ fragte er – offenbar hatte Keanu nicht die Monate gezählt, so wie Leila, aber egal, sie freute sich, dass er danach fragte.
„Neun Monate, plus, minus“ grinste Leila und zog ihre Hände zurück.
„Waas? So lange?“ seine Bemerkung war nicht gespielt und Leila lachte.
„Ja, ziemlich lange, nicht?“
„Da hast Du bestimmt viel zu erzählen“
Keanu schaute Leila wieder mit diesem undurchsichtigen Blick an und sie nickte zögernd.
„Wenn es Dich wirklich interessiert…“
War er das wirklich oder tat er nur so? Immerhin hatten sie einander schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen und es hätte viel passieren können in der Zwischenzeit… Ein eisiger Wind liess Leila kurz erschaudern; die Wintermonate waren zwar fast vorbei und somit auch die kälteste Zeit, aber für Leila, die lieber in wärmeren Gegenden zu Hause war, noch immer kühl genug…
„Komm, lass und gehen!“ Keanu klopfte Leila freundschaftlich auf die Schulter und packte seinen Helm den er vorhin auf den Boden gestellt hatte und zog die Sonnenbrille wieder an.
Sie besprachen sich kurz und schon bald folgte Leila dem Motorrad und dem für sie ausserordentlich, gut aussehenden Fahrer, der ihr den Weg in das nahe gelegene Fischrestaurant wies.

Keanu war schon oft dort, kannte die Karte und Leila überliess die Menuwahl ihm. Währenddem sie auf die Vorspeise warteten, liess Leila Keanu wissen, dass sie sein Optisches sehr überraschte und sie machte ihm ein entsprechende Kompliment dafür. Keanu wurde in diesem Moment so richtig verlegen, strich sich mit der Hand über die Oberlippe und wurde leicht rot im Gesicht. Irgendwie süss, dachte Leila, nach all den intensiven Gesprächen die sie inzwischen führten, war da noch immer etwas scheues, fast Unberührtes in seinem Wesen und wieder sah Leila in ein Gesicht der Unergründlichkeit und der Mystik…. Was sie schlussendlich wieder zum nachdenken leitete; was ging in diesem Menschen eigentlich vor?

Der Abend verlief sehr locker und entspannt; Leila erzählte noch einiges von ihrer Reise das sie nicht schon während den vielen Telefonaten getan hatte, was sie erlebt hatte und wie sehr sie das Land berührte. Die Landschaft und die unendliche Weite hatten es ihr angetan; die Naturereignisse aber genauso auch die Städte, die in der Wüste aus dem Nichts erbaut wurden und wie sehr ihr das Land ans Herz gewachsen war.
Keanu teilte ihre Fröhlichkeit, schmunzelte über Leila´s Redegewandtheit, brach in Gelächter aus als sie dementsprechende Geschichten erzählte und auch Leute parodieren konnte, und -wurde sehr nachdenklich, als sie kurz erwähnte, dass sie die Zeit in den Staaten wirklich genossen hatte und bald wieder nach Hause fliegen würde….
Ein bisschen Wehmut lag in ihrer Stimme und Keanu versuchte Leila klar zu machen, dass er vollstes Verständnis für ihre Pläne und ihre Einstellung hatte. Immerhin war sie schon lange von ihrer Familie getrennt und er verstand, dass sie Heimweh hatte….
Die beiden unterhielten sich wie gute alte Freunde, was sie schlussendlich auch waren, doch
diesmal war etwas anders; etwas Sagenhaftes war die letzten Monate zwischen ihnen passiert, etwas das viel persönlicher, viel tiefgründiger und – viel vertrauter war. Die ganze Zeit wo Leila auf der Reise war und sie einander nur per Telefon erreichten, entwickelte sich zwischen den Beiden eine so tiefe Freundschaft die sie so auf Distanz doch auch irgendwo zusammenbrachte… Sie wussten inzwischen so viele Dinge übereinander, die sie beide sonst nicht mal ihren eigenen Familien erzählen würden und das Vertrauen war enorm.
Die Gespräche liefen noch viel besser als damals und sie teilten dieselbe Art von Humor, hatten die gleiche Lebenseinstellung, entwickelten dieselben Interessen und fanden bei den vielen Telefonaten heraus, dass sie noch viel mehr verband. Und jetzt wo sie am Tisch gegenüber sassen und einander ansehen konnten, schien alles noch viel intensiver. Keanu war anders als Leila in Erinnerung hatte, viel lockerer, zugänglicher, herzlicher und doch war da auch wieder sein undurchschaubares Wesen, das sie musterte, beobachtete, in sich hineinzog und wenn er spürte, dass er sie so anschaute, wurde er gleichzeitig ganz verlegen. Leila versuchte diese Momente mit humorvollen Einlagen zu lockern, jeweils mit den Ergebnis, dass Keanu wirklich auch drauf los lachen musste, egal, wie oder was sie sagte…

Als beide fertig gegessen hatten und noch einen kurzen Verdauungsspaziergang zu den Fahrzeugen machten, hatte Keanu wieder seinen Arm freundschaftlich um Leila gelegt.
Leila hatte sich oft gefragt, was er eigentlich von ihr hielt; sie wurde noch immer nicht schlau aus ihm und obwohl es schon recht kühl war, durchfloss Leila bei seiner Berührung eine wohlige Wärme, die sie mit einem Blick in Keanu´s Gesicht versuchte zu erkunden. Ob er dies auch spürte? Doch sein Ausdruck war für sie noch immer freundschaftlich, fürsorglich, einfach ein Dasein für sie, mehr konnte sie nicht erkennen. Und was hatte sie auch erwartet? Nach all den Monaten? Dass er sie gleich in die Arme schliessen würde und.... Und doch – etwas lag schon die ganze Zeit in der Luft und Leila konnte sich einfach nicht erklären, was es genau war. Schon den ganzen Abend hatte sie das Knistern in der Luft gespürt; es war seine Gegenwart, die ihr dieses Gefühl vermittelte und obwohl sich beide sehr ungezwungen unterhielten, konnten sie die Augen trotzdem nicht voneinander lassen. Irgendwie war es komisch, irgendwie magisch, anziehend aber auch abwegig etwas zu erwarten was gar nicht da war und Letzteres brachte Leila zu dem Entschluss, dass es besser wäre, wenn sie sich weiterhin auf freundschaftlicher Basis verhalten würde. Zudem hatte sie ja erwähnt, dass sie bald abreisen würde und somit war der Fall ja eigentlich auch für beide sonnenklar.
Als sie bei den Fahrzeugen angekommen war, löste sich Leila aus seinem Arm und wollte ihr Auto aufschliessen. Wie zufällig fuhr Keanu mit seiner Hand über ihren Rücken was ihr im Moment wieder ein sehr angenehmes Gefühl vermittelte, Leila aber auch einen Moment unsicher machte. Hastig wendete sie sich von Keanu ab und stieg in ihren Wagen, wartete bis er auf seinem Motorrad startbereit war und folgte ihm dann wieder durch die Strassen von LA bis sie schlussendlich vor seinem Haus angelangt waren.
Keanu öffnete die Garagentüre und liess Leila als Erste rein fahren, damit der seine Maschine dahinter parkieren konnte. Er wollte am nächsten Morgen nochmals eine ausgiebige Tour machen…
Leila packte ihre paar Habseeligkeiten zusammen und folgte Keanu kurz darauf ins Haus. Er zeigte ihr eines der Gästezimmer, entschuldigte sich danach, drehte sich wortlos um und lief Richtung Wohnzimmer. Gefolgt von einem ziemlich unverständlichen Blick von Leila. Sie verstand ihn einfach nicht – gerade noch hatten sie zusammen gelacht, Keanu war so aufgedreht und herzlich und jetzt, von einem Augenblick auf den nächsten, wieder in sich gekehrt und zurückhaltend. Wer hatte da jemals behauptet, dass ausgerechnet Mann Frau nicht verstehen würde??
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Beitrag Verfasst am: 19.03.2009, 14:38    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 12
Kopfschüttelnd stand Leila noch einen Augenblick in dem grossen Zimmer, schloss dann die Türe und ging danach ausgiebig Duschen. Das Zimmer hatte ein anschliessendes Bad und als sie schlussendlich unter der Dusche stand und sich einseifte, die Haare wusch und in Gedanken den Abend passieren liess, wusste sie einmal mehr nicht, woran sie bei Keanu war.
All die Monate die Leila auf Reisen war, kamen sie sich unverhofft näher, verstanden sich, teilten die gleichen Interessen, konnten einander zuhören oder eben auch einander Ratschläge geben. Sie waren stets füreinander da, auch wenn Meilenweite Distanzen zwischen ihnen lagen; die Freundschaft, die sie teilten war ehrlich, gut und tiefgründig. Obwohl sich Leila anfänglich zu Keanu hingezogen fühlte, legten sich ihre Gefühle je länger sie unterwegs war und schlussendlich musste sie sich eingestehen, dass die Beziehung, so wie sie war, doch sehr eigen war. Und sie war froh, dass sie jemanden wie ihn kennen gelernt hatte, wenn er auch nicht immer einfach war. Im Grunde genommen war sie das gerade so wenig und vielleicht war dies ein Grund mehr, warum sie sich so gut verstanden… Und auch da hatten sie ein Thema mehr, worüber sie sie stundenlang aus diskutieren konnten.
Oft Nächte lang telefonierten sie, wenn es die Zeit zu liess und wie oft holten sie gegenseitig Ratschläge, sei das über Reisen, Essen, Kultur, übers Filmgeschäft, Rollenverteilung, Ideen… Einfach alles und die jeweilige andere Meinung war meistens gefragt und wurde auch immer geschätzt. Leben und leben lassen war eines ihrer Grundmotos, auch wenn sie nicht immer das aussagte, was der andere erhofft hatte, so brachte es immer wieder neue Wege zum Vorschein, die bei einem nächsten Gespräch weiter diskutiert werden wollte. Und so vergingen die Monate und schlussendlich fand Leila in Keanu ihren Seelenverwandten, jemanden, bei dem sie sich schon vom ersten Augenblick an wohl fühlte und der sie genauso akzeptierte, wie sie war.
Leila war froh und glücklich darüber, dass sie nochmals ein paar Tage hier bei Keanu wohnen durfte. So als krönenden Abschluss ihrer ganzen Reise die paar Tage mit einem Menschen verbringen, der sie eigentlich auf ihrer ganzen Reise schon begleitet hatte….

