Giulia
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 22.10.2008, 14:44    Titel: Giulia  

Kapitel 1

Die Aussicht war phantastisch. Er sass auf einer Terasse an dessen Brüstung grosse Blumenkisten standen und wenn er darüber hinaus sah, so blickte er an Berge die mit Kastanienwäldern bedeckt waren und an dessen Gipfeln der nackte Felsen schaute. Unten im Tal da glitzerte ein türkis fabener See und an dessen Ufer, da war ein Flussdelta ersichtlich. Darauf war eine Stadt gebaut. Kirchtürme
in grauem Granit gemauert und mit Glocke die man aussen mit Rädern zum läuten brachte waren in jedem Dorf das den See umgab zu erkennen.
Irgendwie musste das wohl in Frankreich oder doch noch eher in Italien sein. Er kam nicht drauf wo er sich befand. Angestrengt dachte er nach, aber er fand nicht heraus wo er war.
Eine Frau kam auf die Terrasse und brachte ihm eine Flasche Wein und ein Glas. Sie hatte leuchtend grünblaue Augen und langes braunes Haar und sie sprach mit ihm. Er lauschte ihrer hellen Stimme konnte aber kein Wort verstehen. Sie sprach langsam, bedächtig. Merkwürdig, hätte sie schneller gesprochen, dann würde er auf italienisch tippen. Aber .... das hier klang doch anders, das R sprach sie im Hals hinten aus gerade wie die Franzosen. Die Frau hatte einen leichten, graziösen Gang, sie war klein und schlank und sie gestikulierte nicht so intensiv, wie es die Leute auf Capri machten.
Sie redete und lachte ihn an und sie strich ihm mit dem Zeigefinger über die Wange und sagte dazwischen zweimal 'amato' zu ihm.
Die Weinflasche hatte eine weisse Etikette und darauf stand 'Merlot Rovidere Bianco' und darunter 'Ticino'. Es musst also doch Italienisch sein, was die Frau redete aber..... wo er sich befand in Italien, das war ihm schleierhaft. Er kannte doch den Gardasee, ja so ähnlich war es hier ja auch aber doch anders und wenn sie ihn so ansprach, dann musste er sie doch gut kennen, sehr gut sogar, ein 'amato' war ein Geliebter! Sie öffnete den Wein gekonnt und schenkte ihm ein. Er kostete und war total überrascht, dass ein weisser Merlot so voll schmecken konnte. „Eh amato. Der ist lecker hm. Das ist einer der besten, den mein Bruder produziert!“ sagte sie nun auf englisch.

„Hi und Guten Morgen, es ist neun Uhr dreissig und zwanzig Sekunden! Hier ist WCBR mit dem Neusten aus Politik, Wirtschaft und Kultur rund um Los Angeles!“ dröhnte es nun in sein Ohr. Er war wohl doch nicht in Europa auf einer Terasse am Wein probieren... er drehte sich langsam gegen den Radiowecker auf seinem Nachtisch und öffnete die Augen! Sein Kopf schmerzte und er konnte nur durch den Mund atmen.
Er hatte also geträumt, ha...gab es den sowas, er hatte bestimmt schon seit Jahren nie mehr bewusst geträumt. Musste wohl mit der verdammten Erkältung zusammenhängen. Langsam kroch er aus dem Bett und schlurfte hustend ins Badezimmer. Dort griff er im Spiegelschrank nach den Aspirin und drückte sich eine Tablette direkt ins Zahnglas. Mit viel Wasser schluckte er sie und anschliessend duschte er heiss.

Eine gute halbe Stunde später stand er in seiner Garage und entschied sich, für einmal seine Ladies auf Rädern nicht zu beglücken und statt dessen den Porsche zu nehmen. Er musste seine Stimme wieder erlangen, immerhin würde er in drei Tagen in London sein um diesen Film über die Band an dem Festival zu promoten. Abgesehen davon, er hatte wohl eine blühende Phantasie, das war eine wichtige Berufsvorausetzung, aber von Frauen zu träumen, die es nicht gab.... auch wenn sie noch so verlockend aussahen, das war definitiv nicht seine Sache. Wenn er schlafen wollte, so ohne Hirngespinste.

Er ass im Spago ein spätes Frühstück oder ein frühes Mittagessen, wie meistens und danach fuhr er zu seinem Manager Erwin Stoff um die beiden Scripts für die Projekte im nächsten Frühling zu holen. Dabei musste er an einem Rotlicht halten und sein Blick viel in das Schaufenster einer Weinhandlung, genauer einer Weinhandlung mit französischen und italienischen Weinen. Da war eine Flasche zu sehen, deutlich mit weissem Etikett.
'Alter, jetzt spinnst du!' dachte er und fuhr bei grün weiter. 'es gibt schliesslich viele Weine mit weissem Etikett!'

Mit Erwin sprach er nur kurz die Drehbücher durch. Er wollte sich nicht heute entscheiden, nicht mit einem solchen Brumschädel, nein das ganze musste warten bis er von der Promotour zurück war. Eher noch länger, wenn es irgend möglich war, würde er noch ein paar freie Tage in Europa anhängen! So verliess er das Büro seines Managers mit den Scripts und fuhr zurück zu seinem Haus. Als er wieder an dieser Weinhandlung vorbei kam, dachte er sich, er könnte ja mal einfach so da hinein gehen, schliesslich war sein Keller eh fast leer und Wein degustieren, das machte er immer gerne!

So parkierte er seinen Wagen in einer Seitenstrasse und als er dann endlich vor dem Schaufenster stand, da traute er seinen Augen nicht. Auf dem Etikett der Flasche stand: 'Merlot Rovidere Bianco, Ticino' .
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 22.10.2008, 16:09    Titel:   

Kapitel 2
Keanu schüttelte ungläubig den Kopf. Es packte ihn die Neugier und er trat in den Laden.
Ein grauhaariger, kleiner Mann mit eindeutigem italienischem Akzent begrüsste ihn.
„Bongiorno oh Signore ..... oh .... eh... Neo... em no... Reeves! ... Ah das ist eine Überraschung......Sie wünschen?“
„Hi... em ... na ja ich würde gerne von dem weissen da im Schaufenster probieren! Geht das?“
„Aber selbstverständlich! Gute Wahl... das ist eine ganz selten erlesene Wein, wissen sie! Normaleweise wird Melot nur rot em.... ah... wie sagt man... gekeltert! Diese da ist ... Spätlese und weiss gekeltert, das gibt eine sehr hohe Alkoholgehalt und ... viel süsse Schwere! Und das obwohl er nicht aus Italien kommt!“
Der Mann hatte die Flasche aus dem Schaufenster dort stehen gelassen. Und holte statt dessen eine zweite aus dem Raum hinter der Theke.
„Sie entschuldigen... in der Fenster sind nur Wasser und Farbe! Die Wein würde leiden!“
Keanu nickte und fragte dann:
„Von wo kommt der Wein denn, wenn er kein italienischer ist?“
„Ah.... ecco... il Ticino svizzera... oh em ...ja. Das ist der italienische Schweiz. Wunderschön. Berge , See, gutes Essen , feine Wein, schöne Frauen!“ Dabei schaukelte er lustig mit dem Kopf und reichte Keanu die gefüllte Tulpe.
„Sehen sie, meine Frau kommt von Ticino.... sie hat eine Neffe.... er macht diesen Vino! Darum ich diesen seltene habe! Gibt nur bei mir in ganz Amerika!“
Keanu setzte an und bekam schon beim ersten Kontakt mit seiner Zunge eine Gänsehaut! 'Genau so schmeckte der im Traum auch!' Schoss es ihm durch den Kopf.
„Oh, ... ist das nicht nach ihrem Geschmack?“ Sagte der Weinhändler weil er seine merkwürdige Reaktion beobachtete.
„Hmm..... doch.. der ist ausgezeichnet!“
„Ecco... ich sag es doch!“
„Sagen sie, wie heisst ihr Neffe denn..... „ versuchte Keanu den Weinhändler zum weiter erzählen zu bewegen.
„Ah ... Adriano Rovidere... eine gute Junge! Leider ich sehe ihn viel zu wenig und auch Giulia seine Schwester.... ich sollte mal nach Locarno Monti reisen. Da leben die beiden!“ Sagte der Mann und war deutlich einen Moment abwesend.
„Gut Mister ?.... em .... Ich möchte davon.... sagen wir mal zwanzig Flaschen!“
„Wirklich.... sie probieren nur diese und gleich so viel?“
„Ja wirklich... aber nur... wenn sie mir auch die Adresse von diesem Adriano Rovidere aufschreiben. Ich fliege bald nach Europa... wer weis, vielleicht?“
„Ma si, Singniore! Er hate direkt Verkauf auf Hof.... und eine kleine Pensione... dort man hat eine wunderbare Ausicht auf Lago Maggiore und Locarno und Ascona! ... Uno Momento ich hole nur eine Papier und Bleistift!“
Er kam mit einem Zettel und der notierten Adresse zurück und meinte dann:
„Also sie müssen aufpassen, ziemlich schwierig zu finden an dem Berg! Weil viele kleine Gassen und viel steil! Aber ..... vielleicht fragen sie nach Madonna del Sasso! Eine Kirche... ziemlich bekannt... ja und dann sie finden leicht!“
„Und ich kann da schlafen, sagten sie?“ Fragte Keanu etwas unsicher.
„Ah si, Giulia fürt die Pensione... da hat man einfache aber schöne Zimmer und grandiose Aussicht!“ Wiederholte der Mann.
„Und man wird mich in Ruhe lassen?“
„Ah, Singnore Reeves.... ganz bestimmt keine Paparazzi und em ... wenn sie erlauben ... ich telefoniere Giulia.... sie wird dann besorgt sein.. dass sie Ruhe haben.... em ... und Alfonso Massa ist verschwiegen wie eine Grab... niemand wird von mir wissen... das der grosse Neo in Locarno Monti sein wird!“ Sagte er und wackelte wieder mit dem Kopf. „Aber zuerst sie müssen noch diese Salami probieren und eine Grappa noccella dazu!“
Er kam mit dem Schnaps in dem man noch grüne Baumnüsse eingelegt hatte und Keanu schüttelte den Kopf.
„Tut mir Leid Mister Massa, ich kann nicht, ich bin mit dem Auto hier und ich bin schrecklich erkältet!“
„Oh.... dann erst recht, diese Schnupfen wird weg sein danach und wenn sie wollen, Paulo meine Sohn fährt sie nach Hause!“ Meinte er und hielt ihm den Schnaps unter die Nase.

Eine Stunde später sass Keanu in seinem Wohnzimmer. Paulo Massa hatte den Wein in seinen Keller getragen, den Porsche in der Garage abgestellt und ihm erst noch eine ganze Flasche Grappa noccella hingestellt. Er gab ihm die Daten mit, an denen er die Promotionstour beendet hatte und Paulo versprach in der Pension das schönste Zimmer zu reservieren. Dann war er gegangen und Keanu hielt den Zettel in der Hand:

Adriano & Giulia Rovidere
Via Alta 23
6800 Locarno-Monti
Telefono: 067 .......

