|
Laguna hat freundlicher Weise uns erlaubt Ihre Übersetzung des Interviews verwenden zu dürfen! Danke an dieser Stelle! Das englische Original findest Du im Forum Im Archiv unter 2008 Nr. 14 (anmelden und dann kommt man dahin!)
Frage: Wer kann $100 Million pro Job verdienen …. Filme machen die $740 Million brutto einspielen …. $100 Million an seine Filmcrew verschenken und sein eigenes Motorrad auseinander nehmen und reparieren?
Antwort: Keanu kann
Er sprach gerade über sein Leben auf dem „Highway“ als ihn die Sirenen unterbrachen. Als sie leiser werden nimmt er den Gesprächsfaden wieder auf. „Ich liebe es alleine durch LA zu fahren, den Wind, das Motorgeräusch …“ Er macht das Geräusch des Doppelkolbens eines Norton Motorradmotors nach. „Und dann ist da noch das ästhetische, die Schönheit und der Geruch einer heißen Norton, das Öl sickert aus – das ist fantastisch. Ich habe eine 1973 Norton Commando 850 MK II Roadster mit einem vergrößerten Tank und einem erhöhten Kompressor. Es hat hinten Pedale (?) und einen Stabilisator für die Lenkgabel. Ich schätze mich auch glücklich eine 1972 Norton Combat Commando und eine 1969 Fastback mit einigen Motormodifikationen zu besitzen - eine Nockenwelle und wiederum einen leicht erhöhten Kompressor, der das Ganze zuverlässiger macht und einen Manx Fender vorne hat.“
„Es gibt in Kalifornien die Helmpflicht, aber jahrelang habe ich keinen getragen. Ich bin ein paar Mal verunglückt. Einmal hat ein Wagen vor mir einen U-Turn gemacht und hat mich nicht gesehen und ich konnte nicht ausweichen. Der Unfall ist für meine falschen Zähne verantwortlich.“ Er entblößt perfekte Vorderzähne. „Ich habe etwas Haut an meinem rechten Schienbein verloren und ich habe eine Narbe auf meinem Bauch nachdem ich in einen Hügel gefahren bin als ich eine Kurve etwas zu schnell genommen habe.“ Er zeigt mir seine Kampfwunden. „Meine Milz ist gerissen, ich habe mir den Knöchel gebrochen und ich habe einige Narben an meinen Knien.“ Ich zeige auf die Narbe über seinem Mund. „Ach ja – da ist mein Zahn durch die Oberlippe gegangen,“ sagt er. „Du fährst schneller wenn Du jünger bist, aber ich gebe nicht auf. Ich liebe es!“ Nicht nur lassen diese Verletzungen Reeves unberührt; sie haben die gleiche Bedeutung für ihn wie seine 20 Jahre in Hollywood. Das ist umso beeindruckender wenn man sich den enorme Tragweite seines Erfolges vor Augen hält: in $ ausgedrückt ist er einer der zuverlässigsten und sichersten Anlagen in dem Geschäft, genauso effizient wie Pitt, Clooney, Cruise oder DiCaprio. Es wird geschätzt das die gesamten Filme bisher atemberaubende $3 Billion brutto eingespielt haben (The Matrix Serie hat $1,7 Billion eingespielt, alleine The Matrix Reloaded machte $740 Million). Das erklärt auch wie er es sich leisten konnte nach Beendigung der Dreharbeiten der Trilogie $100 Million seines Einkommens an die Kostümdesigner und das special-effects team weiterzugeben.
Reeves hat sich seinen Namen mit den Bill & Ted’s Komödien gemacht und danach in dem art-house Klassiker „My own private Idaho“ mit seinem Freund River Phoenix als co-star, der 1993 an einer Überdosis starb. Als nächstes spielte er in dem Adrenalin geladenen „Point Break“ mit und Bernado Bertolucci’s „Litte Buddha“. Nach dem 1994 erschienenen Blockbuster „Speed“ wurde er als der neue Action Hero gepriesen – aber er lehnte „Speed 2“ ab.
„Ich möchte nicht die gleichen Dinge wieder und wieder tun“ sagt er. „Wo ist der Sinn darin?“ Dies ist eine Einstellung die eher zu einem Bummler passt als zu einem A-list Schauspieler.