Vor ihrem geistigen Auge sah Leila die vorangehende Situation wieder und sie konnte einfach nicht verstehen, was in Keanu vor ging; sie hatte sich sehr auf dieses Wiedersehen gefreut und der Abend verlief bis anhin auch hervorragend. So wie sich gute alte Freunde Abende eben teilen, doch dass er sich jetzt wortlos von ihr abwendete, das verstand Leila trotz allem nicht. Und dem wollte sie auf den Grund gehen – früher oder später…

Mit halbwegs trocken Haaren zog sie sich ein frisches T-Shirt an, die grauen Jogginghosen, eine passende Jacke dazu, dicke, weisse Socken und ging dann in die Küche. Sie wusste nicht, was sie dort erwartete, sie hatte gehofft, dass sie Keanu dort antreffen würde und als sie das Feuer im Kamin sah, wusste sie, dass er zumindest hier gewesen war. Ihr Blick wanderte im Raum umher; all die Monate hatte sich nichts verändert und es war alles so, wie sie es in Erinnerung hatte. Nur die Balkontüre war leicht geöffnet und als sie näher zur Schiebetüre kam, sah sie die Umrisse von Keanu, der im Dunkeln am Geländer stand, seine Ellbogen darauf stütze und auf die Stadt starrte. Auch dieses Bild kam ihr bekannt vor und noch bevor er sie bemerkte, ging sie nochmals in die Küche, öffnete den Kühlschrank, fand – wie erwartet, Bier darin, nahm zwei Flaschen und ging damit zu Keanu. Das Geräusch des Aufschiebens der Balkontüre liess ihn kurz umdrehen und als er im Licht das von der Küche kam, Leila erblickte, konnte sie selbst im Dunkeln sehen, dass er angespannt war.
Leise schloss sie die Türe wieder und ging zu ihm, reichte ihm wortlos eine Flasche, wendete sich ab und starrte ebenfalls auf die Lichter von LA. Ohne einander anzusehen, standen sie einige Augenblicke so da, bis sich Leila zu ihm drehte, ihn direkt in sein Gesicht sah das noch immer fast regungslos und ohne Mimik auf die Stadt blickte:
„Möchtest Du darüber reden?“
und im selben Augenblick überkam sie ein Deja vu – vor Monaten standen sie genauso da, vertieft in Gedanken, scheinbar weit weg von allem…
Keanu drehte langsam seinen Kopf und schaute Leila mit einem langen, unverblümten Blick an. Dann schüttelte er den Kopf:
„Das ist eine lange Geschichte…“
sagte er und wendete sich wieder von Leila ab, die nun ihre Hand auf seinen Unterarm legte:
„Ich habe Zeit…..“
sagte sie leise und drückte ihre Hand ganz sanft darauf.
Keanu drehte seinen Kopf und sah sie wieder an. Und diesmal war sein Blick anders und Leila fügte hinzu:
„Und ich kann gut zuhören….“
Noch immer lagen seine Augen auf ihrem Gesicht, und mit einem Hauch von Lächeln antwortete er:
„Ich weiss…“
Leila konnte seine Anspannung wahrlich spüren und hätte gerne gewusst, wie sie ihm helfen konnte. Sie fühlte, dass da etwas war, das ihn enorm beschäftigte. Aber sie kannte ihn inzwischen auch gut genug um zu wissen, dass man Herrn Reeves alles aus der Nase ziehen musste, wenn man Näheres erfahren wollte…
„Vielleicht morgen…“
antworte er und Keanu´s Augen wendeten sich wieder von Leila ab und wanderten zurück auf die Skyline von LA. Sie nickte und folgte seinem Blick, lehnte sich diesmal mit beiden Ellbogen aufs Geländer und zog das dargebotene Bild in sich hinein.
„Das ist wirklich ein sagenhafter Ausblick“
erwähnte sie und ohne ihren Kopf zu drehen fügte sie hinzu: „darum werden Dich wohl viel Menschen beneiden.“ Vielleicht könnte sie mit dieser hineingeworfenen, kurzen Bemerkung das Gespräch in die entsprechende Wegleitung führen...?
Noch immer lagen ihre Augen über der Stadt aber Leila konnte spüren, dass Keanu sie von der Seite her anblickte. Sie sagte kein Wort mehr, nahm einen Schluck Bier und wartete.
„Das mag schon sein…“
dann nahm er noch einen Schluck, drehte sich zu Leila und entschuldigte sich, dass er müde war und schlafen gehen würde, dann wünschte er ihr mit einem freundschaftlichen Schulterklopfen eine gute Nacht und ging zurück ins Haus. Leila schaute ihm kopfschüttelnd nach – was war bloss los mit ihm? So verschlossen hatte sie Keanu bis anhin noch nie erlebt und irgendwo tat es auch weh. Im Lichtschein sah sie, dass er die Bierflasche auf die Küchenablage stellte und in seinem Zimmer verschwand.
Leila stand noch eine Weile am Geländer; Gedanken über Gedanken schossen durch ihren Kopf und sie konnte machen was sie wollte; sie hasste es unverrichteter Dinge zu Bett zu gehen. Sie wusste genau, dass damit ihre üblichen Schlafsstunden gezählt waren aber im Augenblick konnte sie nichts daran ändern. Und morgen war auch noch ein Tag…
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Beitrag Verfasst am: 25.03.2009, 15:27    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 13
Als Leila am nächsten morgen halb verschlafen in der Küche erschien, fand sie – wie auch schon, einen Zettel neben der Kaffeemaschine.

„Bitte entschuldige, Leila. Bin geben Abend wieder da. K. „

Leila strich mit dem Daumen über die Zeilen – die Worte versetzten ihr wieder ein Stirnunzeln und ein Kopfschütteln. Da musste schon etwas Ausserordentliches geschehen sein, dass sich Keanu auf einmal so von ihr abwendete. Sie kannte ihn inzwischen gut genug um zu wissen, wie sehr er verschlossen sein konnte, besonders wenn ihn etwas extrem beschäftigte. Leila nahm an, dass es nichts mit ihr zu tun haben könnte; der gelungene Abend sprach dafür und so beschloss sie, dass sie abwarten wollte bis er von sich aus reden wollte. Mehr konnte sie im Moment auch nicht tun und Leila beliess es dabei. Dass er heute weg war, hatte er gestern schon angedeutet. Allerdings hatte sie schon erwartet, nein, gehofft, dass sie wenigsten zusammen frühstücken würden. Na ja, wie war das schon wieder? „Gib was Du kannst, aber erwarte nichts zurück - sonst wirst Du nur enttäuscht“ pflegte ihre Mutter zu sagen. Und diesen Leitspruch musste sich Leila mehr als einmal wieder ins Gedächtnis rufen.

Leila holte sich eine Tasse aus dem Schrank, Teller und Messer und begann sich ein kleines Frühstück zu bereiten. Danach telefonierte sie mit ihrem Handy kurz nach Hause und erzählte ihrer Mutter, dass sie wieder in LA war und dass sie noch einige Tage hier bleiben wollte, damit sie ihr Fahrzeug und die Sachen verscherbeln könnte, die sie nun nicht mehr brauchte. Und dann erst würde sie den Heimflug buchen. Mutti war zwar glücklich über die Neuigkeiten, aber sie konnte auch heraushören, dass irgendetwas noch unverrichteter Dinge war. Leila wollte genauso wenig darüber reden; was konnte sie denn schon dazu sagen? Sie wusste ja selbst nicht, woran was in der Luft lag….