(Madonna del Sasso)
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 23.10.2008, 09:41    Titel:   

Kapitel 3
Giulia hielt noch immer den Hörer des Telefons in der Hand. Was da Paulo ihr eben aus Los Angeles mitgeteilt hatte, das konnte sie nicht fassen. In zehn Tagen, Ende Oktober würde Keanu Reeves in ihrer kleinen Pension ein paar Tage verbringen!
Mechanisch schritt sie zur Espressomaschine und liess sich einen dieser klitzekleinen Kaffees in das Tässchen fliessen. Als Teenager hatte sie diesen Mann so angehimmelt, oh Gott, ja sie war fast täglich unten in der Kirche gewesen und hatte darum gebetet, diesen Mann einmal treffen zu dürfen. Natürlich hätte sie auch gerne mehr gewollt, aber.. so eine unanständige Bitte durfte man dem Schöpfer doch nicht unterbreiten! Sie lächelte, ja genau so hatte sie damals gedacht. Heute erlaubte sie sich nicht mehr solche Phantastereien, sie war eine erwachsene Frau, mitten im Leben und zufrieden mit dem, was ihr dieses bis jetzt bot. Die Pension lief ordentlich und Adriano ihr Bruder machte den besten Wein im ganzen Tal. Sie lebten recht gut davon, einzig... beide hatten bisher in der Liebe kein Glück gehabt. Adriano war verheiratet gewesen, aber die Arbeit auf dem Gut, die hatte Renate, eine Kölnerin nie gemocht, sie hatte irgendwann nach drei Jahren genug und liess ihn für einen Österreicher stehen. Und sie selbst? Sie hatte wohl einige Verehrer gehabt, sicher.... aber es war keiner darunter, der ihr auch nach längerem betrachten gefallen hätte. Meistens waren sie in ihre fahrbaren Untersätze mehr verknallt als in sie oder dann tauchte plötzlich eine monströse Mama auf und der Bursche mutierte zu einem Muttersöhnchen. Ja, ja genau... es waren meist Italiener.. typisch! Ihre Landsleute, die waren halt doch etwas anders. Sergio zum Beispiel! Ja Sergio.... der war süss..... aber er stürzte als erster an der Vercascastaumauer beim Bungeejumping ab. Was hatte sie da geheult.... es tat sogar jetzt noch weh, dabei ist es nun schon zehn Jahre her. Das war der Grund, warum sie diese Mauer hasste, diesen Rummel dort, wo sich jeden Sommer hunderte die 220m hinunter stürzten und sich dann noch grossartig mit der Auszeichnung brüsteten den James Bond Jump gemacht zu haben!
Sie stürzte den Kaffe in einem Zug herunter, packte ihre Haarklammer aus der Hosentasche, zwirbelte ihre langen, kastanienbraunen Haare hinauf und steckte sie im Nacken fest.
Ecco.... ihr Jugendbello, ihr Schwarm von damals, der tauchte hier auf... na gut, warum nicht... der ist auch nur ein Mann und ..... hoffentlich einigermassen normal! Alles was sie wollte war nur, dass der nicht andauernd herummeckerte und Sonderwunsch an Sonderwunsch bei ihr meldete.
Er würde das schöne Zimmer mit Sicht auf den See bekommen, klar doch und die versprochenen Ruhe, die würde er haben. Ende Oktober, da waren kaum noch Gäste hier. Er würde hier so viel Ruhe haben dass er regelrecht den Rummel danach dringend brauchte! Ha ... jetzt lachte sie.
---
London war nass und kalt gewesen. Aber was sonst hatte er erwartet! Ins Hotel hinein, zur Premiere ins Kino, zwischendurch noch den einen oder anderen englischen Grössen die Hand schütteln. Interviews dort und da und späht nachts dann endlich ins Bett fallen. Aber etwas war anders diesmal, er hatte trotz dem engen Terminplan andauernd diese grünblauen Augen und das kastanienbraune lange Haar vor Augen.

Er war erleichtert endlich die letzte Station in Sicht zu haben, er stieg auf dem kleinen Flughafen Lugano aus der Ambrear der Swiss. Was er an diesem Land so schätzte war die Art und Weise wie hier alles wie am Schnürchen lief. Die Zollbeamten waren freundlich und trotzdem genau, alles war fein säuberlich angeschieben, auch auf Englisch und wenn man was fragte, bekam man selbst von Passanten immer korrekte Antworten. Ja korrekt... das musste wohl eine schweizer Erfindung sein, dachte er und lächelte! Und man liess ihn meist in Ruhe, er bemerkte es sehrwohl, er wurde erkannt, sogar mit Namen gegrüsst, aber man hielt korrekt Abstand, war nett und höflich. Interessant war, das es dabei überhaupt keine Rolle zu spielen schien, ob er nun in der Romandie, in der Deutschschweiz oder wie jetzt im Ticino war. Bestimmt gab es da doch Unterschiede, aber ihm vielen einfach keine auf! Ausser das sie eine andere Sprache hatten! Ja es gab Ausnahme, aufdringliche Menschen gab es überall, aber hier waren diese offensichtlich einfach dünner gesäht.

Der Taxifahrer war sehr nett. Er sprach er nichts, dann aber als Keanu ihn bat ihm doch auf der Fahrt ein paar schöne Ecken des Kantons zu zeigen, taute er auf. Anstatt auf der Autobahn so schnell als möglich nach Locarno Monti zu fahren wählte er deshalb die Landstrasse und fragte Keanu, ob er den Pass auf sich trüge, sie würden ein kleines Stück durch italienisches Gebiet fahren! Natürlich hatte er und so fuhr der Chauffeur auf einer Nebenstrasse vom Flughafen nach Magliaso, von dort nach Ponte Tresa der Fluss Tresa hinunter in das italienische Luino, wo wie jeden Mittwoch gerade Markttag war und vor lauter Menschen in dem engen Städchen kaum ein Durchkommen für das Taxi war. Aber Marco, der Taxifahrer kurbelte das Fenster hinunter, winkte da und dort und wundersame Weise war da plötzlich ein Carabinieri der das Taxi durch das Gewühl von Touristen und Marktfahrern lotste. Keanu gefiel das was er zu sehen bekam. Die Stände wirkten fast wie auf einem orientalischen Bazzar. Da gab es Schuhe so weit das Auge blickte und Handtaschen und Putzutensilien und Gelatihändler und und und... dann jedoch schwenkte Marco auf eine andere Strasse und plötzlich sah Keanu den See. Türkisblau... ja genau wie in seinem Traum... am See entlang kamen sie durch eine Kurvenreiche Strecke die immer wieder von dunklen Tunnels unterbrochen war. 'Ich muss mir unbedingt ein Bike mieten, das ist ja traumhaft hier' , dachte er.
„Sehen sie Mister! Dort, em dort drüben, das ist Ascona und dahinter Locarno und am Berg dort ist Monti! Ecco!“ Keanu folgte mit seinem Blick dem Finger und wirklich, auf der anderen Seeseite sah er das Flussdelta und die beiden ineinander gewachsen Städtchen, darüber am Berg waren Villen. Offenbar war der Lebensort von Giulia nicht gerade der ärmste.
„Sagen sie, kennen sie den Gutshof von Adriano Rovidere? Wo hat es denn da drüben Weinreben?“ Fragte Keanu verwundert, weil er keine ausmachen konnte.
„Ah... Singniore Rovidere ist sehr bekannt hier. Er macht die beste Vino. Em... seine Weingut ist nicht in Monti selber. Da hat die Familie nur die Pensione... Es ist unten in Losone, etwas das Tal hinauf. Schauen sie!“ Sagte Marco und hielt ihm eine Karte nach hinten, während sie am Zollhaus langsam vorbei fuhren und Italien wieder verliessen.
Keanu schaute auf die Karte und sah Losone sofort, es lag gleich hinter Ascona noch halb auf dem Flussdelta der Maggia.

Das Taxi kam in eine grosse Ebene am Ende oder besser am Anfang des Sees. Die Magadino Ebene. Marco erzählte Keanu, dass dort sogar Reis angebaut wurde! Kunststück, feucht genug war es dort bestimmt. Dann endlich fuhren sie nach Locarno, den Hang hinauf, kamen durch enge Gassen mit steilen Kurven an der Kirche Madonna del Sasso vorbei und dann hielt Marco am Ende der Strasse vor einem aus Granitstein gebauten modernen Haus, das trotz der postmodernen Architektur den Charakter der alten Häuser unten in der Stadt in sich trug.
„Wow.... das ist ja total interessant. Neu.... und doch typisch für die Gegend!“
„Eh... Botta!“ Sagte Marco. „Botta?“ Fragte Kanu und dachte gleich... der Name sagte ihm etwas.
„Er heisst auch Mario wie ich... Mario Botta.. eine berühmte Architekt von Lugano.... er baut so! Das Haus ist erst fünf Jahre alt, das andere leider abgebrannt. Zum Glück keiner war verletzt.... aber Rovidere hat toll wieder gebaut, nicht?“
Keanu nickte und stieg aus. Marco packte den kleinen Koffer und Keanu seine Reisetasche, dann betraten sie das Haus durch die Glastüre und kamen durch einen Gang gleich in den Speisesaal. Der Blick durch die Fensterfront auf die Terasse an den Blumenkisten vorbei auf das ganze Panorama liess ihn einen Moment lang nach Luft schnappen. Unglaublich... genau wie im Traum!
„Isste schön hier!“ Meinte Marco.
Keanu nickte und dann fasste er nach seiner Börse und bezahlte ihn. „Vielen Dank Marco, war eine imposante Fahrt hier her!“ Sagte er.
„Ah... solche Gäste hat man immer gerne! War mir eine Ehre Signore Reeves!“ Er schüttelte ihm die Hand und verschwand wieder zum Ausgang.
Keanu drückte auf die Klingel, die auf der Theke lag und wartete; seine Hände zitterten leicht. Natürlich kannte er die Nervosität, die gehörte zu seinem Beruf, Lampenfieber ... ohne ... da würde man schnell den Respekt vor der Arbeit verlieren... aber die Nervosität, die ihn jetzt überfallen hatte, die kannte er nicht. Am liebsten wäre er wieder gegangen... was wenn sie gar nicht so aussieht wie in seinem Traum.... was wenn sie zwar so aussieht, aber eine unmöglichen Charakter hat..... was wenn sie so wunderschön ist wie er hoffte, aber ihn nicht mochte? ... So drehten sich seine Gedanken nun wild im Kreis.
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 23.10.2008, 15:32    Titel:   

Kapitel 4

Giulia hatte die Stimmen und dann auch die Klingel läuten gehört und sie wusste genau, wer das war, niemand sonst hatte sich für heute angemeldet. Es half nichts, sie musste jetzt ihre kleine Wohnung im ersten Geschoss verlassen und hoch in den Speisesaal. Langsam schritt sie die Stufen hinauf wie sie es immer tat, der Lift war für die Gäste, ihren Beinen tat das Treppensteigen gut!
Sie sah ihn vom Treppenhaus aus. Er stand mit dem Rücken zu ihr an der Theke und blickte auf die Terrasse, genau wie alle Gäste, die das Haus das erste mal betraten. Die Aussicht.... die liebten alle.
---
Er hatte sie hochkommen gehört, Gott er war so nervös er konnte nicht anders, er drehte sich nochmals um und schaute auf die Terrasse. Was würde er jetzt darum geben, einfach nicht hier zu sein.