Einige Kritiker haben Reeves schauspielerische Fähigkeiten hinterfragt und halten ihm vor das er nur wegen seines guten Aussehens und Glück davon kommt. Es stimmt das er nicht die gleiche Intensität in eine Rolle bringt wie zum Beispiel Robert De Nero – aber vielleicht ist dass das Geheimnis seines Erfolges. Reeves ist eine weiße Seite, welche in die Filme hinein- und herausweht, sein Midas-touch macht es ihm möglich Gehaltsschecks zu verdienen die die seiner Schauspielkollegen wie zwergenhaft aussehen lassen. Noch ironischer ist das Reeves absolut nicht an Geld interessiert ist und er bekannt dafür ist das er große Summen seines Einkommens and Wohltätigkeitsorganisationen stiftet. Könnte dieser selbst ernannte Normade tatsächlich einer der gerissensten Schauspieler seiner Generation sein?
Reeves hat nie geheiratet und schweig sich extrem über sein Privatleben aus (kurz vor diesem Interview wurde er auf einer Pressekonferenz gefragt wenn der zur Zeit „dated“; er heulte gequält auf, legte seine Hände über das Gesicht und rief „Aargh! Ich werde das nicht machen!“) Er hat nie das Öffentlichkeitsspiel gespielt und gibt zu das er es schwierig findet mit den Medien umzugehen.
Diese Distanzierung läßt den Eindruck zu das Reeves etwas „außer-weltlich“ ist – was passend ist weil wir hier sind um über seinen neuen sci-fi Film „TDTESS“ zu sprechen, eine $100 Million Neuverfilmung des Klassikers von 1951. In dieser Version spielt Reeves Klaatu, einen Außerirdischen der auf der Erde landet um die Menschen zu warnen die ständigen Kämpfe (Kriege) zu unterlassen oder unter zu gehen. Mit einer verblüffenden CGI Neugestaltung des Roboters Gort und Schauspielkollegin Jennifer Connelly sollte der Film der Blockbuster der Weihnachtszeit werden. „Ich liebe das Original von Michael Rennie“ sagt er. „Ich erinnere mich das ich ihn das erste Mal auf einem Schwarz-Weiß-Fernseher gesehen habe als ich 14 Jahre alt war. Es ist eine warnende Geschichte. Er handelt von unsere apokalyptischen Tendenzen: der Ausrottungsimpuls der Menschheit. Klaatu versucht ein internationales Gipfeltreffen zusammen zu bekommen aber nichts passiert. Er denkt sich ‚Ich kann euch auslöschen und ihr könnt immer noch nicht am gleichen Tisch sitzen?’“ Der Film handelt außerdem von der menschlichen Natur, über die Tatsache das erst wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen wir alles tun würden um etwas zu ändern.“
Sci-fi ist das einzige Genre in dem Reeves immer wieder arbeitet. Neben den Matrix Filmen trat er auch in „Johnny Mnemonic“, „Chain Reaction“ und „A Scanner Darkly“ auf. „Als Kind habe ich mich in eine andere Welt geflüchtet“ sagt er. „Ich habe Raumschiffe gebaut. Die Idee dahinter war meinem Umfeld zu entfliehen, eine Faszination mit entfernten Planeten, unbekannte Mysterien, dahin zu gehen wohin dich die Vorstellungskraft bringt. Ich liebte „Star Wars“, „2001: A Space Odyssey“ und „Blade Runner“.“ Er macht eine Pause und fügt dann, ganz ohne Anmaßung, hinzu: „Laut Jungs Aussage hat das alles mit Abenteuer und heroischen Vorbildern zu tun. Laut Freuds Aussage geht es um Schwerter. Und Mütter und Väter.“ Reeves lacht über seinen eigenen Versuch der Pop-Psychologie. Er gibt nicht an. Unser Interview ist durchsetzt mit Anspielungen and seine Beleseneit: Er hat gerade Proust „A La Recherche Du Temps Perdu“ beendet, unterhält sich lange über Updikes „Rabbit Novels“ und bezieht sich an einer Stelle auf seine „räumliche, konzeptionelle Vorliebe“.