Leila verbrachte den ganzen Tag entweder auf der Terrasse, durchstöberte Zeitungen und Artikel mit Autohändlern, verrichtete einige Anrufe um ihr Fahrzeug am besten zu verkaufen und holte später ihre schmutzige Wäsche aus dem Auto. Natürlich sah sie, dass das Motorrad weg war; Keanu hatte ja gestern erwähnt, dass er noch eine Tour machen wollte. Und irgendwie kam sich Leila in diesem Moment ziemlich überflüssig vor. Was tat sie hier eigentlich? Was hatte sie erwartet? Hatte sie vielleicht gehofft, dass Keanu sie gleich in seine Freizeit mit einbeziehen würde? Hm – nein, tatsächlich lebte er nach wie vor sein eigene, eigensinniges, langweiliges Leben, wie er pflegte zu sagen und sie war ja schliesslich noch immer, oder wie man es eben betrachtete, schon wieder Gast in diesem Hause. Ohne Verpflichtungen, nur einfach so….

Nachdem sie ihre letzte schmutzige Wäsche gewaschen, getumblered und wieder zusammen gepackt und im Auto verstaut hatte, sah Leila auf die Uhr. Die Zeit war wie im Fluge verstrichen und erstaunt stellte sie fest, dass es schon gegen späteren Nachmittag zuging. Sie gönnte sich noch eine Tasse Kaffee auf dem Sitzplatz und genoss den Ausblick auf die Millionenstadt. Danach ging sie wieder in die Küche und stöberte in den Schränken nach etwas Essbarem herum. Sie hatte keine Ahnung, wenn der Hausmeister wieder da war, aber der Hunger meldete sich auch langsam auch bei ihr und vielleicht würde sich Keanu´s Stimmung mit einem guten Essen etwas lockern?
Schmunzelnd stand Leila vor dem kleinen Schrank, den sie gerade geöffnet hatte; darin fand sie verschiedene, original-italienische Teigwaren, getrocknete Pilze, in Olivenöl eingelegte Tomaten, Oliven, eine riesen Auswahl an Gewürzen, Tomatenpüree, sogar ein kleines Glas mit schwarzen Trüffeln, einfach alles, was ein gutes italienisches Essen ausmachen würde…. Ihr Gaumen begann langsam wässrig zu werden beim Anblick der vielen Köstlichkeiten; sie erinnerte sich, dass seine Vorräte bei ihrem ersten Besuch nicht mal die Hälfte von all dem ausmachten, was sie jetzt vorfand. Im Hinterkopf meldete sich allerdings gleich wieder eine kleine Alarmglocke: hatte er vielleicht eine kleine Italienerin kennen gelernt die ihn entweder bekochte oder ihm gar das Kochen beibrachte? Dies würden die Vorräte erklären und beim Gedanken musste Leila doch etwas Schmunzeln. Sollte er endlich seine Traumfrau gefunden haben??? Dieser Gedanke allerdings brachte Leila kurz in Wallungen und schnell widmete sie sich dem Kochen selbst zu….

Als wenn Keanu den Geruch von frischen Teigwaren, Saucen und italienischen Gewürzen gerochen hätte, vernahm Leila das Geräusch seines heiss geliebten Motorrades und kurz darauf hörte sie wie das Garagentor auf und wieder geschlossen wurde. Leila war fast fertig mit Kochen, als Keanu, gut gelaunt aber müde in die Küche kam und sie begrüsste.
Als sie ihn hörte, drehte sie kurz den Kopf zu ihm und begrüsse ihn mit einem fröhlichen:
„Hallo Keanu – schön dass Du da bist.“ Sie schaute ihn fragend an und Keanu begrüsste sie ebenfalls mit einem aufgestellten:
„Hallo Leila!“ und mit einem neugierigen Schnüffeln meinte er: „hier riecht es aber gut!“ ,
kam mit langen Schritten zum Kochherd wo Leila gerade in der Pfanne rührte und schaute ihr über die Schulter in den Topf.
Für einen Moment musste Leila inne halten; sie sah ihn lange an bevor sie auf seine Bemerkung reagierte Keanu´s Ausflug hatte ihm gut getan; sie wusste ja von ihm, dass er dies des öfteren tat um einen klaren Kopf zu kriegen und diesmal war es sicher nicht anders. Er war gut aufgelegt, so wie sie ihn eben kannte und - sein Äusseres blendete Leila wieder für einen Moment; trotz allem fand sie ihn einfach umwerfend…
„Hast Du Hunger?“ fragte sie ihn hoffnungsvoll und sah ihn mit grossen Augen an.
Keanu lächelte und nickte. Ja er hatte Hunger. Die Tour war zwar nicht enorm weit, doch hatte sie ihn in die Berge geführt wo er sich ein schönes Plätzchen gesucht hatte. Dort ass er ein Sandwich und trank ein Mineralwasser das er mitgenommen hatte und liess seinen Gedanken freien lauf. Erst viel später fuhr er dann weiter Richtung Meer. Ausser einem weiteren, heissen Kaffee am späteren Nachmittag hatte er an diesem Tage nichts mehr gegessen und dementsprechend machte sich auch sein Magen jetzt bemerkbar…

„Gut, dann kommst Du ja gerade rechtzeitig“ antwortete Leila und rührte weiter in der Pfanne. Keanu stand noch immer neben Leila und hatte nun seine Hand auf ihre Schulter gelegt und schaute ihr einen Moment zu, wie sie die Flüssigkeit in der Pfanne bearbeitete.
Leila liess sich nicht beirren, obwohl sich seine Gestik sehr gut anfühlte, empfand sie nichts Sonderliches dabei, gab ihm einen Löffel der Sauce zum kosten und wartete auf seinen Kommentar. Genüsslich liess der die Sauce im Mund zergehen, verdrehte die Augen und sah Leila mit einem erstaunten Blick an:
„Sehr gut! - Daran könnte ich mich glatt gewöhnen..“
meinte er, diesmal spitzbübisch und Leila lächelte, leicht verlegen und rührte wieder ganz vorsichtig in der Pfanne.
Wortlos nickte Leila – ja, daran hätte sie sich bestimmt auch gewöhnen können - und ihr Blick fiel ganz unbewusst auf den Schrank mit den italienischen Köstlichkeiten. Sie überlegte einen Moment, ob sie Keanu darauf ansprechen sollte, liess es aber sein. Sie konnte ja nur annehmen, ob was dahinter stecken mochte, doch es stand ihr ganz und gar nicht zu, dies zu tun. Das war schliesslich seine Sache.
Anerkennend nickend für Keanu´s Kompliment und seine Bemerkung füllte sie die Sauce in das entsprechende Geschirr und legte einen Schöpflöffel dazu. Keanu klopfte ihr auf die Schulter und liess verlauten, dass er sich dann jetzt zum Essen umziehen würde. Dann wendete er sich wieder ab und verliess die Küche. Leila war zwar mit dem Anrichten beschäftigt doch ihre Gedanken waren bei Keanu; er sah zwar müde aus, und doch erhaschte sie für einen Augenblick einen Funken in seinen Augen, den sie schon am Vorabend entdeckt hatte, der aber nach einer Millisekunde schon wieder verschwunden war…. Es missfiel Leila, sich weiter Gedanken über sein Befinden zu machen; sie war mehr bedacht darauf, dass sie ihm vielleicht mit einem guten Essen die Sorgen etwas nehmen konnte. Wenn sie doch nur wüsste, was ihn so beschäftigte?