„Bon Giorno! Mister Reeves!“ Hörte er genau die helle Stimme sagen, die er bereits kannte. Er drehte sich um und schaute geradewegs in diese grünblauen Augen, die ihn in den letzten Tagen immer und überall begleitet hatten. Er schluckte, schaute auf seine Schuhe hinunter und bracht kein Wort heraus.
„War die Fahrt angenehm?“
'Warum sagt dieser Mann den nichts und warum schaut er wie ein kleiner Junge verschämt auf seine Schuhe? Nun ja, die haben offensichtlich auch schon bessere Zeiten gesehen!' Dachte sie.

Er räusperte sich.
„Äh.... hi ...... Signorina Rovidere!“ Sagte er nun und betrachtete sie.
'Wow.... sie ist eindeutig wunderschön, dieses Haar..... man ..... die bekomm ich nie und nimmer.......' dachte er.

Sie schmunzelte. „So hat mich hier noch niemand begrüsst.... amerikanisch .... italienisch! Aber.... ich mag Giulia am liebsten!“ Sagte sie und hielt ihm die Hand hin.
Er fasste zögernd nach dieser und als sie sich berührten.... da elektrisierte es ihn fast. Giulia fuhr leicht zurück, offenbar hatte sie es auch gespürt.

'Was war den das...und diese Augen..... die sind noch eindrucksvoller als auf all den Fotos!' dachte sie.
„Herzlich willkommen..“ sagte sie deutlich leiser und klang verunsichert, dann liess sie ihn los, trat hinter die Theke und holte das Belegungsbuch hervor.
Keanu holte seinen Pass hervor und sie schrieb die Formalitäten in das Buch .
„Ihr Zimmer ist einfach, wir sind kein wirkliches Hotel es gibt darum keine Suiten. Es liegt gerade unter uns, hat Sicht auf den See und einen eigenen Balkon, selbstverständlich ein Badezimmer, da jetzt Nebensaison ist, haben wir nur Halbpension, das heisst, es gibt hier leider kein Mittagessen, sie können aber jederzeit eine Tessiner Platte oder Sandwiches haben! Abendessen ist um achtzehn Uhr dreissig und Früstück ab acht bis elf! ..........“ sie streckte ihm den Zimmerschlüssel entgegen und er steckte ihn in seine Hosentasche. „Mister Reeves, mögen sie vielleicht einen Kaffee bevor sie sich das Zimmer ansehen?“ Fragte sie und er bemerkte, dass sie ihn nicht einmal während des sicher schon hunderte mal gesagten Monologes ansah.

Keanu nickte, lächelte sie versonnen an, er hatte sich etwas gefasst und sagte dann:
„Nur wenn sie mich auch mit Vornamen ansprechen und wenn sie mich ansehen und den mit mir zusammen trinken!“
Sie knetete ihre Hände und schaute auf.
„Ich bin mir nicht sicher ob das eine gute Idee ist?“ Sagte sie noch immer recht leise.
„Was denn, der Kaffee oder mich bei meinem Vornamen zu nennen?“ Fragte er neckisch.
Sie begann nun zu lächeln.
„Giulia.... ich nenn sie nur so, wenn sie mich Keanu nennen, also was ist Signorina Rovidere?“
Nun lächelte sie richtig und Keanu war sich sicher, dass er nur in seinem Traum bissher so ein zauberhaftes Lächeln gesehen hatte.
„Hm..... Keanu ich sehe das ich keine Chance habe dem Charme des Mister Reeves entgehen zu können!“ Sagte sie.

'Giulia... pass auf dieser Charmeur flirtet mit Dir!' Schoss es durch ihren Kopf. Sie hob zwei vorgewärmte Tassen vom Kaffeeautomaten und fragte:
„Capuchino, oder Caffee Creme oder vielleicht eine Latte Macciato oder einen Ristretto oder einen Esspresso?“
Er lachte nun laut. „Tja..... na das ist nun eindeutig italienische Kaffeekultur..... überall trinken die Menschen Kaffee, hier trinkt keiner einfach nur Kaffee!“
„Richtig! Trotzdem das hier ist nicht Italien Keanu, Tessiner werden meist nie wütend ausser man bezeichnet sie Italiener oder ihren Kaffee italienisch!“
„Na dann hätte ich gerne einen tessiner Capuchino!“
„Gerne, mit Schweizer Schokoladenpulver drauf?“
„Hm.....klingt verführerisch!“ Sagte er. 'Hm.... offensichtlich taut sie auf... na mein Dackelblick zieht halt doch noch!'

Giulia stellte die beiden Tassen auf ein Tablett, öffnete eine Keksdose und holte dort ein paar Amaretti heraus die sie auf einen Teller legte und kam damit hinter der Theke hervor.
„Es ist noch warm auf der Terrasse, wollen wir uns da hinaus setzen?“ Fragte sie und er nickte nur, ging ihr voran und öffnete die grosse Schiebetür die nach draussen führte.

Unter der Pergola setzten sie sich an eines der Bistrotischchen. Keiner sagte etwas. Er musterte sie wärend er an seinem Kaffee nippte. ' Sie ist nervös, eindeutig, ich mache sie nerfös! Ha!!'
'Warum guckt er mich den die ganze Zeit immer an? Kann er das nicht lassen, ach Gott ich werde ganz kribblig!' Dachte sie.
Er stellte die Tasse wieder auf den Unterteller. Und sie musste nun lächeln.
„Was ist so lustig?“ Fragte er mit belustigtem Unterton.
„Hm, Capuchino trinken und kein Schaumschneuzchen bekommen, das muss man erst lernen!“ Sagte sie und hielt ihm eine Serviette entgegen.
'Na warte Süsse, das bekommst du zurück!'
Er wischte sich den Schnauz weg und packte ein Amaretti.
„Und was ist das für ein Keks?“
„Das nennt sich Amaretti!“
„Aha, Geliebte! Na dann müssen sie wohl gut sein!“
„Guck, in Hollywood lernt man italienisch?“ Fragte sie nun keck!
„Nein, aber meine Schwester lebt auf Capri, da schnappt man hie und da was auf!.... Warum eigentlich sprichst du ein Englisch das mich an Australien oder Neuseeland erinnert!“
„Ups.... ertappt...!“ Sagte sie und wieder huschte dieses unglaubliche Lächeln über ihr Gesicht.
„Ich war ein Jahr lang in Neuseeland, genauer in Wellington und danach in Sidney, erst eine Sprachschule, dann hab ich in einem Hotel gearbeitet!“
Er knabberte noch immer an seinem Amaretti und dann meinte er:
„Das schmeckt nach.....hm....nach Bittermandel.... nicht schlecht!“
„Ja nicht schlecht erraten für einen der aus dem Amiland kommt!“
„Em..... ich bin kein Amerikaner....!“ Sagte er mit frech blitzenden Augen.
„Ja richtig, ein Canadier... ich hab ja den Pass gesehen..... aber das zählt nicht, ist auch nur so ein Auswanderungsland, genau wie die USA!“
'Sie spielt mit mir, hach.... wundervoll.... Alter... diese Nuss knackst du!'
„Meine Mom ist eine echte Engländerin mit altem Stammbaum!“ Versuchte er nun aufzutrumpfen.
„Ah, ja.... !“ Sagte sie und begann zu glucksen.
„Was ist daran so lustig?“ Fragte er und guckte sie erstaunt an.
„Hier sagt man, dass im alten Europa die Engländer die schlechteste Esskultur hätten!“ Sagte sie und begann schallend zu lachen.
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 24.10.2008, 17:57    Titel:   

Kapitel 5
Giulia führte ihn hinunter zu seinem Zimmer. Ja es war nicht besonders gross, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Ein Eichenbett stand an einer langen Natursteinmauer und an der Decke hing eine Leuchte die wie eine lange Schlange bis zum Fenster reichte. Dieses hatte keine Vorhänge, warum auch... niemand konnte hineinsehen.
„Es ist wirklich einfach bei uns... Keanu... wenn ich ehrlich bin, ich frage mich eigentlich... weshalb du hier her gekommen bist? Du hättest hier viel mehr Luxus haben können?“
Er drehte sich um, dachte einen Augenblick nach und sagte dann:
„Hm... ich will Ruhe... nicht Luxus...!“
„Ah... ja, die wirst du haben, ich glaube es werden wohl kaum mehr neue Gäste kommen!“
Sagte sie und lächelte nahm den Türgriff in die Hand und war im Begriff, das Zimmer zu verlassen.
„Kann man irgendwo ein Motorrad mieten?“ Fragte er nun. Sie drehte sich um und meinte:
„Ich denke, die Motoguzzi, die mein Bruder hat, die könntest du fahren!“
„Wirklich?“
„Bestimmt! Er ist mitten in der Lese, hat gar keine Zeit dafür! Ich werde das abklären!“
„Danke!“
„Bitte und ich wünsche noch einen schönen Aufenthalt!“
Weg war sie.

Keanu hatte gehofft Giulia beim Nachtessen im Speisesaal anzutreffen, aber da war nur Rosanna die Köchin und Umberto der Kellner und einige Gäste die dort ebenfalls assen. Er fragte zuerst nach den Gästen. Es waren Mitarbeiter des Weingutes die da assen und dann fragte er nach Giulia und man erklärte ihm, dass sie meistens unten in ihrer Wohnung ass. Das Essen war ausgezeichnet aber da offenbar niemand der Angestellten wirklich englisch sprechen konnte, war eine Unterhaltung am Tisch schwierig. Etwas enttäuscht zog er sich deshalb früh in sein Zimmer zurück. Na denn, er wollte Erholung, dann würde er halt jetz mal ein Buch lesen und danach früh schlafen gehen.

Giulia schaute um sich, merkwürdig, sie lag nicht alleine in ihrem Bett, da war ein Mann in ihrem Bett und der streichelte zärtlich ihre Brüste. Sie schwitzte und atmete schwer aber sie konnte es nicht begreifen. Er küsste sie, er lächelte und nun erkannte sie ihn, es war Keanu. Er drang in sie ein und dann sagte er: „Giulia, es wird in deinem Leben nur einen geben...mich!“
„Ja Keanu!“ Schrieh sie laut und dann war er plötzlich weg. Sie lag im Dunkeln und tastete nach unten.. dabei wusste sie sofort, sie hatte geträumt! Genau den Traum, den sie schon seit Ewigkeiten träumte, immer wieder, mal weniger, mal öfter...und wie immer, wenn sie so aufwachte, stand sie auf und ging in Badezimmer Duschen. Den sie war verschwitzt!
'Und jetzt ist der Mann auch noch in der Realität hier.... und er ist kein bisschen weniger attraktiv wie in meinen Träumen..... Gott ich muss weg hier... sonst drehe ich noch durch!' Dachte sie und hielt ihren Kopf unter die Brause.

Keanu war gegen neun aufgewacht, hatte geduscht und sich danach mit geputzten Zähnen in den Speisesaal begeben. Dort war nur für ihn gedeckt. Er hörte hinten in dem kleinen Giulia telefonieren, aber er verstand kein Wort. Er schritt zur Tür und wartete.
Irgendwann drehte sie sich zu ihm um schaute ihn mit grossen Augen an und redete weiter in den Hörer. Endlich jedoch sagte sie „..... Ecco, chao Adriano!“ Und hängte auf.