Es macht Sinn das die Wirklichkeitsflucht Reeves von frühester Kindheit an angesprochen hat. Er wurde in Beirut geboren, seine Mutter, Patricia, ist Britin und eine Kasino-Tänzerin. Sie hat seinen chinesisch-hawaiianischen Vater, Samuel Nowlin Reeves, geheiratet, und dieser verließ die Familie einige Jahre später (Reeves hat 2 jüngere Schwestern). Nachdem Patricia jahrelang mit ihren Kinder durch die Welt gereist ist, ließ sie sich in Toronto nieder, wo sie erfolgreich Kostüme entwarf. Reeves und seine Schwestern hatten eine Reihe von Stiefvätern während sie aufwuchsen, aber der Schauspieler und sein natürlicher Vater sind immer noch entfremdet. Reeves hat mit 17 sein Zuhause verlassen und zog 3 Jahre später nach Hollywood. „Ich habe eine Greencard bekommen, bin in mein Auto gesprungen, bin von Kanada über die Grenze gefahren und kam nach LA“ sagt er. „Ich hatte einige Boxen in Kartons hinten im Wagen. Wenn ich mit einem Mädchen unterwegs war habe ich die Boxen auf das Dach gemacht damit wir tanzen konnten. Ich hatte eine Campingausrüstung und bin über die Wochenenden `rausgefahren. Ich wohnte bei meinem Stiefvater im Gästezimmer. Dann habe ich einige Freunde kennen gelernt und in ein Apartment gezogen. Ich habe ein Vagabundenleben geführt.“
Bisher gab es in seinem Leben noch keine Kinder. Ich weiß das er gut mit Kinder umgehen kann; Jahre zuvor hatte ich ihn in Minneapolis während der Dreharbeiten zu „Feeling Minnesota“ getroffen. Er hatte mir nicht viel zu sagen, aber er hat eine lange Unterhaltung mit meiner damals 2-jähringen Tochter angefangen, hat sie zum lachen gebracht und seinen Schokokeks mit ihr geteilt. Ich erinnere ihn an die Geschichte und er fängt an über seine eigene Kindheit zu sprechen, was interessant ist weil er in der Vergangenheit dieses Thema immer gemieden hat.
„Es war schwierig“ sagt er. „Ich bin auf 4 verschiedene High-Schools in 5 Jahren gegangen. Akademisch war ich ok, gut in Englisch und kreativem Schreiben. Ich war in der Schach Mannschaft.“ Obwohl schlecht in Mathe und Naturwissenschaften war er ausgezeichnet in Basketball und Baseball und war ein so geschickter Eishockeytorwart das er den Spitznamen „The Wall“ bekommen hat. Sein schauspielerisches Talent ermöglichte ihm einen Platz in einer angesehenen Schauspielschule, aber die Erfahrung war traumatisch. „Es war eine kleine Schule und ich denke ich habe da nicht hinein gepasst. Ich hatte Auseinandersetzungen und Streitereien mit den Mitarbeitern. Der Direktor und ich konnten uns nicht ausstehen. Ich war eines dieser „Warum?“ Kinder – ich habe zu viele Fragen über alles gestellt und konnte auch nicht aufhören damit wenn es mich in Schwierigkeiten brachte. Ich wollte meine Unabhängigkeit und wenn du mir etwas aufzwingen wolltest, dann hatten du und ich ein Problem.“ Der Teenager war so rebellisch das er mit 16 Jahren `rausflog. Als ich das anspreche fängt Reeves laut an zu lachen, dann seufzt er und bedeckt sein Gesicht mit den Händen. „Selbstverständlich war das damals nicht lustig – es war furchtbar diesen Brief zu bekommen, der sagt das du nächstes Jahr nicht an diese Schule zurückkehren kannst. Gesagt zu bekommen zu gehen war sehr erschütternd.“
Aber er hatte den letzten Lacher. „Den hatte ich. Welch Ironie, oder?“
Reeves glaubt das seine rebellische Natur auf seine teil-englische Herkunft zurück zu führen ist. „Ich war noch nicht in Hampshire (wo seine Mutter geboren wurde). Meine Mutter verließ ihr zu Hause als sie noch sehr jung war, 14 oder 15. Aber sie ist eine sehr unabhängige Frau und hat das auch weiter gegeben. Sie hat mir britische Manieren beigebracht – auf welche Seite des Tellers die Gabel gehört und ebenfalls die 2 Finger (er macht das V-Zeichen). Das ist eine Einstellung die ich geerbt habe. Ich fühle mich englisch. Ich bin groß geworden mit „The two Ronnies“, „Monty Python“ … ich habe diese Respektlosigkeit immer geliebt. Vielleicht hat das zu diesem Brief von der Schule geführt.“
Noch Jahre nach der langen Fahrt nach LA war er tatsächlich ohne ein Heim. Auch als aufgehender Filmstern war seine einzige halbwegs dauerhafte Bleibe das Chateau Marmont Hotel, ein populärer Lieblingsort der Prominenten am Sunset Boulevard. „Die Straße war für eine lange Zeit meine Heimat“ sagt Reeves. „Ich war 16 Monate lang in Australien um Matrix Revolutions und Reloaded zu drehen. Ich habe über 40 Filme gedreht also habe ich lange Zeit in Wohnwagen gelebt. Wenn man mal darüber nachdenkt, 12-Stunden Drehtage, summiert es sich zu insgesamt 4 Jahren in Wohnwagen zusammen.“ Die luxuriöseste Suite des New York Ritz-Carlton befindet sich im 15. Stock. Sie hat eine großartige Aussicht über Manhatten wie einer der höchst bezahlten Schauspieler der Welt gerade festgestellt hat. Das Heulen von Polizeisirenen hat ihn an das bodenlange Fenster gelockt. Während ich in einem überladenen Rococo Stuhl warte, schwingt er einen Starbucks Kaffeebecher in der Hand und hat das Gesicht an das Fenster gepresst.