Leila hörte, dass Keanu offensichtlich eine Dusche nahm. Er sah ziemlich ausgekühlt aus und auch als er sie kurz berührte, hatte sie das Gefühl, als ob sie ein Eisklotz anfasste. Salat als Vorspeise war jetzt nicht gefragt; nein etwas heisses musste es sein und kurzum nahm sie etwas Gemüse hervor, schnitt dieses in kleine Streifen, dünste es kurz an, würzte es etwas schärfer als sonst, gab Wasser und Gewürze dazu und schon hatte sie eine Gemüsesuppe hingezaubert. Als Keanu wieder in die Küche kam, beobachtete er sie die ganze Zeit, wortlos, staunend und fragend, als sie die vorgewärmten Teller aus dem Ofen nahm.
„Woher kommt den die Suppe?“ fragte er mit grossen Augen. Er war sicher, dass vorhin noch nichts dergleichen auf dem Herd stand.
Leila grinste nur, gab noch einen Schuss Cherry in die Pfanne, richtete die Suppe an und streute zuletzt noch etwas getrocknete Petersilie als Dekoration darüber.
Ja, sie konnte innert kürzester Zeit etwas auf den Tisch zaubern, selbst wenn „nichts“ mehr im Kühlschrank war, schaffte sie es immer wieder aus Resten ein Menu zu kreieren das selbst ihre Mutter als eingefleischte Köchin immer wieder in Staunen versetzte. Dieses Talent hatte Leila eindeutig geerbt und war jetzt froh darüber.
Wieder grinste sie; sie konnte seine brennende Frage nahezu spüren: „na die Zutaten waren in Deinem Kühlschrank…“
Keanu nickte – er schätze sehr, dass sie sich in die Küche stellte und für sie beie kochte: „Kann ich Dir behilflich sein?“
Leila sah ihn kurz an, dann zeigte sie mit dem Kopf auf den Chianti und bat ihn die Flasche zu öffnen. Dann löste sie die Küchenschürze, die sie sich aus einem Handtuch um die Hüften gebunden hatte, nahm die beiden Teller und stellte sie auf den Tisch. Keanu hatte die Flasche gerade geöffnet, schenkte beide Gläser ein und – war wieder ziemlich ernst.
Ungeachtet dessen setzte sie sich ebenfalls an den Tisch und wartete, bis er bereit war.
Keanu liess seinen Blick über den schön gedeckten Tisch gleiten und sah Leila dankend an:
„Da hast Du Dir aber ganz schön mühe gemacht“ bemerkte er und fing an zu Essen.
Offensichtlich schmeckte ihm die Suppe und als Leila das Hauptgericht auftischte, kam er nicht mehr zum Staunen heraus… Wie hatte er das vermisst und selbst sein Lieblingsitaliener konnte kein Menue so schmackhaft kochen, wie er es eben von Leila aufgetischt bekam. Das war schon ein tolles Kompliment das er Leila vergab und wieder wurde sie verlegen. So charmant wie er gerade wieder war, so schnell konnte er wieder sehr sachlich und in sich gekehrt sein…. Und wieder war die Atmosphäre so als würden sie einander schon eine Ewigkeit kennen und sie verstanden sich hervorragend. Vergessen sein Gemütswandel, vergessen der Tag wo Leila alleine zu Hause war; jetzt zählte einfach der Moment und den genossen beide auf ihre Art.
Wieder verlief der Abend mit lockeren Gesprächen – sie lachten zusamme, erzählten Witze, verloren sich in ernstere Themen, fanden wieder Gemeinsamkeiten und endeten schliesslich in einer total fröhlichen und lockeren Stimmung. Es war als ob sie schon immer hier zusammen waren, sich so gut verstanden und keine Zeitspanne zwischen dem vorletzten und dem jetzigen gemeinsamen Abend war, der sie für so lange trennte. Allerdings sprach Keanu mit keinem Wort darüber, warum er gestern auf einmal so ernst war und sich so schnell von ihr verabschiedete…
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Beitrag Verfasst am: 28.03.2009, 15:54    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 14
Erst viel später und als die Flasche Wein leer war, räumten sie den Tisch zusammen ab, stellten das Geschirr zum vor spülen in den Abwaschtrog und währenddem Leila die Küche aufräumte, zündete Keanu den Kamin an und ging danach auf die Terrasse. Später holte sich Leila eine Jacke und ging zu Keanu. Wie so oft stand er am Geländer und starrte wieder auf die Lichter der Stadt, tief in Gedanken versunken. Leila blieb eine Moment stehen, dann ging sie zu ihm und legte ihre Hand auf seine Schulter:
„Magst Du noch einen Corretto Grappa?“ fragte sie vorsichtig und Keanu sah sie im nächtlichen Sternenlicht an und lächelte.
“Du hast wirklich an alles gedacht…:“ stellte er fest und Leila lächelte zurück:
„Nein, nicht ganz. Nur an den Grappa. Was eigentlich noch fehlen würde wäre ein Tiramisú…. Aber in anbetracht dessen, dass viele Männer keine Süssigkeiten mögen, habe ich mir erlaubt, darauf zu verzichten…“ sie schaute ihn fragend an: „oder magst Du italienische Desserts?“
Keanu klopfte Leila wieder kurz und freundschaftlich auf den Oberarm und antwortete:
„Kommt auf die Zusammensetzung darauf an…“
Leila grinste; endlich hatte sich seine ernsten Gesichtszüge wenigstens etwas gelockert und sie waren wieder in ihrem alten Wortspiel. Lachend hob sie den Zeigefinger:
„Nein, nein, keine weiteren Angaben….. Du weißt schon..“
Keanu lachte ebenfalls und legte seinen Arm diesmal um Leila´s Schulter:
„Du bist ein gutes Mädchen“
sagte er und sah sie mit seinen dunkelbraunen Augen, die jetzt fast genauso schwarz wie die Nacht waren, an. Dann drückte er sie ganz kurz an sich um sie gleich wieder los zu lassen.
„Ein Corretto Grappa wäre jetzt genau das Richtige“
bemerkte er und Leila verstand den Wink. Ja, sie war ein gutes Mädchen und sie wollte eigentlich nur, dass es Keanu hoffentlich bald besser ginge. Leila nickte, löste sich aus seinem Arm und verschwand wieder im Innern des Hauses.

Leila hantierte in der Küche genauso in Gedanken versunken wie Keanu draussen auf der Terrasse. Ihre Gedanken arbeiteten auf Hochtouren; waren dies Berührungsängste, die sich bei Keanu auf einmal breit machten?? Irgendwie wehmütig dachte Leila an die ersten Tage, als sie sich kennen gelernt hatten. Gut, sie kannten sich nicht gerade sehr lange, doch teilten sie eine gewisse Leidenschaft die zwar nur körperlich bezogen war und sie verbrachten immerhin ein paar sagenhafte, heisse Nächte miteinander, doch wenn es jetzt tatsächlich so sein sollte, dass er sie aus welchem Grunde auch immer, nicht mehr anzufassen traute, dann verstand Leila ihn und die ganze Welt gerade noch weniger!
Der Correto war inzwischen fertig und als Leila wieder auf der Terrasse erschien, sass Keanu inzwischen auf der Couch unter dem Dach, hatte die Füsse auf dem Tisch gelegt und starrte in den sternenbedeckten Himmel. Als er hörte, wie die Schiebetüre aufgemacht wurde und er Leila mit den zwei Tassen in der Hand sah, stand er auf, lief ihr entgegen, wartete bis sie draussen war und schloss dann hinter ihr die Türe wieder. Leila ging zum Tisch, setzte sich ebenfalls auf das bequeme Sofa und wartete, bis er sich auch wieder gesetzt hatte. Wortlos reichte sie ihm eine Tasse und er bedankte sich mit einem Kopf nicken dafür. Mit einem Schluck trank er die kleine Tasse leer, stellte sie wieder auf den Tisch und lehnte sich wieder vermeintlich gemütlich in die Couch. Doch seine Anspannung war zu spüren und Leila beobachtete ihn aus dem Blickwinkel. Keanu´s Blick wanderte wieder in den Nachthimmel. Sie nippte an ihrem Corretto bis auch diese Tasse leer war, stellte sie ebenfalls hin und mache es sich ebenfalls wieder auf dem Sofa bequem. Dazu rutsche sie etwas von der Sitzfläche, so dass ihr Kopf mit den langen Haaren auf der Oberkante lag und sie ebenfalls gen Himmel schaute. Nur ein paar Wolken waren zu sehen, ansonsten konnte man fast die Sterne zählen. Eine tief dunkelblaue Nacht war angebrochen; trotz der nächtlichen Kälte waren bereits erste Frühlingsdüfte riechbar und Leila atmete diese tief ein, schloss dann die Augen und hörte den Geräuschen der Nacht zu. Der Strassenverkehr war kaum mehr wahr zu nehmen, nur hie und da konnte man ein in weiter ferne vorbeifahrendes Auto ausmachen. Einige Vögel zwitscherten noch aus den Gebüschen, der Wind liess die Blätter sanfte Melodien erklingen und sonst war nichts zu hören, ausser Keanu´s gleichmässige Atemzüge, die sie nahe bei ihrem Ohr vernahm. Sie staunte, dass er trotz der abendlichen Kälte ohne Jacke warm genug hatte. Mit verschränkten Armen sass er einfach neben ihr, lugte in die Nacht hinaus und hatte die Augen für einen Augenblick geschlossen.
„Du hast also genug vom reisen?“
Keanu´s sanften Worte rissen Leila aus den Gedanken heraus – nein, sie hatte im Moment keine wirklichen Gedanken, sie war eher in einem momentanen Zustand von Sein und sich versuchen wohl-zu-fühlen. Für einen Moment öffnete sie die Augen und sah ihn fragend an. Keanu hatte seinen Kopf zu ihr geneigt und wartete auf eine Antwort.
„Yep“ sagte sie und nur dieses eine Wort liess ihren endgültigen Entschluss durchblicken, dass es ihr im Moment auch selbst im Herzen wehtat. Aber nur für einen Augenblick. Sie freute sich auf ihr Zu Hause, ihre Eltern und ihre Freunde die sie schon so lange nicht mehr gesehen hatte….