„Du willst bestimmt Dein Frühstück nicht wahr?“ Sagte sie freundlich und doch etwas distanziert.
„Guten Morgen, und ja... ich würde gerne essen... aber nicht alleine!“
Sie lächelte „Ich hab schon gegessen! Aber einen Kaffee trinke ich gerne mit!“
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 26.10.2008, 21:00    Titel:   

Kapitel 7
Giulia sass ganz hinten auf der Laderampe und Keanu schräg gegenüber. Sie hatte sich die Haare in ein Tuch gebunden und eine Sonnenbrille aufgesetzt und ihm hatte sie eins der alten Hemden von Adriano mitgebracht, denn schmutzig wurde man bei der Arbeit meistens.

Sie fuhren an zwei Rebhängen vorbei und erst beim dritten hielt Adriano den Traktor an. Keanu sprang von der Rampe und hielt ihr die Hand hin. Zögernd fasste sie danach.
„Da drüben könnt ihr anfangen. Giulia, zeigst du Keanu wo?“ Sagte Adriano und hielt beiden die Kunstoffkästen hin, wo die Trauben darin gesammelt wurden.

Giulia zeigte Keanu alles, welche Rebzeile er lesen sollte und wohin die gefüllten Kästen kamen.
Dann verschwand sie in die nächste Zeile und Keanu begann das Rebmesser geschickt anzusetzen.
Irgendwann hörte er das Giulia hinter den Reben zu singen begann. Und dann hörte er wie die Männer und Frauen die irgendwo im Rebhang auch am lesen waren das Lied aufnahmen und mitsangen. Das ganze war so friedlich und entspannend, und das obwohl er schon nach einer guten dreiviertel Stunde seine Brust und Rückenmuskulatur deutlich fühlte!

Giulia hörte hinter sich das Rebmesser gleichmässig und in schellem Tempo die Reben abschneiden. Keanu wusste offenbar wirklich gut damit umzugehen, für einen, der nicht regelmässig bei der Lese half, eher eine Ausnahme.
Der Hang war steil und die Sonne trotz Oktoberwetter schien recht heiss darauf.

Irgenwann am frühen Nachmittag rief Adriano alle zusammen, man setzte sich beim Rebhäuschen unter die Pergola und dann wurde gegessen. Es gab Salami, Marronibrot, Sauser, Früchte und einen Salat. Die Stimmung war herzlich, wenngleich das Sprachproblem wieder da war, denn ausser Adriano und Giulia konnte wirklich keiner englisch sprechen.
„Wann kommt nun Anita in die Pension?“ Fragte Adriano.
„Sie kommt morgen schon, ich habe sie gefragt, ob sie nicht schon kommen könne!“Meinte Giulia.
„Aha..., das ist aber schön, du willst also Keanu das Tal zeigen?“
Giulia schaute ihren Bruder einen Moment lang fassungslos an.
„Eh... also ich ... nun ich ..... ja vielleicht.“ Meinte sie und schluckte.
„Giulia wird die Verwaltung der Pension abtreten.“ Sagte Adriano zu Keanu, damit er verstand.
„Em... ja ich möchte einfach mal was von der Welt sehen und dann auch herausfinden, was ich noch machen könnte mit meinem Leben!“ Sagte sie nun und schaute Keanu an.
„Das hast du auch verdient, immerhin hast du seit dem Brand den die Pension sehr gut geführt!“ Meinte Adriano weiter. „Also dann, Schwesterlein, morgen zeigst du Keanu das Tessin!“
„Und was ist mit der Lese!“ Mischte sich Keanu nun ein.
„Ah.... das ist kein Problem, Pietro mein Nachbar ist schon fertig, die beginnen mit keltern, dann kann ich sicher zwei seiner Helfer noch für den Rest hier arbeiten lassen!“ Meinte Adriano und zwinkerte ihm zu.

Der Nachmittag zog sich hin, man schwitzte in der Wärme und trank viel Wasser. Die gebückte Haltung machte sich im Rücken bemerkbar und in dem steinigen Hang kam man schnell ins Rutschen. Was hie und da mit einem Fluch zwischen den Reben quitiert wurde.
Kanu arbeitete längst nicht mehr so schnell, wie zu Anfang und als er gegen fünf unten auf dem Feldweg eine kleine Pause einlegte, da sah er Giulia unbemerkt beim Arbeiten zu.

Sie war unten an ihrer Rebzeile angekommen, schob die gefüllte Kiste auf den Feldweg hinunter und da rutschte sie aus. Sie viel Kopf voran über ihre Kiste und landete mit dem linken Fuss auf einem Stein und mit dem Arm, den sie zum Schutz über den Kopf gehalten hatte auf dem harten Weg. Benommen blieb sie liegen! Keanu war sofort zu ihr hin gesprungen und bückte sich über sie.
„Giulia,......!“ Sagte er nur erschrocken.
Sie drehte sich um und verzog das Gesicht schmerzerfüllt.
Er hob ihren Arm an und sah, er war ziemlich stark aufgeschürft.
„Das muss desinfiziert werden, tut's sonst noch wo weh?“

„Hm... mein Knie!“Sagte sie.
Er streifte ihre zerrissene Hose hoch und auch da hatte sie eine deftige Schürfung.
„Halt dich an mir fest ja, ich trag dich zum Traktor!“ Sagte er. Zögernd legte sie nun ihren Arm um seinen Hals und er hob sie hoch.
„Adriano, kann ich den Traktor zum Gut fahren, Giulia hat sich verletzt!“ Rief er in die Reben hinein.
Dieser kam herausgesprungen und sah wie Keanu Giulia zur Laderampe trug.
„Was ist denn da passiert?“
„Nicht so schlimm Bruderherz, Schürfungen... ich bin ausgerutscht!“
„Und du kannst den da fahren?“ fragte Adriano Keanu.
„Klar... wo finde ich Desinfektionsmittel und sowas?“
„Im Bad ... Giulia weiss schon wo. Lass den Traktor im Hof stehen, die werden den gleich entladen dort!“ Meinte er und sah zu wie Keanu Giulia neben den Kisten auf die Laderampe hievte.
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Beitrag Verfasst am: 27.10.2008, 16:22    Titel:   

Kapitel 8
Er liess den Traktor bis vor dem Brunnen im Hof fahren, kletterte hinunter und ging nach hinten zu Giulia. Sie hatte sich aufgesetzt und war schon hinuntergerutscht.
„Kannst du gehen?“ Fragte er besorgt.
„Hm...ja, ich glaub das ist nichts sonst ausser die Schürfungen!“ Sagte sie und ging langsam die Stufen hinauf ins Haus.
Im innern des alten Hauses war es kühl. Giulia setzte sich auf einen Stuhl neben der Garderobe und zog sich die Schuhe aus.
„Ich glaube ich sollte erst duschen, damit der Staub und Dreck aus den Wunden weg ist.“Sagte sie und sah sich den verletzten Arm ansah.
„Ja... aber ohne Seife... das wird schon nur mit Wasser höllisch brennen!“
Sie nickte.
Keanu hatte die Tür zum Badezimmer gefunden.
„Wo ist das Verbandszeug?“ Fragte er.
„Unter dem Lavabeau!“
Er fasste nach einer Box die mit 'bendacci' angeschrieben war und ging an ihr vorbei vor die Tür.
„Ich warte hier, wenn du Hilfe brauchst, rufst du ja!“
Sie nickte nur und schloss die Tür.

Er hörte wie sie das Wasser anmachte. Sie war echt scheu. Langsam setzte er sich im Wohnzimmer an den Esstisch und öffnete die Box. Er fand alles darin, was nötig war und wartete.

Giulia kam in einem Bademantel zu ihm und setzte sich auf einen Stuhl.
„Na dann beginnen wir mit dem Knie!“ Sagte er kniete sich vor sie hin und desinfizierte die Wunde. Dabei verzog er das Gesicht.
„Soll ich es selber machen, eckelt es dich?“ Fragte sie ihn.
„Nein, ich hab nur manchmal mit meinen Kniegelenken Probleme! Aber jetzt geht es.“
Er fand eine Wundsalbe, trug diese auf und deckte alles mit einem grossen Pflaster ab. Dann schob er den Ärmel des Bademantels zurück und behandelte die Wunde am Arm auf die gleiche Weise.
„Hm... das macht der Hollywood Doktor super!“
Er grinste. „Das war immer mein Job in der Familie!“ Sagte er und sein Bilck wurde danach sofort kalt. „Mom war meist nicht da, wenn eine meiner Schwestern verarztet werden musste!“
„Immerhin hattest du eine Mutter, ich hatte nur Adriano.“ Sagte sie.
Er blickte ihr in die Augen.
„Hm... aber Adriano war gut zu dir!“
Sie nickte und sagte: „Ja, er war immer da. Trotzdem, ich hab mir immer Eltern gewünscht.“
Er fasste nach ihrer Hand und drückte sie.
„Man kann sich das nicht aussuchen!“ Sagte er und strich mit dem Daumen über ihre Hand.
„Nein.“ Sagte sie und schaute ihm in die Augen.

„Giulia.... glaubst du an sowas wie Schicksal, Vorsehung oder so?“ Fragte er nun gerade heraus.
„Kommt drauf an, schon möglich dass es Dinge gibt, die für einen Vorherbestimmt sind, aber ich glaube daran, das jeder Mensch einen freien Willen hat.“
„So sehe ich das auch!“ Pflichtete er ihr bei.
„Aber.... warum fragst du?“

Keanu stand auf und setzte sich auf einen ihr gegenüberliegenden Stuhl, hielt aber noch immer ihre Hand in seiner. Wie kleine Hände sie hatte!
„Ich war erkältet und fieberte etwas. In der Nacht hatte ich seit Jahren den ersten Traum, an dem ich mich am anderen Morgen haargenau erinnern konnte. Ich sass...“ Er stockte und schaute sie unsicher an, aber sie hörte gespannt zu, so fuhr er fort: „Nun ich sass in dem Traum auf der Terasse eurer Pension und dann kamst du dort hinaus, sprachst mit mir italienisch, so dass ich nichts verstand ausser ein Wort und du brachtest eine Flasche 'Merlot Roviedere Blanco'. Ich kannte dich nicht ich wusste nicht wo diese Terasse ist und ich hatte das ganze auch fast wieder vergessen, als ich am selben Tag zu meinem Manager musste. Da sah ich von meinem Auto aus an einem Rotlicht diese Weinhandlung mit genau der Weinflasche im Schaufenster. Ich dachte erst, das wäre eine andere, denn weisse Etiketten gibt es viele und aus der Distanz konnte ich den Druck nicht lesen. Trotzdem parkierte ich mein Auto und ging in den Laden, nachdem ich die Flasche von nahem gesehen hatte und sie wiedererkannte! Dann kam dein Onkel... der mir den Wein verkaufte und den ich mit etwas Geschick nach dir ausfragte.“
Giulia hatte ihm gebannt die ganze Zeit zugehört und wurde je mehr er erzählte, desto weisser im Gesicht.
„Du willst mich jetzt nicht veräppeln?“ Sagte sie vorsichtig.
„Nein... Giulia.... bestimmt nicht. .....Soll ich weiter fahren, oder?“
„Hm...ja!“
„Ja em also Singnore Massa gab mir eure Adresse und ich beschloss dann nach London hierher zu kommen!“
„Und... ist alles so wie in deinem Traum?“ Fragte sie ganz leise.
„Ja .... haargenau.... und am allermeisten du! Ich habe dich seit dem Traum nicht mehr aus dem Kopf gebracht Giulia! Du hast mich richtig gehend verfolgt!“
„Was war das für ein Wort, das ich gesagt hatte und das du verstanden hattest!“
„Amato!“ Sagte er leise.
Giulia schlug sich die Hand vor den Mund und schüttelte ungläubig den Kopf!