Er sieht jünger als 44 aus. Sein Haar ist rabenschwarz, gegelt und steht in „spikes“ nach oben. Er ist über 1,84m groß, hat breite muskulöse Schultern aber es sieht so aus als würde er sein möglichstes tun um sein gutes aussehendes – fast schönes – Gesicht zu verstecken. Er ist ohne Gefolge angekommen, unrasiert und trägt abgerissene Jeans, abgewetzte braune Motorradboots, ein schwarzes T-Shirt und ein schwarzes Sakko. Seine Boots, die in diesem vornehmen Umfeld unpassend wirken, sind keine Pose sondern eher ein Symbol für Reeves Zigeunerleben. Trotz seines Wohlstandes hat er jetzt erst sein erstes Haus gekauft, nachdem er den Großteil seines Lebens in Hotels oder Wohnwagen auf den Sets gelebt hat. Reeves beschreibt sein neues $4 Million Haus in den Hollywood Hills als „Chateau Modern“.„Es hat 2 Schlafzimmer, 13 Fuß hohe Decken und französische Eichenböden“ sagt er. „Es ist sehr rechteckig mit vielen geraden Linien aber auch vielen Kalksteinfliesen. Ich habe Stein, Glass, Stahl und Holz benutzt. Ich hänge noch mit den Möbeln hinterher. Ich muß mir welche besorgen. Und noch koche ich nicht. Ich gehe zum Essen aus.“ Es hört sich nicht so an als würde er sich dort heimisch fühlen und er scheint immer noch am glücklichsten zu sein wenn er unterwegs ist, in seinem 1996er schwarzen Porsche oder auf einer seiner klassischen Norton Commandos, unerkannt in Leder mit Helm, den Pacific Coast Highway entlang rasend. „Bei diesen Motorräder musst Du den Motor erst einfahren – Du kannst die Drehzahl nicht zu hoch ziehen. Ich habe einen $50.000 West Coast Chopper von Sandra Bullock’s Mann zu meinem 40sten Geburtstag bekommen (Motorradbauer Jesse James). Ich bin damit eines Nachts spät auf den Sunset gefahren – es war erst das 2. Mal das ich die Maschine fuhr – und in meinem Eifer habe ich die Touren etwas zu lange etwas zu hoch gezogen und dann war der Motor hin … Oops. Kleinere Reparaturen kann ich selbst durchführen. Wenn ein Kabel bricht kann ich das richten aber ich kann keine Motorreparatur durchführen.“ Zu diesem Zeitpunkt hat Reeves fast vergessen das er ein Interview gibt. Ich frage ihn nach seiner bevorzugten Route und es scheint als würde er jetzt schon den Asphalt hämmern. „Ich würde den Sunset Boulevard nehmen, eine 30 Meilen lange Straße mit vielen Wohnvierteln. Wenn der Mond gut ist dann kannst Du die ganze Strecke bis zum Pazifik fahren und dann rechts abbiegen und den Pacific Coast Highway 50 Meilen lang entlang fahren. Es ist echt fantastisch. Ich bin ein Stadt-/Landschaftsfahrer – ich habe noch nicht den Kontinent durchquert. Was ich mache ist nichts im Vergleich zu Ewan McGregor. Also, der macht einige Fahrten. Ich mag es auch nachts zu fahren. Du stellst die Beleuchtung aus und los geht’s. Dadurch kommst Du von allem weg. Es geht darum heraus zu kommen, den Wind in Deinen Haaren zu spüren, nur das Motorrad und Du. Du musst im Jetzt sein, hier und jetzt – es gibt nichts Vergleichbares. Du entscheidest Dich für eine Richtung und los.“ „Es ist ein Klischee das Geld Dir kein Glück kaufen kann, aber es gibt Dir Freiheit und die Möglichkeit Dein Leben so zu leben wie Du es möchtest.“
|
Danke für das Vid - sehr gut gelungen...
Hallo Conchi, wünsche Dir und allen ...
Ein frohes Fest und einen guten Rutsc...
Der Walli sieht ja wirklich toll aus....
Der ist gut....ihr dürft dabei mitwir...