Und wieder herrschte Funkstille. Leila wendete ihren Kopf wieder dem Himmel zu und schloss die Augen – wieder war Keanu in sich gekehrt, und obwohl Leila das Gefühl hatte, dass er vielleicht jetzt reden würde, brachte es dieser Mann einfach nicht fertig, zu sagen, was ihn so sehr beschäftigte.
Ihre Gedanken begannen wieder zu wandern und sie erinnerte sich, wie oft sie nachhacken musste um herauszufinden, warum er beispielsweise damals auf dem Polizeiposten war… Einige Male – bis Keanu endlich damit herausrückte, dass es mit dem angehenden Gerichtstermin zu tun hatte. Aber eigentlich wollte er Leila nicht mit seinen persönlichen Problemen belasten, dafür war sie ihn zu wertvoll und dies war auch einer der Gründe, warum er nicht über solche Dinge sprechen mochte.
Und es brauchte noch einige weitere, gegenseitige, intensive Gespräche von Leila´s Seite, bis Keanu endlich klar wurde, dass Leila wirklich an ihm und seinem Wohlsein interessiert war und nicht an ihm als Schauspieler. Ein weiteres Gespräch seinerseits gab Leila die Klarheit über seine Erfahrung mit gewissen Frauen, die oft nur an seinem Bekanntheitsgrad interessiert waren und nicht an ihm als Menschen, was Leila auch zu verstehen gab, wie einsam dieser Mensch eigentlich war. Trotz allem. Die vergangenen Monate hatten sie wirklich nahe stehende Gespräche und Leila fühlte sich Keanu extrem verbunden. Sie verstand ihn, sie respektierte ihn, konnte zu hören, konterte wenn es sein musste, schätze was er sagte oder tat, konnte ihm im Gegensatz in verschiedenen Bereichen Ratschläge verteilen, und gleichzeitig hörte Keanu auch Leila zu, wenn sie mal wieder niedergeschmettert von schlechten Erfahrungen während ihrer Reise berichtete. Sie waren einfach auf der gleichen Wellenlänge – und sie vertrauten einander.

Und jetzt war ein Moment gekommen, der Leila fast zerriss; sie wusste, dass er an etwas nagte, aber sie verstand seine momentane Verschlossenheit nicht. Am Telefon waren sie gegenseitig immer sehr offen und gesprächig, konnten einander alles sagen, auch wenn es nicht immer nach Honigkuchen zu und her ging, respektiert hatten sie die gegenseitigen Ansichten immer und auch gestern Abend beim Essen unterhielten sie sich wie gute alte Freunde. Seit sie aber wieder zusammen hier in seinen vier Wänden waren, war Keanu wie ein umgedrehter Handschuh. Hatte sie etwas falsch gemacht? Etwas Falsches gesagt? Spielte er nur den freudig, heiteren Typen für sie und war eigentlich gar nicht in dieser Stimmung dazu? Er war ja Schauspieler aber selbst sein Talent konnte ihm jetzt nicht helfen. Offensichtlich beschäftigte ihn etwas ganz enorm und Leila hatte das Gefühl, als müsste sie der Tatsache nun endlich auf den Grund gehen.

Sie setzte sich langsam auf und wendete sich zu Keanu. Gedanken über Gedanken schossen jetzt erst recht durch ihren Kopf, als sie ihn so ansah; hatte auch er seine Augen wieder geschlossen und sie sah ihm an, dass er gewaltig am Grübeln war. Vielleicht hatte er berufliche Probleme, brauchte einen weiblichen Rat, vielleicht war sogar eine Frau im Spiel – was sie schlussendlich nicht gewundert hätte - vielleicht war er auch einfach niedergeschmettert, hatte zu viel gearbeitet, nagte an seiner Karriere, hatte Probleme mit dem Haus…. - och, es konnte so vieles sein!

„Keanu – ich weiss nicht was Du hast und es tut in meinem Herzen weh, wenn ich Dich so sehe“ sagte sie und ihre Worte waren so einfühlsam, dass Keanu aufhorchte und die Augen langsam öffnete.
Schon die ganze Zeit versuchte er die richtigen Worte zu finden um Leila mitzuteilen, was ihn beschäftigte und - es fiel ihm diesmal enorm schwer. Was Frauen anbelangte war er in dieser Beziehung noch nie besonders wortgewandt….

„… - ich würde zu gerne wissen, was Dich so sehr beschäftigt…“ hallte es in seinem Ohr und er drehte seinen Kopf wieder zu Leila um.
„Ist es ein neues Projekt, das Dir an die Nieren geht?“ fragte sie vorsichtig und erntete wieder diesen undurchsichtigen Blick. Gott, diesmal hatte sie wirklich eine Nuss zu knacken und nach dem vorangegangenen heiteren Abend sollte es nun wieder diesen bedrückenden Abschluss geben? Nein das konnte und sollte nicht sein – sie hasste es, wenn der Tag in seiner solchen Stimmungslage zu Ende gehen sollte. Schliesslich lebte man nur einmal und sollte jeden Tag geniessen, so als wäre es der Letzte…
Keanu überlegte einen Moment und machte eine „Jein“ Kopfbewegung.
„Ich sehe schon“ sagte sie, „ Du willst nicht darüber reden….“
Leila überlegte einen Augenblick, kratzte sich am Kopf, strich sich durch die langen Haare und sah ihn wieder an:
“dann machen wir es halt so…“
Leila erklärte ihm ein englisches Ratespiel, das jahrelang auf BBC ausgestrahlt wurde; mit Handzeichen, Silben erraten und schlussendlich Wörter und gar ganze Sätze erraten…
Für einen Moment erhellte sich Keanu´s Gesicht und er schaute sie belustigt an. Also wenn das nichts half, dachte Leila. Schon dieser Augenblick versetzte Leila ebenfalls in eine fröhlichere Stimmung und sie begann ihr Wortspiel mit Buchstaben.
„Ein B für Beruf“ sagte sie und macht das entsprechende Handzeichen.
Keanu antwortete wieder mit einem „Jein“ Kopfnicken..
„Hm… H - für Haus?“ vielleicht war er ja nicht glücklich hier in diesen vier Wänden??
Ein eindeutiges „Nein“ kam herüber und Keanu begann das erste Mal zu schmunzeln… Er fand Leila´s Ideenreichtum einmal mehr ausserordentlich und irgendwie war er froh, dass sie auf dieses Spiel gekommen war… Er rekelte sich auf dem Sofa und seine ganze Aufmerksamkeit galt nun Leila, die inzwischen mit gekreuzten Beinen auf dem Sofa sass und sich ihm voll und ganz zugewendet hatte.... Leila strich sich wieder durchs Haar und begann erneut mit Handzeichen.
„F - für Familie?“ mit grossen Augen sah sie ihn an. Keanu hatte ihr alles über seine Schwestern mitgeteilt und Leila war sehr betroffen zu hören, dass Kim gesundheitlich ziemlich angeschlagen war. Vielleicht war etwas mit ihr? Ihre Augen ruhten fragend in seinen, die für einen Moment dunkler, irgendwie trauriger wurden, doch gleich wieder aufhellten und ebenfalls mit einem klaren „Nein“ kopfschüttelnd beantwortet wurde.
„Das ist gar nicht so einfach“ stellte sie fest – und Keanu liess sie weiter grübeln.
„M - für Motorrad“ war etwas mit seiner heiss geliebten Norton – wobei, mit der war er ja heute unterwegs….
Wieder verneinte er und sein Schmunzeln wiederholte sich. Die Frau machte sich wirklich Sorgen um ihn, doch er fand noch immer keine Worte…
… Oder vielleicht war etwas mit seinem Porsche? Den hatte sie heute noch nicht gesehen.
„P - für Porsche?“ war das Nächste und wurde wieder verneint. Leila atmete tief und schaute ihn irgendwo belustigt, aber doch ernst an. Was um Himmels Willen konnte es denn nur sein?
„P - für Putzfrau?“ ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht… und er verneinte.
„G – für Gärtner?“ wieder ein belustigtes Nein. Woran die Frau auch alles dachte…
„M – für Milchmann?“ Diesmal musste er lachen und riss Leila geradewegs mit.
„Na hör mal – da gibt’s genug Ärger mit denen; die einen Liefern nicht, die andern wollen nicht, dann gibt noch welche, die fahren einem beim Ausliefern ins Auto…“
Leila´s ernste Erklärung wurde wieder mit einem Lacher quittiert und endlich hatte sie das Gefühl, dass sich Keanu´s Stimmung hob. Doch wieder wurde er ernster und verneinte und spontan meinte Leila:
„F – für Frau?“ schlagartig veränderte sich sein Blick und wieder wurde Keanu noch ernster und sein Blick glitt zu Boden.
Hm – vielleicht hatte er in der Zwischenzeit jemanden kennen gelernt und hatte Probleme mit der Beziehung? Dies würde eindeutig die vielen Vorräte in der Küche erklären… Leila sah ihn fragend an und er nickte ganz langsam und eher vorsichtig. Aus welchem Grunde auch immer, grübelte nun Leila selber, nie hatte er ihr gegenüber etwas erwähnt und verwundert sah sie ihn jetzt an. Wie oft schon hatte sie ihm gesagt, dass sie es gut finden würde, wenn er endlich jemanden an seiner Seite haben würde – und jedes Mal, wenn sie ihn darauf ansprach. wich er ihr immer wieder mit fadenscheinigen Erklärungen aus….
„Eine Frau also“ bestätigte sie anerkennend.

Keanu nickte kaum sehbar und sein Blick hob sich langsam wieder. Dann setzte er sich auf, rutschte ganz vorn auf die Sofakante, legte seine Ellbogen auf seine Knie und faltete die Hände die er sich nervös zu reiben begann. Er wollte etwas sagen doch wieder fehlten ihm die Worte. Für einen Moment presste er seine Lippen aufeinander; er hasste sich in diesem Augenblick dafür – warum konnte er ellenlange Dialoge vor laufenden Kameras und vor der ganzen Crew problemlos auswendig aufsagen, doch wenn es um ihn und seine Gefühle ging, versagte seine Stimme?? Vor allem wenn es um weibliche Ursachen ging??