„Das ist unmöglich... niemand... es weiss doch niemand davon!“
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 27.10.2008, 18:27    Titel:   

Kapitel 9
„Was weiss niemand?“ Fragte er sie.
„Nun..... also... ich glaube Adriano, er weiss dass ich früher... als Mädchen .... von Ted Logan fasziniert war. Ich meine ich hatte Ted an den Wänden hängen und ich hatte eine Jeansjacke mit dem Smily drauf und ... wir hatten eine Fangruppe in der Schule .... Aber ich habe niemandem davon erzählt....“ sie schaute ihn an und schluckte. „nun ich... träume immer wieder von dir.“ Sagte sie leise.
„Wie träumst du von mir?“ Stocherte er weiter und fasste nach ihrer zweiten Hand.
„Da bist du nicht mehr Ted. ..... Da liegst du bei mir und bist.... mein Amato!“ Sagte sie nur noch flüsternd.
Keanu stand auf und zog sie mit sich. Vorsichtig strich er ihr mit einer Hand über die Wange und drückte sie sachte an sich. Bückte sich leicht hinunter und roch an ihrem Haar und dann sagte er leise in ihr Ohr.
„Und, wünschst du dir, das der Traum Realität wird?“
Sie drückte ihn leicht zurück um ihm in die Augen sehen zu können.
„Ja....... aber“
„Aber was?“
„Ich weiss nicht ob du das selbe willst?“
Er fuhr ihr mit der Hand durch die Haare und sagte dann: „Ich möchte herausfinden, ob du der Mensch bist, mit dem ich alt werden möchte!“ Sagte er und schaute sie gebannt an.
„Mit allem was dazugehört?“
Er nickte. „Mit Treue, Ehe, Haus und vielleicht Kinder!“ Sagte er und dann bückte er sich wieder, zog sie an sich und küsste sie zart auf die Lippen.
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Beitrag Verfasst am: 29.10.2008, 22:51    Titel:   

Kapitel 10
Giulia öffnete den Mund ein wenig und liess ihn ein, was Keanu mit einem geniesserischen „Hmm“ quitierte. Sie viel in einen Rausch der Sinne und wäre da nicht ihr ausgeprägter Sinn für die Realität gewesen, so hätte sie wohl Raum und Zeit komplet vergessen.
Aber sie fühlte trotz wild pochendem Herzen und rauchig-herbem Männerduft das da noch was war das sich in ihr Raum verschaffen wollte. Sie öffnete ihre Augen wieder und löste sich etwas von ihm.
„Was ist?“ fragte er leicht verwirrt.
„Keanu.... ich ..... sollten wir uns nicht erst noch viel besser kennenlernen..... ich meine.... ich fühle viel... mehr als... .. je zuvor aber...“
Er lockerte seine Umarmung etwas, nickte, begann zu lächeln.
„Du hast Recht... entschuldige... , aber darin brauch ich Hilfe....! .... Du bist so begehrenswert für mich..... mir könnten glatt alle Sicherungen durchbrennen.... wenn ich dich küsse oder im Arm halte.“
„Wirklich?“ fragte sie erstaunt.
„Hm..... !“ Kam es knapp zurück denn er hatte seine Lippen nun an ihrer Halsbeuge.

„Na.... habt ihr die Kiste mit dem Verbandszeug gefunden?“

Keanu liess erschrocken von ihr ab, Giulia musste hingegen schmunzeln.
„Ja Bruderherz... und ich bin von Keanu super verarztet worden!“ Sagte sie.
Adriano hatte im Gang ebenfalls seine schweren Schuhe ausgezogen und kam nun durch die Tür ins Wohnzimmer.
Keanu hatte sich wieder gefasst. Doch sein leicht rotes Gesicht viel auch Adriano auf.
„Und, gehts morgen trotz allem die Gegend erkunden?“ Fragte er und grinste Giulia an.
„Ja... ist nicht so schlimm!“
„Denke ich mir, bei Behandlung mit zärtlichen Küssen, da muss es schnell heilen!“ Sagte er und zwinkerte.
„Hast du etwa zugeschaut?“ Fragte sie ihren Bruder und schubste ihn.
„Das brauch ich doch nicht, ich muss nur genau in eure Gesichter sehen, das sagt alles!“

Keanu fuhr sich durchs Haar setzte sich wieder.
„Ich .... em... also... nun...!“
„Schon gut Keanu, ich hab nichts dagegen, wie sollte ich denn auch; es gibt nur etwas das ich mir wünsche. ... Ihr beiden seit offen und ehrlich und treu, solange es eben läuft! ....“
„Hm...ja das wünsche ich mir auch!“ Meinte Keanu.
„Na dann wünsche ich Glück dass es ganz lange läuft!“ Sagte Adriano und klopfte Keanu auf die Schulter.
„Ich bin der Meinung, das du das Zimmer von dem Herrn da räumst und ihn bei dir unten wohnen lässt! Es sind ja sonst keine Gäste mehr da!“
„Ja aber, was wird dann mit Anita, wenn ich gleich ganz bis zur neuen Saison zu mache.“
Adriano lächelte und sagte dann. „ Anita wird zu mir kommen Schwesterlein und glaub mir, sie wird beschäftigt sein bis im März der Zirkus wieder anfängt!“
„Wie bitte?“ Fragte nun Giulia. „Seit wann läuft denn da was?“
Adriano strahlte nun richtig. „Hm... den ganzen Sommer über, aber du hattest ja keine Zeit mal länger als fünf Minuten hier zu sein!“

Jetzt musste auch Keanu grinsen.
„Also kommt es dir sehr recht, wenn Giulia das Haus schliesst! Und .... wo bekomme ich nun mein Abendessen?“
„Ah, ich gehe mich mal anziehen, und heute hat unsere Köchin bestimmt noch was gemacht für uns beide!“ Sagte sie und lächelte ihn an.
„Und danach, verliert sie ihren Job?“
„Aber nein doch, sie arbeitet wenn es oben nichts zu tun gibt hier!“ Meinte sie.

Eine Stunde später traten sie in die Pension und Giulia bat, auch Keanus Essen in ihre Wohnung zu bringen, was Rosanna erst nicht verstand aber Umberto sofort mit einem vielsagedem Lächeln quitierte.
Das sie ab morgen unten bei Adriano arbeiten sollten, das schien wirklich kein Problem zu sein und so war das Haus ab Mitternacht tatsächlich nur von Keanu und Giulia bewohnt.
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Beitrag Verfasst am: 05.11.2008, 17:20    Titel:   

Kapitel 11
Giulia schmunzelte. Offenbar war Keanu auch nicht anders als die meisten Männer wenn sie ein Brathänchen verspeisten. Er nagte genüsslich an dem Schnenkel und leckte sich dann und wann auch die Finger ab, um dazwischen eine der Röstkartoffeln mit Rosmarin mit der Gabel in den Mund zu schieben. Den gedämpfen Chicorino, der blieb bis zum Schluss liegen, dann jedoch machte er sich auch hinter das Gemüse; immer dazwischen an dem Weinglas nippend und mit einem herrlich, wohlig-entspannten Gesichtsausdruck.

„Scheint dir zu schmecken?“ Fragte sie nach einer Weile, als er noch immer nichts gesagt hatte.
„Hmm... ja, fantastisch!“ Kam es spärlich zurück.
„Und, soll ich noch einen Kaffee und ein Dolci parat machen?“
„Ah.... hm ja so einen Capuchino, ich muss das doch üben, den ohne Schneuzchen zu trinken und em... so ein Amirate dazu!“
„Du meinst ein Amaretti?“
„Eh genau Amaretti!“
„Gut aber einen Grappa danach auch noch oder?“
„Hmm.... Giulia du verwöhnst mich!“
Sie lachte und verschwand in der Küche. Keanu schob sich den letzten Bissen des Gemüses in den Mund und sein Blick viel bei der Wohnungstür auf seine Reisetasche. Offenbar hatte Rosanna oder Umberto schon seine Sachen hier her gebracht! Und.... bedeutete das, er würde hier schlafen?
Ja, er wünschte sich das, bestimmt, nur... wie war das mit dem besser kennenlernen! Hatte nicht genau das Giulia gesagt?

Sie kam mit zwei Tassen Kaffee, den Keksen und den Grappa auf dem Tablett aus der Küche zurück an den Esstisch.
„Wo schlafe ich denn?“ Fragte er sie mit dem Blick auf sein Zeug das da einsam bei der Tür stand.
Sie lief tiefrot an.
„...........em.... also....nun .... ich dachte.... also.... „
Kenau lachte schallend, stand auf und nahm sie spontan in den Arm.
„Dolcetta.... also, du bist so süss wenn du verlegen bist! Komm her..... du möchtest dass ich dein Bett mir dir teile! hm...“
Sie nickte noch immer rot wie eine Tomate.
„Und was ist mit dem Kennenlernen?“ Fragte er nun.
„Ja also das machen wir doch nicht, immerhin weiss ich jetzt dass du tessiner Mistkratzer magst!“
„Mist.... was?“
„Brathänchen! Ein anderes Wort dafür!“
„Mistkratzer!“ „Genau!“
„Toller Name.... süsse Giulia.... du kannst dich schnell wieder fassen, hm ..... das gefällt mir!“ flüsterte er in ihr Ohr.
„Und ....was gefällt dir noch?“
„Uh....lass mich mal nachdenken... deine Wohnung, die ist echte eine Überraschung, die anderen Räume sind alle mit Granitmauerwerk und hier kommen plötzlich Gibswände in einem leichten Sienarot daher! Und die Möbel, modern und alt gekonnt gemischt!“
„Ach... dir gefällt also meine Wohnung..... und... was ist mir mir?“
Er lächelte, drückte sie fest an sich und flüsterte ganz leise.
„Mi sono affezionato a te!“
Sie schaute ihn mit offenem Mund an. „Du sprichst italienisch?“
„Nein das hab ich von einem Film, trotzdem, es stimmt, Giulia du bist mir wirklich schon ans Herz gewachsen!“
Sie schaute ihn mit ihren grossen grün-blauen Augen an dann lächelte sie und fuhr zärtlich mit ihren Lippen über seine. Er brummte irgendwas und drückte seinen Mund nun fest auf den ihren. Sie öffnete ihre Lippen und er nahm sofort Besitz was sie ihm anbot.