„J – für junge Frau?“ fuhr Leila fort. Endlich hatte sie einen Ansatz und offenbar fiel es Keanu enorm schwer, über genau dieses Thema zu sprechen. Wieder rieb er seine Hände und schaute sie für einen Moment an. Er nickte:
„jüngere“ fügte er hinzu.
„Wie meinst Du das? Eine junge Frau oder eine Frau die jünger ist als Du bist?“
Keanu hatte seinen Blick wieder gesenkt und rieb noch immer seine Hände. In dem Augenblick, wo er sie ansah, erkannte Leila eine gewisse Unsicherheit, einen Schmerz in seinen Augen – Leila konnte es nicht erklären aber ihr Mitgefühl entwickelte sich in diesem Moment ganz enorm - und sie begann sich nun noch grössere Sorgen zu machen:

– was war bloss geschehen??
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Beitrag Verfasst am: 30.03.2009, 13:49    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 15
Keanu hatte ihr schon vor längerem von der tragischen Geschichte von seiner Exfreundin und dem gemeinsamen Kind erzählt und damals war Leila zutiefst geschockt über so viel Leid. Keanu hatte ihr zwar gesagt, dass er inzwischen darüber hinweg war, doch würde er manchmal mit Situationen konfrontiert, wo er einfach weg gehen müsste; wie zum Beispiel wenn er im Park war wo sich Familien mit ihren Kindern aufhielten. Doch hier war etwas anderes passiert und Leila begann zu grübeln. Hatte ihn eine jüngere Frau nun dermassen verletzt, dass er nicht darüber hinwegkam?

Wieder sah sie ihn fragend an und mitfühlend legte sie ihre Hand nun auf seinen Unterarm. Keanu drehte sich zu Leila und für einen Moment zupfte er Leila verlegen am Ärmel um gleich darauf seine Hand wieder zurück zu ziehen. Ihre Augen trafen sich und wieder erkannte Leila darin eine Wehmut, ein Ausdruck der fast von Verzweiflung sprach - aber sie sah noch etwas ganz anders, das sie als Wärme, Verlangen und Sehnsucht bezeichnete. Leila nahm seine Berührung ganz intensiv wahr und sah ihn wieder in Gedanken versunken und Kopfschüttelnd an.

Was war nur los mit diesem Mann??

So sie kannte ihn gar nicht und am liebsten hätte sie ihn jetzt einfach in ihre Arme genommen und fest gedrückt. Einfach so – um ihm zu zeigen, dass sie für ihn da war, dass sie ihm helfen wollte, dass… Und ohne gross zu überlegen, rückte sie etwas näher zu ihm, schlang ihre Arme um seinen Hals und drückte Keanu wirklich ganz fest an sich. So als wollte sie mitteilen, wie sehr sie sich um ihn sorgte und ihn auch spüren lassen dass sie für ihn da war. Keanu zögerte einen Augenblick, bis auch er endlich seine Arme um Leila legte, sein Kinn ganz sanft auf ihrer Schulter stützte und sie für einen ganz langen Moment ganz sachte an sich drückte.
„Ach Leila…“ sagte er nur und seine Stimme war so sanft, so wehmütig, fast verzweifelt, dass sie ihn noch fester an sich drückte. Und in diesem Augenblick spürte Leila nicht nur sein Herzklopfen….
Schon als sie ihn vorhin anfasste, durchfuhr sie wieder diese angenehme Wärme, eine Vertrautheit, die sie schon bei ihrer Begrüssung vor zwei Tagen vernahm. Doch diesmal war etwas anders. Keanu drückte sie noch immer ganz fest an sich, und sie fühlte sich wirklich wohl in seinen Armen. Für den Augenblick jedenfalls, doch ihr Gehirn arbeitete auf Hochtouren.

Was vermochte nur geschehen sein, dass Keanu jetzt so aus den Schuhen gekippt war??

Wieder löste sie sich von ihm und sah in sein Gesicht, das sie wieder so undurchdringlich ansah, mit diesen sagenhaften Augen und einem Blick der jede andere Frau schmelzen liess und ein Gefühl von Sehnsucht und Geborgenheit zu vermittelten versuchte…
„Da hat Dich aber jemand ganz schön durcheinander gebracht!“
stellte sie fest und Keanu liess seine Hände von ihrem Rücken auf ihren Oberarmen geleiten wo sie blieben. Keanu nickte sehr andächtig, dann schaute er sie nochmals ganz tiefgründig an und Leila versuchte in seinen Augen zu lesen. Dann zupfte er kurz an ihren langen Haaren und wortlos und ohne zögern zog er sie nochmals zu sich und umarmte sie ganz lange. Leila verstand ihn noch immer nicht, aber sie musste annehmen, dass seine Gefühle komplett durcheinander waren. Es konnte nicht am Wein liegen, obwohl sie ja die ganze Flasche getrunken hatten, aber vielleicht war es ja gerade der Wein, der Keanu endlich zum sprechen brachte. Und Leila war froh darüber; die Ungewissheit machte selbst ihr zu schaffen und sie wollte ja nichts mehr, als helfen und ihre Unterstützung anbieten, wenn er das wollte.
Doch im Moment umarmte Keanu sie einfach nur. Ganz fest und sein Brustkorb bebte schier von den tiefen Atemzügen, dann legte er seine Arme noch mehr um ihren Rücken, steckte seine Nase in ihr Haar und liess den Honigduft in sich einziehen…
Leila liess Keanu machen; wenn ihm das helfen sollte, dann war das auch gut für sie. Und so sassen sie einfach nur da, eng umschlungen, Kraft gebend und in trauter Zweisamkeit…. Leila´s Gefühl sagte ihr, dass dies richtig war, auch wenn er eine andere Beziehung haben sollte – sie waren schliesslich Freunde. Und selbst als er erneut seine Nase in ihre Haare steckte, fühlte sich das auch nicht abwegig an – im Gegenteil.

Ob es das Wiedersehen war nach so langer Zeit, die Stimmung, das gemeinsame Abendessen, der Wein, seine Gesellschaft, das hoffentlich klärende Gespräch, oder seine Berührungen, Leila spürte, dass da plötzlich etwas in ihr vorging. Gerade seine letzte Umarmung hatte Herzklopfen in ihr ausgelöst, das sich aber so anders anfühlte, nicht nur weil sie mit ihm litt. Nein, es war ein Herzklopfen, das sie schon lange nicht mehr so intensiv gefühlt hatte – und sie verstand sich selbst nicht – sie würde bald wieder abreisen und Keanu hatte offensichtlich selbst Probleme wegen eine jüngeren Frau. Da musste sie sich jetzt einfach zusammen reissen! Jetzt stand ER im Vordergrund, ganz eindeutig und das war ihr im Moment wichtiger als alles andere auf der ganzen Welt!!

Leila löste sich langsam aus Keanu´s Umarmung, liess ihre Hände auf seinen Unteramen liegen und sah ihn fragend an.
Seine Augen waren noch immer auf ihr Gesicht gerichtet, doch diesmal lag etwas darin, das sie ganz verlegen machte.
„Was?“ fragte Leila vorsichtig und strich sich mit einer Hand ziemlich verunsichert über ihre Wange bevor sie ihre Hand wieder zurückzog. Keanu rutschte auf der Couch noch etwas näher, zog Leila erneut an sich heran und sein Gesicht kam näher an ihres. Dann beugte er sich zu ihr, grub seine Nase nochmals in ihre Haarpracht, nahm einen tiefen Atemzug, liess seine Wange fast berührungslos an ihrer entlang gleiten und flüsterte in ihr Ohr:
„L – wie Leila…“

Leila stockte der Atem, ihr Herz begann wie wild zu rasen und als er sie im gleichen Moment, als er ihren Namen aussprach, ganz fest an sich drückte und Leila praktisch jeden Muskel seines Körpers spüren konnte, versagten ihre Lippen. Sie, Leila, würde der Grund für seine niedergedrückte Stimmung sein? Warum, weshalb, wieso nur ??
Leila spürte seine Hand, wie sie sanft über ihren Rücken strich – nein, so wie er sie gerade berührte, das taten Freunde nicht und sie stiess sich von ihm etwas ab, so dass sie sein Gesicht sehen konnte. Mit grossen Augen sah ihn fragend an. Noch immer steckte ein Kloss in ihrem Hals und diesmal war es Keanu, der endlich wieder seine Sprache fand.
„Leila, als Du mir damals sagtest, dass Du weiter ziehen würdest…“
Leila krallte ihre Finger in seinen Unterarm und als sie ihre Stimme wieder fand, fragte sie sanft, aber noch immer ungläubig über das, was er gerade selbst von sich gab: „was war damals, als ich weiter zog?“
Keanu verzog keine Mine, sein Blick war auf ihre Augen gerichtet und er hoffte, dass sie selber darauf kommen würde. Doch Leila wartete; sie wollte von ihm hören, was sie vermutete und mit einer aufmunternden Geste forderte sie Keanu auf, endlich zu reden:
„Gott, Mädchen, Du machst es mir nicht einfach!“ er holte tief Luft und fügte hinzu: „das hat mir im Herzen weh getan!“

Keanu´s Blick wanderte wieder zu Boden, scheu, verlegen und Leila suchte mit ihren Augen die seinigen, bis er sein Haupt wieder hob sie sich ihre Blicke wieder trafen. Wortlos schauten sie einander an; die ganze Zeit nun hatte Leila nun überlegt, wer Keanu so durcheinander gebracht haben könnte – aber dass schlussendlich sie der Grund sein sollte, dieser Gedanke war ihr bis anhin nie gekommen und jetzt konnte sie dies einfach kaum glauben!
Sie musste die Worte zuerst analysieren. Konnte es sein, dass ihr damaliger, kurzer Aufenthalt und die gegenseitige körperliche Anziehung tatsächlich etwas bei ihm ausgelöst haben konnte? Im Moment war das für Leila unvorstellbar; war nicht er es, der damals davon sprach, keine Zeit zu haben und ihr gegenwärtiges Zusammensein zu geniessen, ohne Verpflichtungen, ohne Gefühle, ohne wenn und aber? Und jetzt, jetzt fand er endlich Worte um ihr zu sagen, dass er ihretwegen gelitten hatte weil sie auf reisen ging?