Keiner der beiden hätte sagen können, wie lange sie küssend, suchend, sich verlierend und doch wieder findend da standen. Aber es musst lange gewesen sein... denn sie waren ausser Atem und der Kaffee war kalt geworden.
Keanu löste sich von ihr und nahm einen Schluck.
„Lass, ich mache neuen!“ Sagte sie.
„Kalter Kaffee macht schön!“ meinte Keanu.
„Noch schöner.... also Keanu das darfst du deiner Umwelt nicht antun! Das wär dann echt schon kitischig...so wie Barbies Ken!“ Sagte sie lachend und räumte die Tassen in die Küche zurück.
Er brummte. „Ne echt, siehst du mich so? … Also ich bin doch nicht schön.... allerhöchstens gutaussehend...nein....nicht mal das... ich bin einfach …. „
Sie lachte laut. „Jetzt guck dir mal den tollen Kerl da an, der es nicht glauben will, dass tausende von Frauen ihn als äusserst attraktiv sehen! Du bist ja ein echter Tiefstapler!“
Keanu räumte das Geschirr in die Spühlmaschine und hob dazwischen abwehrend die Hand.
„Kann sein, aber ich will mich nicht so sehen.... Giulia... ich fühl mich als ganz normalen Menschen. Vielleicht ist es das... weswegen ich auch diese Seite, das öffentlich sein meine ich... an meinem Job nicht so mag!“
Sie schaute ihn eindringlich an, setzte an etwas zu sagen, schwieg aber dann wieder.
„Was?“ fragte er.
„Ich mag dich so wie du bist!“ Sagte sie und lächelte.
Er nickte und schaute sie intensiv und durchdringend an.
„Lass den Kaffee Giulia.......komm!“ Er fasste sie an der Hand, dann um die Taille und hob sie hoch.
„Und was wird das jetzt?“
„Süsse Giulia, unsere erste heisse Nacht natürlich!“
„Und du bist dir da ganz sicher?“
„Giulia das werde ich dir jetzt gleich beweisen!“
Weiter redeten sie nicht mehr, was jetzt folgte war ein sinnlicher, tiefgreifender Rausch der Gefühle die sie beide in den nur für sie gemachten Himmel führte.
Keanu musste das Schlafzimmer nicht suchen, es war gleich neben dem offenen Wohn/Esszimmer. Er küsste Giulia ununterbrochen und setzte sich mit ihr auf das Bett. Sie schob sein T-Shirt hoch und er rückte etwas ab, damit sie es ihm über den Kopf ziehen konnte. Er lächelte und begann ihre Bluse aufzuknöpfen. Seine Hände suchten und fanden ihre Brüste und noch durch den dünnen Stoff ihres BH's küsste er nun ihre Nippel und saugte daran. Giulia stöhnte auf, legte ihren Kopf in den Nacken und drückte ihre Brust ihm entgegen. Sie fühlte wie sie feucht wurde und nun fuhr sie fahrig mit ihren Händen an seinen Hosenbund. Sie öffnete die Knöpfe seiner Jeans und er streifte sie sich dan herunter.
Als er sich wieder umdrehte stand sie nur noch im Slip vor ihm. Er schluckte. Sie legte sich aufs Bett und hielt ihre Arme offen. Er legte sich dort hinein und dann sagte er: „Soll ich nicht noch Gummis holen?“
„Nein.... es sind ganz neue in der Schublade im Nachtisch!“ Sagte sie.
Er küsste sie holte ein Tütchen heraus legte es neben sie beide aufs Kissen und dann küsste er sie heiß und voller Begeheren. Seine Hand fuhr in ihr Höschen und über ihre Scham, suchte und fand ihren Mitte und massierte sie zärtlich.
Sie fasste nach ihrem Slip und schob ihn hinunter. Dann fasste sie nach seinem Glied. Keanu riss die Verpackung auf und stülpte sich das Kondom über. Giulia sah ihm dabei zu. Dann bette Keanu Giulia in die Kissen, küsste sie hungrig und ganz sachte drang er in sie ein.
„Bitte!“ Keuchte sie.
Keanu lächelte an ihrer Halsbeuge, ihr Wunsch war ihm Befehl.
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Beitrag Verfasst am: 06.11.2008, 10:29    Titel:   

Kapitel 12
War das wirklich möglich? Konnte es sein, dass dieser unglaublich sanfte Mann in dessen Armen sie nun lag sie so verwöhnen konnte wie er es eben getan hatte. Nun, viel Erfahrung in der körperlichen Liebe hatte sie bisher nicht, trotzdem, sie wusste, dass es nicht unbedingt selbstverständlich ist, mehrfach hintereinander zu kommen und noch dabei total das hier und jetzt zu vergessen! Keanu-Amato hatte sie es so erleben lassen, schon das zweite mal diese Nacht! Und nun lag er da, ganz ruhig, hielt sie sanft an sich gedrückt und lächelte sie an.
„Du bist wirklich mein Amato, Keanu! Ich hab sowas noch nie erlebt. Ich glaub..... „
„Was denn, Giulia? „
„Nein ich bin total verliebt!“
Er drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Hm.... soll ich dir was sagen Liebes!..... Ich hab das auch noch nie so intensiv erlebt wie eben vorhin, vielleicht ist das so wie mit dem Schlüssel und dem Schloss, nur wenn's zusammengehört, ist es wirklich richtig gut und passt!“
„Denkst du das wirklich? “ Sagte sie verwundert.
„Hört sich völlig absurd an nicht, aber …. ich beginne langsam daran zu glauben, Giulia!“
Sie drehte sich leicht und schaute ihm in die Augen.
„Hmm.... und wenn ich dir jetzt sage, dass mir das Angst macht! Ich meine, das ändert doch alles irgendwie.“
Er nickte. „Stimmt, und weil es mir das auch Angst macht, dachte ich eben, ich sollte vielleicht so schnell wie möglich weg von hier!“
„Dann wirst du also gehen.... es wird einfach eine schöne Erinnerung!“ Sagte sie feststellend.
„Giulia, ich weiss es noch nicht, ich denke jetzt nein, ich wünsch mir echt eine Zukunft mit dir!“
Sie löste sich von ihm, stand auf und sagte: „Es war auch blöd von mir, sowas zu sagen, wir lernen uns doch erst kennen! Ich sollte einfach warten und sehen, und fühlen und ...“
Er setzte sich hoch, nahm ihre Hand, drückte sie und schaute sie einfach an.
„Giulia, bitte hab ein klein wenig Geduld mit mir, ich möchte wirklich, ich möchte aber auch diese Angst verlieren. Vertrauen lernen.“
„Also wenn Schlüssel und Schloss passt, dann kann man doch eine Türe öffnen, mal sehen was da für eine Zauberwelt dahinter liegt. Möglicherweise ist das ein Traumzimmer aber völlig unaufgeräumt und muss erst neu eingerichtet werden. Und das braucht doch Zeit und Arbeit!“ Meinte sie trocken.
„Das ist ein schönes Bild Liebes, genau, unser gemeinsames Zimmer müssen wir erst noch einrichten! Und warscheinlich hat nicht alles was ich so habe darin Platz, es wird Dinge geben, die in anderen Räumen bleiben müssen.“
„Das gilt auch für mich! Und möglicherweise gibt es auch noch Dinge, die ich entrümpeln sollte!“
Er nickte.“Genau so ist es!“
Sie drückte ihm einen Kuss auf die Lippen und verschwand dann ins Bad.
„Ich müsste auch mal!“ Rief er ihr nach.
„Ich bin schnell, Amato, du kannst gleich!“
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Beitrag Verfasst am: 10.11.2008, 14:14    Titel:   

Kapitel 13
Das Tessin zeigte sich die ganze Woche von seiner schönsten Seite. Strahlend blauer Himmel und eine Landschaft, die sich in allen rot-braun-gelbtönen des Herbstes presentierte. Manchmal blies ein starker Wind von Norden her. Der Nordföhn, wie Keanu von Giulia erfuhr. Hinter den Bergen da regnete es dann meist! Gulia führte ihn in Locarno in der Altstadt herum, wo sie andauernd von vermeintlichen Passanten angehalten wurden, diese waren aber allesamt Bekannte der Rovideres, merkwürdiger Weise wurde er hingegen nur ganze zwei mal angehalten, weil ihn jemand erkannte und ihn nach einem Autogramm oder ein Foto bat.
Er genoss es, doch es störte ihn auch, seine Giulia stand hier im Mittelpunkt. Er war „nur“ ihre Begleitung! Diese Rolle war er sich nicht gewohnt, und es regte ihn je länger die Stadtbesichtigung dauerte, desto mehr auf. Dabei regte er sich eigentlich nur auf, dass er sich aufregte, denn ansich wollte er doch die Ruhe hier! Verflixt.... er stellte fest, er war wirklich zu einem komplizierten Menschen mutiert war.

Giulia bemerkte es, dass ihn die kleinen Gespräche mit ihren Bekannten nervten. Sollte sie vielleicht mit ihm irgendwo hin wo sie ebenso wenig gekannt wurde wie er? Em nun das war ja nicht ganz richtig, er wurde wohl von sehr vielen Leuten hier erkannt! Aber... ach wie machte sie das Stolz.... man liess ihn in Ruhe... ganz typisch hier, denn in und um Locarno da lebten einige bekannte Gesichter. Peter Kraus zum Beispiel aber auch Adriano Celentano oder Mario Adorf. Ja klar, keine Hollywoodstars zwar, aber immerhin.

„Vielleicht könnten wir mit dem Motorrad dem See entlang bis nach Arona fahren und dort fein essen gehen!“ Schlug sie ihm vor, als er vor einem Sportgeschäft die Auslage betrachtete.
Er atmete tief durch und meinte dann: „Giulia, ich bin eindeutig ein komischer Kauz geworden, entschuldige, ich dachte immer, mir gehe eigentlich das Getue der Leute um mich auf den Geist, aber.... heute hab ich das vermisst! …. ich bin eifersüchtig.... echt!“
„Auf mich.... ist nicht wahr!“ Sagte sie lachend.
„Amato.... sie haben dich erkannt, aber hier ist man so... man hält sich zurück, stört nicht! Tuschelt höchstens.... im Sommer, wenn das Städtchen voll Touristen ist, ist das bestimmt total anders, komm dann mal her, dann wirst du vermutlich eine grosse Tasche voll Autogrammkarten mitnehmen müssen!“

Ihr Vorschlag auf die Motorradtour geviel ihm, aber erst wollte er sich doch noch ein solches paar Wanderschuhe kaufen, eine Bergtour morgen, darauf hatte er tortz seiner Knieprobleme grosse Lust!

Giulia sass diesesmal gerne als Sozius hinten auf und Keanu genoss es sie so nah hinter sich zu spüren. Die kurvenreiche und enge Strasse die an den steilen Abhängen knapp über dem See wie hingeklebt zu sein schien, war genau das, was er beim Biken am liebsten hatte und Giulia schien es nichts aus zu machen, dass er ganz schön schnell fuhr. Sie assen in einer Osteria sehr fein, fuhren danach weiter bis Varese und dann in das nächste Tal nach Domodossola und von dort zurück über das Centovalli. Kurviger und enger konnte es wohl nicht mehr werden, aber es machte unheimlich Spass.

Die nächsten Tage verbrachten sie wandernd oben auf dem Monte Tamaro bis zum Monte Lema und sogar Giulia die das alles ja schon kannte, war wieder erstaunt wie weit man in die Poebene von dort oben sehen konnte und was für ein grandioses Alpenpanorama sich auf der anderen Seite auftat. Mont Blanc bis hinüber zu den julischen Alpen die Italien zu Österreich abgrenzten waren zu sehen.

Abends, wenn sie in ihrer Wohnung zurück waren, da liebten sie sich oft. Und Giulia war jedesmal überrascht, wie so anders Keanu war als alles was sie bisher von Männern kannte. Sex empfand sie bei ihm nicht als etwas das der Mann abzureagieren hatte, damit er danach wieder einigemassen zur Normalität zurück fand und dabei seine Partnerin irgendwie vernachlässigte; nein.... Keanu zelebrierte Erotik mit einer Leidenschaft, die sie fast um den Verstand brachte. Und sie hatte das Gefühl dabei, dass für ihn sie das aller Wichtigste war. Es wurde zu einer unsagbar wertvollen und tiefen Erfahrung für sie. Und jedesmal hielt er sie danach sachte fest, so dass sie es fühlte, er wusste wie sehr sie einander liebten, wie zerbrechlich diese Liebe aber auch war! Denn eigentlich gab es nichts, dass sie gemeinsam hatten ausser, dass sie beide offenbar sogar unausgesprochen wussten, was den anderen beschäftigte.

Hie und da hatte Keanu einen Handyanruf. Seine Mutter wollte wissen wo er steckte, ihr sagte er wohl, wo er war, aber nicht mit wem. Dann wollte Erwin Stoff, sein Manager wissen, wann er zurück sei, den erstens stand da noch der Gerichtsfall mit diesem Paparazzi der ihn verklagte, und die ganze Promotour für 'Der Tag an dem die Erde still stand' würde in gut zwei Wochen so richtig anlaufen. Cheryl Maissel wollte wissen wann er zurück flog weil er noch dringend Anzüge dafür besorgen müsse, und Kim wollte wissen, ob er denn nicht Weihnachten auf Capri verbringen wollte mit Giulia, und ob sie Karina einweihen dürfe, was er nachdem er Giulia gefragte bejahte.
So wurde er immer mehr aus seinem Ferientraum in rosa und himmelblau mit dem Alltag, der vor ihm stand konfrontiert.

Es wurde Freitag und an diesem Tag begann es zu regnen. Keanu war am frühen morgen aufgestanden und blickte aus dem geöffneten Fenster wo er sich eine Zigarette anzündete. Bis jetzt hatte er Giulia nicht gesagt, dass er morgen nach Los Angeles zurück fliegen würde. Er wusste, dass sie es genau spürte, sie kannten sich jetzt genau eine Woche trotzdem kam es ihm vor, als würde er sie schon ewig kennen und vor allem was ihn manchmal sogar fassungslos werden liess, sie schien genau zu wissen, was in seinem Kopf vorging.
Er hörte sie gähnen.
„Warum bist du denn schon auf, wenn es draussen regnet Amato?“ Fragte sie ihn
„Ich kann nicht mehr schlafen!“ Sagte er.
„Ich auch nicht, aber ….. kuscheln wär schön!“
Er lächelte, drückte seine Zigarette im Aschenbecher aus, der auf dem Fenstersims stand, schloss das Fenster und schlüpfte zu ihr unter die Decke.
„Wann gehst du?.... Amato?.... schon morgen?“
Er atmete tief durch. „Ja Giulia, schon morgen!“
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Beitrag Verfasst am: 12.11.2008, 14:33    Titel:   

Kapitel 14
„Das ist bald.“ Sagte sie mit einem deutlich hörbar traurigen Unterton.
„Liebes, ich würde dich am liebsten einfach mitnehmen; aber ich bin ja selbst kaum zuhause. Ich werde vermutlich eine harte Woche im Gericht verbringen, und danach um die halbe Welt fliegen! Immer verfolgt von der Presse... und...“ Er blickte sie fragend an um in ihrem Gesicht zu lesen.
„ich möchte nicht, das … .nun dass die Öffentlichkeit so von dir erfährt.“
Sie nickte. „ Du willst mich schützen?“
„Unbedingt Honey! Sie mal.... daran bin ich gewöhnt, aber du nicht.... und selbst wenn du das gewohnt bist, das ist manchmal echt wirklich nervenaufreibend! Abgesehen davon.... ich weiss ja noch nicht mal, ob du …..nun ja, ob du wirklich mit mir leben möchtest!“
Sie lachte verschmitzt und meinte: „Wie wäre es denn, wenn du mich fragen würdest?“
Er blickte sie erstaunt an, dann jedoch lächelte er und sagte: „Giulia, möchtest du mit mir leben? Ich meine sobald wir das einigermassen akzeptabel auf die Reihe kriegen?“
„Kommt drauf an!“ Sagte sie und lachte laut.
„Auf was denn?“ Sagte er etwas erstaunt.
„Darauf ob ich bei dir lebe oder du bei mir oder wir immer mal wieder da oder dort!“
„Aha! Du möchtest als nicht bei mir in L A leben?“
„Doch... könnt ich mir gut vorstellen!“
„Ja, aber.....“
„Ich möchte aber auch hier bleiben! Wie wäre es wenn du dir mal überlegst, dir hier eine Bleibe zuzulegen!“
„Nein... das werde ich nicht!.... Wenn.... dann ….. „ Er legte seine Stirne in Falten und fuhr fort, „dann kaufe ich ein Heim für uns zwei!“
„Gute Idee!“
„Und was wird mit der Pension..... ich meine..... du wirst hier weiter arbeiten? Dann könntest du doch gar nicht bei mir sein?“
Sie schaute ihn an, sagte eine Weile nichts, fuhr sich durchs Haar und wikelte eine Haarsträhne um ihren Mittelfinger. Das kannte er bereits, das tat sie immer, wenn sie emotional sehr berührt war.
„Ich ….nun ich werde darüber nachdenken, Keanu, ich..... kann das jetzt nicht sagen!“
Er nickte.
„Das brauchst du auch nicht jetzt sagen!“ Sagte er und lächelte, „versprich mir nur, dass wir eine Lösung finden werden!“
„Tu ich! Dann willst du wirklich.. ich meine.....wir werden das Zimmer wirklich einrichten?“
„Hm ja..... Giulia.... das werden wir!“
Er fasste nach ihrem Kinn, senkte sein Gesicht und küsste sie überschwänglich.


Unter der Pergola bei Adrianos Hof leuchteten die farbigen Glühbirnen, in den Boccalinos war der beste rote Merlot der Rovideres und hinten in de Ecke spielte Anita, Umbero und Rosanna mit Mandoline und Gitarre alte tessiner Volkslieder.
Keanu war total überrascht, Giulia musste hinter seinem Rücken diese kleine Abschiedsfeier organisiert haben.
Adriano setzte sich neben ihn.
„Wann werde wir dich wiedersehen?“ Fragte er ihn.
„Ich weiss nicht Adriano, bis Weihnachten hab ich alle Hände voll zu tun, und die Festtage werde ich so hoffe ich mit Giulia auf Capri verbringen!“
„Dann ist es dir also schon ernst mit ihr?“ Sagte Adriano und schaute ihm direkt in die Augen.
Keanu nickte und sagte: „Wenn es nach mir ginge, dann ….. also ich möchte sie bei mir haben!“
Adriano grinste.
„Sie ist stur, weisst du und sie ist wählerisch und sie ist altmodisch!“ Sagte er.
Giulia hatte das letzte Wort aufgeschnappt, als sie mit zwei Tellern gefüllt mit Polenta und Kaninchenvoressen an den Tisch kam.
„Was bin ich?“
„Stur, wählerisch und altmodisch!“ Sagte Adriano.
„Altmodisch und stur also! Inwiefern sollte ich das sein?“
Adriano wurde etwas rot und sagte dann: „Wenns um Männer geht, meine ich!
Altmodisch... das heisst, Giulia will geheiratet werden!“ Sagte er leise.
„Ah.... so.... ich will geheiratet werden!“ Sagte sie und begann zu lachen. „Sag es doch gleich richtig, mein grosser Bruder möchte, dass ich heirate... unter die Haube komme.... ihn endlich von seiner grössten Sorge befreie! Keanu..... Amato, du hörst es, wenn es nach Adriano ginge, müsstest du ihn endlich erlösen!“ Sagte sie lachend und stiess Adriano in die Seite.
„Em... aber.... du sagtest das doch schon seit du ganz klein warst. … Du willst heiraten und nur einmal und nur einen!“
Keanu begann ebenfalls zu lachen.
„Bruderherz, Mädchenträume.... .. Mädchenträume werden selten in der Art wahr, wie die kleinen Mädchen sie träumen!“ Sagte sie und gab Keanu der noch immer lachte einen Kuss auf die Wange.
Adriano blickte die beiden an: „Wartet es ab..... wartet es ab...... !“
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 13.11.2008, 11:28    Titel:   

Kapitel 15
Giulia lag ganz nah an Keanu gekuschelt im Bett. Im Mondlicht betrachtete sie sein Gesicht das völlig friedlich schlafend und leicht zu ihr gewandt aussah. Wie gerne würde sie genau das, was sie jetzt hatte immer haben wollen. Diesen Mann neben sich, seine Liebe in ihrem Herzen und seine Schulter, wann immer sie sie brauchte zum anlehnen. Sie galt als stark.... ja... aber sie war es nicht unbedingt! Nein.... da gab es Bedürfnisse, und diese zu verleugnen, das hat nichts mit Stärke zu tun.
Giulia rückte von Keanu ab und setzte sich auf.
Im Flur stand seine Reisetasche gepackt bereit. Morgen fliegt er weg.... ganze zwei Monate würden sie sich nicht sehen. Zwei Monate, eine Zeit die sie sonst übersehbar fand erschien ihr plötzlich eine Ewigkeit. Ohne dass sie es kontrollieren konnte, wurden ihre Augen feucht und sie weinte leise.
Sei nicht so ein Gefühlsdusel, das wirst du schaffen! Machte sie sich selber Mut. Dann stand sie auf um sich einen Melissentee zu kochen.