Wieder sah Leila Keanu mit grossen, fragenden Augen an; ihre Gedanken wanderten für Millisekunden wieder zurück zu ihrer Reise und die Freundschaft mit Keanu: sie musste an all die Telefonate denken, die sie geführt hatten und die immer freundschaftlicher und offener wurden. Und Leila realisierte, dass es eigentlich mehrheitlich Keanu war, der sie anrief, und sie erinnerte sich, dass er meistens darauf bestand, dies zu tun, damit sie keine extra Kosten tragen sollte. Oder steckte damals schon mehr dahinter? Und was genau empfand sie für diesen Mann, der ihr ganz offensichtliche Avancen machte? Gott, ja, sie mochte diesen Mann, aber wie sehr mochte sie ihn? Mochte sie Keanu mehr als einen Bruder den sie nie hatte, einen Freund, einen Partner, jemanden bei dem sie sich ausheulen und anlehnen konnte, der mehr als einmal gesagt und gezeigt hatte, dass er für sie da war – waren grössere Gefühle vorhanden als diejenigen die sie gerade geistig aufgezählt hatte? Leila schüttelte verneinend den Kopf – sie war nie bereit dazu gewesen, ihre Gefühle für jemanden entflammen zu lassen, wenn sie schon zum Vornherein wusste, dass die Beziehung aus welchen Gründen auch immer keine Chance haben würde. Und bei Keanu war anfänglich ganz offensichtlich der Wunsch da, keine Beziehung eingehen zu wollen, zu können und genauso hatte sich Leila darauf eingestellt. Gut, sie hatten sich körperlich geliebt, mehr als einmal und sehr intensiv, aber geistig? Das war damals, vor so vielen Monden und jetzt? Jetzt schien die Sache kompliziert zu werden und Leila versuchte eine vernünftige Erklärung zu erhalten oder wenigstens eine Wegleitung, was geschehen sollte.

„Oh, Gott, Keanu –ich wusste nicht….“
Sie schaute ihn einfach an, noch immer getroffen von seiner Offenbarung und
diesmal war sein Blick fast verzweifelt, suchend was sie empfinden mochte, hoffend, dass er mit seinen Gefühlen nicht alleine da stehen würde….
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Beitrag Verfasst am: 31.03.2009, 13:33    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 16
Lange sah sie ihn an; wortlos, sprachlos, überrascht, ihre Gedanken überschlugen sich und sie wusste nicht, was sagen; jetzt war es Leila, die komplett durcheinander war!
Leila sah Keanu mit grossen Augen an; ihr Mund war bestimmt noch immer offen vor Verblüffung und als sie sich langsam gefasst hatte, entschuldigte sie sich, stand auf und liess Keanu einfach sitzen. Er wollte sie für eine Sekunde zurückhalten, doch er spürte, dass sie nun alleine sein musste und liess sie wortlos gehen.

Leila musste jetzt einen klaren Gedanken fassen können; gerade noch hatte sie von Heimkehr gesprochen, von ihrer Familie, Arbeit, wieder ein festes Standbein zu haben, von vorne zu beginnen… Und hier war ein Mann, dem sie offensichtlich und ganz unbewusst den Kopf verdreht hatte und der es jetzt fertig brachte, dass er sie innert Sekunden in ein totales Gefühlschaos zu katapultieren drohte!

Mit schnellen Schritten lief Leila Richtung Schiebetüre, öffnete diese und ging ins Haus und in ihr Zimmer. Sie musste jetzt alleine sein um wieder Boden unter den Füssen zu fassen. Scheinbar gedankenlos begann sie in ihren Sachen zu wühlen, so als wollte sie packen, nahm ein Kleidungsstück, legte es zusammen, legte es dann aufs Bett um zum nächsten Stück zu greifen, schob alles wieder beiseite, setzte sich und versuchte einen halbwegs normalen Gedanken zu fassen der auch Sinn ergab. Wie lange hegte Keanu schon diese Gefühle für sie und sie selbst hatte ja keine Ahnung? Und all die Monate wo sie einander nicht sahen? Was ging da in dem Mann vor? Was ging das selbst in ihr vor? Hegte sie ebenfalls tiefgründige Gefühle für diesen Mann, der ihr hier fast alles bieten konnte? Leila war nun völlig durcheinader, sich mit dem Gedanken auseinander zu setzten, zu fühlen, ob sie tatsächlich mehr als Freundschaft für Keanu empfand, das konnte sie im Moment nicht. Und - warum, wenn er sie schon so mochte, hatte er sich gestern und heute von ihr abgewendet und liess sie alleine? Und wie gedachte er, dass es weiter gehen sollte? Erwartete er - jetzt wo sie wusste, was er für sie fühlte - dass sie eine Beziehung mit ihm eingehen würde, die vielleicht nur auf einer Seite von tiefgründigen Gefühlen begleitet würde? Und was genau erwartete er jetzt von ihr? Dass sie sich ihm um seinen Hals werfen und „Ich liebe Dich“ sagten würde?
Herrjeh, sie konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen und das machte sie fast fertig! Sie grub ihren Kopf in beide Hände, sie war müde, in einem emotionalen Chaos, der Wein hatte auch seine Spuren hinterlassen und – sie war extrem konfus!

Wie lange Leila so da sass, wusste sie nicht. Erst als sie ein leises Klopfen an ihrer Zimmertüre wahrnahm, erst da hob sie ihren Kopf und sah Keanu, der wieder mit einem sehr ernsten Gesicht um Einlass bat.
Leila nickte und gab ihm zu verstehen, dass er gerne herein kommen durfte. Keanu sagte kein Wort, kam langsam ins Zimmer, stellte sich an die Kommode und sah Leila fragend an.
„Es tut mir leid, Leila…“ begann er, rieb wieder ganz nervös seine Hände und Leila sah ihn mit grossen Augen an.
„Nein, Keanu es braucht Dir nicht leid zu tun. Mir tut es leid – hätte ich gewusst…“
„Dann - was?“ fragte Keanu vorsichtig.
Leila schüttelte den Kopf: „…Ich weiss auch nicht. Im Moment bin ich einfach damit überfordert. Ich hatte wirklich keine Ahnung…“ entschuldigte sie sich und sah Keanu fragend an: „und ich verstehe Dich auch nicht ganz…“
Keanu´s Blick wurde nun ebenfalls etwas neugieriger und Leila fuhr fort: „wenn ich Dir schon nicht ganz so gleichgültig sein soll – „ sie holte tief Luft: „warum hast Du Dich gestern von mir abgewendet?“
Keanu sah sie mit seinen braunen, warmen Augen an, überlegte einen Augenblick, trat einen Schritt näher ans Bett, setzte sich unaufgefordert neben sie und sah Leila eindringlich an. Ihr Gesichtausdruck war angespannt, neugierig und auf eine plausible Erklärung hoffend.
Keanus Blick geleitete wieder für einen Moment weg von ihrem Gesicht, so als brauchte er noch einen Augenblick, dann sah er ihr direkt in die Augen:
„Leila, ich wollte Dir nie das Gefühl übermitteln, mich von Dir abzuwenden. Im Gegenteil. Ich finde Dich nach wie vor enorm attraktiv, liebenswert, einmalig und wahnsinnig begehrenswert…“ er machte eine kurze Pause, seine Hände wieder ineinander gefaltet und langsam reibend: „als ich Dich gestern wieder sah, wurde mir klar, dass da mehr war, als das ich für Dich bis anhin empfunden habe. Da kamen auf einmal Gefühle in mir hoch, Gefühle die anders waren als diejenigen, die man für einen guten Freund empfindet...“
Keanu machte eine kurze Pause und musterte Leila die ihn mit noch grösseren Augen ansah, dann sagte er: „ ich habe mich nicht von Dir abgewendet. Ich musste einfach alleine sein, alleine um heraus zu finden, was das genau für Gefühle sind…“
wieder rieb er seine Hände, diesmal verlegen und seine Augen wendeten sich wieder von Leila ab. Leila drehte sich wieder zu ihm, sah ihn genauso eindringlich an und schüttelte den Kopf.
„Deswegen warst Du heute den ganzen Tag unterwegs…“ stellte sie fest und ihr wurde klar, wie ernst es Keanu meinte. Er nickte:
„Leila, ich habe mich in Dich verliebt…“ und sah sie mit einem Blick an, der sie in einer anderen Situation zum schmelzen gebracht hätte, doch sie wehrte zaghaft ab.
„Keanu – es tut mir leid, ich – ich mag Dich sehr….“
Wie konnte, wie sollte sie ihm sagen, dass ihre Gefühle nicht so stark waren wie seine???? Oder waren sie das? Oder war es der Wein, sein Geständnis, oder das ganz Drumherum… Leila wusste in dem Moment nicht, wie tief sie für diesen Mann empfand und - sie wollte ihn nicht verletzten!