Sie sass schon eine ganze Weile an der Küchentheke mit der Tasse vor sich, als sie ihn leise zum Bad schlurfen hörte. Noch immer liefen ihr die Tränen hinunter. Sie hörte die Spülung und die Tür knarren, da wischte sie sich die Augen trocken und nahm den ersten Schluck des nicht mehr ganz so heissen Tees.
Er stand im Türrahmen angelehnt .
„Was macht mein Liebling denn mitten in der Nacht in der Küche?“
„Ich kann nicht Schlafen, ich.... nun ich trinke einen Melissentee, vielleicht.... geht’s dann?“
„Sowas könnte ich auch gebrauchen!“ Sagte er kam zu ihr und griff zum Wasserkocher.
Sie rutschte vom Hocker und holte ihm einen Beutel und eine weitere Tasse. Dabei zitterten ihre Hände und die Tasse, die sie hielt schlug auf der Granitarbeitsfläche so hart auf, dass sie zerbrach.
„Oh!“ Sagte sie nur und kehrte die Schwerben zusammen um sie anschliessend in den Eimer zu befördern. Dabei hielt sie sich den einen Finger in den Mund, weil sie sich an einer Scherbe geschnitten hatte.
„Zeig mal her, du blutest ja!“ Sagte er und fasste nach ihrem Arm, zog sie zu sich und da sah er ihre Tränen die die Wangen herunterpurzelten.
Er legte seine Arme um sie und drückte sie an sich. Dabei berührte er ihre Schürfungen von der Weinlese und sie jammerte leicht.
„Tut es so weh?“ Fragte er leise als sie nun heftig an seiner Schulter schluchzte.
„Nein...!“ sagte sie leise. „Gott... ich weiss auch nicht... aber... wenn du morgen weg bist.... !“
Er legte sein Kinn auf ihren Kopf , wiegte sie sanft hin und her und sagte dann: „Schon merkwürdig, eine Woche.... und weg gehen tut schon so grausam weh!“
„Du auch?“ fragte sie.
„Aber sicher doch... was denkst du denn.... Giulia!“
„Ich dachte, ich … nun.... ich sei ein Gefühlsdusel und …. ich reagiere viel zu übertrieben!“ Sagte sie leise noch immer schniefend.
„Tust du nicht... Liebes.. ich … also ich liebe dich und …. das werden wohl bestimmt zwei ganz harte Monate werden!“ Er hob den Kopf , rückte etwas von ihr ab und küsste sie dann auf dem Mund, sie öffnete den ihren, liess ihn ein und erwiderte sein Zungenspiel. Ihr Herz begann heftig zu schlagen. Er hob sie hoch und trug sie zurück ins Schlafzimmer.
„Giulia... jetzt lass und vergessen was morgen ist, ok!“ Meinte er und sie nickte als er sie aufs Bett setzte.
Er küsste sie über das ganze Gesicht und schob ihr Seidennachthemd langsam über ihre Hüften hoch. Sie hielt sich an ihm fest und schaute ihm in die Augen. Und was sie darin fand war ehrliche, tiefe Liebe. Er streifte ihr das Hemd über den Kopf und drückte sie sachte an sich. Ihr erwartungsvoller Blick sagte mehr als tausend Worte. Sie gehörte ganz ihm, er wusste es, sie machte sich eben zum Geschenk für ihn. Langsam senkte er seinen Kopf über ihre Brüste und als er sie zart und liebevoll mit seinen Händen streichelte, da hörte er sie schneller atmen und fühlte unter sich wie sie ihre Beine öffnete. Er drückte sein Gesicht zwischen ihre Brüste und suchte mit seiner Zunge den Weg über ihre bezaubernde Landschaft hinunter zu ihrem Zentrum. Giulia hielt seinen Kopf und strich durch sein Haar. Er berührte mit seiner Hand ihre Perle massierte sie, löste diese mit seinen Lippen und seiner Zuge ab und hörte Giulia keuchen und wimmern.
„Bitte schlaf mit mir!“ Sagte sie und zog ihn leicht zu ihr hoch. Er folgte ihrer Einladung nur zu gerne, küsste sie leidenschaftlich öffnete mit seinen Fingern ihre Scham und drang in sie ein.

Seine Stösse waren heftig, sie hielt ihn fest umklammert und beide blickten sie unentwegt in die Augen des Anderen. Dann fühlte Keanu ihre Vagina zucken, Giulia schloss die Augen und schrie spitz. Und kurz darauf da fühlte er auch wie er taumelte und für diesen Moment mit Giulia in die Ewigkeit eintauchte.
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chnuesi
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Beitrag Verfasst am: 14.11.2008, 16:15    Titel:   

Kapitel 16
Es war vierzehn Uhr im Gerichtssaal in Los Angeles. Noch immer redete dieser Silva in abgehackten Sätzen. Keanu hatte nicht mehr zugehört, seit sein Anwalt dieses belustigte Lächeln im Gesicht hatte, weil der Paparazzi schon mehrmals widersprüchliche Angaben gemacht hatte. Ihn interessierte das ganze Theater gar nicht mehr. Sein Hemd kniff am Kragen, er hätte am liebsten diese Krawatte abgenommen uns sich den Knopf geöffnet, scheiss Kleiderzwang; na ja, manchmal macht es zwar Spass, die Kleidung zu verändern, besonders wenn es darum ging, einen anderen Menschen, einen anderen Charakter zu spielen! Aber nicht so... nicht mit Zwang..... nicht dann, wenn er wie jetzt so unangenehm gezwungen war, sich vor einem Geschworenengericht zu präsentieren. Er blickte zu dem Geländer hinter welchem die Geschworenen sassen, aber er registrierte sie nicht; nein seine Gedanken gingen auf Wanderschaft.
Giulia..... er hätte sie letzten Samstag am liebsten mitgenommen.... er hatte es ihr vorgeschlagen, aber sie blieb trotz Tränen vernünftig. Und sie hatte so recht gehabt damit. Wenn er nur daran dachte, wie die Fotografen der Zeitungen und die Kameraleute der Fernsehstationen da unten vor der Türe hockten und andauernd darauf lauerten, dass er den Kopf aus dem Gerichtsgebäude streckte. Und dann lauerten sie ihm auch zu Hause auf. Giulia hätte er niemals vor ihnen schützen können!
Jeden Tag hatte er sie angerufen, meistens späht abends, dann war es bei ihr gerade früh am Morgen. Sie klang jedesmal fröhlich am Telefon, aber er wusste genau, sie war es nicht; mit keinem Wort sagte sie jedoch dazu etwas. Sie erzählte ihm, dass sie die Pension putzen würde und dabei schon schrumpelige Hände hatte und dass sie die nächsten beiden Wochen mit Anita nach Mailand fahren würde, Dinge einkaufen, die im Haus für die nächste Saison ersetzt oder angeschafft werden mussten. Adriano und Anita hatten beschlossen, die Pension weiter zu führen, falls sich Giulia entschliessen sollte, aufzuhören. Er lächelte. Giulia, ja sie war daran zu entrümpeln! Und er? Er würde sobald dieses Gericht entschieden hatte, mit seiner Mutter über Giulia reden und er würde Adriano nach einem guten Häusermakler in Locarno fragen!


Giulia hatte Anita eben wunderschöne, weinrote Tischtücher gezeigt.
„Was hälst du davon?....Zusammen mit dem Willroy & Boch Service da drüben und dem Besteck da... ?“
„Hm... sehr schön, passt wunderbar in den Speisesaal und dann können wir endlich diese alten Dinger entsorgen!“
„Genau! Also werden wir bestellen!“ Sagte sie zum Verkäufer, worauf dieser lächelnd zur Theke schritt und die Formalitäten aufnahm.
„Die Geschworenen haben also für Keanu gestimmt!“ Wollte Anita wissen.
„Hm... ja!“
„Gott sei dank, ehrlich, ein klein wenig hatte ich schon die Befürchtung, diese Amerikaner würden so ein komisches Urteil fällen, bei denen weiss man ja nie, wie das raus kommt!“
Giulia nickte.
„Und jetzt, was macht er jetzt?“
„Er wird morgen mit seinem Manager die Europatour planen!“
„Echt, dann kommt er hierher!“
„Nein.... das geht Schlag auf Schlag, London, Paris, Offenburg, Berlin und danach kommt die Premiere in New York!“
„Ach Du arme.... es wird also wirklich Weihnachten?“
„Hm... ja!“
„Weisst Du was! Dann lass uns doch nachdem wir alles für die Pension erledigt haben, einfach was wunderschönes für Weihnachten kaufen!“
„Geschenke?..... Ich hab keine Ahnung was ihm gefallen würde?“
„Na das hatte ich jetzt nicht gedacht, ich dachte mehr was schickes für dich, damit er danach nicht mehr so lange weg will!“
---

Er sass auf der Terasse. Der Himmel war genau so blau wie er es in Erinnerung hatte, nur.... die Terasse war irgendwie anders, das Panorama auch, von einem andere Standort aus. Merkwürdig. Und dann hörte er ein Kind weinen, ja genau ein kleines Kind, vermutlich ein Baby.
Die Terassentür ging auf und Giulia kam ihm entgegen.
„Amato... kannst du Sina schnell halten?“ Fragte sie ihn und hielt im ein Baby hin. Die kleine hatte schwarzbraunes Haar und leuchtend, grünblaue Augen. Genau wie Giulia, nur die Form.. sie waren mandelförmig.
Der Wecker piepste, er drehte sich um und drückte ihn mit der flachen Hand aus.
Jetzt träumst du bereits das fünfte mal diesen Traum; dachte er. Früher hätte er das als absoluten Mist abgetan, aber seit ihn der eine Traum zu Giulia geführt hatte, da wusste er einfach nicht, was er davon halte sollte.
Sie hatten miteinander geschlafen, immer mit Gummi, bis auf die letzte Nacht!
Er schob die Bettdecke zur Seite und ging unter die Dusche. Was immer das zu Bedeuten hatte, er hatte keine Zeit sich damit zu Beschäftigen, er musste in zwanzig Minuten in diesem Saal sein.

Cheryl hatte ihn eben zu sich gewunken. Der Saal hatte sich langsam geleert und er hatte sich endlich im hinteren Bühenbereich eine Zigarette anzünden können. Pressekonverenzen waren alles andere als angenehm, und diese hier in Berlin, die war keine Ausnahme. Er wusste nicht mehr, zum wievielten mal er von sich gegeben hatte , was er über Klaatu und seine Interpetation des Ausserirdischen dachte. Er kostete ihn immer viel Energie, seine Antworten auf persönliche Fragen so zu drehen, dass er was sagte und doch nichts Preis gab, trotzdem, darin war er geschickt genug.
Ein einziger hatte heute gefragt, wo genau in Locarno er sich kürzlich erholt hatte! Er hatte erwartet, dass man ihn das fragen würde. Gesagt hatte er, er kenne einen Weinhändler in L A, der wüsste so einiges über Locarno. Mehr bekam man von ihm darüber nicht zu hören.
Gestern war die Bambi Verleihung. Etwas in der ganzen Starrummelgeschichte, das ihm zur Abwechslung gefallen hatte. Er stand im Zentrum, hielt eine Kurze Rede vor 1000Gästen und bekam echte Bewunderung, da aber an dem Abend ja auch noch andere diesen wichtigen deutschen Medienpreis erhielten, war er nicht die ganze Zeit Mittelpunkt. Er konnte in Ruhe mit einem Glas Sekt in der Hand die deutsche High Society beobachten. Und.... , nicht viel anders als das.... was er von L A kannte. Es gab hübsche Damen und Sumawuschas (supermaximale Wunderschaben) die mit ihrer zentimeter dicken Schmike und einer unglaublichen Duftwolke auf ihren Stöckelschuhen daherwackelten und ihm ihr allersüssestes Lächeln schenkten. Aber keine … wirklich keine so süsse kleine Giulia...
„Anruf für dich... Keanu!“ riss ihn Cheryl aus seinem Tagtraum.
„Wenn es nicht Giulia ist... dann entschuldige mich!“
„Du wirst es nicht glauben, aber es ist Giulia mein Lieber!“ Sagte sie mit einem vielsagendem Lächeln.
„Nenn mich nicht Lieber, sonst sag ich dir Hexlein!“ Sagte er und kniff sie in den Unterarm, während er ihr das Handy abnahm.
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