Keanu sah Leila mit seinem bekannten, undurchdringlichen Blick an und schüttelte leicht den Kopf. Ihr Blick hatte alles gesagt und er verstand, auch wenn es wehtat:
„Es tut mir Leid, Leila, ich dachte….“
Gott, er war überzeugt, dass Leila genauso fühlen würde wie er aber damit hatte er nicht gerechnet. Da waren tonnenweise Frauen die ihn begehrten, aber ausgerechnet diejenige, in die er sich verliebt hatte, die wollte nichts von ihm wissen. Eine bittere Pille für einen begehrten Junggesellen…

Wortlos verliess Keanu das Zimmer, warf nochmals einen Blick auf eine nachdenkliche Leila, schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln und schloss leise die Türe. Dann ging er ins Wohnzimmer, goss sich noch ein Glas Whiskey ein und setzte sich vor den noch immer lodernden Kamin.
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Emma Rose
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Beitrag Verfasst am: 02.04.2009, 14:00    Titel:  Benutzer-Profile anzeigen 

Kapitel 17
Leila lag noch lange wach und grübelte. Vielleicht war es einfach besser, wenn sie in den nächsten Tagen nach Hause fliegen würde. Diese Situation war für sie sehr unangenehm und Distanz würde vielleicht auch einiges klären. Wie sie was organisieren wollte, darüber würde sie am nächsten Tag nachdenken; im Moment war sie einfach zu müde und zu durcheinander….

Als Leila am nächsten Morgen in die Küche kam, hatte Keanu bereits den Frühstückstisch gedeckt und sass am grossen Tisch, eine Tasse Kaffee vor sich und las in einem dicken Buch. Als er Leila herein kommen hörte, sah er kurz auf und begrüsste sie mit einem vermeintlich fröhlichen „Guten Morgen, Leila“.
Leila erwiderte seinen „Guten Morgen“ - Gruss, liess sich ebenfalls eine Tasse Kaffe aus der Maschine und setzte sich zu ihm. Sie musterte Keanu einen Moment; er sass da, als ob nichts geschehen war, keine Offenbarung, keine intensive Gespräche über Gefühle und Zukunft die statt gefunden hatten, sondern er sass einfach da und las in seinem Buch. Leila wusste, dass er innerlich litt, auch wenn er sich gut verstellen konnte; er sah müde aus welches von einer kurzen Nacht zeugte. Aber sie konnte die Situation nicht ändern, also musste sie das Beste daraus machen, so wie er. Und sie entschloss sich, das Thema vorläufig nicht mehr anzuschneiden.
Die beiden Frühstückten erst zusammen, dann schlug Keanu vor, dass sie zusammen in die Stadt fahren sollten. Das taten sie, Keanu nahm seinen Porsche hervor, liess sogar Leila fahren, zeigte ihr den Weg zum Rodeo Drive, wo sie erst Windowshopping machten, dann kaufte er sich ein paar neue Schuhe, die Leila für total schräg fand und dazu neue, schwarze Jeans. Später assen sie im Rodeo Drive einen Teller Pasta bevor sie weiter nach Santa Monica an den Strand fuhren.

Die ganze Zeit war die Stimmung locker, ungezwungen, nur zwischendurch berührten sie einander wie zufällig und es war, als wären sie schon immer so zusammen gewesen – wie gute Freunde eben. Sie lachten, erzählten Witze und als sie am Strand angekommen waren, zog Leila ihre Schuhe und Strümpfe aus und lief ganz ungezwungen neben Keanu im noch kühlen Sand. Der Wind blies und hinterliess einen salzigen Geschmack in ihren Mündern, den sie bei einem Glas Weisswein und einem Shrimpcoctail am Pier vergessen liessen. Erst als sich die Sonne langsam zu neigen begann und es wieder kühler wurde, erst dann kehrten sie wieder in sein Haus zurück. Vergessen war die bedrückende Stimmung, sie hatten den Tag einfach genossen und als Keanu später Pizza bestellte und eine Flasche Rotwein öffnete, sassen sie auf der Terrasse und assen Stück für Stück, bis die Lichter der Grossstadt den Himmel erleuchteten und die beiden schlussendlich den Rest vom Wein vor dem angezündeten Kamin genossen.
Als sie sich zum schlafen gehen verabschiedeten, zog Keanu Leila kurz zu sich, drückte ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange, schaute sie lange an und sagte:
„Ich danke Dir für diesen Tag…“
Leila nickte: „Nein, ich danke Dir für Deine Zeit. Es war wirklich schön!“
und das meinte sie ehrlich und von ganzem Herzen, drückte ihm ebenfalls einen sanften Kuss auf die Wange, die inzwischen von einem Zweitagebart etwas kratzte, drehte sich um und ging in ihr Zimmer.

Die folgenden Tage verbrachten die beiden ebenfalls zusammen; Keanu half Leila ihr Auto zu verkaufen, dann hatte sie den Rückflug für die kommende Woche gebucht und die restliche Zeit würden die einfach noch geniessen.
Keanu fuhr mit ihr in die Berge, sie machten einen Ausflug auf dem Motorrad und gingen wieder zum Strand. Keanu war aufmerksam, aber nicht aufdringlich, sehr bemüht um Leila´s Wohl, umwarb sie auf seine ganz persönliche Art, liess sie auch alleine wenn er spürte, dass ihr seine Nähe vielleicht zu viel wurde, lud sie zum Essen in eines seiner Lieblingsrestaurants Downtown ein und war einfach für sie da.

Der Abschied nahte, Leila hatte ihre Koffer schon am Vorabend gepackt und als der Morgen anbrach, hatten beide nicht viel geschlafen. Noch lange sassen sie zusammen auf dem grossen, weissen Sofa, Keanu hielt Leila eine Zeitlang einfach nur im Arm, sie tranken noch einen guten Tropfen und redeten schlussendlich lange und ausgiebig bis sie schlussendlich noch ein paar Stunden Schlaf holten.

Nach dem Frühstück sassen sie noch eine Weile auf der Terrasse, bis der Zeitpunk zum Aufbruch nahte und Keanu Leila zum Flughafen fuhr. Als sie sich verabschiedeten, lagen sie einander lange in den Armen, ganz eng umschlungen und hielten einander nur fest. Irgendwann löste sich Keanu, legte seine Hände auf Leila´s Schultern, sah ihr in die Augen, die sich langsam mit Tränen zu füllen drohten und drückte ihr wortlos einen sanften Kuss auf die Lippen, den sie ganz vorsichtig erwiderte. Gott, sie mochte diesen Mann; gerade die letzten paar Tage versuchte sie darüber im Klaren zu werden, was sie eigentlich wollte und Keanu machte ihr den Abschied auch nicht gerade leichter. Aber jetzt war die Zeit da, wo sie nach Hause wollte, Mann hin oder her – ihre Familie war ihr im Augenblick einfach wichtiger. Und sie brauchte Abstand.

„Ich danke Dir für alles, Keanu“
Leila hielt seine Hand fest, drückte diese und versuchte ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Keanu sah sie einen Moment lang an, lächelte ebenfalls, etwas verlegen und antwortete:
„Ist gerne geschehen. Ich hoffe, dass Du all das findest, was Du suchst und was Du Dir auch wünschst“
sagte er und eine unvermeintliche Wehmut lag in seiner Stimme, auch wenn er sich darum bemühte, so locker wie sonst zu klingen. Leila kannte ihn und sie wusste….
Als der nächste Aufruf für ihren Flug erklang, umarmten sie sich nochmals und Leila flüsterte in Keanu’s Ohr:
„Ich werde über uns nachdenken…“,
drückte ihm nochmals einen Kuss auf die Wange die inzwischen von einem sanften Bart bedeckt war, sah nochmals in die tiefgründigen, braunen, warmen Augen, lächelte ihn ein letztes Mal verlegen an, drehte sich um und lief gen Passkontrolle.

Vor dem Gate drehte sie sich nochmals um und sah, dass Keanu noch immer dort stand, wo sie sich verabschiedeten, ihr nachschaute und als sie durch die Türe verschwand, winkten sie einander nochmals zu – beide versuchten ein Lächeln auf ihre Gesichter zu zaubern um einander noch ein letztes, schönes Bild zur Erinnerung zu hinterlassen….

…. TO BE CONTINUED ???? …..
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